AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet
Übrigens stehen in Frankreich und Russland auch "Schnelle Brüter", und bei denen ist bei einem "Fehler", nichts mehr mit "Runterfahren", da die Eingreif-, bzw. Reaktionszeit nur noch im Millisekundenbereich, oder kleiner, liegt...eben wie bei einer Atombombe...einmal Knopf gedrückt, und "Pech" gehabt"
Frankreich hat seinen abgeschaltet.
Das ist nur halbwegs richtig bezogen auf "Schnelle Brüter", die auf Plutonium ausgerichtet sind, bei einem Thorium Reaktor ist das etwas anders, siehe Hamm Üntrop.
Der THTR ist kein schneller, sondern wie der Name schon sagt ein thermischer Brüter. Die haben immerhin so etwas wie einen metastabilen Zustand, auch wenn ihnen die inhärente Rückversicherung eines wassermoderierten Reaktors fehlt. Hauptkritikpunkt ist aber immer die Verwendung und die Produktion von atomwaffenfähigem Material.
Schnelle Brüter sind dagegen inhärend unsicher, weil sie eben mit schnellen Neutronen arbeiten. Es gibt keinen Verzögerungsprozess im Funktionsprinzip, die Kritikalität kann viel schneller ansteigen und nur eine extrem schnelle und präzise Steuerung hindert das Ding daran, direkt hochzugehen. Dazu kommt noch die chemische Gefahr der typischerweise nötigen Natriumkühlung.
Super steht für das Perfektum, die Vollendung! Das Jenseits ist divers, perfekt bestimmt nicht.
Super respektive supra steht zunächst nur für "oben" respektive "über". Die Verwendung als unsteigerbares Superlativ im Deutschen ist eine abgeleitete Verwendung, die beim "Super-GAU" offensichtlich nicht zum Einsatz kommt. Der Beschreibt schlicht etwas, das über einem GAU steht.
So wie man einen Kernspaltungsrekator etwas laufen läßt, stellt sich auch das Problem mit dem Abfällen, da kommt man nicht herum.
Jein. Für nicht-Atomwaffen/-reaktorenforschung braucht man oft überhaupt keinen Uran-Reaktor, sondern kann mit weitaus weniger problematischen Elementen arbeiten. Die meisten medizinischen Strahlungsquellen nutzen deutlich weniger langlebige Elemente, womit sich das Problem einer Endlagerung hochradioaktiven Materials gar nicht erst stellt. Und wie von mir bereits verlinkt, arbeiten Forschungsreaktoren auch einfach in ganz anderen Maßstäben. Die dem deutschen Entsorgungsplan zugrunde liegenden Mengen rechnen mit 1000 fachen Menge hochradioaktiven Materials aus Leistungsreaktoren gegen Forschungsreaktoren und dabei haben letztere noch zum Großteil für die Kernforschung gearbeitet und erstere nie den Großteil der Stromversorgung gestemmt. Das Verhältnis AKW-Müll zu Medizin-&-Co-Müll dürfte bei 100000:1 liegen.
Damit bleiben zwar die grundsätzlichen Anforderungen an das benötigte Endlager gleich, seine Ausmaße schrumpfen aber auf "einen Raum", der mit einem vertretbaren Budget um ein vielfaches besser abgesichert werden kann, insbesondere auch aktiv abgesichert werden kann. Die einzige sichere Lagerung von Atommüll weltweit sind derzeit die Zwischenlager und die können wir uns für die enormen Müllmengen kommerzieller AKWs nicht lange leisten. Für eine handvoll Castoren aus medizinischer Forschung könnten wir es notfalls. Auch so etwas wie Tiefenbohrungen bis ans untere Ende der Erdkruste sind für so geringe Mengen praktikabel. Für AKWs dagegen... - es hat ja seinen Grund, dass die Betreiber die Entsorgungskosten auf die Allgemeinheit abgeschoben haben, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet waren, VOR Inbetriebnahme des ersten Kraftwerks die Entsorgung zu klären. Hätten sie das kostengünstig machen können und somit ihren Kritikern 50% des Winds aus den Segeln nehmen, hätten sie es sicherlich gemacht. Haben sie aber nicht, weil es unmöglich ist, Atommüll so günstig sicher zu entsorgen, dass sich Atomstrom noch rechnet. An dem konnte man nur Gewinne machen, weil die Steuerzahl nahezu alle Kosten tragen.
bei radioaktiven Abfällen kommt der Tag, an dem sie ungefährlich sind, das wird es bei Giftmüll nicht geben.
Giftmüll lässt sich einfach auf chemischem Wege neutralisieren. Das es aus Kostengründen nicht gemacht wird und Entsorgung erlaubt wird, ist traurig - aber es ist zumindest möglich, die ganze chemische Industrie baut darauf auf und wenn heute noch irgendwer Quecksilber gebrauchen könnte, wären die angesprochenen Substanzen wertvolle Rohstoffe, die mit Kusshand aufgearbeitet werden würden.
Mit Atommüll ist das, abseits einiger bis auf weiteres nur theoretisch existierender Brut- und Transmutationskonzepte mit extremen Risiko- und Kostenpotential, unmöglich. Verbindungen ändern ist täglich Brot der Chemiindustrie, Elemente ändern außerhalb von Kernreaktoren einfach physikalisch nicht möglich.
Eine Umstellung über Nacht ist quasi ausgeschlossen, also wäre das sinnvollste ein zweites Netz zu bauen, um die alten Anwendungen (Gaskraftwerke, Heizungen) weiter betreiben sowie ausbauen können und die Vorteile des Wasserstoffs (Brennstoffzellen) zu haben.
Eine Umstellung "über Nacht" ist vergleichsweise praktikabel. Die meisten Erdgasverbrennungsanlagen lassen sich routinemäßig von Methan bis Buhtan konfigurieren, in dem man die Düsen anpasst. Für reinen Wasserstoff wären viele Überprüfungen vorab nötig, aber da das Netz ohnehin in Segmente geteilt ist, wäre eine Abschnittsweise Umstellung über mehrere Woche mit wenigen Stunden Ausfallzeit bei kleinen und maximal 1-2 Tagen bei großen Anlagen durchaus machbar. Wie beim Netz stellt sich nur die Frage, wie viele Bauteile wegen Gefahr von Wasserstoffversprödung komplett ausgetauscht werden müssten, aber ein kompletter Neubau wäre sicherlich die teurere Lösung, denn viele Gastechnische Anlagen geringeren Alters setzen schon aus Korrosionsgründen auf (zufällig) H2-kompatible Technik.
Das vorhanedene Stromnetz zu verdoppeln, um neben den heutigen elektrischen Verbrauchern auch den gesamten Verkehr und die gesamte Wärmenutzung auf Strom umzustellen, wie bei deinen freuchten AKW-Träumen nötig ist, würde teurer kommen als eine Umstellung auf H2.
Mal abgesehen davon... Ist es doch kein Wunder, dass die Chinesen den Heimvorteil bei Solarenergie haben. Man hat den Chinesen ja auch das ganze Wissen verkauft und die eigene Solarproduktion praktisch zerstört.
Umgekehrt: Union und FDP haben die deutsche Solarwirtschaft in den Ruin getrieben, die Chinesen haben sich dann aus der Konkursmasse die Perlen rausgepickt. Mit der Windbranche wäre nach 15 Jahren Merkel beinahe das gleiche passiert, nur ist die schleichend aus ihrer Führungspostion gedrängt worden und Werke an sich haben genug Wert zur Erhaltung, weil WKAs einfach schlechter zu transportieren sind/sich eine Produktion in Deutschland eher lohnt.
Deutschland ist so schon ein unattraktiver Wirtschaftsstandort. Ein hohes Lohnniveau, die Lohnnebenkosten liegen durch das gute (und das ausufernde) Sozialsystem auch ziemlich hoch, es gibt einen Haufen Vorschriften und Gesetze zu beachten und obendrein ist Energie dank der völlig überstürzten Energiewende hier so richtig teuer.
Äh - Lüge? Die Strompreise für Großverbraucher in Deutschland gehören mit zu den niedrigsten überhaupt!
(ct/kWh) |DE |NL |FR |UK |DK |IT
>150 GWh/a |4,69 |5,50 |4,20 |6,21 |3,93 |7,57
https://www.isi.fraunhofer.de/conte...015/Industriestrompreise_Abschlussbericht.pdf
Und Sozialsysteme und Lohnniveau sorgen übrigens dafür, dass bei uns gut ausgebildete Fachkräfte vergleichsweise leicht verfügbar sind. Zugegebenermaßen lockt das nur wenig neue Unternehmen an, weil es leicht ist, den deutschen Experten ins Ausland zu schaffen als das Unternehmen hierher, aber es ist ein wichtiger Standortvorteil für die, die schon hier sind, dass sie im Gegensatz zu vielen Konkurrenten eben ein heimisches Angebot von Fachkräften haben.
Was würde wohl passieren, in Zeiten offener Grenzen, einer einheitlichen Währung und Zollfreiheit, wenn man die energieintensive Betriebe ihren Anteil an der EEG-Umlage zahlen lassen würde?
Ein kleiner Kreis von Industrieunternehmen mit ohnehin stetigem Jobabbau und ohne Zukunftsperspektive würde das Land ein paar Jahre früher verlassen/Pleite gehen, die Kosten für die Energiewende dadurch spürbar senken und so den Wandel der rückständigen deutschen Wirtschaft in eine zukunftstaugliche spürbar beschleunigen.
Im Gegensatz zu so ziemlich jedem anderen Land (mit Ausnahme mancher europäischer Länder) hat einzig Deutschland seit den 70ern seinen CO2-Ausstoß kontinuierlich reduziert. Und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert.
Keine Kunst, wenn niemand anders soviele ineffiziente, dreckige DDR-Industriebetriebe und rheinische Stahlwerke hatte, die er dicht machen konnte. Deutschland ist wahrer Meister darin, sich die besten Bezugsjahre auszusuchen. Wie wäre es mit CO2-Minderungen seit 2000? Oder seit 1945? 1900? Warum besteht Deutschland immer auf "seit dem Höhepunkt des deutschen Wirtschaftswunders" oder "seit der Wiedervereinigung"? Klar, das andere Nationen keinen besonderen Bezug zu diesen Fixdaten haben.
Den Planeten interessiert am Ende aber ohnehin nur der Gesamtressourcenverbrauch. Und der ist in Deutschland 3,5 mal so hoch, wie sich ein Land dieser Größe erlauben könnte. (7 mal so hoch, wenn man noch so etwas wie "Natur" auf dem Planeten haben möchte)
Am Ende entsteht das Problem durch das ungebremste Bevölkerungswachstum in Afrika und Asien. Ein wachsener Wohlstand und eine gleichzeitig immer weiter wachsende Bevölkerung machts unmöglich, den CO2-Ausstoß zu senken.
Wir haben eine weitaus höhere Bevölkerungsdichte, also sollten wir wohl zuerst abbauen. Nur weil wir die Umwelt schon viel länger über Gebühr belasten und zerstören gibt es und das nicht das Recht, auch in Zukunft die größten Schweine zu sein.
Und ja - es IST unmögliche für auch nur "halbwegs" moderne (sprich weniger als 50 jahre alte) Reaktoren zu explodieren. Ein Flugzeug das reinkracht? Kein Problem. Das können auch 3 sein.
Hängt von der Definition von "Explosion" ab. Eine chemische Detonation ist für jeden Reaktor, selbst für eine Kernwaffe, unmöglich. Ein Bersten unter Erzeugung einer Stoßwelle bekommt selbst ein nicht-nukleares Dampfkraftwerk hin und ganz sicher jeder Atomreaktor.
Jeder Staumdamm ist leichter zu zerstören und da gibt es so einige die sofort Zehntausende leben fordern würden.
Als das letzte mal in Deutschland ein Staudamm zerstört werden sollte, brauchte es zwei Jahre militärische Vorbereitungen und Forschung, einen schweren Langstreckenbomber und das Äquivalent von 4,5 Tonnen TNT. Und das hat nur gereicht, um einen Spalt in die obere Hälfte zu schlagen, was zwar im Schnitt nicht einmal 1000 Tote je Damm zur Folge hatte. Mir wäre neu, dass militärische Sprengstoffe und Transpormittel "leicht" zu beschaffen sind, aber vier Typen mit Messer in Flugzeugen haben schon mal mehr Schaden angerichtet ohne überhaupt ein AKW treffen. Wenn man es nicht gerade auf Stromerzeugung oder Wasserversorgung abgesehen hat, sind Staudämme so ziemlich das dämlichste Ziel überhaupt, weil sie nun einmal dutzende bis hunderte Meter Dicke Betonklötze sind.
nur um es nicht unbeantwortet zu lassen:
nein, sagte er nicht, in den q&a's machte "er" nur die Überschlagsrechnung:
auf. Liesse sich sicher aber auch "relativ easy" errechnen.
Würde aber eben immer noch die Zahl zu einer Frage ergeben, die gar nicht relevant ist
[und übrigens: ist das die (meines Erachtens) bisher interessanteste Diskussion ever hier im Forum. (Abgesehen von einigen wenigen Entgleisungen).
Das wollte ich heute unbedingt mal noch loswerden, so vorm zu Bett gehen.

)
Im WPW hatten wir sowohl die Diskussion über Atomkraft und EE schon X-mal als auch einen aktuellen Thread zu Batterieautos.
Klimabilanz Batterie- vs. Verbrennerauto
Nur eine News als Aufhänger ist neu. Deswegen ist es ja auch so traurig, dass einige AKW-Fans hier den gleichen Stuss verbreiten, der schon x-fach widerlegt wurde, ohne dass sie irgend eine Antwort auf die Argumente gehabt hätten.
Du hast einen wichtigen Aspekt vergessen, die fehlenden, oder besser sozialisierten Versicherungsleistungen:
Risiko Atomkraft: Forscher errechnen horrende Haftpflicht-Kosten fuer AKW - SPIEGEL ONLINE
Einfach eine angemessene Haftpflichtsumme für Kernkraftwerke fordern, und der Spuk ist sofort vorbei.
Vergessen nicht, sondern nicht namentlich als Subvention respektive Folgeschaden abgehandelt, weil sich die Höhe dieses Geschenkes an die Atomindustrie leider eh nicht berechnen und somit nicht in die restliche Argumentation einbinden lässt. Das ist halt alles "doppelte Kosten pro kWh gegenüber erneuerbaren, kaum Regelbarkeit und dann auch noch einen unglaublichen Haufen nachgelagerter Probleme"
Außer besagtem Neanderthaler, der endlich brennende Stöcke ohne Reiben möchte, sollte eigentlich jeder Atomkraft verachten.
Und was ist im Winter?
Da scheint die Sonne nicht nur wenig und meist schwach, die Last"spitze" ist quasi dauerexistent - wenn es dunkel ist. Wo es keine Solarenergie gibt.
In den letzten Wintern haben wir regelmäßig deutsche Solarenergie nach Frankreich exportiert, weil eben noch mehr als genug Sonne scheint. Und mit vernünftig isolierten Häusern hat man im Winter auch keine Bedarfspeak, sondern mit zunehmender Klimaerwärmung eben eher im Sommer, wenn Kühlungsbedarf besteht. Passt genau zu Photovoltaik, auch wenn die im Winter in der Tat weniger Strom liefert. Wer dafür wortwörtlich richtig aufdreht: Windkraft, denn Sturm haben wir im Winter um so mehr, auch wenn das einige bayrische Almösis tief im hintersten Tal weiterhin nicht mitbekommen wollen, weil sie im Windschatten sitzen. Insgesamt ergänzen sich die beiden Energieformen sehr gut, die Kombination "windstill und bedeckt" ist ein extremes Ausnahmephänomen, dass wenn überhaupt nur wenige Tage und dann auch nur regional zu befürchten ist. Mit einem europäsichen Verbundnetz ODER mit größeren Zwischenspeichern ODER mit angepasster Regelung der Großindustriellen Verbrauchern kriegt man das in den Griff, mit allen dreien sowieso. Nicht zu vergessen ist auch, dass Wasserkraft gut regelbar ist und für solche Tage vorrätig gehalten werden kann. Notfalls braucht man halt ein paar Gaskraftwerke in Reserve.
AKWs & Co dagegen sind jeden Mittag überfordert und nicht mehr in der Lage, ohne Unterstützung den Bedarf zu decken und jede Nacht produzieren sie Energie, die nutzlos verheizt oder irgendwie mit großem Aufwand verschoben werden muss. Wie bereits erwähnt: Die Pumpspeicherkapazitäten, die wir haben, dienen vor allem dazu, die nächtlichen Überkapazitäten der ""Grundlast""-Kraftwerke verbrauchen zu können.
Solange keine Lösung für ausreichend große Speichermöglichkeiten gefunden wurden, brauchen wir diese viele Grundproduktion.
Nein. Wir brauchen Spitzenproduktion. Die können WKAs zwar auch nicht bereitstellen (PV dagegen relativ gut), aber Grundlast IST KEIN PROBLEM.
Der Langstreckentransport von Strom ist auch so ein zweischneidiges Schwert. Die Effizienz leidet mit zunehmender Leitungslänge durch Übertragungswiderstände enorm - nicht umsonst forscht man viel an Supraleitern... Ich kann mir gut vorstellen, dass in der Hinsicht schon die deutsche Nord-Süd-Trasse ein Problem wäre. Aber da dann noch über skandinavischen Strom nachzudenken?
Wir haben bereits skandinavische Trassen bis Norddeutschland und es ist überhaupt kein Problem. Sachen wie Desertec hätten etwas Entwicklung benötigt, aber Höchstspannungsgleichstromtrassen innerhalb der EU stehen nur von einer Schwierigkeit: Der Engstirnigkeit unionspolitischer Dunkeltalbewohner, die den Bau südlich der Mittelgebirge unmöglich machen.
Was ist, wenn es dann mal keinen Wind gibt? Keine ausreichende Menge gespeichert ist?
In ganz Europa? Und gleichzeitig schaltet jemand die Sonne ab? Und die Wasserkraftwerke in Alpen und Skandinavien sind alle leer? Unwahrscheinlich. Aber ja: Dann hätten wir ein Problem.
Genauso wie wir ein Problem haben, wenn in einem heißen Sommer den AKWs und einigen fossilen Kraftwerken das Kühlwasser ausgeht. Letzteres ist übrigens alles andere als unwahrscheinlich, sondern schon mehrfach vorgekommen und in Zukunft regelmäßig zu erwarten. Also nein: EE haben keine 100%ige Versorgungssicherheit. Aber eine höhere als bisherige Lösungen und die scheint ja den meisten Leuten gereicht zu haben.
Dann müssen diese Gaskraftwerke aber auch erstmal in ausreichender Anzahl gebaut und genutzt werden... Und auch eine gewisse Versorgungssicherheit festgestellt werden.
Russland ist politisch eine reichlich unsichere Quelle und ob Norwegen unseren Bedarf so umfassend decken könnte?
Wir können schon heute den gesamten Gasbedarf vieler Wochen aus den vorhandenen Speichern decken, weitere einzurichten wäre relativ einfach. Mehr braucht es für ein Back-Up-System, dass nur 5-6 mal im Jahrzehnt Extremfälle überbrückt, auch nicht. Der Gesamtverbrauch wäre gering und vermutlich sogar aus deutschen Vorkommen zu decken, idealerweise würden wir die Speicher mittelfristig mit Syntehesgas füllen, und die Speicher sorgen dafür, dass kurzfristige Spitzen problemlos bewältigt werden können. Nur die Kraftwerke selbst müssten halt vorrätig gehalten werden - und nicht abgebaut, wie in den letzten Jahren, als Gaskraftwerke zugunsten von billigerem Kohlestrom vom Netz gingen.
Interessant wäre u.U., ob man alte Kohlekraftwerke auf Gas umrüsten kann und falls ja, ob das wirtschaftlich machbar ist. Ein Bekannter von mir arbeitet in einem Kraftwerk, wo man vor einigen Jahren die Kohlekessel abgeschaltet hat. Jetzt läufts auf Gas - die Turbinen dafür waren aber schon zu Kohlezeiten vorhanden...
Eine Dampfturbine kann mit jeder Wärmequelle arbeiten, auch AKW-Turbinen ließen sich so weiter verwenden, aber direkte Gasturbinen arbeiten effizienter und sind nicht so teuer. Das muss man im Einzelfall durchrechnen und wir mit Blick auf benötigte Back-Up-Leistung auch gemacht. Das nette an den KKW und AKW-Standorten ist aber eher die gute elektrische Anbindung. (Und natürlich haben CSU & Co ein Interesse daran, dass der Norden weiterhin bei ihnen Strom einkaufen und damit Gewinne bescheren muss, anstatt umgekehrt Strom zu verkaufen. Wäre ja auch peinlich, wenn man jetzt mit viel Engagement den Länderfinanzausgleich abwürgt und dann in ein paar Jahren selbst betteln muss, weil man keine AKW-Subventionen und -Einkünfte mehr hat.)
denn ansonsten müssten so dermaßen viele regelbaren Kraftwerke vorgehalten werden, dass das in einem wirtschaftlichen Disaster endet.
Tatsächlich ist das kein wirtschaftliches Desaster, sondern gängige Praxis. Sämtliche Photovoltaikanlagen werden für leicht bedecktes Durchschnittswetter konstruiert. Zur Mittagszeit an Sonnentagen könnten die meisten Anlagen (solange es nicht zu heiß wird) mehr als die sogenannte "Peak"-Leistung liefern, aber man installiert gar nicht erst die nötige Wandlerleistung um das einzuspeisen, weil es sich nicht lohnt, auf Produktionsspitzen zu dimensionieren. Stattdessen installiert man soviel Zellen zusätzlich, dass man auch mittelmäßigen Bedingungen noch die gewünschte effektive Leistung hat nur in Worst-Case-Szenarien auf andere Stromquellen zurückgreifen muss. Das mag jetzt verschwenderisch anmuten, aber selbst mit dieser Verschwendung ist Solarenergie eben immer noch viel billiger, als Atomstrom.
Sorry, das ist leider wieder falsch.
Die Stromaufnahme wird nur durch den Innenwiderstand der verlegten Leitungen begrenzt.
Äh - der aufgenommene Strom ist aber nicht das gleiche wie die aufgenomme Leistung und selbst erstgenannter hängt von der Leistung ab. Sonst könnte ich eine 5 W 6 V Glühlampe an die Steckdose hängen und sie würde mit 5 W Verbrauch/0,5 W Leuchtkraft rumleuchten, der Leiter hat schließlich den gleichen Querschnitt. Stattdessen wird sie durchbrennen, weil bei höherer Spannung entsprechend mehr Strom fließt. Analog schluckt ein und dieselbe Herdplatte mit ein und demselben Leiter mehr Leistung, wenn sie an 250 V statt an 210 V betrieben wird. Mit sinkender Spannung im Netz sinkt also auch die Leistung der angehängten Verbraucher, zumindest solange es entsprechend einfach aufgebaute Systeme sind. Das sind die ganzen größeren Verbraucher aber schon aus Kostengründen - niemand baut ein nachregelndes Schaltnetzteil für einen Wasserkocher.