Wie ich als 52 Jahre alter Sack sehe, habt ihr Nerds den Artikel nicht verstanden.
Allesamt bis auf ein paar Ausnahmen, da liegt wohl schon das erste Problem.
Als ihr kleinen Nerds noch in Abrahams Wurstkessel geschwommen seid, da kam 1993 das Ultra High End Spiel Rebel Assault raus, mit damals unfassbar hohen Anforderungen an die Hardware.
Die grösste Frechheit aber war, man musste sich ein Fucking überteuertes CD Rom Laufwerk kaufen. Das war damals schweineteuer und hatte bisdato nur einen geringen Nutzen für Privatleute.
Kein damaliger Nerd hat da rumgejammert und auch die Spielezeitschriften waren damals noch etwas objektiver und sind nicht auf all die unzähligen Trolle reingefallen, die nur miesepetrig die unmenschlichen Hardwarenforderungen angeprangert haben.
Keiner zwingt euch 2000€ für Hardware auszugeben, aber bitte, wenn ein Spiel grafisch so geil aussieht, dass es sich für einen Fanboy lohnt dieses Geld auszugeben, so what.
Wer weis, wie heutzutage Spiele aussehen könnten, hätte es diese unsägliche Cancel Culture und Jammertrollmentalität nicht gegeben.
Du hast als einer der ganz wenigen Erleuchteten also die wahre Intention des Artikels verstanden.
ist ja interessant
Mit 52 Lenzen könnte man m.E. jedoch etwas mehr Reflektion und vor Allem eine reifere, überlegtere Ausdrucksweise erwarten.
Zum Beispiel, dass die Entwicklungen der vergangenen 2-3 Jahre in keiner Weise vergleichbar sind, mit der in den Kinderschuhen steckenden, sich überschlagenden technischen Entwicklungsphase der kompletten 90er Jahre, die im Grunde bis weit in dier 2000er rein anhielt. Diese Zeit war im Übrigen auch begleitet von weitgehender politischer und gesellschaftlicher Stabilität und teilweise Sorglosigkeit, die zusammen vielleicht sogar der notwendige Nährboden sein mussten.
Der seitdem erfolgte technische Fortschritt in allen Belangen, die Verbreitung der Computertechnik in sämtliche Privathaushalte, die Veränderung der Kommunikation (Internet!) und auch im Speziellen die Etablierung des PC-Gamings (als Massenphänomen mit hoher wirtschaftlicher Zugkraft) hat mittlerweile Marktverhältnisse geschaffen, die völlig anders sind.
Genausowenig wie ein Ford T-Modell den Vergleich mit einem Automobil der letzten Jahrzehnte standhalten kann (und muss).
Und eines weiß ich mit meinen 41 Jahren ganz sicher: Gejammert wurde schon immer. Nur früher gab es kein Internet, keine sog. Shitstorms und der Post so manches heutigen Foristen wäre in Form eines Leserbriefes damals von der wahlweise lachenden oder kopfschüttelnden Redaktion im Vorfeld weggeworfen worden und hätte keine Leser gefunden.
Heute hallt auch der größte Unsinn recht laut nach, wenn er nur genug Echo in sozialen Medien findet, denn Internet "sei Dank" kann jeder Spinner seine geistigen Unzulänglichkeiten um den Globus schicken - die negative Seite derselben Medaille.
Die Herausforderung besteht letztlich darin, genau das als solches auch einordnen zu können. Und damit sind wir wieder beim Alter - das müsste mit der Erfahrung von einigen Lebensjahren dann zunehmend gelingen.
Die letzten 2-3 Jahre dagegen waren geprägt durch bemerkenswerte und in der Form noch nicht dagewesene Ereignisse: Pandemiephase mit Lockdown, globalen Handelsschwierigkeiten, dem temporären Mining-Phänomen, gesellschaftlichen Diskursen, Unsicherheiten und letztlich dem letzten Krisenjahr unter dem Stern von Russlands Überfall auf die Ukraine.
Es war nichts so wie in den Jahren zuvor. Elektronische Produkte gehörten zu den Gewinnern der Krise(n) - die Nachfrage war hoch wie nie. Die Hersteller und Händler haben die Situation genutzt und Kapital daraus geschlagen. Gleichzeitig haben sie gesehen wie "leidensfähig", wenn nicht gar überraschend irrational viele Konsumenten waren, was die Akzeptanz von Preisen angeht.
Und nun fällt es natürlich schwer, diese außergewöhnlichen, im Grunde absehbar zeitlich begrenzten Sondereffekte wieder abzuhaken.
Man möchte vielmehr ein Stück des Kuchens behalten. Nichts anderes sehen wir hier und wird von vielen Usern beklagt.
Teils überzogen, teils in provokativer Art kommuniziert, aber unter dem Strich nicht zu Unrecht.
Denn auch wenn sich einige Produkte zeitgerecht und inhaltlich gesehen tatsächlich verteuert haben, geht das, was wir sehen über dieses nachvollziehbare Maß hinaus.
Natürlich betrifft das nicht nur einen bestimmten Hersteller - es sind alle am Produktverkauf beteiligte "Stakeholder" hier im Boot und es geht quer durch sämtliche Produkte und Hersteller. Schließlich liegt jedem betriebswirtschaftlich orientierten Unternehmen etwas an seinen Ergebnissen, denn wir sind nun mal Teil eines kapitalistischen Systems.
Aber dieses kapitalistische System benötigt (zu seinem eigenen Schutz) meiner Meinung nach auch stets Korrektive und zwar die Konsumenten, Arbeitnehmer und sonstige mündige Bürger (investigative Journalisten, wo seid ihr?), die nicht alles mit sich machen lassen.
Unrecht, Wucher und Maßlosigkeit lassen sich i.d.R. leider nicht mit einem Lineal klar vermessen und objektiv bewerten, womit wir dann wieder bei den daraus entstehenden, endlos erscheinenden Diskussionen sind.
Nur, was Raff hier als
Artikel Kolumne präsentiert, hätte ich ihm im negativen Sinne nicht zugetraut. Das war echt schwach.
Noch schwächer finde ich fast schon die hier zwischenzeitlich abgegebene sinngemäße Erklärung, dass da Absicht hinterstecke, um die Diskussion anzuregen. Nein - sorry, das bleibt leider journalistisch einfach schwach.
Ist aber -wenn das nicht zur Gewohnheit wird- auch abgehakt.
Das kann er (siehe die regelmäßig sehr gut textuntermalten Reviews) nämlich weitaus besser, muss man dazu sagen. Vielleicht kann man aber die pseudo-effektheischenden Headlines künftig wieder etwas zurückfahren, die nur dem Clickbait, aber nicht der Seriösität zuträglich sind.
Ich würde es übrigens auch nicht als großen Erfolg werten, dass er damit scheinbar einen Nerv getroffen hat und so hunderte Posts (dieser ist auch einer davon) provoziert hat.
Das hätte er auch, wenn er uns alle einfach beschimpft und "dressierte Affen" genannt hätte - dazu gehört kein fachlicher, journalistischer Skill.