Diesbezüglich habe ich eine ganz eigene These entwickelt. Der Ansatz sieht hier ungefähr so aus, dass je populärer ein Spiel ist, umso mehr Cheater gibt es, denn diese Popularität zieht diese erfahrungsgemäß stark an. Ich spiele schon sehr lange Shooter im Netz und denke, dass man Cheater in zwei Kategorien einteilen sollte:
- Die klassischen Gamebreaker die das Spiel durch den Einsatz der Cheats an sich reissen und dominieren. Hier geht es nicht darum heimlich zu cheaten sondern in erster Linie lästig zu sein. Man könnte hier auch gewissermaßen von einer Art des ingame Trollings sprechen.
- Deutlich unangenehmer sind jene Cheater, die auf Heimlichkeit bedacht sind und versuchen durch Einsatz dieser Cheats unlautere Vorteile zu erhaschen. Hier wird auch bei offensichtlichem Einsatz irgendwelcher Hilfsmittel wie Wallhack, Esp und dergleichen trotzdem notorisch geleugnet, dass diese eingesetzt werden.
Warum ich es wichtig finde Cheater in zwei Kategorien zu unterteilen?
Ganz einfach, mitlerweile hat Cheaten über kurz oder lang immer Kosequenzen für den Cheater. Zum einen haben die Entwickler erkannt, dass Cheater dazu beitragen die Attraktivität eines Spiels deutlich zu schmälern und zum anderen sind cheatende Spieler für keine Liga im E-sport tragbar. Somit ist nicht nur eine flächendeckende Sensibilisierung gegenüber der Thematik vorhanden sondern auch eine klare Linie gegenüber Cheatern erkennbar.
Die Unterscheidung an sich macht in soweit Sinn, dass wir erkennen, ob dem Cheater was an seinem Account bzw. an seiner Reputation liegt. Kompetitive Videospiele wachsen nicht auf Bäumen und die beliebten Titel müssen in der Regel über eine nicht unbeträchtliche Investition erworben werden. Daher kann man sagen, dass die erste Cheaterkategorie nur vereinzelt vorkommt bzw. auf Authentifizierungsschwachstellen bzw. Free-2-Play-Titel angewiesen ist.
Und wenn ich ehrlich bin, ist mir die zweite Kategorie auch ein deutlich größerer Dorn im Auge, denn hier wird versucht spielerisches Unvermögen durch Cheats auszugleichen. Die Paranoia die viele Spieler bezüglich Cheatern mitsichbringen, so lästig diese manchmal auch sein kann, halte ich im Großen und Ganzen für gesund, denn nicht erst seit Geschichten wie dem berühmten "Schwarzen Rand" in der ESL, ist klar, dass Cheats deutlich verbreiteter sind als man denkt. Ein weiterer wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass viele nicht ganz so ehrenhafte Spieler eine sehr hohe Bereitschaft besitzen für Cheatsoftware bares Geld zu bezahlen. Mitlerweile existiert eine komplette Industrie, die nur darauf ausgerichtet ist, diese Spieler gegen Bezahlung beim Unterwandern von Spielregeln zu unterstützen.
Zum Release von BF 3 konnte ich auf Twitter eine Diskussion zwischen Daniel Matros (Producer von Dice) und einem Mitarbeiter von Artificial Aiming beobachten. Und ganz offensichtlich kann man durch das Entwickeln und Anbieten von Cheats seinen Lebensunterhalt mehr als decken.
Eigentlich keine tollen Aussichten für die Zukunft.....
