AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet
Leider nicht:
Zeitschwund | c't | Heise Magazine
Dort kann man auch nachlesen, dass Quartzwerke prinzipiell ungenauer sind als Geräte, die auf die Netzzeit zurück greifen.
Okay, wird das also doch noch genutzt. Und ich dachte, ich wäre technologisch rückständig
Die Angabe von Heise, dass die Dinger genauer werden, finde ich aber ein bisschen merkwürdig. Deren Graphen berichten von bis zu 20 Sekunden Fehlgängig pro Tag bevor es zu großen Netzverschiebung kam. Das wären mehrere Minuten die Woche. Schon meine Quarz-Armbanduhr schafft <120 Sekunden pro Halbjahr und ist damit dentenziell genauer als das Ding an meinem Herd.
Zugegeben, zu der Zeit war ich noch ein Kindergartenkind und hatte andere Sachen im Kopf. Trotzdem ist es doch völlig verständlich dass man abwiegt, ob man lieber die Wirtschaft belastet und damit Arbeitsplätze sowie die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet oder ob man die Bürger belastet.
Nein, dass man drei Jahre lang "abwägt" oder genauer gesagt immer neue Foderungen in die Runde schmeißt, ist nicht selbstverständlich. Selbstverständlich wäre es gewesen, wenn sich schwarz-gelb eine Meinung gebildet und diese dann umgesetzt hätte. Und unabhängig davon, welche Meinung das gewesen wäre: Die Solarwirtschaft hätte es verkraftet. Stattdessen wurde schon während der Wahl groß posaunt "wir werden die Vergütung deutlich senken" und dann haben mehrheitlich irgendwelche Hinterbänkler mehrere jahrelang im Abstand von 1-2 Monaten neue Vorschläge verbreitet, wie denn die neue Vergütung "bald", "sofort" oder teilweise sogar "rückwirkend" aussehen soll, während Merkel und Westerwelle abseits seltener, ergebnissloser Treffen, gar nichts gemacht haben. Wohlgemerkt: Beide Parteien wollten die Vergütungen deutlich senken. Da saßen nicht zwei gegenläufige Interessen am Tisch, die hart auf hart verhandelt haben. Das ganze wurde einerseits als ein Thema abgehandelt, dass so wichtig ist, das man alle naslang neue Konzepte in den Raum werfen musste, aber gleichzeitig als ein Thema, bei dem scheinbar keinerlei realer Handlungsbedarf bestand. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass beide Parteien nur während der Wahl niedrigere Stromkosten versprechen wollten, ihnen danach aber alles egal war und sie sich einfach als Sprachrohr der großen Kraftwerksbetreibern zur Verfügung gestellt haben. Auf alle Fälle waren am Ende RWE, EON, EnBW und Vattenfall die ganz großen Profiteure dieses Hick-Hacks - zufällig(?) genau die gleichen Unternehmen, mit denen man sich bei den Verhandlungen über den Ausstieg aus dem Rot-Grünen-Atomausstieg so wunderbar gut verstanden hat.
Wie gesagt: Von der tatsächlich erfolgten Politik wäre das ganze nur die Unions- und erst recht FDP-typische Ablehnung von Klimaschutz gewesen und die hätte die Solarindustrie nur am weiteren Wachstum gehindert. Aber die Verzögerungs- und Verunsicherungstaktik hat eine DER globalen Boombranchen, in der Deutschland auch noch führend war, in Deutschland getötet. Und das ausgerechnet diese Wirtschafsexperten diesem Prozess drei Jahre lang zugesehen haben, ohne etwas zu merken, ohne die immer lauter werdenden warnenden Stimmen zu hören, ohne die ersten Pleiten der kleineren Anbieter zu registrieren, ohne auf den extremen Ausbaustop zu achten, der sofort sichtbar wurde und den zahlreiche Umweltverbände, die Opposition, etc. regelmäßig hingewiesen haben, dass ist absolut unglaubwürdig. Die deutsche Solarbranche wurde von CDU/CSU und FDP mit voller Absicht vernichtet; das war nichts weiter als der Kampf grüne EEG-Lobby vs. schwarz-gelbe Atom-&Kohle-Lobby und man wollte es der ersteren mal so richtig zeigen, während man letztere bis heute hofiert.
Die Unternehmen sind schlicht an der günstigeren ausländischen Konkurrenz pleite gegangen, die mangels entsprechender Lohnniveaus, Sozialstandards und Achtung von Menschenrechten und Umweltschutz deutlich billiger produzieren und ihre Waren mangels Zöllen, Importbeschränkungen und aufgrund zu niedriger Transportkosten hier günstiger anbieten können wie die heimische Konkurrenz.
Wie du selbst sagtest: Du hast die Sache damals kaum verfolgt. Chinesische Importe spielten eine untergeordnete Rolle, waren qualitativ noch nicht voll konkurrenzfähig, aufgrund von erst im Aufbau befindlichen Vertriebsstrukturen noch so viel billiger und insgesamt auf dem deutschen Markt von untergeordneter Bedeutung. Die deutschen haben damals auch nicht einfach mit chinesischen Modulen weiter ausgebaut, sondern sie haben gar nicht ausgebaut. Guck dir einfach die
Ausbau-Zahlen an:
2000|2001|2002|2003|2004|2005|2006|2007|2008|2009|2010|2011|2012|2013|2014|2015|2016
0,10|0,08|0,08|0,15|0,61|0,86|0,83|1,10|1,50|4,49|7,11|7,49|8,3|3,31|2,29|1,5|1,5
2000 ist das rot-grüne EEG in Kraft getreten, mit 2-3 Jahren Planungsverzögerung wuchs der Ausbau im Schnitt jedes Jahr um 20-50%. 2009 kam Schwarz-Gelb an die Macht, sofort stagnierte der Ausbau. Zwei Jahre lang wurden noch bereits geplante Projekte umgesetzt, danach brach der Markt radikal ein. 2008 war Solarworld das am schnellsten wachsende Unternehmen Deutschlands und es gab einen (wohl nicht ganz ernst gemeinten) Vorschlag, Opel aufzukaufen. 2011 schrieben sie erstmals rote Zahlen, 2012 war die Zahlungsfähigkeit nicht mehr gegeben. In den 2-3 Jahren dazwischen ist die chinesische Solarindustrie nicht von null auf ihr heutiges Niveau gesprungen. Die gab es davor schon und sie hatten danach noch einiges an Wachstum (z.T. auf Grundlage des Know-Hows aus deutschen Konkursen) vor sich, ehe sie da hingekommen sind, wo sie heute sind. Aber was sich in den 2-3 Jahren schlagartig geändert hat: Merkel+Westwelle.
Dazu mal eine Frage: Werden die EE-Förderungen 100%ig durch die EEG-Umlagekosten finanziert oder decken die EEG-Umlagen nur einen Teil und der Rest wird aus Steuergeldern bezahlt?
100% Umlage. Genauergesagt: 240%, denn die Umlage ist weitaus höher als für die reinen EE-Förderungen benötigt wird. Nur 40% gehen an die Betreiber grüner Kraftwerke, selbst Ausgleichszahlungen an Stromkonzerne und Entlastungen für energieintensive Industrie (zusammen 43%) haben einen größeren Anteil. Man sollte also eigentlich von einer "alte Umweltverpester Umlage" sprechen.
http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/_processed_/csm_EEG_Zusammensetzung_2014_02_76b73a163d.jpg
Needless to say dass die Perversion des Konzeptes nicht von Anfang an gegeben war. Selbst 2013 waren es immerhin noch 49% EE-Förderung
https://cdn.daa.net/images/strom-sparen/eeg-umlage-2013.jpg
(Anm.: Da Einnahmen und Auszahlungen über den Bund laufen und die Höhe der Umlage nur unregelmäßig politisch angeglichen wird, finden sich auch Jahre mit Zuschusszahlung, genauso aber auch Überschussjahre. Im langfristigen Mittel entsprechen die EEG-Einnahmen den EEG-Ausgaben. Nur das letztere eben zu großen Teilen gar nicht an EE-Betreiber, sondern an EE-Gegner fließen)
Energiekosten sind nur ein weiterer Teil des Eisbergs, die Deutschland für neue Industrieunternehmen oder sonstige Firmen zunehmend unattraktiv machen (wo nicht das Produkt/die Dienstleistung zwangsweise vor Ort erzeugt/geleistet werden muss). Die Niederlanden sind auch nicht so viel billiger als dass sich ein Umzug lohnen würde - Rumänien wäre da schon eher passend (Nokia...).
Genauer gesagt sind sie ein ziemlich kleiner Teil des Eisbergs, solange man nicht ein Unternehmen ist, dass Energie in gigantischer Menge verschwendet und sonst kaum Ausgaben (z.B. kein Personal/Arbeitsplätze) hat. Die immer noch recht niedrigen deutschen Strompreise treffen also nur die Unternehmen hart, die wir eigentlich gar nicht haben wollen und die außerhalb Islands ohnehin keine Zukunftsperspektive haben. Während man darüber streiten kann, wie hoch Abgaben für Unternehmen allgemein sein sollten, ist somit offensichtlich, dass Ressourcen-Verbrauchs bezogene Abgaben die wünschenswerteste Lenkungswirkung überhaupt entfalten. Wir wollen hier keine vollautomatisierten Aluminiumhütten (extremer Stromverbrauch, keine Arbeitsplätze, geringe Wertschöpfung), sondern die Spitzen der Entwicklungszentren und der Digitalisierung (recht geringer Stromverbrauch, viele hochbezahlte Arbeitsplätze, enorme Wertschöpfung) ansiedeln. Aber den Staat finanzieren durch besonders hohe Abgaben auf Arbeit, mäßige auf Profit und lächerlich geringe auf Energieverbrauch.
Ich weiß zwar nicht, aber generell produzierende oder verarbeitende Industriebetriebe will die Mehrheit hier garantiert nicht loswerden, vermutlich nicht mal viele Grüne oder Linke. Das sind hier die größten Arbeitgeber im Land, die damit auch zu großen Teilen für unseren Wohlstand sorgen und insbesondere unser Sozialsystem finanzieren. Obendrein sind solche Betriebe in unserem Alltag von solch einer Bedeutung, dass Kostensteigerungen quasi alles deutlich verteuern würden. Am Ende würde das "Abschieben" solcher Industrie das Problem nur verlagern und damit anderswo den CO2-Ausstoß steigern.
Es werden in Zukunft schlichtwenig weniger Stahlwerke gebraucht und die sind auch nicht die größten Arbeitgeber im Land, wenn auch wichtige in einigen ohnehin arg gebeutelten Gegenden. Das gleiche gilt für Kupferverhüttung, Zementherstellung, Aluwerke, etc.: Wenn die Menschheit es ernst meint mit der Vermeidung einer totalen Klimakatastrophe, dann machen all diese Werke sowieso bald zu. Indem wir sie mit Subventionierungsmaßnahmen künstlich am Leben erhalten, haben zwar ein paar Leute etwas länger einen Job, aber diese Schwerindustrie-freundlichen Bedingungen gibt es nicht gratis. Das gleiche Budget fehlt an anderer Stelle, um zukunftsfähige Branchen wachsen zu lassen. Wie oben schon erwähnt:
Schwarz-Gelb stand Ende der 0er Jahre vor der Wahl "Kohle oder Solar". Sie haben "Kohle" gewählt (Linke und SPD waren nicht unglücklich darüber), aber was hat das der Volkswirtschaft langfristig gebracht, außer technischen Rückstand, weniger Einnahmen und mehr Kosten?
Genau die gleiche Situation haben wir jetzt mit der Autoindustrie. Ja, natürlich sind das
jetzt viele Arbeitsplätze. Aber wir träumen von einer Zukunft, in der nur noch halb oder ein Viertel so viele Autos unterwegs sind und kein einziger deutscher Konzern hat in den letzten Jahrzehnten nenneswert in Deutschland ausgebaut, der Importanteil ist immer weiter gestiegen. Wenn die Nachfrage künftig zurückgehen sollte, dann werden die nicht die neueren Werke in Tschechien oder Rumänien schließen, sondern die in Deutschland. Und ob wir jetzt ein paar Milliarden Subvention reinpumpen oder nicht, wird daran nichts ändern. Aber an anderer Stelle könnten die gleichen Summen dafür sorgen, dass es in 20 Jahren deutsche Unternehmen gibt, die etwas international marktfähigeres als dreckige Diesel im Angebot haben.
Naja, die Leute fangen an sich zu fragen, wo das ganze Geld für die durch die Flüchtlingswelle entstandenen Kosten herkommt, welches vorher für diverse Dinge nicht da war und weshalb so viel kaputtgespart wurde.
Diese Leute haben meist keinen Plan, was für Geld überhaupt wegen Flüchtlingen an wen gezahlt wird.
Wieso die Löhne im Osten so viel geringer sind wie im Westen.
"Marktwirtschaft" (+Treuhand)
Wieso die Renten im Osten so viel geringer sind wie im Westen. Obwohl die Mauer seit fast 30 Jahren weg ist und immer die deutsche Einheit propagiert wird. Wieso immer europäische Einigkeit gepriesen wird,
Was hat das noch mit Rassismus zu tun?
sich aber gerade in der Flüchtlingsfrage manche Staaten aus ihrer Verantwortung ziehen.
Sind diejenigen mit rassisten an der Macht...
Da solche Parteien wie die AfD (welche mittlerweile leider nunmal eindeutig ins Rechtsextreme abgedriftet ist) zu wählen ist natürlich keine Lösung. Diese Fragen werden aber leider hauptsächlich von dieser Partei angegangen, weshalb sie leider auch einen entsprechenden Zulauf hat.
Nein, von dieser Partei werden gar keine Fragen angegangen. Eine Frage angehen bedeutet, Lösungskonzepte zu schaffen. Die AFD polemisiert allenfalls Themen, aber sonst ist sie schlicht arbeitsunfähig. Wie soll ein Haufen Spinner, die nicht einmal eine Wahlliste regelkonform aufgestellt bekommen, jemals konstruktiv Regierungsarbeit leisten? Seitdem Abschied von der Neoliberalen Proffessorenpartei für Wirtschaftsförderung hat die AFD keinerlei Konzepte mehr abgeliefert. Die ist immer nur "dagegen", aber nie für etwas. Weil ersteres verdammt einfach ist, jeder kann dutzend Beispiele aufzählen, wo etwas schlecht läuft. Aber das Schwierige ist zu sagen, wie man es besser machen könnten. 9 von 10 Leuten haben keine Idee dazu. Einschließlich der AFD. Und noch wichtiger: 50 von 100 Leuten haben eine andere Vorstellung davon, in welche Richtung überhaupt "besser" liegt. Aber dazu schweigt sich die AFD lieber aus, weil sie nämlich die Hälfte ihrer Wähler vergraulen würde, wenn sie irgend eine Richtung, irgend ein Konzept auch nur andeuten würde.
Sicher, im internationalen Vergleich haben wir ein halbwegs gutes Schulsystem. Aber gerade im Vergleich mit manch nordeuropäischen oder westeuropäischen Ländern stinkt das deutsche Schulsystem aber mal gnadenlos ab.
Welche Westeuropäer? Frankreich? Spanien?? die staatlichen Schulen in England??? Nö, nö, nö. Wie gesagt: Die Skandinavier haben uns da etwas voraus, weil sie einsehen, dass man keinen langfristigen Erfolg hat, wenn man sein Geld in kurzfristige Wirtschaftsklientelpolitik investiert. Aber das wars auch schon, insgesamt stehen wir ganz gut da. Und alle skandinavischen Staaten zusammen haben eben auch nur so viele Einwohner wie die 2-3-4 größten Bundesländer zusammen und deren klimatische Verhältnisse schreckt wirklich viele ab.
Weil man diesen Markt durch offene Grenzen völlig kaputtgemacht hat und ihm jegliche Zukunftsfähigkeit genommen hat
WTF??
Wie bitte schön macht man einen internationalen Markt mit offenen Grenzen kaputt? Die sind Voraussetzung dafür, dass er überhaupt existieren kann. Mit geschlossenen Grenzen hat man nur nationale Märkte. Und ja: Auf denen können sich die von dir genannten Effekte einstellen, aber es ist volkswirtschaflich nun einmal einfach nicht möglich, Rohstoffe zu importieren und dann nur national verkaufen. Irgendwas muss man auch exportieren, um die Importe zu refinanzieren und insgesamt lebt Deutschland davon nicht schlecht. Nur rutschen wir langsam aber sicher in eine Falle, weil die meisten unser Exportschlager auf Technik aus dem letzten Jahrtausend basieren, die wir zwar in sehr hoher Qualität anbieten, die aber in Zukunft immer weniger benötigt wird und an immer mehr anderen Orten der Welt in ausreichender Qualität bereitgestellt werden kann.
Wenn ich mir immer anhören muss, dass der chinesische/asiatische Markt für europäische Unternehmen immer interessanter wird und z.B. deutsche Autos in China der Renner sind, kann ich über diese Aussage nur lachen.
Hör dir die ******* an und lache, ich kriege dabei nur das Weinen. Du hast es selbst am Anfang deines Postings festgestellt, aber fünf Minuten später offensichtlich schon wieder vergessen:
Nein, "deutsche" Autos sind in China nicht der Renner. Die gibt es da fast gar nicht respektive nur mit hohen Importzöllen. Was sich gut verkauft sind chinesische Autos an deren Produktion ein Konzern mit Hauptsitz in Deutschland eine Minderheitsbeteiligung hat. Davon profitiert Deutschland als Volkswirtschaft aber kaum und seitdem China radikal gegen die resultierende Luftverschmutzung vorgeht, hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Ausgehend von fast null und mit einem gigantischen, unterversorgten Markt steigen die Umsätze zwar noch, aber die Wachstumszahlen der Joint Ventures mit deutschem Anteil sind lächerlich verglichen mit dem wie Pilze aus dem Boden schießenen 100% chinesischen Unternehmen und mittelfristig wirst du in den Boomstädten gar keine Verbrenner mehr loswerden.
Kommt hier wieder der Autohasser in einem durch oder wie kommst du auf den Diesel?
Fällt dir ein weiteres Produkt ein, dass von Scheuer, Merkel, Scholz und Altmeier in gleichem Maße hofiert wird? Nein? Mir auch nicht.
Deutschland war mal in einer ganze Menge mehr wie Autos eine der führenden Nationen - bis man sein Wissen ins Ausland verkauft hat. Ja, durchaus auch auf Betreiben der Wirtschaftsparteien und der Wirtschaft an sich, die das schnelle Geld gesehen hat ohen an die langfristigen Probleme zu denken.
"auch"? Wer hat denn sonst noch Industrie-Know-How verkauft, wenn nicht die Industrie selber?

Und nein, die die das entschieden haben, haben nicht an "langfristige Probleme" gedacht, weil es aus deren Sicht keine langfristigen Probleme gibt. Die haben verkauft, was einen Wert hatte, als es noch einen Wert hatte. Verabschiede dich von engstirnigem nationalistischen Denken, es gibt keine "deutschen" Konzerne. VW ist nicht mehr KdF, sondern ein globales Unternehmen. Und denen ist es vollkommen egal, ob ihre Gewinne aus Deutschland/nach Deutschland fließen oder irgendwo anders her/hin. Das gleiche gilt für alle anderen Unternehmen. Und ein internationaler Konzern versteht unter "langristigem Denken" auch nicht 50 Jahre das gleiche zu machen. Das sind Denkmuster kleiner regionaler Betriebe mit enger Kundenbindung und Spezialisierung. Aber global Playern, die wir in Deutschland ja ach so toll finden und zu deren Gunsten jetzt sogar die Kartelgesetze geändert werden sollen, stehen alle Investitionsmöglichkeiten der Welt offen und wenn es deutlich lukrativere gibt als die bisherigen, dann ist es sinnvoll ein Geschäftsfeld zu verkaufen -selbst wenn es noch Gewinn bringt- und die Einnahmen woanders zu investieren, wo das gleiche Kapital mehr bringt.
Willkommen im Kapitalismus.
Wenn du was anderes willst, musst du bei der Linken anrufen.
Übrigens halte ich den Diesel als Übergang bis zur Brennstoffzelle tatsächlich für besser wie Otto- oder Batterieautos. Der CO2-Ausstoß ist geringer wie beim Benziner und die Batterieautos haben halt das Akkuproblem.
Als Hauptproblem sehe ich bei den Autos derzeit eher die überhandnehmende Übermotorisierung (einhergehend mit überflüssigem Schadstoffausstoß) und der Hang zu überflüssig großen Autos (einhergehend mit den Platzproblemen im städtischen Bereich). Selbst ein beschissener 1,0L-Polo fährt mittlerweile 180...
Wenn man Umwelt und Gesundheit im Hinterkopf behalten hätte, hätte der Diesel die bessere Technik sein können. Können. Bei kleinen, leichten Fahrzeugen sind leichtere Benziner aber schnell die bessere Lösung und seitdem auch die sehr effizient geworden, reale 6 l Benzin bei Tempo 130 sind mit vier erwachsenen Personen + Gepäck kein Problem. Und Benzin-Selbstzünder mit noch höherer Effizienz kommen dieses Jahr auf den Markt. Aber natürlich nicht von deutschen Herstellern, obwohl das Konzept schon vor Jahrzehnten in Deutschland diskutiert wurde, denn hiesige Autobauer können sich eben darauf verlassen, dass sie auch antike Rußgeneratoren weiter verScheuern dürfen.
Würde dann die Autoindustrie noch zur Rechenschaft gezogen werden und zur Zahlung der Kosten für Hardwarenachrüstungen verdonnert werden, hätte man genug Zeit gewonnen, bis die Brennstoffzelle spruchreif wird.
Hätte. Hat die deutsche Politik aber nicht. Genauso, wie sie vorher zwei Jahrzehnte lang bei der Entwicklung des Problems zugeguckt hat. Auch das ein Fall von vertanener Lenkungswirkung für die Zukunft: Die Konzepte, die jetzt nachträglich umgesetzt wurden, waren bei deutschen Zulieferern alle schon 2000 einsatzbereit. Aber sie hätten die Gewinne der Autobauer begrenzt, die die für Investitionen in chinesiche Unternehmen brauchten, weswegen die deutschen Lobby-Schoßhündchen (sowohl bei Union und FDP als auf SPD, bei dem Thema gilt die ganz große Koalition) dafür gesorgt haben, dass in der ganzen EU Stillststand herrschte.
Stattdessen hätte man Deutschland und Europa auch zu einem Markt mit Leitfunktion machen können, deutsche Autotechnik zu der gesuchtesten des Jahres 2020 und ganz nebenbei unsere Gesundheitsprobleme in Innenstädten sowie die Klimabelastung unseres Verkehrs senken können, einfach in dem man die Schlupflöcher in den Testzyklen geschlossen hätte. Hat man aber nicht; die Chinesen hats gefreut.
Angesichts dessen, dass wir einen Bevölkerungswachstum hatten, unsere Wirtschaft kontinuierlich gewachsen ist und wir gleichzeitig unseren Wohlstand immer weiter steigern konnten - ja.
Abgesehen davon, dass wir mit zuviel Bevölkerung, leistungsfähiger Wirtschaft und mehr als Wohlstand als beinahe alle anderen gestartet sind: Auch die anderen haben in diesen drei Aspekten zugelegt.
Also bleibt immernoch 31 Länder, die erstmal unser Niveau erreichen müssen.
Du freust dich auch, wenn du beim Schach Platz 2 belegst, während dein Erzfeind nur Vorletzter wird, oder?
Wie gesagt: Unter den Staaten, die mindestens
50% unserer Emissionen hatten, sind wir bei relativer Einsparung immer noch nur im Mittelfeld. Ein großer Teil von denen verbraucht aber weiterhin weniger, auch wenn sie prozentual weniger eingespart haben. Das ist einfach keine Leistung, auch wenn du offensichtlich stolz darauf bist, dass wir gar nicht erst versuchen was zum Klimaschutz beizutragen, sondern lieber an Wohlstand und Wirtschaft arbeiten.
Mal gucken, was davon noch übrig bleibt, wenn 1-2 Milliarden Menschen in Südostasien und Afrika sich ein neues Zuhause suchen. 10-20 Millionen Syrer haben ja schon ein halbes Jahrzehnt lang für Untergangsstimmung in Deutschland gesorgt.
Die vier Länder lasse ich durchaus als besser unter gleichen Voraussetzungen durchgehen - wobei gerade die Schweiz durch ihren Finanzmarkt enorme finanzielle Vorteile hat.
Zu den anderen Ländern kann ich nur sagen: Entweder ist der Wohlstand (BIP pro Kopf) deutlich geringer, der Anteil des Dienstleistungssektors am BIP (=Wohlstand) deutlich höher oder die Länder haben z.B. in Form von besseren Voraussetzungen für EE (Geothermie, Windkraft)
Es muss also nur der etwas für den Klimaschutz tun, der in der Vergangenheit seine Wirtschaft richtig ausgerichtet hat und zufällig besonders gute geologische Bedingungen hat oder arm ist? Während Staaten, die reich sind, ihre Landschaft schon mit anderen Dingen zugestellt haben (Deutschland ist beispielsweise optimal für Biomasse und hat Bedingungen für Pumpspeicher, von denen die Niederlande nur träumen können), lieber daran arbeiten sollten, noch reicher zu werden? Das ist dein Weg in die Zukunft?
Gewiss haben wir was zu tun, aber nicht in solch einem Maße, dass die Energiewende überbordende finanzielle Einbußen entstehen, die auch Privatleute enorm belasten. Sowas ist zwangsweise ein langfristiges Projekt. 2038 als Kohleausstieg halte ich durchaus für ein realistisches und machbares Ziel - 2030 nicht. Das ist in 11 Jahren...
Wir haben 20 Jahre lang verpennt, etwas zu tun und jetzt forderst du, dafür auch noch belohnt zu werden, anstatt die Rechnung zu zahlen.
Und wie sie einen Einfluss drauf hat - weil dankenswerterweise nach Sonnenuntergang die Wände keine Wärme mehr abgeben können und die Fenster im recht windarmen Sommer eher ein Tropfen auf den heißen Stein sind.
Was für Wärme sollen Wänden denn abgeben, wenn sie dank guter Isolierung erst gar keine aufgenommen haben?
Natürlich kann es zu Spitzenlastzeiten auch bei viel Grundproduktion zu Engpässen kommen. Aber mit einer viel, viel viel geringeren Wahrscheinlichkeit von Auswirkungen, als wenn man die Mindestlast aufs absolute Minimum oder gar Null reduziert.
Deine "geringe Wahrscheinlichkeit" ist Normalzustand in Deutschland und es gibt keine "Mindestlast", die man kontrollieren könnte.