ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Hat Russland das Völkerrecht gebrochen ? Nun, man kann zumindest festhalten dass "die Grünen" nichts ausserhalb der gepachteten Stützpunkte zu suchen hatten.
Auf alle deine Fragen haust du klare Antworten raus, selbst bei so schwierigen wie der Bewertung subnationaler Selbstorganisation im Rahmen des Völkerrechts, aber bei einer klaren Verletzung der territorialen Integrität wird rumgeschwurbelt. Warum? Weil das klar gerechtfertigte "Ja" sich gegen Putin richten würde und das nicht sein darf?
Hat Russland also per Definition die Krim annektiert ? Nein
Deine eigene vorangehende Aussagen, an die du mit "also" anknüpft, spricht ganz eindeutig für "ja". Ich deute dieses "Nein" also mal als absichtliche Lüge und somit bewusste Provokation.
Du vermischt hier grade zwei Dinge, nämlich a) die Besetzung des Parlaments am 27. Februar 2014 durch die laut FAZ 30 Mann und b) Putins Bestätigung dass das russische Militär beim Referendum am 11. März anwesend war. Und nochmal, nicht ich sage dass, die FAZ sagt dass.
Doch, du sagst was. Nämlich dass ich zwei Dinge vermischen wrüde, von denen ich kein einziges angesprochen habe. Wenn dir was unklar ist, obwohl es bei einer Aussage zur kompletten Annektion der Krim schon verdammt viel Dummheit oder Böswilligkeit braucht, um derart wenig zu verstehen, aber leg nicht anderen Leuten Aussagen in den Mund, die die nie gemacht haben.
Worum es wirklich geht:
"am 26. Februar liefen der offene und der verdeckte militärische Teil der Operation ab.
...
wurden Streitkräfte des Wehrbezirks Süd, Luftlandetruppen und Spezialeinheiten aus anderen Regionen Russlands insgeheim nach Sewastopol verlegt.
...
bis Anfang März um 7000 Mann Infanterie und Sondertruppen auf dem Luft- und Seeweg verstärkt.
...
wurden weitere 15 000 Mann verschifft, so dass der Einsatzzentrale für die Operation auf der Krim bis Ende des Monats mehr als 30 000 Mann zur Verfügung standen.
...
Die rätselhaften «grünen Männchen», die in Kampfanzügen, ohne Hoheitsabzeichen und mit Sturmhauben maskiert regelmässig auftraten, wenn Verwaltungsgebäude, Polizeistationen und militärische Einrichtungen besetzt werden sollten, rekrutierten sich aus diesen Einheiten."
Die Zeitangaben der NZZ sind dabei noch konservativ/auf das 100%ig Gesicherte beschränkt, während bei einigen lokalen Aktionen nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, dass sie von örtlichen Gesetzesbrechern ohne direkte russische Unterstützung durchgezogen wurden. Der Gesamtumfang aktiver "grüner Männchen" legt aber schon einen deutlich früheren russischen Einmarsch nahe, als die NZZ-Formulierung eines einen Monat währenden Einmarschs nahelegt. In Anbetracht der krimweiten Organisation und Planung fiel bereits am 1. März hier im Forum die Formulierung "Ich bin mal gespannt was der Westen jetzt macht, da Russland die Krim besetzt hat. Ich persönlich kann den USA bzw. der EU nur raten, sich erst mal zurück zu halten."
(Man beachte den letzten Satz - diese Einschätzung stammte seinerzeit von einer Putin-freundlichen Person.)
Da einzelne Quellen aus der Zeit aufgrund mangelnder spezifischer Suchbegriffe und reichlich Nachberichterstattung praktisch nur noch über Wikipedia zu finden sind, verweise ich da mal direkt darauf: https://de.wikipedia.org/wiki/Grüne_Männchen#cite_note-5
Fakt ist jedenfalls, dass das russische Militär die Institutionen und das Zivilleben auf der Krim bereits kontrollierte, lange bevor die Scheinabstimmung durchgeführt wurde. Und nicht einmal die Durchführenden des Referendums selbst behaupten, dass darin über eine Abspaltung von der Ukraine abgestimmt worden wäre.
Warum bezeichnest du hunderte Tote abgeknallt von Scharfschützen als "relativ friedlich" ?
Warum legst du mir schon wieder Behauptungen in den Mund? Auf dem Maidan gab es 10 Wochen lang ein ziviles Protestcamp, keine "hunderte Tote abgeknallt von Scharfschützen". Im Vergleich zu dem, was man bräuchte, um gegen eine 10000de Mann starke Besatzungsarmee anzutreten, kann ich ein Protestcamp ja wohl als "relativ friedlich bezeichnen", oder?
Übrigens FYI: Bei dem sich an die zivilen Proteste anschließenden Aufstand kamen in den drei Tagen bis zur Regierungsneubildung zwar "mehr als 100" Menschen ums leben, aber keine "hunderte". Und die meisten wurden in direkten Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Aufständischen und paramilitärischen Sicherheitskräften tödlich verletzt, auf die von der Polizei nicht verfolgten, ominösen Scharfschützen dürften maximal ein paar Dutzend entfallen.
Quelle - weil wie bereits gesagt, einfach Behauptungen aufstellen kann ich auch.
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Das sind nur ein paar winzige Bruchstücke - 1,5 Jahrzehnte permanente Unterdrückung lassen sich nicht in drei Sätzen belegen und allgemeine, weitverbreitete Zusammenfassungen, die Russlands Verbrechen als Gesamtpaket beurteilen, scheinst du ja grundsätzlich abzulehnen.
Wenn du die gesamte Geschichte selbst aufrollen willst, weil du sie seinerzeit nicht verfolgt hast, könntest du damit anfangen, diesen Thread hier zu lesen. Der ist vermutlich nicht beste Quellensammlung, aber im laufe der Jahre kam einiges zeitgenössisches zusammen und vor allem wärst du dann auch über die Argumentationen im Bilde, die hier schon längst abgehandelt wurden und wir müssen nicht alles wieder von vorne durchkauen.
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