Ich kann Dir in vielen Deiner Beiträge zustimmen. Was mich allerdings gerade ärgert ist das diejenigen welche Entscheidungen zu treffen haben im Nachhinein als Idioten zu bezeichnen. Wenn Dir die Optionen am Wahltag nicht reichen empfehle ich eigenes Engagement. Gerne in der Kommunalpolitik, hier kann direkt was bewegt werden, aber auch auf allen anderen Ebenen, da werden immer neue Idioten gesucht die es besser machen.
Kommunalpolitik ist leider ziemlich zeitaufwendig und inhaltlich überhaupt nicht mein Ding. Spielt in dem Fall aber auch überhaupt keine Rolle und ich finde bei Bundestagwahlen eigentlich immer ein passende Stelle für mein Kreuzchen, nur bleibt das da halt in der Regel einsam. Als das letzte Mal eine Bundesregierung mit meiner Stimme antrat, war Putin noch ein Noob, der gerade erst damit begonnen hatte, Jelzins Hinterlassenschaften aufzuräumen. Seitdem haben andere Leute Politiker gewählt, deren Programm ich nicht selten als idiotisch empfand und deren Osteuropapolitik wohl mittlerweile auch jeder andere rückblickend als idiotisch bezeichnen dürfte und bei der ich es mir nicht nehmen lasse, sie auch so zu bezeichnen. Putins Imperialismus ist spätestens seit dem Kauskasuskrieg bekannt, schon 2009 hätte der aktive Ausbau von Wirtschaftsbeziehungen enden müssen. Dass er auch Ambitionen in Richtung Europa hat, wurde beim Einsatz der Gaslieferungen als politische Waffe ab Ende 0er/Anfang der 10er deutlich. Ab da hätte man auf wirtschaftliche Unabhängigkeit von Russland hinarbeiten müssen. Seit 2014 ist klar, dass die Eroberungspläne auch den Militäreinsatz ganz ohne völkerrechtliches Alibi beinhaltet; dass Osteuropa gegen Angriffe vorbereitet werden muss und umgekehrt russische Aufrüstung durch wirkungsvolle Sanktionen ausgebremst. Heute haben wir 2024 und unser Wirtschaftsminister bezeichnet Leute, die uns indirekt russisches Gas verkaufen als "beste Freunde"

, unser Kanzler (der aktiv am Bau von Gasleitungen für Despoten mitgearbeitet hat) bremst permanent alles aus, was militärische Fortschritte bringen könnte

und unser Finanzminister ist immer noch der Meinung, dass Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus autokratischen Regimen der Eckstein unserer Gesellschaft bleiben muss

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Dann müssen die Waffenlieferungen und Hilfen drastisch erhöht werden. Und zwar sofort!
Meine Forderung seit über zwei Jahren.
Trump ist in meinen Augen ein echter Widerling, aber der Mann ist nicht dumm. Dumme Leute ziehen nämlich nicht in den Regierungssitz der mächtigsten Nation dieses Planeten ein.
Trump ist bei weitem nicht so schlau, wie ihm oft zugesprochen wird. Da braucht man sich nurmal seine vielen Fehlschläge vor der Präsidentschaft anzuschauen. Dass er die bekommen hat verdient er vermutlich zu einem größeren Teil seinen Unterstützern denn seinen eigenen Fähigkeiten. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Er ist ohne Frage voll auf kurzfristigen, persönlichen Profit ausgerichtet.
Sollte er überhaupt über seine Beurteilung in Geschichtsbüchern nachdenken (ich sehe da keinerlei Anzeichen für), wäre nicht damit zu rechnen, dass er das mit einem zeitlichen Horizont macht, der auch nur nennenswert über seine eigene Amtszeit hinausgeht. Das Problem Putin zu lösen ist aber ein langfristig sinnvolle Entscheidung. Sowohl was ihre Ausführung angeht, die nach der Abgabe der Iniative vor 1,5 Jahren jetzt ettliche Jahre in Anspruch nehmen würde, als auch was ihr positives Wirken angeht, dass in der Ukraine erst nach einem Jahrzehnte währenden Wiederaufbau einsetzt und in Russland frühestens nach dem politischen Chaos, dass ein Ende Putins mit sich bringen wird. Bis dahin ist Trump schon lange kein President mehr, ggf. längst altersbedingt gestorben, und dann reden wir immer noch nur von einem positiven Ergebnis in Europa - was Trump noch egaler sein wird als US-(Hobby-)Geschichtsschreibern, die sich auf einem Niveau bewegen, dass einen Trump interessieren könnte.
Was dagegen direkt auf Fox-News durchschlagen würde: Ein Deal mit Putin, gefolgt von 1-2-3 Jahren ohne größere Kampfhandlungen und mit einem Widerstarken des transatlantischen Handels, in denen / dank dessen Russland seine Aufrüstung endlich umsetzen könnte, um dann 1 bis 10 Jahre nach Ende der kommenden US-Präsidentschaft das angefangene zu Vollenden. Von daher wäre ein Wahlsieg Trumps definitiv von Nachteil für die Ukraine. Imho aber auch kein KO-Schlag, denn der in der Summe wichtigere Teil der Unterstützung kommt mittlerweile aus andern Ländern. Die USA waren zu Anfang groß, als sie ihren alten Schrott neuer Verwendung zugeführt haben. Seitdem hat Biden zwar große Vorschläge gemacht, aber die wurden vom Senat wieder kassiert.
(Umgekehrt könnte zudem auch die Kampfkraft Russlands unter einem Präsiden Trump leiden. Denn von dem erwarte ich Stress am persischen Golf und das heißt keine Putin-Unterstützung mehr aus dem Iran und verminderte aus Nordkorea und China.)