Ich gehe mal davon aus, dass dort russische Soldaten und auch syrische Soldaten sind.
Wenn diese beiden Länder ein Interesse an der Aufklärung hätten, wäre es für sie ein Leichtes, den Beobachtern Zugang zu verschaffen. Immerhin haben die beiden Armeen ja die militärische Hoheit.
Je länger sich das aber hinzieht, desto unglaubwürdiger wird die ganze Geschichte. Selbst wenns nicht die Russen oder Assad waren, werden die Ermittlungen und die Aufklärung immer schwieriger.
Man könnte meinen, dass Russland und Syrien erst mal die Beweise so hinbauen müssen, dass sie in ihre Geschichte passen.
Nicht überall wo Gas eingesetzt wurde hatte Russland / Damaskus auch die Kotrolle, teilweise war das ja in von "Aufständischen" besetzten Gebieten. Davon mal abgesehen, es spielt doch keine Rolle ob man ein Interesse daran hat das es aufgeklärt wird. Was nützt es Russland / Damaskus wenn wirklich rauskommen würde das sie es nicht eingesetzt haben? Assad bleibt für den Westen trotzdem untragbar, er ist trotzdem ein Diktator mit Foltergefängnissen, der vor 2013 schon Giftgas eingesetzt hat, ect.
Es ändert also erstmal wenig, kommt aber raus das Damaskus das Giftgas auch nach 2013 wirklich benutzt hat würde das nur weiteren Druck gegen Assad aufbauen und man würde von Russland aus trotzdem für die eigenen Interessen (Militärbasen) an Assad festhalten müssen, hätte aber wohl noch mehr Schädigung des eigenen Ansehns. Also ist es doch im Grunde für Russland die pragmatischste Entscheidung zu sagen das man erst garnicht zur Aufklärung beiträgt, ist den eigenen Interessen am zweckdienlichsten / bequemsten und schädigt das Ansehn weniger.
Na ja, chemische Waffen sind ja, wenn ich nicht irre, völkerrechtlich geächtet bzw. ist der Einsatz verboten.
Wer also welche einsetzt, verstößt gegen das Völkerrecht und muss daher mit einer Bestrafung rechnen. Wie die nun ausfällt, ist natürlich Ansichtssache.
Ich persönlich halte die Bombardierung auch für totalen Unsinn. Trump lenkt damit nur von innenpolitischen Gezanke ab -- siehe der Ex FBI Chef Comey.
Die Franzosen und Briten zeigen nur, dass sie auch noch da sind und Merkel labert wie immer Dünnpfiff.
Die Frage ist halt immer noch, wer davon einen Vorteil hat.

Assad hat gezeigt, dass er sein Volk konventionell vernichten kann und keinen interessiert es. Immerhin geht der Konflikt ja schon mehrere Jahre so -- waren es jetzt 7 Jahre? Weiß ich gar nicht mehr.
Die Russen helfen dabei fleißig.
Die Europäer schauen wie immer zu und zanken sich. Schon peinlich, wenn man bedenkt, wie das abläuft.
Die USA bzw. Trump hat Syrien als Ablenkung voll im Visier, damit er nicht über den Kram stolpert, den er zu Hause vor den Füßen liegen hat.
Giftgas ist nur eben nicht verboten worden weil es gegen militärische Ziele so extrem erfolgreich war:
Es wurden während des Krieges hunderte Gasangriffe durchgeführt und etliche Millionen Gasgranaten verschossen. Die Zahlen der Vergifteten und der Toten mit Einbeziehung der Spätfolgen, die der Gaskrieg letztendlich insgesamt forderte, lassen sich nur sehr ungenau beziffern. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass von den 10 Millionen Toten des Krieges ca. 90.000 Tote (also 0,9 %) durch die Einwirkung von chemischen Kampfstoffen zu beklagen waren. Von den ca. 25 Millionen sonstigen
Kriegsgeschädigten wurde ca. eine Million von Gas vergiftet. Trotz der schrecklichen Wirkung von Lost war die Sterblichkeit hier sehr gering, wohingegen die meisten Gasopfer an Phosgen starben.
Der Giftgaseinsatz hatte also nicht den erwarteten Effekt und war am Anfang des Gaskrieges, als noch keine Schutzmaßnahmen existierten, am effektivsten. Insbesondere aufgrund der später immer besseren Schulung und Ausrüstung der Soldaten führte der Gaseinsatz nur noch zu geringen Verlusten unter den gegnerischen Soldaten. Die prozentual relativ geringe Zahl der Todesfälle durch Gaseinsätze zeigt das recht deutlich.
Gaskrieg wahrend des Ersten Weltkrieges – Wikipedia
Sondern weil durch die Entwicklung der Kriegstechnik absehbar war das es gerade gegen die Zivilbevölkerung und rückwertige Infrastruktur verherrend werden könnte. Man stelle sich mal vor man hätte eine Stadt wie London, oder Berlin im Zweiten Weltkrieg flächendeckend aus der Luft mit Sarin bombadiert, dagegen wäre Dresden 45 vermutlich noch geradezu harmlos gewesen.
Es war also im Grunde bis zu einem gewissen Grad ein präventiver Schutz davor eine nicht umfassend schützbare Bevölkerung mit Giftgas zu attackieren und somit ein Land nachhaltig kolateral zu schädigen.
Davon ist man bei den Giftgaseinsätzen in Syrien aber, wie gesagt, sehr weit entfernt gewesen, mit seinen paar dutzend Toten je Angriff in mehr als 14 ungeklärten Giftgasangriffen seit 2013.
Selbst für einen psychologischen Effekt war die Intensität des Einsatzes, nach 2013, eigentlich viel zu gering (lokal beschränkt).
Wer hatte also am ehesen effektiv etwas davon? "Der Westen", weil sie es als weitere Bestätigung dafür sehen konnten das Assad nicht tragbar ist, die "Aufständischen" die dadurch Unterstützung (Rüstungsgüter, Luftschläge, mediale Präsenz und "Legitimation" ihrer Position) bekommen konnten.
Assad hingegen konnte dadurch eigentlich nichts gewinnen, er hätte nichts davon, außer evt. irrationale Rache an den Aufständischen, aber wie befriedigend ist die bei einer so mäßigen Wirkung wohl? Da könnte er sich auch effektiver dadurch rächen das er einfach mit konventionellen Bomben flächendeckend eine Stunde lang Dhuma bombadiert hätte und somit wesentlich verheerendere Opferzahlen erreicht hätte, als 2 Gaskanister zu werfen bei dem dann 43 Menschen sterben.
Wie gesagt, es geht doch nicht darum den Menschen dort zu helfen, darum ging es noch nie.
Es geht darum, von sich selbst abzulenken.
In dem Punkt kann man wohl sagen sind wir uns weitestgehend einig.
Das ging jetzt aber total an seiner Aussage vorbei.
Welche familiären Bande hatte der Gadaffi Clan denn zu den Stämmen?
Wieso geht es an seiner Aussage vorbei wenn ich ergänze das es in Lybien halt nicht wie von ihm angebracht so ist das Loyalität zur Sippe entscheidend für das funktionieren des Systems war?
Es war eine Ergänzung dahingehend das es es eben nicht in der Region generell so war / ist, sondern das es eben auch andere Beispiele mit anderen funktionsweisen gibt.