ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Ich frage nur mal
1. Wenn die Bevölkerung der Krim, noch ein Referendum abhalten würde und das frühere Ergebnis bestätigt.
2 Der Donbass das gleiche macht.
Was macht man dann?
Zählt da ebenfalls das Selbstbestimmungsrecht der Völker? Gibt doch genügend Länder wo das vollzogen wurde und der Wunsch der Menschen umgesetzt wurde?
Wäre das nicht besser als ein Krieg in Europa?
WENN die rechtmäßige Bevölkerung der genannten Gebiete, also ihre Einwohner Stichtag 1.1.2014, in einer freien Wahl mehrheitlich für eine Unabhängigkeit stimmen und für alle Folgekosten aufkommen würden, d.h.
- anteilige Übernahme der Staatsverschuldung der Ukraine
- Ausgleich der Nettoinvestitionen des Gesamtlandes in den vorangehenden 10-20 Jahren (im Donbas ggf. negativ, aber die Krim wurde afaik auf zentralukrainische Kosten herausgeputzt in Erwartung von Tourismuseinnahmen, die jetzt der Kreml kassiert)
- Entschädigung der pro-Ukrainer für materielle Verluste, wenn sie sich für eine Abwanderung entscheiden (= Abkauf sämtlicher Immobilien zum Zeitwert gemäß 1.1.2014 zzgl. aller etwaigen seitdem vorgenommen Investitionen)
- Finanzierung des Ersatzes aller verlorengehenden Sicherheitseinrichtungen der Ukraine (also im wesentlichen Aufbau der neuen Grenzanlagen jenseits der verschobenen Grenze und Bau eines neuen Marinehafens als Ersatz für Sewastopol)
- Ersatz des mittel-ostukrainischen Seeanschlusses durch Bau einer leistungsfähigen Bahntrasse von den dortigen Ex-Häfen in die Westukraine
In kurz: Wenn man dafür sorgen würde, dass niemand der dagegen ist einen Nachteil hat, außer dass er sich ggf. eine neue Region suchen müsste, in der er keine Minderheit darstellt.
DANN wäre das ganze zumindest moralisch akzeptabel.
Aber das ist vermutlich genauso wahrscheinlich, wie das du dein Quellen-Versprechen einlöst, Argumente statt Whataboutism präsentierst und aufhörst, Kreml-Progpaganda und diffamierende Sugestivfragen zu verbreiten.
Mensch Thereshold, was soll ich da antworten?
Vielleicht was anderes als Gegenfragen?
Sind alle Abspaltungen in Jugoslawien ok?
Die sind bis heute ein riesiges Problem, wie jeder weiß, der auch nur einen Bruchteil der Nachrichten aus Bosnien-Herzegowina in den letzten Monaten verfolgt hat.
"Annexion" bedeutet im Völkerrecht ganz klar die gewaltsame Aneignung von Land gegen den Willen des Staates dem es zugehört durch einen anderen Staat. Aber was auf der Krim stattgefunden hat müsste man eher Sezession nennen, eine Unabhängigkeitserklärung getragen von einem Referendum dass die Abspaltung von der Ukraine zum Ziel hatte. Darauf folgte dann der Antrag der damaligen De Facto Regierung der Krim auf Aufnahme in die russische Förderation welchen Russland annahm.
Weiß nicht, ob du das Geprahle deines Lieblingsautokraten seinerzeit verpasst hast, aber Putin hat längst bestätigt, dass die "grünen Männchen" russisches Militär waren.
Das heißt die Reihenfolge ist
Schritt 1: Russische Einheiten marschieren in ukrainisches Gebiet ein
Schritt 2: Russische Einheiten übernehmen die Kontrolle über ukrainisches Gebiet
---Ende---
Was nach dieser EROBERUNG für Zirkusse abgehalten wurden, interessiert bei der Bewertung des Einmarschs nicht.
Zum besseren Verständnis - Russland ist nicht mit Gewalt auf die Krim marschiert
Wenn jemand mit vorgehaltener Waffe vor ukrainischen Institutionen aufmarschiert und die wenigen Soldaten, die es gewagt haben, gegen die offensichtliche Übermacht aktiv zu werden, ermordet, dann ist das "Gewalt" und jeder, der das Gegenteil zu verbreitet, ist ein Lügner.
Warum blieb hier der Maidan 2.0 aus ?
Weil der Maidan ein zivile Protestveranstaltung in relativ friedlichem Umfeld war. Kein Aufstand gegen eine unterdrückende Armee.
Fairerweise muss man zwar sagen dass die damalige De Facto Regierung der Krim mit Abspaltung, Referendum und Beitritt zur russischen Förderation massiv gegen die ukrainische Verfassung vestossen hat, allerdings ist/war dies primär das Problem der damaligen de Facto Regierung und nicht von Russland die nicht an die ukrainische Verfassung gebunden sind.
Sie sind an internationale Abkommen gebunden. Die haben sie in dem Moment verletzt, in dem russische Truppen in der Ukraine aktiv wurden. Desweiteren hatte die mit russischer Hilfe selbstermächtigte "Regierung" der Krim in keinster Weise die nötige Legitimation, um überhaupt gemäß internationalem Recht gültige Abkommen zu schließen und an dieses Recht ist eigentlich auch Russland gebunden bzw. gehört aus der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen, wenn sie dieses missachten.
(Was aber leider in diesem Fall genauso schlecht funktioniert, wie in allen vorangehenden Fällen.)
Aber die Frage ist trotzdem, warum gab es bis Heute seitens der Bevölkerung nicht den kleinsten Funken Widerstand dagegen ?
Gab es, vor allem aus den Reihen der Krimtataren, ignorierne Putinversteher aber halt einfach, und stellen stattdessen falsche Sugestivfragen. Mittlerweile sind längst alle zivilen Aktivitäten verboten und wer trotzdem weitergemacht hat verhaftet.