Volksentscheid in Berlin: Umwandlung von Wohnungen in Sozialwohnungen

Dafür hat sich die Bevölkerung im Westen verdoppelt.

Edit:
Das Auslandsjournal berichtet gerade über Wohnungen in NewYork. Für eine Miete von 10000-15000 Euro pro Monat. :daumen2:
 
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Mal wieder ein aktueller Beitrag (11.06.2019) zur Thematik:

Massive Mieterhöhungen durch Modernisierungen / FAKT / Das Erste / 5:35min

(Quelle: Youtube)
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Ja das klingt gut.
Für 5 Jahre die Mieten einfrieren ist besser als alle aktuellen Regelungen.

Potsdam ist so extrem teuer geworden, das fast alle alten Potsdamer weggezogen sind.
Wie bräuchten auch dringend so eine Regelung.

Für eine Wohnung wie ich sie jetzt habe, 54 m², 2 Zimmer, mit Balkon, für 320€ Kaltmiete, würden einige schon fast morden.
Das ist in Potsdam seltener zu finden als Gold. ^^
 
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Für eine Wohnung wie ich sie jetzt habe, 54 m², 2 Zimmer, mit Balkon, für 320€ Kaltmiete, würden einige schon fast morden.

Willkommen im Club. :D
Zahle hier in Berlin für 48qm, 2 Zimmer, innen / außen renovierter Altbau, mit Balkon, in Nebenstraße (quasi noch Innenstadt direkt an der Grenze zum S-Bahnring), mit bester ÖPNV Anbindung vor der Haustür (U-Bahn Direktanbindung mit 8min bis Bahnhof Zoo, 1x umsteigen bis Hauptbahnhof, Friedrichstraße & Alexanderplatz ca. 15 - 20 min) 294 Euro Kaltmiete.

Zu den Preisen findest du hier heute nirgends mehr auch nur ein Einzelzimmer in einer WG, geschweige denn eine komplette Wohnung (falls du hier in der Ecke überhaupt mal eine freie Wohnung findest). Da ist das inzwischen eine utopisch niedrige Miete, aber wohne halt auch bereits seit über 9 Jahren in der aktuellen Wohnung (in der Zeit auch 2 Mieterhöhungen bekommen) und 2010 hat man halt auch noch ordentliche Wohnungen zu bezahlbaren Mieten in guter Lage gefunden.

Und das größte unvorstellbare Sakrileg, für manche hier, mein Vermieter hat vor etwas über 2 Jahren die Fassade und die Balkone renovieren lassen und die Kosten dafür nicht auf die Miete umgelegt und er ist heute trotzdem nicht Pleite. Unvorstellbar, oder? :ugly:
 
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Sie jammern halt immer.

Und nicht vergessen: In Zeiten steigender Konjunktur muss die Politik fleißig Subventionen ausbauen, um den Schwung mitzunehmen, und in Zeiten sinkender Konjunktur muss die Politik dringend Subventionen erhöhen, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern!

Deshalb hat man als Politik auch etwas falsch gemacht, wenn die Unternehmen mal nicht jammern.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie nach Merkels Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie ein iirc Vattenfallsprecher vor laufenden Kameras von einem "Kompromiss, mit dem wir gut leben können" sprach und dabei ein Grinsen im Gesicht hatte, dass man Angst bekam, es würde ihm gleich den Schädel spalten.
Iirc zahlen wir bis heute die Entschädigungszahlungen, nach dem dann ein gutes Jahr später der populistisch-unkoordinierte Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg folgte.


@ruyven_macaran

Es gibt aktuell halt den Trend, ... Daher gibt es auch wieder Leute die aufs Land ziehen, nicht nur in Speckgürtel, sondern auch in kleinere Städte.

Mal abwarten, wie viele da tatsächlich umziehen. Bislang kenne ich nur die Buzzwords und zwar vor allem von Leuten, die ohne eine Auswahl von 124 Kaffee-Varianten 24/7 an der nächsten Ecke nicht überlebensfähig sind.

Nicht jeder ist ITler, Oberarzt oder Anwalt und muss in die Stadt.

Gerade für Anwälte müsste das ein leichtes sein, die meisten müssen ja fast nur kommunizieren und selten präsent sein. Aber ich verstehe, was du meinst - auch wenn ich glaube, dass die Gesamtzahl derartiger Jobs noch weitaus geringer ist, als du annimmst. (meiner gehört leider nicht dazu, sonst wär ich schon mit einem Bein unterwegs) Und vor allem ist die Zahl der Arbeitgeber, die Home Office only okay finden, verschwindent gering. (Der meiner Freundin gehört definitiv nicht dazu, sonst wären wir mit beiden Beinen unterwegs)

Und was die Wohnungen angeht - es gibt sehr viele riesige Wohnungen, entweder zusammengelegt oder noch aus der Gründerzeit, die werden extra für StudentenWGs hergerichtet (ink. zweites Bad etc.)
...
Da zum nachsehen^ Das sind recht große Räume die als WG-Zimmer angeboten werden und man sieht - die Hälfte der Anzeigen hat 6-7-8 Personen in der WG. Diese riesigen Wohnungen existieren in jeder Studentenstadt in Massen.

Also ich kenne diese Wohnungen nicht aus Kiel, nicht aus Frankfurt, nicht aus Mainz, habe aus Kassel und aus Wiesbaden gegenteiliges gehört, Erlangen soll auch nicht besser sein und in Berlin, Bremen und Hamburg ist "in Massen" wohl auch das falsche Wort. Weitere Kontakte habe ich nicht, aber soweit ich es Überblicke, ist Leipzig/Dresden da wohl eher eine Ausnahme. Kein Wunder, schließlich muss die Stadt
- vor 200 Jahren schon groß genug gewesen sein, um überhaupt nenneswert Altbausubstanz anzusammenln
und
- vor 100-150 Jahren geboomt haben, damit gerade die großen Gründerzeit-Häuser überhaupt in großer Zahl errichtet wurden
und
- sich in der Zwischenkriegszeit trotz massivem Wandels ausreichend gut gehalten haben, damit die Bausubstanz erhalten blieb
und
- im zweiten Weltkrieg in den betreffenden Stadteilen nicht bombardiert worden sein
und
- in den 50ern/60ern keine systematischen Umstrukturierungen dieser Stadtteile erlebt haben, bei der Häuser abgerissen wurden
und
- in den 70er/80er/90ern wirtschaftlich nicht so erfolgreich gewesen sein, dass vermögende Loftianer/Yupies/Hipster große Innenstadtwohnungen als Luxusdomizil auserkoren haben.
Und selbst dann sind 200+ m² immer noch ziemlich viel für eine Wohnung aus dieser Zeit, im persönlichen Umfeld habe ich vier Beispiele mit <80 m² und eins, dass ich um 100 m² schätzen würde. Selbst bei Zusammenlegung ganzer Etagen wäre eine WG für mehr als fünf Leute in den Städten, in denen ich die Bausubstanz ein Bisschen kenne, kaum möglich. Das war halt auch zu Gründerzeiten ein absolutes Luxusdomizil.
Als Anmerkung zum preislichen: Vor 10-15 Jahren sind die meisten WG-Bewohner, die ich kenne, in eine solche gezogen um unter 250, oft unter 200 € Miete zu zahlen. Kann mir nicht vorstellen, dass 350 € Schnitt heute ein realistisches Ziel für Vermieter sind. Natürlich hast du auch immer ein paar Bonzen dazwischen, die 500 € stemmen könn(t)en, aber die suchen sich damit gerne eine kleine Einzelwohnung, statt ein WG-Zimmer. Die einzige mir bekannte WG mit mehr als 5 Personen lag iirc bei max 200 € pro Nase.
Mag sein, dass die Preise heute angestiegen sind, aber 2000 € für 200 m² halte ich für Best Case aus Sicht des Vermieters und für Best Case baut nicht um. (Umgekehrt sind 1500 € für eine Großfamilie aber auch viel zu hoch gegriffen, sodass ich Umbauten für Studenten glaubhaft finde, wenn man eben eine Gegend mit entsprechender Bausubstanz hat.)


Seit wann haben Ungelernte die besten Jobchancen, gerade für was, womit man halbwegs komfortabel über die Runden kommt?

Missverständniss: Die haben nicht die besten Jobchancen verglichen mit anderen Arbeitnehmern, sondern in wachsenden Gemeinden finden ungelernte die für sie besten Jobchancen. Tolle Jobs sind das immer noch nicht, aber immerhin Jobs. Wenn es in einer Gegend abwärtsgeht und große Unternehmen Belegschaft abbauen, haben ungelernte gar keine Chance, weil zum gleichen Preis Leute mit Erfahrung auf der Straße warten.

Für einen 1500€ Netto-Job würde ich übrigens nicht umziehen. Das ginge ab 2000€ Netto los - 1500€-Jobs bekommt man selbst hier in Berlin zu hauf... Ist ja auch kein Wunder, liegen 1500€ doch schon recht nah an der Geringverdienerschwelle.
Und das auch nur in Abhängigkeit von der vorhandenen Infrastruktur und/oder der Leistbarkeit eines Autos.

Für 1500 € ziehen Leute bestenfalls NACH Berlin, nicht aus Berlin weg. Das sag ich ja gerade: Wenn man nicht gerade richtig absahnt, dann muss wenigstens durch die Zahl der Beschäftigungsmöglichkeiten eine Jobgarantie am Zielort bestehen. ;)
"Geringverdiener" ist übrigens offiziell mit 325 € definiert.

West-Berlins Ansatz der U-Bahn und der Feinversorgung mit dem Bus war meines Erachtens nach nicht nur in Hinsicht auf eine autofreundliche Stadt der bessere - eine U-Bahn amotisiert ihre hohen Anfangskosten im Falle eines unterirdischen Streckenverlaufes durch ihre hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, ihre extrem hohe Fahrgastkapazität, die geringe Störanfälligkeit im Vergleich zur Straßenbahn und insbesondere durch den praktisch nicht vorhandenen Platzbedarf an der Oberfläche. Eine Straßenbahn hingegen ist in erster Linie billig, dafür genauso unflexibel, auch mit eigener Trasse sehr Störanfällig, ohne eigene Trasse noch viel störanfälliger und noch viel langsamer, hat eine geringe Fahrgastkapazität und insbesondere der hohe Platzbedarf bei vorhandener Infrastruktur ist problematisch. Auch ist der Wartungsaufwand hoch und Bauarbeiten sorgen in doppelter Hinsicht für ein Verkehrschaos.

Im Vergleich zur Straßenbahn ist eine Ubahn um Welten besser, klar. Aber für die Kosten von einer Ubahnlinie mit 10 Stationen in bereits bebautem Gebiet kannst du, genügend Straßenbreite vorausgesetzt (und die hatte Berlin vielerorts zu bieten) die halbe Stadt mit Straßenbahnen erschließen. Nicht zu vergessen dass im Osten die Individualmotorisierung deutlich reduziert war, die in der BRD in Konflikt mit den Straßenbahnen stand. Verglichen mit Bussen war wiederum liegt eine Straßenbahn deutlich vorn, dafür ist die Einrichtung von Buslinien nochmal ein gutes Stück billiger.
Hier ging es aber um die S-Bahn. Und so, wie die in Berlin dimensioniert ist und ja durchaus schon Trassen hatte, kann jede Ubahn einpacken. SEHR viel schneller, SEHR viel mehr Kapazität und billiger auch noch. Als kleine, kompakte und aus politischen Gründen rausgeputzte Insel konnte sich Westberlin eine angemessen U-Bahn erlauben, aber hätten die auch nur Potsdam mit einbinden müssen, hätten die auch oberirdisch gebaut. Imho hat Berlin da bis heute extremes Glück, dass zur Kaiserzeit ein Netz von Vorortszügen entstanden ist, das bis heute weiterentwickelt werden konnte. Ohne diese Grundlage, ohne die Trassen, hätte die Metropole nie diese Größe erreicht. Es macht zwar keinen Spaß, von Erkner nach Spandau zu pendeln, aber es wird als stink normale ÖPNV-Verbindung innerhalb der Stadt wahrgenommen. Leg die gleiche Entfernung aus Wuppertal zurück und stehst vorm Kölner Dom und alle erachten deine Fahrt als Fernreise in einen anderen Kulturkreis, für die man mindestens einen Tag frei und danach noch einmal einen zur Erhohlung haben sollte.

Die Strecke nach Strausberg Nord wurde bis vor kurzer Zeit auch nur Eingleisig bedient. Deshalb gabs zwischen Strausberg und Strausberg Nord lange Zeit nur einen 40-Minuten-Takt. Die Strecken abzweigend von Blankenburg nach Hohen Neuendorf ist auch zum Großteil nur eingleisig ausgeführt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass spätestens ab Zeuthen die Strecke nach Königs Wusterhausen ebenfalls nur eingleisig ausgeführt war - wobei ich nicht weiß wie das da aktuell aussieht, ich war seit über einem Jahrzehnt nicht mehr dort.

Das sind die jwd-Abschnitte, die ich ansprach: Die letzten 2-3 Stationen am Ende der Vorortslinien. Da wäre aber zumindest mit einer Ausweichmöglichkeit am Ende auch ein 10 Minutentakt machbar, nötig ist er aber nicht zwingend.

Die Strecke nach Spindlersfeld könnte durchaus auch im 10-Minuten-Takt betrieben werden - spätestens dann, wenn man den Bahnhof Oberspree zweigleisig ausführt, damit ausgewichen werden kann. Ein großer Bedarf an der S-Bahn besteht dort aber nicht wirklich, die Gegend um Spindlersfeld wird hauptsächlich durch die Straßenbahn bedient.

Gerade wegen der Straßenbahn könnte man da einige Leute aus Köpenick bis runter Richtung Wendenschloss sowie die Busfahrer aus Müggelheim einsammeln. Afaik juckeln die bislang alle eher Richtung Adlershof weiter - oder stellen sich im Auto auf die Köpenicker Brücken, wenn sie denn mal drauf dürfen. Aber klar, eingeklemmt zwischen Grünauer und Friedrichshagener Strang ist Spindlersfeld nur eine Option in der Verkehrsplanung, kein muss. Die Trasse hätte man eigentlich frühzeitig Richtung Gosen verlängern müssen oder nur als Zwischenhalt auf einer Querverbindung zwischen Schönefeld und Wuhlheide anlegen sollen. Aber ist halt auch schön, ohne Umsteigen direkt bis auf den Ring fahren zu können :)
Eigentlich wäre die Route ein optimales Einsatzfeld für eine kombinierte "Stadtlandbahn". Die S-Bahngleise enden ohnehin nur wenige Meter von der Straßenbahn und die hat bis Krankenhaus Köpenick schon eine eigene Trasse, die nur wegen der vielen Querungen nicht für eine normale S-Bahn brauchbar wäre.

Der eigentliche Grund, weshalb ich mich genötigt war auf diesen Post zu antworten... DIE S-BAHN GEHÖRT NICHT ZUR BVG. :motz::D
Die S-Bahn ist durch die Deutsche Bahn betrieben. Damit hat die BVG nichts zu tun.

:ugly:
Hatte mich schon über die Ausführlichkeit gewundert, hast aber mehr oder minder Recht. (Genaugenommen betreib sie die S-Bahn Berlin GmbH, die eine DB-Tochter ist. Afaik laufen Planung & Co aber Hand in Hand bzw. unter voller Kontrolle der BVG. Das ist aber in vielen Städten so, vieles, was auf normalen Gleisen mit normaler Signalanlage unterwegs ist, wird von der DB betrieben, aber komplett im Auftrag der Regionalverbände. S-Bahn im Rhein-Gebiet ist z.B. durchgängig DB, aber en Block angemietet und geplant vom RMV.)

Schön und toll das Thomann ein auf dem Land gut laufendes Unternehmen ist. Weil es ein Versandunternehmen ist und daher nicht auf lokale Kundschaft angewiesen ist. Das sind Handwerksbetriebe, Supermärkte, Friseure, diverse Einzelhandelsgeschäfte usw. hingegen schon. Nur sind die Käffer so klein, dass sich das Geschäft kaum lohnt.

Einzelhandel: Stimmt. Der lohnt ja schon in der Stadt kaum mehr. Aber Friseur gibt es in der Stadt gefühlt einen pro 100 m Straße/maximal 1000 Kunden, die sollten selbst in Dörfern ihr Einkommen finden. Zumal sie nur geringe Einrichtungsanforderungen haben, also kein großes Risiko mit falscher Standortwahl eingehen. Und Handwerker suchen meist im Umkreis von 50 bis 100 km nach Kunden und müssen sowieso mit dem Transporter hinfahren, da machen 10 km Abstand zum Stadtrand keinen großen Unterschied und sparen ganz schnell sehr viel Miete. Das beobachte ich aber auch bei den Handwerkern, die ich so in der Stadt sehe - ein recht großer Teil kommt von außerhalb. Nur werden halt allgemein immer weniger Handwerker gebucht, weil man als Vermieter ja lieber groß saniert als Instandhält :rollen:



Solche Beiträge finde ich immer massiv verkürzt. Guckt euch doch an, was in den 80ern und frühen 90ern an Faser verlegt worden wäre. Garantiert kein Monomode, sondern eben Opal. Das ISDN-Zeug, das in den 90ern vielerorts mit Kupfer für DSL überbaut werden musste, weil niemand in der Welt für den deutschen Eigenweg neue Hardware entwickelt hat und technisch auch bei 0,5-1 MBit Schicht im Schacht gewesen wäre. Da war Kabel mit mittlerweile 1 GBit/s die wesentlich bessere Wahl. Viele Leute hören immer nur "Glasfaser" und kriegen leuchten Augen, als gäbe es da nur eine Technik. An der Stelle der Hinweis: Was aktuelle für FTTH vergraben wird, ist ebenfalls nicht das gleiche Zeug, dass Rechenzentren mit 100 GBit/s pro Faser verbindet, sondern GPON. Also ein Mehrnutzer shared-Medium mit passiven, optischen Teilern die den Einsatz von Ethernet-Technik an den gleichen Fasern unmöglich machen und den maximalen Durchsatz pro Nutzer stark reduzieren. Da es, ähnlich wie Kupfer und Koaxial, weltweit in gleicher Form eingesetzt wird, ist eine langfristige Weiterentwicklung gesichert, aber irgendwann in 20 Jahren werden wieder irgendwelche Leute anfangen zu motzen, man solle den veralteten Scheiß aus dem Boden reißen und endlich durch vernünftige, auf ewig ausgesorgte Technik ersetzen. Genauso, wie seit 10 Jahren geflennt wird, dass DSL eine Sackggasse ist, weil damit nur 16 MBit/s möglich sind und Kabel mit maximal 100 MBit/s auch nur eine Übergangslösung ist und alle !sofort! !zwingend! FTTH brauchen.
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Du kannst dir ja immer irgendwo ein Beispiel raussuchen wo es halt NICHT funktioniert hat und dann damit prahlen das es ja genau so oder noch schlimmer hier enden wird. Der Markt ist in sehr vielen Bereichen recht gesund und regelt sich von alleine.

Sorry, aber wenn es für freie Märkte irgendwo ein Paradebeispiel gibt, dann ja wohl in Form der USA und da findest du kaum eine Branche, in der er nicht zu Problemen geführt hat oder, wo die Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten ist, sich in diese Richtung bewegt. Der Allgemeinheit hat er dagegen äußerst selten was gebracht und wenn dann nur als Nebeneffekt.

Anstatt wie China hier die Produktion zu subventionieren und konkurrenzfähig zu bleiben, haben die versucht den Markt abzuschneiden.

Ach, "Produktion subventionieren" wäre also "freier Markt" gewesen? Und ist die ultimative Lösung für alle Branchen, weil wir ja jeden Markt viel stärker subventionieren können, als China? :wall:
 
Missverständniss: Die haben nicht die besten Jobchancen verglichen mit anderen Arbeitnehmern, sondern in wachsenden Gemeinden finden ungelernte die für sie besten Jobchancen. Tolle Jobs sind das immer noch nicht, aber immerhin Jobs. Wenn es in einer Gegend abwärtsgeht und große Unternehmen Belegschaft abbauen, haben ungelernte gar keine Chance, weil zum gleichen Preis Leute mit Erfahrung auf der Straße warten.
Naja, Leute mit Erfahrung warten auf der Straße - aber die haben eigentlich auch den Anspruch, für ihre Erfahrung entsprechend (besser) entlohnt zu werden. Zumindest, solange es eine Alternative gibt.
Prinzipiell hast du aber recht.



ruyven_macaran schrieb:
"Geringverdiener" ist übrigens offiziell mit 325 € definiert.
Na, dann neben wir halt Niedriglohn. Ich meinte halt das mit dem weniger wie 2/3 des Durchschnittsnettoeinkommen... :D


ruyven_macaran schrieb:
Aber für die Kosten von einer Ubahnlinie mit 10 Stationen in bereits bebautem Gebiet kannst du, genügend Straßenbreite vorausgesetzt (und die hatte Berlin vielerorts zu bieten) die halbe Stadt mit Straßenbahnen erschließen.
Eine Straßenbahn hat zwar geringere Initialkosten, ist dafür aber langsamer, störanfälliger und braucht dauerhaft viel Platz an der Oberfläche. Bei Bauarbeiten entsteht ein Verkehrschaos... Meines Erachtens nach ist gerade deshalb eine U-Bahn bei der Wartung auch... "angenehmer". Wird bei der U-Bahn gebaut verstopfen Busse die Straßen, wird bei der Straßenbahn gebaut, wird auch die Straße an sich beeinträchtigt.

In bereits bebautem Gebiet ist die Straßenbahn im Bau zwar günstiger, aber da nimmt sie oft (zu) viel Platz weg und ist in der Streckenführung halt auf die örtlichen Gegebenheiten begrenzt. Die U-Bahn kann man auch unter Gebäuden durchbauen - dafür brauchts oft nicht mal ne Tunnelbohrmaschine (siehe die meisten Nachkriegs-Neubauten).

ruyven_macaran schrieb:
Verglichen mit Bussen war wiederum liegt eine Straßenbahn deutlich vorn, dafür ist die Einrichtung von Buslinien nochmal ein gutes Stück billiger.
Vorausgesetzt, die Straßenbahn hat eine eigene Trasse mit seltenen Kreuzungen, ja. Ansonsten wird die Straßenbahn relativ langsam und unterscheidet sich kaum noch vom Bus.
Jenachdem von was für Straßenbahnen/Bussen man ausgeht hat die Straßenbahn das Plus bei der Fahrgastkapazität, dafür ist der Bus durch seine Flexibilität kaum störanfällig. Einzig halt durch Staus - das Problem hat die Straßenbahn ohne eigene Trasse aus (und viele geplante Neubaustrecken werden ohne eigene Trasse auskommen müssen...).

Am Ende ist es auch eine Sache, wie fein die Versorgung sein soll. Der Bus erreicht natürlich die beste Feinversorgung, gefolgt von der Straßenbahn - U-Bahn und S-Bahn dienen eher als leistungsfähige Grobversorgung. Daher beginnen und enden Straßenbahn- und Buslinien häufig an U- oder S-Bahnhöfen oder nehmen Umwege in Kauf, um diese anzubinden.


ruyven_macaran schrieb:
Hier ging es aber um die S-Bahn. Und so, wie die in Berlin dimensioniert ist und ja durchaus schon Trassen hatte, kann jede Ubahn einpacken. SEHR viel schneller, SEHR viel mehr Kapazität und billiger auch noch. Als kleine, kompakte und aus politischen Gründen rausgeputzte Insel konnte sich Westberlin eine angemessen U-Bahn erlauben, aber hätten die auch nur Potsdam mit einbinden müssen, hätten die auch oberirdisch gebaut.
Aktuell darf die Berliner S-Bahn auch nur 80 fahren, da liegt das eine U-Bahn-System mit 60, das andere mit 70, nicht mal wirklich weit dahinter. Der Haltestellenabstand ist im Stadtgebiet auch vergleichbar.
Die U-Bahn fährt öfters, dafür passen in eine S-Bahn mehr Leute rein (ein Kleinprofil 8-Wagen-Zug bzw. ein Großprofil-6-Wagen-Zug entsprechen etwa 6 S-Bahn-Wagen - die S-Bahn fährt i.d.R. mit 8 Wagen). S-Bahn und U-Bahn nehmen sich von der Leistungsfähigkeit am Ende nix.

Die U-Bahn hat das große Glück der Störunanfälligkeit - das Wetter spielt keine Rolle, solange es nicht viel zu viel Wasser wird. Bis auf zwei Ausnahmen (Breitenbachplatz <-> Krumme Lanke und Kurt-Schumacher-Platz <-> Borsigwerke) gibts hier in Berlin keinen oberirdischen Streckenteil, der durch umstürzende Bäume behindert werden kann.

U-Bahn heißt übrigen nicht zwangsweise Untergrund, eine oberirdische Streckenführung ist ganz normal und kein Sonderfall (im gesetzlichen Sinne ist eine U-Bahn eine straßenunabhängige Straßenbahn - halt eine Unabhängige Bahn, U-Bahn). Die U-Bahn fährt halt nicht nach der EBO, sondern nach der BOStrab.

Eine unterirdische Streckenführung macht generell nur in bebautem oder bereits verplantem Gebiet Sinn - hat die DDR damals auch so gesehen. Die DDR hat nur einen Bahnhof, Tierpark, unterirdisch ausgeführt - die restliche Strecke führt oberirdisch nach Hönow. Baubeginn war 1. März 85, die Eröffnung ganz bis nach Hönow am 1. Juli 1989, also nicht mal fünf Jahre.

Die Strecke von Rudow nach Flughafen Schönefeld war auch als oberirdische Strecke gedacht - weil damals der Platz da war und eine oberirdische Streckenführung natürlich eklatante Preis- und Bauzeitvorteile hat. Heute stehen da überall Häuser und im Falle einer Umsetzung MUSS unterirdisch gebaut werden. Wobei die Umsetzung wegen der S-Bahn-Trasse zum BER unwahrscheinlich ist.



ruyven_macaran schrieb:
Leg die gleiche Entfernung aus Wuppertal zurück und stehst vorm Kölner Dom und alle erachten deine Fahrt als Fernreise in einen anderen Kulturkreis, für die man mindestens einen Tag frei und danach noch einmal einen zur Erhohlung haben sollte.
Gebe ich dir völlig recht - angesichts dessen finde ich hier die Fahrpreise auch günstig. Das Sozialticket für 27,50€/Monat, das normale Monatsticket 81,00€, Schüler/Azubis 57,00€, Berliner Schüler 29,50€ (bald kostenlos), Berliner Schüler-Sozialticket 15,00€ (mittlerweile kostenlos)... Für das gesamte Berliner Stadtgebiet, rund um die Uhr, so viel man will. Das ist in jeder anderen Stadt deutlich teurer.


ruyven_macaran schrieb:
Gerade wegen der Straßenbahn könnte man da einige Leute aus Köpenick bis runter Richtung Wendenschloss sowie die Busfahrer aus Müggelheim einsammeln. Afaik juckeln die bislang alle eher Richtung Adlershof weiter - [...] Aber klar, eingeklemmt zwischen Grünauer und Friedrichshagener Strang ist Spindlersfeld nur eine Option in der Verkehrsplanung, kein muss.[...] Aber ist halt auch schön, ohne Umsteigen direkt bis auf den Ring fahren zu können :)
Spindlersfeld dient in der aktuellen Form eigentlich nur zur weiteren Anbindung von der Stadt an das Köpenicker Straßenbahnnetz. Wie Schweineöde, Friedrichshagen, Grünau oder... Köpenick. Die Straßenbahn und der Bus übernehmen dabei die Feinversorgung...

ruyven_macaran schrieb:
Eigentlich wäre die Route ein optimales Einsatzfeld für eine kombinierte "Stadtlandbahn". Die S-Bahngleise enden ohnehin nur wenige Meter von der Straßenbahn und die hat bis Krankenhaus Köpenick schon eine eigene Trasse, die nur wegen der vielen Querungen nicht für eine normale S-Bahn brauchbar wäre.
Da gibts vieles, was dagegen spricht. Bahnsteige, Stromsysteme (Oberleitung/Stromschiene), Betreiberunternehmen...
Eine Stadtbahn ist historisch bedingt in Berlin kein umsetzbares/sinnvolles System.


ruyven_macaran schrieb:
:ugly:
Hatte mich schon über die Ausführlichkeit gewundert, hast aber mehr oder minder Recht. (Genaugenommen betreib sie die S-Bahn Berlin GmbH, die eine DB-Tochter ist. Afaik laufen Planung & Co aber Hand in Hand bzw. unter voller Kontrolle der BVG. Das ist aber in vielen Städten so, vieles, was auf normalen Gleisen mit normaler Signalanlage unterwegs ist, wird von der DB betrieben, aber komplett im Auftrag der Regionalverbände. S-Bahn im Rhein-Gebiet ist z.B. durchgängig DB, aber en Block angemietet und geplant vom RMV.)
Hat mit der Arbeit zu tun. :D

Die S-Bahn ist ein völlig eigenständiges Unternehmen - wie du schon schreibst, in Form der S-Bahn Berlin GmbH ein Tochterunternehmen der DB. Der Berliner Senat bzw. die entsprechend zuständige brandenburger Behörde plant/entscheidet zwar auch mit bzw. erteilt den Auftrag für die Verkehrsleistungen der S-Bahn, ausführend, entscheidend und betreibend ist aber die S-Bahn. Die BVG ist ein Berliner Landesunternehmen und hat auf die S-Bahn keinerlei Einfluss. Die BVG plant, baut und betreibt die U-Bahn, die Straßenbahn und den Bus (im Falle des Busses mit einzelnen Ausnahmen wegen Vergaberichtlinien) in Berlin selbstständig - natürlich in Absprache mit dem Senat, der in der BVG, weil sie halt ein Landesunternehmen ist, natürlich auch eine gewisse Entscheidunsgewalt hat. Bei Streckenplanungen wird natürlich trotzdem geschaut, dass man sich mit der S-Bahn ergänzt anstatt eine Mehrfachversorgung aufzubauen.

Bei der Planung von S-Bahn-Strecken nach Brandenburg knirscht es meist zwischen den zuständigen Behörden.

Und die BVG darf mWn. selbst Buslinien eh nur in Sonderfällen nach Brandenburg fahren lassen. Sonst müsste Berlin auch den brandenburgischen Unternehmen umfangreiche Streckenführungen innerhalb Berlins erlauben. Aktuell begrenzen sich Buslinien, die die Landesgrenzen passieren, einzig auf die Anbindung schlecht per S-Bahn oder Regionalbahn versorgter Gegenden.

Da ist eine schienengebundene Anbindung brandenburgischer Gebiete durch die BVG praktisch unmöglich. Hier spielt halt die Eigenschaft rein, dass die BVG ein Berliner Landesunternehmen ist.

ruyven_macaran schrieb:
Aber Friseur gibt es in der Stadt gefühlt einen pro 100 m Straße/maximal 1000 Kunden, die sollten selbst in Dörfern ihr Einkommen finden. Zumal sie nur geringe Einrichtungsanforderungen haben, also kein großes Risiko mit falscher Standortwahl eingehen.
Naja, Friseure halten sich in solch einer Dichte auch nur, weil die so wenig verdienen.
Zumal die Dichte auch eher ein gefühlter Eindruck ist.

ruyven_macaran schrieb:
Und Handwerker suchen meist im Umkreis von 50 bis 100 km nach Kunden und müssen sowieso mit dem Transporter hinfahren, da machen 10 km Abstand zum Stadtrand keinen großen Unterschied und sparen ganz schnell sehr viel Miete. Das beobachte ich aber auch bei den Handwerkern, die ich so in der Stadt sehe - ein recht großer Teil kommt von außerhalb. Nur werden halt allgemein immer weniger Handwerker gebucht, weil man als Vermieter ja lieber groß saniert als Instandhält :rollen:
Naja, Fahrtzeit ist aber relative Zeit- und Geldverschwendung. Zumal das Fahren in Städte bekanntlich ja reguliert wird.
Aber an Aufträgen mangelt es dem Handwerk gewiss nicht. Liest man ja andauernd in den Nachrichten, dass man immer und immer länger auf Handwerker warten muss.




ruyven_macaran schrieb:
Solche Beiträge finde ich immer massiv verkürzt. Guckt euch doch an, was in den 80ern und frühen 90ern an Faser verlegt worden wäre. Garantiert kein Monomode, sondern eben Opal. Das ISDN-Zeug, das in den 90ern vielerorts mit Kupfer für DSL überbaut werden musste, weil niemand in der Welt für den deutschen Eigenweg neue Hardware entwickelt hat und technisch auch bei 0,5-1 MBit Schicht im Schacht gewesen wäre. Da war Kabel mit mittlerweile 1 GBit/s die wesentlich bessere Wahl. Viele Leute hören immer nur "Glasfaser" und kriegen leuchten Augen, als gäbe es da nur eine Technik. An der Stelle der Hinweis: Was aktuelle für FTTH vergraben wird, ist ebenfalls nicht das gleiche Zeug, dass Rechenzentren mit 100 GBit/s pro Faser verbindet, sondern GPON. Also ein Mehrnutzer shared-Medium mit passiven, optischen Teilern die den Einsatz von Ethernet-Technik an den gleichen Fasern unmöglich machen und den maximalen Durchsatz pro Nutzer stark reduzieren. Da es, ähnlich wie Kupfer und Koaxial, weltweit in gleicher Form eingesetzt wird, ist eine langfristige Weiterentwicklung gesichert, aber irgendwann in 20 Jahren werden wieder irgendwelche Leute anfangen zu motzen, man solle den veralteten Scheiß aus dem Boden reißen und endlich durch vernünftige, auf ewig ausgesorgte Technik ersetzen. Genauso, wie seit 10 Jahren geflennt wird, dass DSL eine Sackggasse ist, weil damit nur 16 MBit/s möglich sind und Kabel mit maximal 100 MBit/s auch nur eine Übergangslösung ist und alle !sofort! !zwingend! FTTH brauchen.
Ich glaube kaum, dass Opal-Netze völlig sinnlos gewesen wären. Der Klingeldraht war damals ja auch nicht so das Wahre, mit entsprechenden Techniken geht bekanntlich durchaus was.
Natürlich war es blöd, dass man damals einen deutschen Eigenweg gegangen ist. Den Fehler würde heute aber keiner mehr machen - damals konnte Deutschland sich noch den Anspruch erlauben Maßstäbe bzw. Standards durchsetzen zu wollen... Heute ist Deutschland in der IT eher ein ganz kleines Licht.

Koaxialkabel war aber mMn. die beste Wahl, die man treffen konnte. Fernsehen, Internet, Radio (auch wenn ich keinen kenne, der jemals Kabelradios genutzt hat...) und das sogar in relativ leistungsfähig. Zwar zu großen Teilen Glasfaser-basiert, aber da das Kabel an sich ne hohe Reichweite hat, muss das Glasfasernetz nicht so weitläufig und fein ausgeführt werden.

Bei Kabelinternet ist zwar einzig der Upload etwas dürftig, aber der war bisher eigentlich auch für die meisten Anwender völlig egal. Klar, jetzt mit Clouds, Streaming usw. spielt der Upload eine bedeutendere Rolle, aber dafür ist ja DOCSIS3.1 bzw. Full Duplex-DOCSIS3.1 in der Mache.

Bezüglich Glasfaser habe ich zwar keine Ahnung, aber ich denke mal, dass dort kein Kram verbaut wird der nicht zukunftsfähig ist. Was für Fasern werden denn bei GPON genutzt?

Die DSL-Geschichte ist zwar ganz gut, hat aber halt den Nachteil, dass immer weniger Leute in den Genuss höherer Geschwindigkeiten kommen. Ansonsten wäre Vectoring tatsächlich keine schlechte Übergangslösung, wird die Glasfaser dadurch doch schon näher an den Kunden gebracht, der teure Gebäudeausbau aber erstmal vermieden und schon heute eine höhere Geschwindigkeit geboten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin ja noch immer ein Fan von Hochbahnen die einfach über der Stadt fahren können wie in Wuppertal.

Vielleicht aber doch eher mit modernerer Technik, da kann man sich mal das "Transport System Bögl" (Maglev) ansehen. Es kommt auch ohne Fahrer aus was mMn. sehr wichtig ist in einer Zeit in der schon Fahrten ausfallen, weil es keine Fahrer gibt.
 
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Es kommt auch ohne Fahrer aus was mMn. sehr wichtig ist in einer Zeit in der schon Fahrten ausfallen, weil es keine Fahrer gibt.
Was auch eher am Geld liegt. Zahlt man den Fahrern langfristig existenzsicherne Löhne, erledigt sich das Problem von selbst. ;)

Mit dem netten Nebeneffekt, dass man statt kostenden Arbeitnehmern sogar Arbeitnehmer schafft, die in Sozialsysteme einzahlen und ihren Lebensunterhalt ohne besonders umfangreiche staatliche Hilfe bestreiten können. Wobei ich davon ausgehe, dass sich das Fahrerproblem hier in Berlin mit der Zeit durch die enorme Lohnsteigerung entspannen wird. Und Ende 2020 stehen Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag an.

Vor der Lohnsteigerung waren Jobs Marke "freiwilliger Vollzeit-Hartz IV-Empfänger", "Bei Aldi an der Kasse" oder "Arsch im Büro plattsitzen" halt in gewissen Hinsichten (Arbeitszeiten, Flexibilität, Verantwortung, Freizeitgestaltung, gesundheitliche Anforderungen und Arbeitsbedingungen (ein Fahrer kann nunmal nicht immer auf Klo, eine Rauchen gehen oder sich mal eben was zu Essen machen oder Kaffee kochen - und speziell Bus- und Straßenbahnfahrer sind enormen Stress ausgesetzt)) attraktiver. Es gibt genug Leute die den Job tun möchten und dafür sogar in den oben genannten Punkte Einschnitte hinnehmen würden. Das Geld muss natürlich passen, denn nur für Wenige ist der Fahrerberuf eine Berufung, für die Meisten ist es schlicht ein Beruf wie jeder Andere, der zur Existenzsicherung dient .

Hochbahnen sind hier in Berlin keine Option. Leute ziehen an Straßen wo seit über 100 Jahren schon eine Hochbahn verkehrt und nörgeln über den Lärm und die Verschandelung des Stadtbildes. Selbst bei Straßenbahnen sieht das nicht besser aus - da müssen auch etliche Bürger, Verbände oder Wichtigtuer angehört werden und es muss etliche Male umgeplant werden, da jeder einen guten ÖPNV verlangt - bloß halt nicht vor der eigenen Haustür, macht ja Lärm und sieht doof aus. Und die doofe Oberleitung erst... Selbst wenn das nicht das Problem ist, passt den Leuten die Streckenführung nicht.
Berlin-Friedrichshain: Bau von neuer Tram-Strecke zum Ostkreuz verzoegert sich vermutlich - Berlin - Tagesspiegel
Protest gegen Blankenburger Sueden am Alexanderplatz - Pankow - Berliner Morgenpost

Selbst über in Tunneln verkehrende U-Bahnen und dadurch enstehende Vibrationen liest man alle paar Jahre mal Mimimi. Oder es wird sich jahrelang eine Busanbindung gewünscht und dann wird sich über möglichen Lärm beschwert und der Busverkehr absichtlich behindert - vermutlich machen die eher Mimimi, weil die lieben Anwohner dort ihre Autos lieber auf öffentlichem Grund parken wollen, anstatt ihren eigenen Grund aufzuwenden (die Gegend dort ist fast ausschließlich Eigentum...).
Neue Strecke des X34 bringt AErger: Anwohner wollen alternative Route / BVG lehnt ab - Kladow
Berlin-Spandau: Anwohner wehren sich gegen neue Expressbus-Strecke X 34 - Berlin - Tagesspiegel
 
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Müssst ihr euch wirklich immer über Hartz IV (ALG 2) Empfänger lustig machen?

Das sind die sozial mit an schwächsten gestellten Menschen in Deutschland.
Der Regelsatz ist so bemessen, dass es zum Sterben zu viel ist, und zum Leben zu wenig. :(
Das Gleiche trifft auch auf Sozialhilfeempfänger (oft Behinderte) und Menschen mit Mindestrente zu.

Die Menschen dahinter, Behinderte, ( kleine ) Kinder, Obdachlose, Rentner, Frauen und Männer aus allen Schichten, haben kaum Anteil an Kultur (wenn sie Geld kostet), können sich viele Dienstleistungen nicht leisten, konsumieren auf niedrigsten Niveau, werden ständig mit Formularen drangsaliert, müssen immer wieder Bedürftigkeit nachweisen, und sind unterm Strich nur arme Würstchen, die man eher bedauern sollte, statt irgendwelchen Sozialneid zu entwickeln.

Arme gegen noch ärmere Mensche auszuspielen oder zu vergleichen, bringt überhaupt nichts, löst kein Problem, und sorgt nur dafür dass sich diese Menschen weiter zurück ziehen, sich isolieren, und sich irgendwann ganz aufgeben.
 
Gewiss mache ich mich nicht über Hartz IV-Empfänger lustig - da musste ich gewungenermaßen auch meine Erfahrungen mit sammeln (Kind eines Alleinerziehenden-Haushaltes).
Das war eher ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Arbeit muss sich lohnen. Und zwar auch Niedriglohnarbeit in Vergleich zu Hartz IV bzw. Sozialhilfe. Ich erachte es einzig als grundlegend unfair, dass sich unter gewissen Umständen Vollzeit-Arbeit halt so garnicht gegenüber Hartz IV lohnt.

Jeder kennt die Beispiele, wo ein Niedrigverdiener in einem gewissen Bereich über der Schwelle zum Aufstocken mit Vollzeitstelle am Ende weniger raus hat wie ein (aus welchen Grünen auch immer) Hartz IV-Empfänger. Es ist nunmal so, aufgrund der geringeren finanziellen Mittel auch zurecht, dass Hartz IV- bzw. Sozialhilfeempfänger hier und dort Vergünstigungen erhalten (besonders eklatant z.B. beim Monatsticket), bspw. von GEZ-Gebühren oder Klassenfahrtsgebühren freigestellt werden oder bestimmte Ausgaben übernommen werden.

matty2580 schrieb:
werden ständig mit Formularen drangsaliert, müssen immer wieder Bedürftigkeit nachweisen
Glaube mir, auch damit durfte ich meine Erfahrungen sammeln und habe z.B. durch einen überflüssigen Pflichttermin (man hat mir als IT-Azubi erklärt, wie ich ne Jobsuchmaske benutze.) auch mal schmerzhafter Weise auf eine einmalige Gelegenheit verzichten müssen, weil man sonst der Bedarfsgemeinschaft die Bezüge empfindlich gekürzt hätte. Auch den ganzen Papierkram und die große Auskunftspflicht kenne ich.

Die Problematik: Es geht halt um fremdes Geld in zwar geringer, aber nicht unerheblicher Summe. Natürlich muss Bedürftigkeit geprüft werden können, sofern keine offensichtlichen Tatsachen vorliegen oder Zweifel bestehen. Und ein gewisses Maß an Mitwirkung zu verlangen halte ich für nachvollziehbar, wenn man fremde Mittel beanspruchen will.

Und mit Papierkrieg haben nicht nur Hartz IV-Empfänger zu tun. ;)
 
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Wie geschrieben löst du, mit dem hoffentlich nicht bös gemeinten Vergleich, kein Problem, sondern es entstehen nur viele neue, und auch teilweise nicht mehr lösbare Probleme, dadurch. Wer sich erst einmal wirklich aufgegeben hat, und im Lerchensteig (Obdachlosenheim) bei uns in Potsdam sind viele solche Menschen, der findet nie wieder zurück in die Gesellschaft. Da kannst du später Geld wie verrückt reinstecken. Aber die Menschen sind innerlich tot, und haben sich schon längst aufgegeben....
 
Ähm naja, man muss den Leuten halt eine realistische Perspektive (d.h. nicht vielleicht den Traum zeichen ein Herzchirurg werden, aber eventuell auf etwas Handwerkliches, Technisches oder Kaufmännisches hinzuarbeiten, worauf man Aufbauen kann - oder halt erstmal Sozialhilfe, damit man über die Runden kommt) bieten und ihnen Hilfe für Probleme anbieten, die etwaige Hindernisse (bspw. Drogen-/Alkoholsucht, gesundheitliche Probleme, keine feste Meldeadresse) für eine Reintegration darstellen können. Man muss also Voraussetzungen schaffen, die eine Integration ins normale Leben überhaupt wieder ermöglichen (ich halte es bspw. für absolut unfair, dass bei der Wohnungssuche Personen ohne festen Wohnsitz pauschal benachteiligt werden).

Wenn die Hilfestellungen bzw. diverse Hilfsangebote trotz gutem Zuredens und einiger Geduld allerdings nicht angenommen werden und sich die Personen für ein Leben in Armut entschieden haben ist halt nicht viel mehr zu machen wie einzig das Überleben zu sichern.
 
Irgendwie verstehst du "innerlich tot" nicht.
Diese Menschen haben keine Hoffnungen, Träume, oder Wünsche mehr, keine.....
Sie haben sich mit ihrem kleinen Zimmerchen abgefunden, suchen nicht mehr nach Alternativen, fühlen sich ausgestoßen, verdrängt, abgehängt, wertlos.
Da würde selbst 20 Jahre intensive Psychotherapie nichts mehr bringen, auch keine Medikamente, u.s.w.

Rein vom Personal her ist der Lerchensteig gut ausgerüstet, ähnlich wie andere Notunterkünfte in Deutschland.
An Geldmitteln und Personal liegt es also nicht.
Das ist nur noch ein Verwalten der dort lebenden Zombies, die diese Gesellschaft erschaffen hat, bis sie denn irgendwann sterben.
 
Was auch eher am Geld liegt. Zahlt man den Fahrern langfristig existenzsicherne Löhne, erledigt sich das Problem von selbst. ;)
Immer wieder dieses Argument mit dem Lohn zu bringen ist Unsinn. Ein Lokführer bei der DB verdient nicht schlecht, über 2300 Netto im Monat sind da ohne körperliche Anstrengungen locker drin. (Ich sehe alles über 2k Netto als angenehmes Gehalt)
Was soll man jetzt machen? Löhne zahlen wie für einen Arzt? Ganz sicher nicht.
 
Und zwar auch Niedriglohnarbeit in Vergleich zu Hartz IV bzw. Sozialhilfe.
Da gab und gibt es einige Vorschläge zur Verbesserung. u.a. Streichung der Ausnahmeregelung für Langzeitarbeitslose* beim Mindestlohn, Erhöhung des Grundfreibetrages bei der Einkommenssteuer, Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 16%.

*Wobei die Langzeitarbeitslosendefinition (§ 18 SGB III) auch ein schlechter Witz ist und wunderbar beim schönen der Statistik hilft. Ist eine langzeitarbeitslose Person z.B. 7 Wochen krank, zählt sie nicht mehr als Langzeitarbeitslos, sondern es wird ab dem ersten Tag an dem sie nicht mehr krankgeschrieben ist, wieder von vorne angefangen... :stupid:
Siehe auch: https://wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de/fa/redakteur/DA_JC_Wpt/Umsetzung_MiLoG_120115.pdf
http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/unterbr_lazalo.pdf
Statistik schoent Ausmass der Langzeitarbeitslosigkeit | O-Ton Arbeitsmarkt
Das Paradoxe: Die schädlichen Unterbrechungen beeinflussen zwar die Statistik, nicht aber die Förderung der betroffenen Personen. Gemäß Paragraph 18 des Sozialgesetzbuches III sind für die Statistik schädliche Unterbrechungen unschädlich für die Fördervoraussetzungen. Bedeutet im Klartext: Leistungen, die Personen aufgrund ihrer Langzeitarbeitslosigkeit gewährt werden, erhalten auch die, die in der Statistik offiziell keine Langzeitarbeitslosen mehr sind. Was die Zahlen schönt, soll den betroffenen Personen also zumindest keinen Nachteil veschaffen.

Das war eher ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Arbeit muss sich lohnen.
Bin ich auch dafür. Vorallem im Vergleich zu irgendwelchen Millionärs- und Milliardärserben, mit ihrem leistungslosen Einkommen Marke spätrömische Dekadenz.

ver.di: Erben nach dem Matthaeus-Prinzip
„Geschont wird nicht Omas Häuschen, sondern Opas Schlösschen.“
DGB - Bundesvorstand | Erbschaftsteuer: Privilegien und Bluffs ohne Ende
 
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*Wobei die Langzeitarbeitslosendefinition (§ 18 SGB III) auch ein schlechter Witz ist und wunderbar beim schönen der Statistik hilft. Ist eine langzeitarbeitslose Person z.B. 7 Wochen krank, zählt sie nicht mehr als Langzeitarbeitslos, sondern es wird ab dem ersten Tag an dem sie nicht mehr krankgeschrieben ist, wieder von vorne angefangen... :stupid:

Dass sich der Staat die Statistik schön redet, ist ja letztendlich nichts Neues.
 
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