Was ist los in Syrien?

So einfach ist es in der Praxis nicht.
Du könntest nichtmal gegen einen Völkermord in Holocaust Dimension vorgehen, wenn eine Vetomacht Nein zum eingreifen sagt.
 
Als würde sich heute noch die Großmächte um das UN Völkerrecht scheren. Macht halt praktisch auch wenig Sinn , da die Vetomächte sich ja pausenlos gegenseitig blockieren. Praktisch wirst du in der UN eh nichts mehr durchsetzen können.

Nebenbei fehlt mir das Mitleid für Assads Regime, Der Typ ist ne Made, das beste was der Menschheit passieren könnte wäre wenn dieser Massenmörder sich endlich ne Kugel einfängt. Gab letztens ne gute Doku auf ZDF Info dazu über sein Leben.
Der hat bisher quasi alles gemacht um an der Macht zu bleiben und sich zu bereichern. Von Zusammenarbeit- und Unterstützung von Terroristen, jahrzehntelanger Verfolgung jeglicher Opposition. Er hat sogar die IS Terroristen in bestimmten Landesteilen walten lassen und Schutzzonen für deren Flucht eingerichtet um ein Druckmittel gegen den Westen zu haben.
Gibt wahrscheinlich auf der Welt wenig lebende Diktatoren und Verbrecher die sich mit seiner Historie messen können.
 
So einfach ist es in der Praxis nicht.
Du könntest nichtmal gegen einen Völkermord in Holocaust Dimension vorgehen, wenn eine Vetomacht Nein zum eingreifen sagt.

Das Problem ist doch aber schlicht nicht so das wir hier von Völkermord in Holocaust Dimension sprechen würden, sondern "lediglich" von Giftgasangriffen mit maximal ein paar dutzend Toten, die zudem, im Fall von Duhma, aber auch verschiedenen weiteren, noch nicht mal sicher einer Seite zugeordnet werden konnten, und man aber trotzdem das Völkerrecht bricht um eine eigenmächtige Strafaktion zu vollführen.

Ich denke niemand würde hier Einwende gegen eine eigenmächtig durchgeführte Intervention erheben, wenn man wirklich von massiven Verbrechen ausgehen müsste, die man auch zweifelsfrei einer Seite zuordnen könnte und wo man dann durch ein Veto blockiert würde.
Aber wie gesagt, das ist hier nicht der Fall und trotzdem bricht man aber das Völkerrecht.

Als würde sich heute noch die Großmächte um das UN Völkerrecht scheren. Macht halt praktisch auch wenig Sinn , da die Vetomächte sich ja pausenlos gegenseitig blockieren. Praktisch wirst du in der UN eh nichts mehr durchsetzen können.

Sicher das du da teilweise nicht auch von seinem Vater sprichst?
Baschar al-Assad ist ja "erst" seit 2000 an der Macht, also noch nicht ganz zwei Jahrzehnte.

Ich persöhnlich frage mich ja sowieso wieviel wirkliche Macht Assad eigentlich hat. Ich meine, sowas ist in einer Diktatur doch immer auch irgendwo von Loyalität und Durchsetzungsfähigkeit abhängig (starker Führer Prinzip), siehe auch Nordkorea und als Nachfolger muss man sich ersteres in der Regel erstmal sichern und letzteres beweisen. Wäre da mal interessant zu wissen ob und wenn ja in wie weit die alten Eliten seines Vaters ihn da auf politischen Kurs halten und wieviel davon er selbst völlig mitträgt.
 
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Ich denke niemand würde hier Einwende gegen eine eigenmächtig durchgeführte Intervention erheben, wenn man wirklich von massiven Verbrechen ausgehen müsste, die man auch zweifelsfrei einer Seite zuordnen könnte und wo man dann durch ein Veto blockiert würde.

Es wäre ein Völkerrechtsbruch, egal wie schrecklich das Verbrechen ist. Nichts anderes ist meine Aussage gewesen.
 
Ich denke niemand würde hier Einwende gegen eine eigenmächtig durchgeführte Intervention erheben, wenn man wirklich von massiven Verbrechen ausgehen müsste, die man auch zweifelsfrei einer Seite zuordnen könnte und wo man dann durch ein Veto blockiert würde.
Aber wie gesagt, das ist hier nicht der Fall und trotzdem bricht man aber das Völkerrecht.

Man sollte der Meinung sein, dass jedes Land daran interessiert ist, die Sache aufzuklären. Aber offenbar ja nicht.
 
Man sollte der Meinung sein, dass jedes Land daran interessiert ist, die Sache aufzuklären. Aber offenbar ja nicht.

Ich stimme dir ja zu das es man dies in einigen Fällen, wo es möglich gewesen sein dürfte (vieleicht) denken sollte, aber es gibt auch jene Fälle in denen selbst wenn Damaskus zugestimmt hätte man es nicht hätte aufklären können, oder willst du im Extremistengebiet nachfragen ob sie einem nicht freundlicherweise Zugang gewähren möchten um das aufzuklären und risikieren das die OPCW Mitarbeiter vieleicht mit Kopf reinkommen aber maximal ohne wieder raus und wer hätte dann garantieren können das die Extremisten die Beweise nicht vorher fingiert haben, oder verschwinden lassen, was man ja Russland / Damaskus auch vorwirft?

Letztlich, mal davon unabhängig, am Ende bleibt schlicht die Frage der Verhältnismäßigkeit und da muss man schon fragen ob ein Bruch des Völkerrechts angebracht ist, nur um voreilig einen nicht geklärten Chemiewaffenangriff zu bestrafen, welcher letztlich weniger Tote gefordert hat als unzählige Bombadierungen mit konventionellen Waffen auf Seiten von Russland / Damaskus, aber auch der USA geführten Koalition. ;)

Und am Ende, wem hat dieser Bruch des Völkerrechts denn nun genützt? Wird Damaskus, so sie haben, aufhören Chemiewaffen zu benutzen, sind sie nicht mehr in der Lage weitere Chemiewaffen zu produzieren, sind alle Bestände jetzt zerstört, sind die Toten wieder lebendig geworden?
In allen Punkten nein, aber die westlichen Staaten haben mal wieder ihre Legitimität, im Bezug aufs Völkerrecht, ein weiteres Stück unterminiert, mit diesem Bruch, am Ende für nichts.
 
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Ich persöhnlich frage mich ja sowieso wieviel wirkliche Macht Assad eigentlich hat. Ich meine, sowas ist in einer Diktatur doch immer auch irgendwo von Loyalität und Durchsetzungsfähigkeit abhängig (starker Führer Prinzip), siehe auch Nordkorea und als Nachfolger muss man sich ersteres in der Regel erstmal sichern und letzteres beweisen. Wäre da mal interessant zu wissen ob und wenn ja in wie weit die alten Eliten seines Vaters ihn da auf politischen Kurs halten und wieviel davon er selbst völlig mitträgt.

Assad hat eine selektive Politik zugunsten einer Minderheit der Bevölkerung geführt, die durchaus von ihm profitierte und somit auch zum Hassbild der unterdrückten wurde. Diese Loyalität ist zwar nicht an seine Person, aber an seine Seite gekoppelt und bislang sind keine möchtegern-Nachfolger aufgetaucht (wäre auch ein schlechter Zeitpunkt, sich als neuen Assad zu präsentieren). Davon abgesehen sind Schlüsselposten in der oberen Führung mit Angehörigen besetzt und wie überall in Vorderasien ist auch in Syrien Loyalität zur Familie ein hohes, selbstverständliches Gut. Ein Verräter würde also nicht nur ein großes persönliches Risiko eingehen, sondern hätte auch große Teile des zu übernehmenden Systems gegen sich. In Nordkorea spielen dagegen Leute mit Militärkarriere eine größere Rolle und (tödliche) Streitigkeiten zwischen verschiedenen Familienteilen scheinen auch normaler sein. Vor allem gibt es aber kein dutzend heimischer Feinde, gegen die man zusammenhalten müsste.
 
Assad hat eine selektive Politik zugunsten einer Minderheit der Bevölkerung geführt, die durchaus von ihm profitierte und somit auch zum Hassbild der unterdrückten wurde. Diese Loyalität ist zwar nicht an seine Person, aber an seine Seite gekoppelt und bislang sind keine möchtegern-Nachfolger aufgetaucht (wäre auch ein schlechter Zeitpunkt, sich als neuen Assad zu präsentieren). Davon abgesehen sind Schlüsselposten in der oberen Führung mit Angehörigen besetzt und wie überall in Vorderasien ist auch in Syrien Loyalität zur Familie ein hohes, selbstverständliches Gut. Ein Verräter würde also nicht nur ein großes persönliches Risiko eingehen, sondern hätte auch große Teile des zu übernehmenden Systems gegen sich. In Nordkorea spielen dagegen Leute mit Militärkarriere eine größere Rolle und (tödliche) Streitigkeiten zwischen verschiedenen Familienteilen scheinen auch normaler sein. Vor allem gibt es aber kein dutzend heimischer Feinde, gegen die man zusammenhalten müsste.

Sollte man annehmen, dem gegenüber steht aber z.B. Lybien in dem das System nicht so sehr auf Familienloyalität fußte sondern auf Zuckerbrot und gegenseitige ausspielen der Stämme unterienander. Der dort oft beschworene arabische Frühling war ja ehr eine Entladung der Unzufriedenheit unter den einzelnen inbolvierten Stämmen, über Gadaffis Führungsart, als eine wirkliche Unzufriedenheit über die allgemeinen Zustände im Land.
Diese Zwistichkeiten sind ja auch nach wie vor anhaltend, weil so richtig einig werden sich die einzelnen Beteiligten (Stämme) ja nicht darüber wie denn nun das Lybien nach Gadaffi aussehen soll, also wer wieviel Einfluss / Macht bekommt.

Ich würde es also nicht für die Region verallgemeinern wollen.
 
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In allen Punkten nein, aber die westlichen Staaten haben mal wieder ihre Legitimität, im Bezug aufs Völkerrecht, ein weiteres Stück unterminiert, mit diesem Bruch, am Ende für nichts.
Das Völkerrecht ist in jeder Situation, in der die Veto Mächte nicht an einem Strang ziehen, sinnlos.
Sollte man annehmen, dem gegenüber steht aber z.B. Lybien in dem das System nicht so sehr auf Familienloyalität fußte sondern auf Zuckerbrot und gegenseitige ausspielen der Stämme unterienander. Der dort oft beschworene arabische Frühling war ja ehr eine Entladung der Unzufriedenheit unter den einzelnen inbolvierten Stämmen, über Gadaffis Führungsart, als eine wirkliche Unzufriedenheit über die allgemeinen Zustände im Land.
Diese Zwistichkeiten sind ja auch nach wie vor anhaltend, weil so richtig einig werden sich die einzelnen Beteiligten (Stämme) ja nicht darüber wie denn nun das Lybien nach Gadaffi aussehen soll, also wer wieviel Einfluss / Macht bekommt.

Ich würde es also nicht für die Region verallgemeinern wollen.

Das ging jetzt aber total an seiner Aussage vorbei.
Welche familiären Bande hatte der Gadaffi Clan denn zu den Stämmen?
 
Ich stimme dir ja zu das es man dies in einigen Fällen, wo es möglich gewesen sein dürfte (vieleicht) denken sollte, aber es gibt auch jene Fälle in denen selbst wenn Damaskus zugestimmt hätte man es nicht hätte aufklären können, oder willst du im Extremistengebiet nachfragen ob sie einem nicht freundlicherweise Zugang gewähren möchten um das aufzuklären und risikieren das die OPCW Mitarbeiter vieleicht mit Kopf reinkommen aber maximal ohne wieder raus und wer hätte dann garantieren können das die Extremisten die Beweise nicht vorher fingiert haben, oder verschwinden lassen, was man ja Russland / Damaskus auch vorwirft?

Ich gehe mal davon aus, dass dort russische Soldaten und auch syrische Soldaten sind.
Wenn diese beiden Länder ein Interesse an der Aufklärung hätten, wäre es für sie ein Leichtes, den Beobachtern Zugang zu verschaffen. Immerhin haben die beiden Armeen ja die militärische Hoheit.
Je länger sich das aber hinzieht, desto unglaubwürdiger wird die ganze Geschichte. Selbst wenns nicht die Russen oder Assad waren, werden die Ermittlungen und die Aufklärung immer schwieriger.
Man könnte meinen, dass Russland und Syrien erst mal die Beweise so hinbauen müssen, dass sie in ihre Geschichte passen.

Letztlich, mal davon unabhängig, am Ende bleibt schlicht die Frage der Verhältnismäßigkeit und da muss man schon fragen ob ein Bruch des Völkerrechts angebracht ist, nur um voreilig einen nicht geklärten Chemiewaffenangriff zu bestrafen, welcher letztlich weniger Tote gefordert hat als unzählige Bombadierungen mit konventionellen Waffen auf Seiten von Russland / Damaskus, aber auch der USA geführten Koalition. ;)

Na ja, chemische Waffen sind ja, wenn ich nicht irre, völkerrechtlich geächtet bzw. ist der Einsatz verboten.
Wer also welche einsetzt, verstößt gegen das Völkerrecht und muss daher mit einer Bestrafung rechnen. Wie die nun ausfällt, ist natürlich Ansichtssache.
Ich persönlich halte die Bombardierung auch für totalen Unsinn. Trump lenkt damit nur von innenpolitischen Gezanke ab -- siehe der Ex FBI Chef Comey.
Die Franzosen und Briten zeigen nur, dass sie auch noch da sind und Merkel labert wie immer Dünnpfiff.
Die Frage ist halt immer noch, wer davon einen Vorteil hat. :ka:
Assad hat gezeigt, dass er sein Volk konventionell vernichten kann und keinen interessiert es. Immerhin geht der Konflikt ja schon mehrere Jahre so -- waren es jetzt 7 Jahre? Weiß ich gar nicht mehr.
Die Russen helfen dabei fleißig.
Die Europäer schauen wie immer zu und zanken sich. Schon peinlich, wenn man bedenkt, wie das abläuft.
Die USA bzw. Trump hat Syrien als Ablenkung voll im Visier, damit er nicht über den Kram stolpert, den er zu Hause vor den Füßen liegen hat.

Und am Ende, wem hat dieser Bruch des Völkerrechts denn nun genützt? Wird Damaskus, so sie haben, aufhören Chemiewaffen zu benutzen, sind sie nicht mehr in der Lage weitere Chemiewaffen zu produzieren, sind alle Bestände jetzt zerstört, sind die Toten wieder lebendig geworden?
In allen Punkten nein, aber die westlichen Staaten haben mal wieder ihre Legitimität, im Bezug aufs Völkerrecht, ein weiteres Stück unterminiert, mit diesem Bruch, am Ende für nichts.

Wie gesagt, es geht doch nicht darum den Menschen dort zu helfen, darum ging es noch nie.
Es geht darum, von sich selbst abzulenken.
 
Ich gehe mal davon aus, dass dort russische Soldaten und auch syrische Soldaten sind.
Wenn diese beiden Länder ein Interesse an der Aufklärung hätten, wäre es für sie ein Leichtes, den Beobachtern Zugang zu verschaffen. Immerhin haben die beiden Armeen ja die militärische Hoheit.
Je länger sich das aber hinzieht, desto unglaubwürdiger wird die ganze Geschichte. Selbst wenns nicht die Russen oder Assad waren, werden die Ermittlungen und die Aufklärung immer schwieriger.
Man könnte meinen, dass Russland und Syrien erst mal die Beweise so hinbauen müssen, dass sie in ihre Geschichte passen.

Nicht überall wo Gas eingesetzt wurde hatte Russland / Damaskus auch die Kotrolle, teilweise war das ja in von "Aufständischen" besetzten Gebieten. Davon mal abgesehen, es spielt doch keine Rolle ob man ein Interesse daran hat das es aufgeklärt wird. Was nützt es Russland / Damaskus wenn wirklich rauskommen würde das sie es nicht eingesetzt haben? Assad bleibt für den Westen trotzdem untragbar, er ist trotzdem ein Diktator mit Foltergefängnissen, der vor 2013 schon Giftgas eingesetzt hat, ect.
Es ändert also erstmal wenig, kommt aber raus das Damaskus das Giftgas auch nach 2013 wirklich benutzt hat würde das nur weiteren Druck gegen Assad aufbauen und man würde von Russland aus trotzdem für die eigenen Interessen (Militärbasen) an Assad festhalten müssen, hätte aber wohl noch mehr Schädigung des eigenen Ansehns. Also ist es doch im Grunde für Russland die pragmatischste Entscheidung zu sagen das man erst garnicht zur Aufklärung beiträgt, ist den eigenen Interessen am zweckdienlichsten / bequemsten und schädigt das Ansehn weniger. ;)

Na ja, chemische Waffen sind ja, wenn ich nicht irre, völkerrechtlich geächtet bzw. ist der Einsatz verboten.
Wer also welche einsetzt, verstößt gegen das Völkerrecht und muss daher mit einer Bestrafung rechnen. Wie die nun ausfällt, ist natürlich Ansichtssache.
Ich persönlich halte die Bombardierung auch für totalen Unsinn. Trump lenkt damit nur von innenpolitischen Gezanke ab -- siehe der Ex FBI Chef Comey.
Die Franzosen und Briten zeigen nur, dass sie auch noch da sind und Merkel labert wie immer Dünnpfiff.
Die Frage ist halt immer noch, wer davon einen Vorteil hat. :ka:
Assad hat gezeigt, dass er sein Volk konventionell vernichten kann und keinen interessiert es. Immerhin geht der Konflikt ja schon mehrere Jahre so -- waren es jetzt 7 Jahre? Weiß ich gar nicht mehr.
Die Russen helfen dabei fleißig.
Die Europäer schauen wie immer zu und zanken sich. Schon peinlich, wenn man bedenkt, wie das abläuft.
Die USA bzw. Trump hat Syrien als Ablenkung voll im Visier, damit er nicht über den Kram stolpert, den er zu Hause vor den Füßen liegen hat.

Giftgas ist nur eben nicht verboten worden weil es gegen militärische Ziele so extrem erfolgreich war:

Es wurden während des Krieges hunderte Gasangriffe durchgeführt und etliche Millionen Gasgranaten verschossen. Die Zahlen der Vergifteten und der Toten mit Einbeziehung der Spätfolgen, die der Gaskrieg letztendlich insgesamt forderte, lassen sich nur sehr ungenau beziffern. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass von den 10 Millionen Toten des Krieges ca. 90.000 Tote (also 0,9 %) durch die Einwirkung von chemischen Kampfstoffen zu beklagen waren. Von den ca. 25 Millionen sonstigen Kriegsgeschädigten wurde ca. eine Million von Gas vergiftet. Trotz der schrecklichen Wirkung von Lost war die Sterblichkeit hier sehr gering, wohingegen die meisten Gasopfer an Phosgen starben.
Der Giftgaseinsatz hatte also nicht den erwarteten Effekt und war am Anfang des Gaskrieges, als noch keine Schutzmaßnahmen existierten, am effektivsten. Insbesondere aufgrund der später immer besseren Schulung und Ausrüstung der Soldaten führte der Gaseinsatz nur noch zu geringen Verlusten unter den gegnerischen Soldaten. Die prozentual relativ geringe Zahl der Todesfälle durch Gaseinsätze zeigt das recht deutlich.

Gaskrieg wahrend des Ersten Weltkrieges – Wikipedia

Sondern weil durch die Entwicklung der Kriegstechnik absehbar war das es gerade gegen die Zivilbevölkerung und rückwertige Infrastruktur verherrend werden könnte. Man stelle sich mal vor man hätte eine Stadt wie London, oder Berlin im Zweiten Weltkrieg flächendeckend aus der Luft mit Sarin bombadiert, dagegen wäre Dresden 45 vermutlich noch geradezu harmlos gewesen.

Es war also im Grunde bis zu einem gewissen Grad ein präventiver Schutz davor eine nicht umfassend schützbare Bevölkerung mit Giftgas zu attackieren und somit ein Land nachhaltig kolateral zu schädigen.

Davon ist man bei den Giftgaseinsätzen in Syrien aber, wie gesagt, sehr weit entfernt gewesen, mit seinen paar dutzend Toten je Angriff in mehr als 14 ungeklärten Giftgasangriffen seit 2013.
Selbst für einen psychologischen Effekt war die Intensität des Einsatzes, nach 2013, eigentlich viel zu gering (lokal beschränkt).
Wer hatte also am ehesen effektiv etwas davon? "Der Westen", weil sie es als weitere Bestätigung dafür sehen konnten das Assad nicht tragbar ist, die "Aufständischen" die dadurch Unterstützung (Rüstungsgüter, Luftschläge, mediale Präsenz und "Legitimation" ihrer Position) bekommen konnten.
Assad hingegen konnte dadurch eigentlich nichts gewinnen, er hätte nichts davon, außer evt. irrationale Rache an den Aufständischen, aber wie befriedigend ist die bei einer so mäßigen Wirkung wohl? Da könnte er sich auch effektiver dadurch rächen das er einfach mit konventionellen Bomben flächendeckend eine Stunde lang Dhuma bombadiert hätte und somit wesentlich verheerendere Opferzahlen erreicht hätte, als 2 Gaskanister zu werfen bei dem dann 43 Menschen sterben.

Wie gesagt, es geht doch nicht darum den Menschen dort zu helfen, darum ging es noch nie.
Es geht darum, von sich selbst abzulenken.

In dem Punkt kann man wohl sagen sind wir uns weitestgehend einig. ;)

Das ging jetzt aber total an seiner Aussage vorbei.
Welche familiären Bande hatte der Gadaffi Clan denn zu den Stämmen?

Wieso geht es an seiner Aussage vorbei wenn ich ergänze das es in Lybien halt nicht wie von ihm angebracht so ist das Loyalität zur Sippe entscheidend für das funktionieren des Systems war?
Es war eine Ergänzung dahingehend das es es eben nicht in der Region generell so war / ist, sondern das es eben auch andere Beispiele mit anderen funktionsweisen gibt.
 
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Sondern weil durch die Entwicklung der Kriegstechnik absehbar war das es gerade gegen die Zivilbevölkerung und rückwertige Infrastruktur verherrend werden könnte. Man stelle sich mal vor man hätte eine Stadt wie London, oder Berlin im Zweiten Weltkrieg flächendeckend aus der Luft mit Sarin bombadiert, dagegen wäre Dresden 45 vermutlich noch geradezu harmlos gewesen.

Dann stellt sich die Frage, wieso nur chemische und biologische Waffen auf der Liste stehen und keine atomare Waffen? ;)
 
Dann stellt sich die Frage, wieso nur chemische und biologische Waffen auf der Liste stehen und keine atomare Waffen? ;)

Vermutlich weil man an atomare Waffen wesentlich schwieriger ran kommt, es ist ja nicht mit der Bombe selbst getan, man braucht auch entweder eine entsprechende Lufthoheit, oder aber Rakete um sie über große Distanzen zu transportieren, und sich der eigene Nutzen für den Anwender auch sehr in Grenzen hält (zumindest bei neueren Atomwaffen), außer halt den Gegner nachhaltig zu vernichten.
Schließlich kannst du nach dem Einsatz von biologischen und chemischen Waffen ein Gebiet nach kurzer Zeit selbst in Beschlag nehmen / nutzen, ohne nachhaltige negative Auswirkungen, wenn du ein Gebiet mit einer Atombombe angreifst ist es erstmal über Jahre und Jahrzehnte konterminiert und nicht wirklich nutzbar, außer man nimmt in kauf das die Personen und deren Nachkommen dort ebenfalls geschädigt werden.

Kurz um, es besteht einfach schlicht nicht die Notwendigkeit, im Vergleich zu biologischen und chemischen Waffen, deren Einsatz auzuschließen, da der Einsatz, eben wegen Zugang und negativer Folgewirkung, allgemein unwahrscheinlich ist. ;)
 
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Mit Kernwaffen lassen sich gut militärische Ziele bekämpfen und sind eben recht praktisch und effektiv.
Unbrauchbare Waffen lassen sich viel lieber verbieten.
Zu den allseits beliebten Kernwaffen gehören auch "schmutzige Bomben" und ganz kleine Dinger die aus Panzern und Haubitzen verschossen werden .Taktische Nuklearwaffen.

Vor Jahren gabs entsprechende Berichte zur Schwarzmeerflotte und das die Kernwaffen unbewacht in Bretterschuppen Lagern,neben anderen Dingen.
Der Schwarzmarktpreis für ein Gramm waffenfähiges Uran oder Plutonium? lag wohl bei 5000USD.

Überlegt man noch welche Länder alles Kernwaffen besitzen dann wäre auch Pakistan für sowas eine gute Anlaufstation beim Einkauf.Geld schmiert die Welt.
 
Dann stellt sich die Frage, wieso nur chemische und biologische Waffen auf der Liste stehen und keine atomare Waffen? ;)

Ist historisch bedingt durch die Erfahrungen mit zighunderttausend Toten und Versehrten aus WK I.
Die einzigen real abgeworfenen A-Bomben beendeten mehr oder weniger den WKII und deren Einsatz wurde gerade von den Siegermächten, USA, FRA, GB und UdSSR auch im eigenen Sinne toleriert.
Später kam noch China dazu, dass auch kein Problem mit A-Bomben über Japan hatte und diese nun ständigen VETO-Mächte im UN-Sicherheitsrat werden den Teufel tun, ihre nukleare Überlegenheit aufzugeben.
Vielmehr wollen sie unter allen Umständen verhindern , das es mehr wird (was ja in Hinblick auf N-Korea und Iran irgendwo sinnig ist).
 
Ist historisch bedingt durch die Erfahrungen mit zighunderttausend Toten und Versehrten aus WK I.

Nein ist es nur sehr bedingt, wie ich oben im Zitat schon angeschnitten habe.
Der direkte militärische Nutzen hielt sich sehr in Grenzen, am effektivsten erwies sich Giftgas bei Zielen die nicht geschützt sind, somit ganz am Anfang, als es noch einen Überraschungsmoment gab und genau da liegt der Knackpunkt.
Ein paar Millionen Soldaten bekommst du noch recht effektiv geschützt, die komplette Infrastruktur eines Landes, mit mehreren dutzend Millionen Menschen, vom Baby bis zum Greis, nicht.

Der Einsatz von Giftgas gegen direkte militärische Ziele war also im Grunde nahezu völlig uninteressant, aber um damit ganze Städte zu bombadieren (in der Luftfahrt zeichnete sich zum Ende des ersten Weltkriegs die Möglichkeit ja ab) und somit die Kriegswirtschaft, Verwaltung, Versorgung und Nachschub an Menschen weitestgehend lahm zu legen, ohne die Infrastruktur, wie mit konventionellen Bomben, zu zerstören, und dann am Ende vieleicht sogar noch einfach das Gebiet zu okupieren... :devil:

Das war ein Szenario an dem keines der Länder, die im Ersten Weltkrieg Giftgas eingesetzt haben, ein Interesse hatte, somal Giftgas halt auch für andere Staaten relativ einfach zu produzieren war.

*edit*
Und wenn ich mich noch richtig entsinne hatten die Engländer im Zweiten Weltkrieg ja sogar eine Zeit lang die Befürchtung das Hitler auf die Idee kommen könnte Städte wie London mit Giftgas zu bombadieren...

Hier zum Beispiel wird davon gesprochen das man so bei einer Invasion von England, mit dem Einsatz von Giftgas gegen zivile Ziele, Panik stiften wollte und damit dann den Plan verfolgt hat, mit der dann einsetzenden Evakuierung der Zivilbevölkerung, die englischen Truppen zu behindern:

Nazis 'planned gas attack' during UK war invasion - BBC News
 
Zuletzt bearbeitet:
Vermutlich weil man an atomare Waffen wesentlich schwieriger ran kommt, es ist ja nicht mit der Bombe selbst getan, man braucht auch entweder eine entsprechende Lufthoheit, oder aber Rakete um sie über große Distanzen zu transportieren, und sich der eigene Nutzen für den Anwender auch sehr in Grenzen hält (zumindest bei neueren Atomwaffen), außer halt den Gegner nachhaltig zu vernichten.
Schließlich kannst du nach dem Einsatz von biologischen und chemischen Waffen ein Gebiet nach kurzer Zeit selbst in Beschlag nehmen / nutzen, ohne nachhaltige negative Auswirkungen, wenn du ein Gebiet mit einer Atombombe angreifst ist es erstmal über Jahre und Jahrzehnte konterminiert und nicht wirklich nutzbar, außer man nimmt in kauf das die Personen und deren Nachkommen dort ebenfalls geschädigt werden.

Kurz um, es besteht einfach schlicht nicht die Notwendigkeit, im Vergleich zu biologischen und chemischen Waffen, deren Einsatz auzuschließen, da der Einsatz, eben wegen Zugang und negativer Folgewirkung, allgemein unwahrscheinlich ist. ;)

Viren und Bakterien waffenfähig zu bekommen dürfte bedeutend schwieriger sein als Atomwaffen zu bauen. Und das Ebola Virus wie es die Sowjetunion waffenfähig gemacht hat geht nicht einfach so wieder weg nach dem man es über einer Stadt eingesetzt hat. Selbst das in der Natur vorkommende Ebola ist sehr schwer einzudämmen, ein genetisch modifiziertes ist dahingegen ein ganz anderes Kaliber.
 
Viren und Bakterien waffenfähig zu bekommen dürfte bedeutend schwieriger sein als Atomwaffen zu bauen. Und das Ebola Virus wie es die Sowjetunion waffenfähig gemacht hat geht nicht einfach so wieder weg nach dem man es über einer Stadt eingesetzt hat. Selbst das in der Natur vorkommende Ebola ist sehr schwer einzudämmen, ein genetisch modifiziertes ist dahingegen ein ganz anderes Kaliber.

Und wo ist das ein Widerspruch? Ja, kontrollierbare biologische Waffen sind ein größerer Aufwand / schwieriger zu erlangen als chemische Waffen, aber chemische Waffen sind selbst für kleinere und ärmere Staaten eine anschafbare Geschichte (siehe Myanmar, Niederlande, Albanien, Schweiz, Taiwan, Israel, Süd Korea, Bulgarien, usw.) und reichen schon aus, biologische Waffen sind lediglich die logische Weiterenwicklung hinter dem Gedanken der chemischen Waffe.

Zudem, niemand würde wohl eine biologische Waffe freisetzen, wovor er sich nicht selbst durch einen Impfstoff schützen könnte, das wäre völlig hirnrissig, da du Gefahr laufen würdest das du dich damit mindestens mittelfristig selbst erwischst, weil einmal freigesetzt ist es ansonsten nicht mehr kontrollierbar.
 
Und wo ist das ein Widerspruch? Ja, kontrollierbare biologische Waffen sind ein größerer Aufwand / schwieriger zu erlangen als chemische Waffen, aber chemische Waffen sind selbst für kleinere und ärmere Staaten eine anschafbare Geschichte (siehe Myanmar, Niederlande, Albanien, Schweiz, Taiwan, Israel, Süd Korea, Bulgarien, usw.) und reichen schon aus, biologische Waffen sind lediglich die logische Weiterenwicklung hinter dem Gedanken der chemischen Waffe.

Zudem, niemand würde wohl eine biologische Waffe freisetzen, wovor er sich nicht selbst durch einen Impfstoff schützen könnte, das wäre völlig hirnrissig, da du Gefahr laufen würdest das du dich damit mindestens mittelfristig selbst erwischst, weil einmal freigesetzt ist es ansonsten nicht mehr kontrollierbar.

Du hast davon geschrieben, dass man das Gebiet wieder kurz danach betreten kann und das man Nuklearwaffen schwieriger bekommt.
 
Du hast davon geschrieben, dass man das Gebiet wieder kurz danach betreten kann und das man Nuklearwaffen schwieriger bekommt.

Ist doch auch richtig, im Vergleich zu einer Kernwaffe sind die Gebiete nach dem Einsatz von chemischen, repektive biologischen Kampfmitteln nach kurzer Zeit wieder problemlos nutzbar (betretbar).
 
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