Und nicht vergessen: In Zeiten steigender Konjunktur
muss die Politik fleißig Subventionen ausbauen, um den Schwung mitzunehmen, und in Zeiten sinkender Konjunktur
muss die Politik dringend Subventionen erhöhen, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern!
Deshalb hat man als Politik auch etwas falsch gemacht, wenn die Unternehmen mal nicht jammern.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie nach Merkels Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie ein iirc Vattenfallsprecher vor laufenden Kameras von einem "Kompromiss, mit dem wir gut leben können" sprach und dabei ein Grinsen im Gesicht hatte, dass man Angst bekam, es würde ihm gleich den Schädel spalten.
Iirc zahlen wir bis heute die Entschädigungszahlungen, nach dem dann ein gutes Jahr später der populistisch-unkoordinierte Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg folgte.
@ruyven_macaran
Es gibt aktuell halt den Trend, ... Daher gibt es auch wieder Leute die aufs Land ziehen, nicht nur in Speckgürtel, sondern auch in kleinere Städte.
Mal abwarten, wie viele da tatsächlich umziehen. Bislang kenne ich nur die Buzzwords und zwar vor allem von Leuten, die ohne eine Auswahl von 124 Kaffee-Varianten 24/7 an der nächsten Ecke nicht überlebensfähig sind.
Nicht jeder ist ITler, Oberarzt oder Anwalt und muss in die Stadt.
Gerade für Anwälte müsste das ein leichtes sein, die meisten müssen ja fast nur kommunizieren und selten präsent sein. Aber ich verstehe, was du meinst - auch wenn ich glaube, dass die Gesamtzahl derartiger Jobs noch weitaus geringer ist, als du annimmst. (meiner gehört leider nicht dazu, sonst wär ich schon mit einem Bein unterwegs) Und vor allem ist die Zahl der Arbeitgeber, die Home Office only okay finden, verschwindent gering. (Der meiner Freundin gehört definitiv nicht dazu, sonst wären wir mit beiden Beinen unterwegs)
Und was die Wohnungen angeht - es gibt sehr viele riesige Wohnungen, entweder zusammengelegt oder noch aus der Gründerzeit, die werden extra für StudentenWGs hergerichtet (ink. zweites Bad etc.)
...
Da zum nachsehen^ Das sind recht große Räume die als WG-Zimmer angeboten werden und man sieht - die Hälfte der Anzeigen hat 6-7-8 Personen in der WG. Diese riesigen Wohnungen existieren in jeder Studentenstadt in Massen.
Also ich kenne diese Wohnungen nicht aus Kiel, nicht aus Frankfurt, nicht aus Mainz, habe aus Kassel und aus Wiesbaden gegenteiliges gehört, Erlangen soll auch nicht besser sein und in Berlin, Bremen und Hamburg ist "in Massen" wohl auch das falsche Wort. Weitere Kontakte habe ich nicht, aber soweit ich es Überblicke, ist Leipzig/Dresden da wohl eher eine Ausnahme. Kein Wunder, schließlich muss die Stadt
- vor 200 Jahren schon groß genug gewesen sein, um überhaupt nenneswert Altbausubstanz anzusammenln
und
- vor 100-150 Jahren geboomt haben, damit gerade die großen Gründerzeit-Häuser überhaupt in großer Zahl errichtet wurden
und
- sich in der Zwischenkriegszeit trotz massivem Wandels ausreichend gut gehalten haben, damit die Bausubstanz erhalten blieb
und
- im zweiten Weltkrieg in den betreffenden Stadteilen nicht bombardiert worden sein
und
- in den 50ern/60ern keine systematischen Umstrukturierungen dieser Stadtteile erlebt haben, bei der Häuser abgerissen wurden
und
- in den 70er/80er/90ern wirtschaftlich nicht so erfolgreich gewesen sein, dass vermögende Loftianer/Yupies/Hipster große Innenstadtwohnungen als Luxusdomizil auserkoren haben.
Und selbst dann sind 200+ m² immer noch ziemlich viel für eine Wohnung aus dieser Zeit, im persönlichen Umfeld habe ich vier Beispiele mit <80 m² und eins, dass ich um 100 m² schätzen würde. Selbst bei Zusammenlegung ganzer Etagen wäre eine WG für mehr als fünf Leute in den Städten, in denen ich die Bausubstanz ein Bisschen kenne, kaum möglich. Das war halt auch zu Gründerzeiten ein absolutes Luxusdomizil.
Als Anmerkung zum preislichen: Vor 10-15 Jahren sind die meisten WG-Bewohner, die ich kenne, in eine solche gezogen um unter 250, oft unter 200 € Miete zu zahlen. Kann mir nicht vorstellen, dass 350 € Schnitt heute ein realistisches Ziel für Vermieter sind. Natürlich hast du auch immer ein paar Bonzen dazwischen, die 500 € stemmen könn(t)en, aber die suchen sich damit gerne eine kleine Einzelwohnung, statt ein WG-Zimmer. Die einzige mir bekannte WG mit mehr als 5 Personen lag iirc bei max 200 € pro Nase.
Mag sein, dass die Preise heute angestiegen sind, aber 2000 € für 200 m² halte ich für Best Case aus Sicht des Vermieters und für Best Case baut nicht um. (Umgekehrt sind 1500 € für eine Großfamilie aber auch viel zu hoch gegriffen, sodass ich Umbauten für Studenten glaubhaft finde, wenn man eben eine Gegend mit entsprechender Bausubstanz hat.)
Seit wann haben Ungelernte die besten Jobchancen, gerade für was, womit man halbwegs komfortabel über die Runden kommt?
Missverständniss: Die haben nicht die besten Jobchancen verglichen mit anderen Arbeitnehmern, sondern in wachsenden Gemeinden finden ungelernte die für sie besten Jobchancen. Tolle Jobs sind das immer noch nicht, aber immerhin Jobs. Wenn es in einer Gegend abwärtsgeht und große Unternehmen Belegschaft abbauen, haben ungelernte gar keine Chance, weil zum gleichen Preis Leute mit Erfahrung auf der Straße warten.
Für einen 1500€ Netto-Job würde ich übrigens nicht umziehen. Das ginge ab 2000€ Netto los - 1500€-Jobs bekommt man selbst hier in Berlin zu hauf... Ist ja auch kein Wunder, liegen 1500€ doch schon recht nah an der Geringverdienerschwelle.
Und das auch nur in Abhängigkeit von der vorhandenen Infrastruktur und/oder der Leistbarkeit eines Autos.
Für 1500 € ziehen Leute bestenfalls NACH Berlin, nicht aus Berlin weg. Das sag ich ja gerade: Wenn man nicht gerade richtig absahnt, dann muss wenigstens durch die Zahl der Beschäftigungsmöglichkeiten eine Jobgarantie am Zielort bestehen.

"Geringverdiener" ist übrigens offiziell mit 325 € definiert.
West-Berlins Ansatz der U-Bahn und der Feinversorgung mit dem Bus war meines Erachtens nach nicht nur in Hinsicht auf eine autofreundliche Stadt der bessere - eine U-Bahn amotisiert ihre hohen Anfangskosten im Falle eines unterirdischen Streckenverlaufes durch ihre hohe Durchschnittsgeschwindigkeit, ihre extrem hohe Fahrgastkapazität, die geringe Störanfälligkeit im Vergleich zur Straßenbahn und insbesondere durch den praktisch nicht vorhandenen Platzbedarf an der Oberfläche. Eine Straßenbahn hingegen ist in erster Linie billig, dafür genauso unflexibel, auch mit eigener Trasse sehr Störanfällig, ohne eigene Trasse noch viel störanfälliger und noch viel langsamer, hat eine geringe Fahrgastkapazität und insbesondere der hohe Platzbedarf bei vorhandener Infrastruktur ist problematisch. Auch ist der Wartungsaufwand hoch und Bauarbeiten sorgen in doppelter Hinsicht für ein Verkehrschaos.
Im Vergleich zur Straßenbahn ist eine Ubahn um Welten besser, klar. Aber für die Kosten von einer Ubahnlinie mit 10 Stationen in bereits bebautem Gebiet kannst du, genügend Straßenbreite vorausgesetzt (und die hatte Berlin vielerorts zu bieten) die halbe Stadt mit Straßenbahnen erschließen. Nicht zu vergessen dass im Osten die Individualmotorisierung deutlich reduziert war, die in der BRD in Konflikt mit den Straßenbahnen stand. Verglichen mit Bussen war wiederum liegt eine Straßenbahn deutlich vorn, dafür ist die Einrichtung von Buslinien nochmal ein gutes Stück billiger.
Hier ging es aber um die S-Bahn. Und so, wie die in Berlin dimensioniert ist und ja durchaus schon Trassen hatte, kann jede Ubahn einpacken. SEHR viel schneller, SEHR viel mehr Kapazität und billiger auch noch. Als kleine, kompakte und aus politischen Gründen rausgeputzte Insel konnte sich Westberlin eine angemessen U-Bahn erlauben, aber hätten die auch nur Potsdam mit einbinden müssen, hätten die auch oberirdisch gebaut. Imho hat Berlin da bis heute extremes Glück, dass zur Kaiserzeit ein Netz von Vorortszügen entstanden ist, das bis heute weiterentwickelt werden konnte. Ohne diese Grundlage, ohne die Trassen, hätte die Metropole nie diese Größe erreicht. Es macht zwar keinen Spaß, von Erkner nach Spandau zu pendeln, aber es wird als stink normale ÖPNV-Verbindung innerhalb der Stadt wahrgenommen. Leg die gleiche Entfernung aus Wuppertal zurück und stehst vorm Kölner Dom und alle erachten deine Fahrt als Fernreise in einen anderen Kulturkreis, für die man mindestens einen Tag frei und danach noch einmal einen zur Erhohlung haben sollte.
Die Strecke nach Strausberg Nord wurde bis vor kurzer Zeit auch nur Eingleisig bedient. Deshalb gabs zwischen Strausberg und Strausberg Nord lange Zeit nur einen 40-Minuten-Takt. Die Strecken abzweigend von Blankenburg nach Hohen Neuendorf ist auch zum Großteil nur eingleisig ausgeführt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass spätestens ab Zeuthen die Strecke nach Königs Wusterhausen ebenfalls nur eingleisig ausgeführt war - wobei ich nicht weiß wie das da aktuell aussieht, ich war seit über einem Jahrzehnt nicht mehr dort.
Das sind die jwd-Abschnitte, die ich ansprach: Die letzten 2-3 Stationen am Ende der Vorortslinien. Da wäre aber zumindest mit einer Ausweichmöglichkeit am Ende auch ein 10 Minutentakt machbar, nötig ist er aber nicht zwingend.
Die Strecke nach Spindlersfeld könnte durchaus auch im 10-Minuten-Takt betrieben werden - spätestens dann, wenn man den Bahnhof Oberspree zweigleisig ausführt, damit ausgewichen werden kann. Ein großer Bedarf an der S-Bahn besteht dort aber nicht wirklich, die Gegend um Spindlersfeld wird hauptsächlich durch die Straßenbahn bedient.
Gerade wegen der Straßenbahn könnte man da einige Leute aus Köpenick bis runter Richtung Wendenschloss sowie die Busfahrer aus Müggelheim einsammeln. Afaik juckeln die bislang alle eher Richtung Adlershof weiter - oder stellen sich im Auto auf die Köpenicker Brücken, wenn sie denn mal drauf dürfen. Aber klar, eingeklemmt zwischen Grünauer und Friedrichshagener Strang ist Spindlersfeld nur eine Option in der Verkehrsplanung, kein muss. Die Trasse hätte man eigentlich frühzeitig Richtung Gosen verlängern müssen oder nur als Zwischenhalt auf einer Querverbindung zwischen Schönefeld und Wuhlheide anlegen sollen. Aber ist halt auch schön, ohne Umsteigen direkt bis auf den Ring fahren zu können

Eigentlich wäre die Route ein optimales Einsatzfeld für eine kombinierte "Stadtlandbahn". Die S-Bahngleise enden ohnehin nur wenige Meter von der Straßenbahn und die hat bis Krankenhaus Köpenick schon eine eigene Trasse, die nur wegen der vielen Querungen nicht für eine normale S-Bahn brauchbar wäre.
Der eigentliche Grund, weshalb ich mich genötigt war auf diesen Post zu antworten... DIE S-BAHN GEHÖRT NICHT ZUR BVG.


Die S-Bahn ist durch die Deutsche Bahn betrieben. Damit hat die BVG nichts zu tun.

Hatte mich schon über die Ausführlichkeit gewundert, hast aber mehr oder minder Recht. (Genaugenommen betreib sie die S-Bahn Berlin GmbH, die eine DB-Tochter ist. Afaik laufen Planung & Co aber Hand in Hand bzw. unter voller Kontrolle der BVG. Das ist aber in vielen Städten so, vieles, was auf normalen Gleisen mit normaler Signalanlage unterwegs ist, wird von der DB betrieben, aber komplett im Auftrag der Regionalverbände. S-Bahn im Rhein-Gebiet ist z.B. durchgängig DB, aber en Block angemietet und geplant vom RMV.)
Schön und toll das Thomann ein auf dem Land gut laufendes Unternehmen ist. Weil es ein Versandunternehmen ist und daher nicht auf lokale Kundschaft angewiesen ist. Das sind Handwerksbetriebe, Supermärkte, Friseure, diverse Einzelhandelsgeschäfte usw. hingegen schon. Nur sind die Käffer so klein, dass sich das Geschäft kaum lohnt.
Einzelhandel: Stimmt. Der lohnt ja schon in der Stadt kaum mehr. Aber Friseur gibt es in der Stadt gefühlt einen pro 100 m Straße/maximal 1000 Kunden, die sollten selbst in Dörfern ihr Einkommen finden. Zumal sie nur geringe Einrichtungsanforderungen haben, also kein großes Risiko mit falscher Standortwahl eingehen. Und Handwerker suchen meist im Umkreis von 50 bis 100 km nach Kunden und müssen sowieso mit dem Transporter hinfahren, da machen 10 km Abstand zum Stadtrand keinen großen Unterschied und sparen ganz schnell sehr viel Miete. Das beobachte ich aber auch bei den Handwerkern, die ich so in der Stadt sehe - ein recht großer Teil kommt von außerhalb. Nur werden halt allgemein immer weniger Handwerker gebucht, weil man als Vermieter ja lieber groß saniert als Instandhält
Solche Beiträge finde ich immer massiv verkürzt. Guckt euch doch an, was in den 80ern und frühen 90ern an Faser verlegt worden wäre. Garantiert kein Monomode, sondern eben Opal. Das ISDN-Zeug, das in den 90ern vielerorts mit Kupfer für DSL überbaut werden musste, weil niemand in der Welt für den deutschen Eigenweg neue Hardware entwickelt hat und technisch auch bei 0,5-1 MBit Schicht im Schacht gewesen wäre. Da war Kabel mit mittlerweile 1 GBit/s die wesentlich bessere Wahl. Viele Leute hören immer nur "Glasfaser" und kriegen leuchten Augen, als gäbe es da nur eine Technik. An der Stelle der Hinweis: Was aktuelle für FTTH vergraben wird, ist ebenfalls nicht das gleiche Zeug, dass Rechenzentren mit 100 GBit/s pro Faser verbindet, sondern GPON. Also ein Mehrnutzer shared-Medium mit passiven, optischen Teilern die den Einsatz von Ethernet-Technik an den gleichen Fasern unmöglich machen und den maximalen Durchsatz pro Nutzer stark reduzieren. Da es, ähnlich wie Kupfer und Koaxial, weltweit in gleicher Form eingesetzt wird, ist eine langfristige Weiterentwicklung gesichert, aber irgendwann in 20 Jahren werden wieder irgendwelche Leute anfangen zu motzen, man solle den veralteten Scheiß aus dem Boden reißen und endlich durch vernünftige, auf ewig ausgesorgte Technik ersetzen. Genauso, wie seit 10 Jahren geflennt wird, dass DSL eine Sackggasse ist, weil damit nur 16 MBit/s möglich sind und Kabel mit maximal 100 MBit/s auch nur eine Übergangslösung ist und alle !sofort! !zwingend! FTTH brauchen.
[/rant]
Du kannst dir ja immer irgendwo ein Beispiel raussuchen wo es halt NICHT funktioniert hat und dann damit prahlen das es ja genau so oder noch schlimmer hier enden wird. Der Markt ist in sehr vielen Bereichen recht gesund und regelt sich von alleine.
Sorry, aber wenn es für freie Märkte irgendwo ein Paradebeispiel gibt, dann ja wohl in Form der USA und da findest du kaum eine Branche, in der er nicht zu Problemen geführt hat oder, wo die Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten ist, sich in diese Richtung bewegt. Der Allgemeinheit hat er dagegen äußerst selten was gebracht und wenn dann nur als Nebeneffekt.
Anstatt wie China hier die Produktion zu subventionieren und konkurrenzfähig zu bleiben, haben die versucht den Markt abzuschneiden.
Ach, "Produktion subventionieren" wäre also "freier Markt" gewesen? Und ist die ultimative Lösung für alle Branchen, weil wir ja jeden Markt viel stärker subventionieren können, als China?
