AW: Wasserkühlung neuer Versuch^^
Ich bin ganz klarer Verfechter von alle rein oder alle raus, was auch beides funktioniert.
Hat man jetzt nur einen Teil seiner leistungshungrigen Hardware, also Cpu oder Gpu unter Wasser, ist es immer schwierig, weil entweder die luftgekühlte Komponente vorgewärmte Luft erhält oder die Radiatoren vorgewärmte Luft erhalten; da entscheide ich aber meist zugunsten der luftgekühlten Komponente, die nämlich durch die schlechtere Kühlung wärmer ist.
Wenn alles unter Wasser ist, wird die Sache erheblich einfacher. Radiatoren können mehr Wärme abführen, wenn die Differenz zwischen Wasser und Luft höher ist, sprich wenn die Luft kälter ist, wird der Radiator stärker kühlen und die Wassertemperatur wird sich auf einem niedrigeren Wert einpendeln, die Differenz zwischen Wasser und Luft bleibt also gleich, beide Temperaturen sind nur niedriger. Wie gut ein Radiator jetzt kühlt, hängt abgesehen von baulichen Unterschieden, die wir uns sparen können, weil es um die optimale Positionierung von bestimmten Radiatoren geht, vom Luftdurchsatz ab. Mehr Luftdurchsatz=bessere Kühlleistung=niedrigere Differenz zwischen Wasser und Luft. Daraus kann man dann einfach resultieren, dass frische Luft von außen und hohe Lüfterdrehzahl am besten sind, das stimmt auch erstmal.
Jetzt verbaut der Wasserkühlungsnutzer aber enorm viel Radiatorfläche, sodass sein Wasser fast Raumtemperatur hat, wenn es aus den Radiatoren austritt. Da kann man dann problemlos niedrigere Lüfterdrehzahlen nutzen, das Wasser bleibt immer noch kühl, weil die Kühlleistung immer noch hoch genug ist. Daher auch der größte Vorteil der Wasserkühlung, maximale Kühlleistung bei nicht vorhandenen Geräuschen, wie es bei großen Kreisläufen der Fall ist, bei mir zum Beispiel arbeiten auf den 6 560ern 32 Eloops, dazu 20 als Gehäuselüfter (gut, vielleicht etwas viel, aber ich brauche welche für gehäuseinternen Lufttransport), damit halte ich mein Wasser auch bei 1500w Maximalleistung (einmal getestet, Furmark auf allen Gpus und Prime auf der Cpu) bei unter 10°C zur Raumtemperatur bei 400 Umdrehungen auf den Lüftern, in der Praxis mit weit weniger Verbrauch wird mein Wasser nicht wärmer als 5°C über Raum, nur als Beispiel, was so geht.
Du hast jetzt nicht so viel Abwärme wie ich, deine Fläche reicht auch locker aus, um vergleichbare Werte zu erreichen.
Was man jetzt noch bedenken könnte wäre der Airflow. Normalerweise sage ich ja immer, alle rein oder alle raus, das wäre das beste, aber es gibt einige Fälle, wo Nutzer mit Lüftern, die Abluft eines anderen Radiators ansaugen, bessere Ergebnisse als mit all-in erlangen. Das ist ganz einfach über den Druck zu erklären. Man sagt zwar, was für ein Druck, da entsteht doch nicht viel, genau daran liegt es nämlich. Überschüssige Luft würde durch die feinen Ritzen schon wieder rausgedrückt werden, aber genau dazu kommt es eben nicht. Wie viel Druck erzeugt ein Lüfter? Paar mm H2O, mehr nicht. Das ist nicht so viel Druck, dass da die Luft einfach herauskommt, daher brauchen wir ja die ganzen Gehäuselüfter. All-in erzeugt bei diesen Personen dann einen leichten Überdruck, sodass die Lüfter gegen einen zusätzlichen Widerstand arbeiten müssen und weniger Luft durch den Radiator fördern, im Gegensatz dazu verstärken sich die Lüfter bei der Sandwich-Anordnung, also Luft durch einen Radi rein, durch den anderen raus, gegenseitig, wie bei Push-Pull auf einem dicken Radiator gegen Push auf 2 dünnen, bei denen die Lüfter gegeneinander arbeiten. Zudem darf man bei sehr großen Gehäusen den Kamineffekt nicht vergessen, er ist zwar gering, aber ein halber Meter Luftsäule erzeugt genug Gegendruck, um doch etwas beim Luftdurchsatz zu bewirken. Bei Radiatoren, die von unten oder von der Seite/vorne/hinten Luft erhalten, ist die Sache ganz klar, Luft von außen ins Gehäuse und fertig, oben ist es fraglich. Bei kleinen Gehäusen ist das kein Problem, Luft von oben und gut is, der Gehäuselüfter bekommt die schon wieder raus, bei großen Gehäusen ist das wie erwähnt nicht immer so einfach. Da kann es tatsächlich Sinn machen, die oberen Lüfter trotz Radiator und bereits vorgewärmter Luft ausblasen zu lassen, um so Vorteile zu erhalten, optisch sehen Lüfter von der Vorderseite auch besser aus, aber das hat damit nichts zu tun.
Langer Rede kurzer Sinn, du hast genug Fläche, um die Lüfter wie du willst anzuordnen, man hätte mit der ein oder anderen Anordnung sicher 1-2°C bessere Temperaturen, aber wen juckts, die Wassertemperatur wird sowieso gut genug sein. Du solltest jetzt natürlich keine komplett irrsinnige Lüfteranordnung wählen, aber die meisten Kombos sollten machbar sein. Also Boden- und Frontradiator in, oben in oder out, und wenn du in der Seite Gehäuselüfter hast, die als out, oder wie du sie anordnen willst.
Das wurde jetzt doch ne ganze Menge Text.