Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

So wirklich viele Infos findet man wegen der Rechtsform zwar nicht.
Da bestünde aber eine sehr wahrscheinliche Möglichkeit: Indem schlicht mit einer geringeren Rendite gearbeitet wird. Ist ja jetzt kein großes Geheimnis, dass bei vielen Markenartikeln Preise verlangt werden, die um ein Vielfaches über den Produktionskosten liegen. Und die Preise auch alleine deshalb höher sind, weil Marke X draufsteht.

Obendrein wären schlicht auch geringere Marketingausgaben möglich. Denn zugegeben: Trigema hat mir bis eben nix gesagt.
 
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@ interessierter User

Du weißt aber schon, dass Induktivitäten Blindströme erzeugen, welche ja irgendwie kompensiert werden müssen?
Da beginnt ja der Ärger mit der Übertragung des Stromes

Wenn Dich das Thema intetressiert, wirst Du auf dieser Seite sehr viel interessantes finden. Den lese ich regelmäßig, um auf dem Stand zu bleiben, also die Energiechroniken. Da kann man stundenlang lesen ...
Leitseite von Udo Leuschner
ENERGIE-CHRONIK, eine monatliche ?bersicht der wichtigsten Ereignisse in Energiewirtschaft und -politik

Hier geht es z.B. um Phasenschieber
Phasenschieber ersetzt Blindleistung des KKW Grafenrheinfeld
 
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Selbst mir als jemand der nicht aus den gebrauchten Bundesländern stammt, sagt Trigema etwas.

Wie kann man Trigema nicht kennen?

Ich kaufe seit Jahren dort einen großen Teil meine Kleidung und bin bis dato eigentlich immer mit der Qualität im Verhältnis zum Preis zufrieden gewesen. Etwas das ich von vielen anderen Herstellern unbedingt uneingeschränkt behaupten kann.
 
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Es wird verbraucht, was ins Netz eingespeist wird. So herum ist es richtiger.

Das ist natürlich Quatsch, die Generatordrehzahl im Kraftwerk wird anhand der Lasten ( Verbraucher) geregelt. Wird mehr Leistung abgefordert, sinkt die Drehzahl und damit die Frequenz, die logische Konsequenz ist, dass das Kraftwerk nachlegen muss um innerhalb des vorgeschriebenen Frequenzbereichs zu bleiben. Umgekehrt darf der Generator nicht zu schnell laufen und der Erzeuger muss gedrosselt werden. Alles andere wäre auch Unsinn. Einige Kraftwerkstypen können das halt besser oder genau gesagt, schneller ausregeln (Gas) als andere (Kernenergie, Kohle).

Jeder Wechselspannungsmotor im Netz läuft beispielsweise mit oder mit einem Vielfachen der Generatordrehzahl (sofern kein Frequenzumrichter, USV Anlage und ähnliches vorgehangen ist). Mann stelle sich vor, es würde nur eine bestimmte Leistung im Netz bereitgestellt, die verbraucht werden kann und plötzlich schmeißt jemand seinen 500 KW Kaltwassersatz an. Das hat auch was mit Netzqualität zu tun, die im übrigen bei uns in Europa im Weltweiten Vergleich sehr gut ist. In Deutschland regelt das die DIN EN 60038.

Die zulässige +-10% Spannungsabweichung durch die Energieversorger am Hausanschluss hat im Übrigen mit der Energieübertragung zu tun und nichts mit einer Lastregelung. Kabel und Leitungen sind nunmal keine Supraleiter und gerade bei Stichleitungen hat der letzte Verbraucher in der Straße weniger Spannung am Hausanschluss anliegen als der erste Verbraucher direkt neben dem MS/NS Transformator. Bei deiner Herdplatte musst du beispielsweise auch noch den Spannungsabfall ab Hausanschluss zurechnen, der kann auch nochmal üblicherweise bis zu 3 % betragen (ist abhängig von den TAB des örtlichen Netzbetreibers), bei alten Elektroinstallationen durchaus auch mehr.
 
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Das ist natürlich Quatsch,
Auch Du hast mich nicht verstanden. Es geht um Ursache und Wirkung.

Wird mehr Leistung abgefordert, sinkt die Drehzahl und damit die Frequenz,
Das sage ich doch, die Verbraucher passen sich der eingespeisten Leistung an, denn mehr als eingespeist wird, können sie nicht verbrauchen. In sehr kleinen Grenzen ist das Netz also selbststabilierend. Wenn zu wenig Leistung eingespeist wird, sinkt die Netzfrequenz und die induktiven Verbrauchen reagieren mit sinkender Drehzahl und oder sinkendem Stromverbrauch. Ebenso sinkt die Spannung und die ohmschen Verbraucher nehmen weniger Leistung aus dem Netz.

die logische Konsequenz ist, dass das Kraftwerk nachlegen muss um innerhalb des vorgeschriebenen Frequenzbereichs zu bleiben.
Aha, das sage ich doch. Wenn der Kraftwerksbetreiber mehr Leistung verkaufen kann, und davon lebt er, erhöht er die Leistung der Kraftwerke, um wieder in den idealen Bereich von 50Hz und 230V zu kommen. Denn, wie ich schon sagte, die Verbraucher verbrauchen die Leistung, die die Kraftwerke einstellen.

Insgesamt reicht es, wenn die Kraftwerke auf ca. 0,5% genau regeln, weniger ist besser, viel besser. Und in der Regel achten die Kraftwerksbetreiber darauf, dass es am Ende des Tages in Summe 0% Abweichung werden, man also mal eine etwas höhere Frequenz und mal eine etwas tiefere im Netz hat.

War das jetzt so schwer?
 
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Weißt du eigentlich was alles von der Netzfrequenz abhängt? Uhren in allen möglichen Geräten beispielsweise. Genau deshalb beträgt die Netzfrequenz idealerweise 50 HZ. Liegt sie darunter, laufen die Uhren langsamer, weshalb dann versucht wird diese Verlangsamung wieder aufzuholen indem man die Frequenz leicht über 50Hz anhebt.

Die Verbraucher passen sich eben nicht dem Erzeuger an sondern umgekehrt! Das hat nichts mit Kommerz zu tun, das war schon im Kommunismus so ! Und nebenbei bemerkt : Welcher Wasserkocher benötigt mehr Energie um ein Liter Wasser zum Sieden zu bringen: Der mit 500W oder der mit 1000W? Na?
 
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Die Aussage, dass das, was verbraucht wird auch eingespeist werden muss und zwar in der Gegenwart und ohne wirkliche Puffer, ist im ersten Ansatz richtig, im zweiten Ansatz muss man genauer schauen und sieht, dass der Verbrauch natürlich davon abhängt, was eingespewist wird. Reden wir von 2% sind das bei 50GW Leistung immerhin 1GW, also ein ganzes Kernkraftwerk. Darum muss mit nichten auf das Watt genau eingespeist werden. Im übertragen Sinne kann man sagen, jede Küche muss exakt soviel kochen, wie gegessen wird. Und, wann isst Du? Wenn die Küche es liefert. :)

Es sind nicht annähernd 2%, die Unterschiede sind viel geringer. Letztlich ist das Netz auch nur ein geschlossenes Stromkreislauf und dank Wechselstrom kann man nicht einmal von einer Kapazität als Pseudo-Kondensator sprechen. Aber eine Reihe der Verbraucher und Produzenten ist eben selbststabilisierend. Wie du schon gesagt hast: Bei zu hoher Last verschiebt sich die Netzfrequenz. Das ist (afaik) nichtsweiter als die direkte Auswirkung der höheren Last auf die Generatoren und somit Turbinen: Wird zuviel Strom benötigt, steigt der Widerstand und die Drehzahl fällt. Ähnlich wie ein zusätzlicher Verbraucher die Trittzahl am Fahrrad senkt, wenn man nicht fester Tritt. Auf dieser unteresten Ebene hat man schon die elektrischen Unterschiede ausgeglichen und in mechanische abgeleitet - die Schwungmasse der Turbinen wirkt tatsächlich direkt netzstabilisierend. Damit die Frequenzschwankungen nicht über 1% wachsen, puffert man dann schon nicht mehr elektrisch, sondern regelt aktiv die Dampfzufuhr (und ehe man die Heizleistung im Kessel/Kern anpasst, greifen erstmal Batteriespeicher und dann regelbare Wasserkraftwerke für Schwankungen im Minutenbereich)


Das ist eher ein netter Nebeneffekt der Globalisierung, die von allen so hoch gelobt wird. Die Chinesen sind nicht nur sehr viel billiger (Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Menschenrechte sind dort ein Fremdwort), die zwingen einem noch zu Joint Ventures und damit automatisch zu einem Technologietransfer.

Das ist der gängige Weg bei all den Unternehmen, die in Asien investieren wollen. Direkt unmöglich, sie müssen alles dem chinesischen Staat überlassen und bekommen dann einen 49% Anteil am Ergebnis. Im Falle der Solarbranche war das afaik aber tatsächlich nicht nötig. Der jahrelange schwarz-gelbe Hickhack um die EEG-Umlage hat den heimischen Markt komplett trockengelegt und die Unternehmen waren zwar weltweit führend und hatten angefangen, im Ausland aktiv zu werden, aber es waren immer noch echte mittelständische Unternehmen. Und die überleben das nicht, wenn der heimische Markt wegbricht. Da hat niemand sein Know-How in ein chinesisches Joint Venture verlagert, die sind schlicht an politisch herbeigeführten Auftragsmangel Pleite gegangen. (vermutlich hatte die FDP keine Ahnung von Wirtschaft und hat zuuuuufällig alles falsch gemacht) Die Chinesen haben sich dann das, was sie nicht schon selbst hatten (los ging es in China vorher) direkt aus der Konkursmasse gepickt, ohne Zusammenarbeit.

Ja, weil wir die Strompreise über die EEG-Umlage niedrig halten. Müssen die energieintensiven Unternehmen die im gleichen Maße bezahlen, wären die Unternehmen schneller weg wie du schauen würdest. Nicht nur würden dann die hohen Lohnkosten, die hohen Lohnnebenkosten und die hohen Kosten durch die enormen Umweltschutzmaßnahmen die Attraktivität verringern, sondern auch die hohen Energiekosten.

Du hast die Zahlen gesehen, die ich gepostet habe? Strom für Großverbraucher kostet in Deutschland 4,7 Cent. Haushalte machen nur 25% des Gesamtverbrauches aus. Wenn wir die privaten 6,88 Cent EEG-Umlage auf alle Verbraucher aufteilen würden, wären das +1,7 Cent für die Industrie, zusammen 6,4 Cent. Das ist weiterhin 1,1 Cent weniger als in Italien und nur 0,2 Cent mehr, als in Großbritannien. Gegenüber den Niederlanden wären wir dann 0,9 Cent im Nachteil, genauso wie wir heute 0,9 Cent im Vorteil sind. Wie viele Unternehmen siehst du gerade panisch aus den Niederlanden nach Deutschland flüchten? Genauso viele würden sich in Gegenrichtung bewegen, wenn man die Kosten fair verteilen würde: Quasi gar keine.
Wer richtig viel Energie verbraucht, der guckt sowieso auf Island und wer richtig Dreck macht, nach China. Dagegen sind ein paar Prozent mehr oder weniger in Deutschland nur ein Tropfen, der kaum ein Fass zum Überlaufen bringt. Ganz abgesehen davon, dass wir dreckige Energieverschwender gar nicht als Industrie haben wollen. Weder hier noch anderswo und wenn deren Produkte wegen Umzug und Transport teurer werden, können wir uns entsprechende Regulierungen sparen.
Auf Seiten der Konsumenten würde eine faire Verteilung die Akzeptanz aber deutlich steigern. (Vermutlich genau der Grund, warum sie nicht kommt.)

In Zeiten offener Grenzen und dem Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen hat einzig derjenige eine Zukunftsperspektive, der billiger ist. Fachkräfte und Wissen hat das Ausland mittlerweile mehr wie genügend, haben westliche Unternehmen doch genügend Fachwissen ins Ausland transferiert. Du würdest also unter den derzeitigen Bedingungen mit deiner Einstellung einzig dafür sorgen, dass Deutschland noch schneller an Wohlstand und Zukunftstauglichkeit verliert. Wir können nämlich preislich schlicht nicht mithalten, wenn wir unser Sozialsystem und unser Lohnniveau halten wollen.

Wir können in der Kategorie "billig" nie mithalten, egal was wir machen. Außer soviel von unserem Lebensstandard opfern, dass Klimaschutz ein Witz dagegen ist. Gäbe es hier nicht soviele Rassissten, Deutschland wäre eines der attraktivsten Länder für Fachkräfte weltweit. Selbst innerhalb Europas gibt es wenig Länder mit einem so hohen Sicherheitsniveau, wir haben, allen Unkenrufen zum Trotz, nach den skandinavischen Ländern eines der besten Bildungssysteme weltweit, in der Fläche mit die besten Krankenversorgung, sind für eine breite Palette von Herkunftsländern klimatisch interessant, kulturell längst ein Tourismusland, etc.. Es hat seine Gründe, dass man deutsche Fachkräfte mit fünfstelligen Jahreszuschlägen ins Ausland lockt, nicht mit dreistelligen, und dass selbst diese Fachkräfte oft nur für Projekte, aber nicht dauerhaft wegziehen. So ******* ich hier auch vieles finde: Große 95% der Welt sind schlimmer. Aber was wir nicht haben sind billige Arbeit oder Ressourcen. Wenn wir irgendwas verkaufen können, dann stetig nachzuproduzierendes Know-How, aber mit Schwerindustrie können wir in einem internationalen Markt nicht punkten und automatisierte Fabriken kann man auch überall hinpflanzen und macht das seit drei Jahrzehnten auch.

Wir können der Stahlindustrie noch so viele Milliarden in den Arsch blasen, die Chinesen werden die resultierenden Produkte nicht kaufen. Aber sie würden unsere Solaranlagen kaufen - hätten wir nicht deren Hersteller verramschen müssen - und unsere Windturbinen waren, dank der frühzeitigen Forschung und Entwicklung, mal ein globaler Exportschlager der sich ein Kopf- an Kopfrennen mit den Dänen lieferte. Heute sind wir froh, wenn wir letzteren die Stützen zuliefern dürfen. Alles dank einer Industriepolitik, der dreckige Diesel als Zukunftsprodukt gelten.

Seit den 70ern betrachtet um immerhin 25%. Seit den 2000 betrachtet immerhin um 10%.

Ich übernehm mal die Quelle Liste der Laender nach CO2-Emission – Wikipedia

Insgesamt 143 Nationen, für die Werte von 95 bis 2015 vorliegen. Sortiert nach prozentualen Einsparungen findet sich Deutschland dort auf Platz 34 mit 15%. Das soll gut sein? Ein Großteil der Staaten dahinter sind Dritte Welt Löcher, die bei quasi null angefangen haben. Zähle ich nur die Staaten, die 1995 mindestens 50% unserer damaligen Emissionen hatten, so sind das 51 und 20 davon haben ihre Emissionen stärker gesenkt. Von den 18, die mehr als wir verbraucht haben, haben 8 größere Einsparungen erzielt. Und alle außer den USA (ja, selbst die haben prozentual mehr eingespart als wird), Luxemburg (daran hängt das Weltklima!), Tschechien (die bösen, bösen Kohlebremser) und die VAR (ja, auch die geben sich mehr Mühe) verbrauchen heute pro Kopf sogar weniger.

Was Deutschland macht ist nicht nichts, aber auch alles andere als vorbildliches, sondern einfach nur mittelmäßig. Und das hat auch nichts mit Lebensstandard zu tun, dass wir nur mickrige 15% geschafft haben
Dänemark? Höherer Lebensstandard, 50% Einsparung.
Schweden? Höherer Lebensstandard, schon vorher niedrigere Emissionen gehabt, 41% Einsparung
Malta? Kaum geringerer Lebensstandard, schon vorher niedrigere Emissionen gehabt, 40% Einsparung
Großbritannien? Vergleichbarer Lebensstandard, weniger gehabt, 32% Einsparung
Finnland? Leicht höherer Lebensstandard, 29% Einsparung
Belgien? Vergleichbar, 25% Einsparung
Frankkreich? Genauso eine Industrienation, mit deutlich weniger Emissionen gestartet, 24% Einsparung
Italien? Von 7 auf 5,5 Tonnen CO2 pro Kopf (-23%), während du hier argumentierst, alles unter 9 Tonnen wäre existenzbedrohend für die deutsche Wirtschaft.
Schweiz? Von 5,9 auf 4,5 (ebenfalls -23%), muss wohl an deren niedrigem Lebensstandard liegen, dass die das können, aber wir nicht.
Irland hat -16% geschafft, ausgehend von unseren heutigen 9 Tonnen, und ich glaube die haben relativ zu uns seit 95 massiv an Lebensstandard hinzugewonnen.

Was machen alle diese Länder, was Deutschland nicht kann? "asiatische Löhne unterbieten" jedenfalls nicht, ganz im Gegenteil. Wir sind in Europa diejenigen, die das Lohnniveau stetig absenken, während andere ihren Lebensstandard an uns angleichen oder uns längst enteilen und TROTZDEM parallel noch ihre, oftmals von vorneherein niedrigeren CO2-Emissionen deutlich stärker senken, als wir es außerhalb einer Wirtschaftskrise je gemacht hätten.

Wiegesagt, angesichts unseres Wohlstandes wüsste ich nicht, wieso wir abbauen sollten.

Dieser Satz beschreibt das Desaster beim Klimaschutz vollumfänglich. :wall: :wall:

Wieso genau entbindet ein weich gepolsterter Arsch uns davon, etwas zu tun??? Genau das Gegenteil ist der Fall: Wir haben mit am meisten vom bisherigen Raubbau profitiert (und tun das weiterhin), wir sind mit am stärksten in der Pflicht, etwas gegen die Folgen zu tun.

Deshalb hatten wir über den vergangenen Wintern auch schonmal Versorgungsengpässe?
Deutsches Stromnetz in einem kritischen Zustand

Warum es diesen Engpass gab, steht doch im Artikel, den du selbst verlinkst?
Nur die Überschrift gelesen? Ich helfe dir weiter:
"So seien Kernkraftwerke in Frankreich und Belgien unerwartet ausgefallen, auch eines in Süddeutschland."
"Das reduzierte Stromangebot stieß auf eine große Nachfrage, die nicht zuletzt dem kalten Winterwetter auch in Frankreich geschuldet war"

Die ach-so-tollen Grundlastkraftwerke mit den Billionen Euro teuren Folgekosten waren das Problem. Nicht die EE. Um genau zu sein: Das nur von "Transportbedarf" und nicht von Produktionsengpässen die Rede ist, klingt sogar danach, als hätte die nordeuropäische Windkraft den Bedarf problemlos decken können (wie gut das Angebot war, kann ich 2,5 Jahre zurück nur schwer ermitteln), aber leider hat Seehofer ja beschlossen, nur "2-x" Leitungen von dieser Stromquelle zu der Verbrauchern zu bauen, denen dann letztlich mit Gaskraftwerken (erfolgreich) geholfen werden musste.


Was auch kein Wunder ist - die Dämmung hält auch im Sommer die Hitze drin. Klar, dass es dann Klimaanlagen braucht, wenn die Hitze anders nicht mehr aus der Wohnung/dem Haus kommt.

Ich habe lange genug mit Südwestblick in einem gut gedämmten Haus gewohnt und kann nur sagen: Absoluter Bullshit.

Keine Ahnung, wo du wohnst, aber in heißem Sommer leitet man für gewöhnlich keine Wärme über die Außenwand ab, weil du eben mit 30-35 °C heiße Luft nicht von 28 auf 25 °C Raumtemperatur kühlen kannst. Da schützt eine gute Wärmedämmung im Gegenteil vor Aufheizung durch die Wände (auch wenn das nur bei Dachwohnungen ein relevanter Faktor ist) und Abkühlung verschafft man sich nach Sonnenuntergang durch Lüften, worauf die Dämmung gar keinen Einfluss hat.

Weil das europäische Verbundnetz auch so wahnsinnige Kapazitätsreserven gehabt hat.

Schreibt wer was von "hat"? Haben könnte passt. Man darf die Planung halt nur nicht der CSU oder gewinnorientierten Atom- und Kohlekraftwerksbetreibern überlassen.

So wahnsinnig selten sind die Kombinationen windstill und bedeckt wohl nicht. Da braucht nur der Wetterbericht mal nicht stimmen...

Zieh mal für ein Jahr an die Küste und halt bis dahin die Fresse... :rollen:

Oh, eine gute Idee. Den Wirtschaftsstandort noch unattraktiver machen, indem man auch noch die Versorgungssicherheit bewusst in Frage stellt/mindert.

Badnews für dich: Das dritte Reich ist vorbei und die Auslastung von Großverbrauchern seit den 60er Jahren an die Produktion angepasst. Bislang heißt das: Die Metallverarbeitende Industrie dreht erst bei billigem Nachstrom voll auf, wenn die tollen ""Grundlastkraftwerke"" das Netz mit ihrer ungezügelten Abgabe zu sprengen drohen. Künftig heißt das: Elektrostahl- und Kupferabscheider legen den Schalter zur Mittagszeit oder bei Sturm um, wenn Photovoltaik respektive WKAs auf vollen Touren laufen. Den Arbeitszeiten der Mitarbeiter kommts zu gute.

Wiegesagt - wenn Grundlast kein Problem ist, wo kommen dann unsere Versorgungsengpässe der jüngsten Zeit her? Und jetzt willst du noch mehr Grundlast abbauen? :schief:

Wollen wir Günther Jauch spielen?
"Kann es in SPITZENlastzeiten auch bei übermäßiger GRUNDlastproduktion zu Engpässen kommen?"
a) Natürlich, das geht ja schon aus den Worten hervor
b) Natürlich, jeder mit einem Funken Ahnung vom Stromnetz kommt automatisch zu dem Schluss
c) Natürlich, das konnte man auch schon mehrfach im Thread nachlesen
d) Nein, ausgeschlossen, ich heiße iGameKudan

(Psst: Gegenüber dem Original wurde es etwas erleichtert, eine grüne Antwort zu finden)

Und was ist, wenn diese Vorräte mal alle sind? Russland sitzt in der Angelegenheit am längeren Hebel...

Wenn wir die uns zugänglichen Vorräte alle in die Athmosphäre geblasen haben, kann offensichtlich das Gezeitenkraftwerke Hannover die Versorgung der Restrepublik übernehmen.


Kleiner Tipp: zerstückelt doch nicht andere Beiträge so dermaßen. Da hat man keine Lust mehr zu lesen.;)

Mach ich auch ständig. Wenn einer mehrere Argumente aufbringt, ist das die am leichtesten nachvollziehbare Variante. Es geht schließlich nicht darum, wer etwas gesagt hat, sondern was gesagt wurde. Hätten 20 andere Leute meine Aussagen gepostet, hätte er auf 20 Einzelposts geantwortet (und ich umgekehrt genauso) - hätte man die dann erst zu einem Metabeitrag verschmelzen sollen?
Ist handlicher so, auch wenn die WoTs noch länger werden.


Weißt du eigentlich was alles von der Netzfrequenz abhängt? Uhren in allen möglichen Geräten beispielsweise. Genau deshalb beträgt die Netzfrequenz idealerweise 50 HZ. Liegt sie darunter, laufen die Uhren langsamer, weshalb dann versucht wird diese Verlangsamung wieder aufzuholen indem man die Frequenz leicht über 50Hz anhebt.

Uhren, die mit Netzfrequenz laufen, dürfte es eigentlich kaum noch geben. Das wäre ein Relikt der 50er Jahre, aber Quarzwerke sind seit langem so billig, dass niemand auf eine so ungenaue Grundlage zurückgreifen muss. Zumal ich schon sehr lange kein Gerät mit Uhr mehr gesehen habe, dass überhaupt aus einem Netztrafo versorgt wurde. Uhren laufen doch fast alle mit Batterie oder sind in Multifunktionsgeräte mit Schaltnetzteil integriert - das als allererstes die 50 Hz rausfiltert.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Das ist der gängige Weg bei all den Unternehmen, die in Asien investieren wollen. Direkt unmöglich, sie müssen alles dem chinesischen Staat überlassen und bekommen dann einen 49% Anteil am Ergebnis.
Und damit wirds die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des eigenen Landes unnötig verschlechtert - und obendrein bedient sich China damit höchst fragwürdiger Maßnahmen, um die Wirtschaft zu fördern. Das ist gerade gegenüber Ländern die in der Hinsicht viel fairer handeln eine riesengroße Ungerechtigkeit.

Der jahrelange schwarz-gelbe Hickhack um die EEG-Umlage hat den heimischen Markt komplett trockengelegt
Zugegeben, zu der Zeit war ich noch ein Kindergartenkind und hatte andere Sachen im Kopf. Trotzdem ist es doch völlig verständlich dass man abwiegt, ob man lieber die Wirtschaft belastet und damit Arbeitsplätze sowie die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet oder ob man die Bürger belastet. Bei den früheren Löhnen war die EEG-Umlage ein Fliegenschiss - das ist heute nicht mehr so.


Da hat niemand sein Know-How in ein chinesisches Joint Venture verlagert, die sind schlicht an politisch herbeigeführten Auftragsmangel Pleite gegangen.
Die Unternehmen sind schlicht an der günstigeren ausländischen Konkurrenz pleite gegangen, die mangels entsprechender Lohnniveaus, Sozialstandards und Achtung von Menschenrechten und Umweltschutz deutlich billiger produzieren und ihre Waren mangels Zöllen, Importbeschränkungen und aufgrund zu niedriger Transportkosten hier günstiger anbieten können wie die heimische Konkurrenz.

ruyven_macaran schrieb:
Wenn wir die privaten 6,88 Cent EEG-Umlage auf alle Verbraucher aufteilen würden, wären das +1,7 Cent für die Industrie, zusammen 6,4 Cent.
Dazu mal eine Frage: Werden die EE-Förderungen 100%ig durch die EEG-Umlagekosten finanziert oder decken die EEG-Umlagen nur einen Teil und der Rest wird aus Steuergeldern bezahlt?

Wie viele Unternehmen siehst du gerade panisch aus den Niederlanden nach Deutschland flüchten?
Energiekosten sind nur ein weiterer Teil des Eisbergs, die Deutschland für neue Industrieunternehmen oder sonstige Firmen zunehmend unattraktiv machen (wo nicht das Produkt/die Dienstleistung zwangsweise vor Ort erzeugt/geleistet werden muss). Die Niederlanden sind auch nicht so viel billiger als dass sich ein Umzug lohnen würde - Rumänien wäre da schon eher passend (Nokia...).


Ganz abgesehen davon, dass wir dreckige Energieverschwender gar nicht als Industrie haben wollen. Weder hier noch anderswo und wenn deren Produkte wegen Umzug und Transport teurer werden, können wir uns entsprechende Regulierungen sparen.
Ich weiß zwar nicht, aber generell produzierende oder verarbeitende Industriebetriebe will die Mehrheit hier garantiert nicht loswerden, vermutlich nicht mal viele Grüne oder Linke. Das sind hier die größten Arbeitgeber im Land, die damit auch zu großen Teilen für unseren Wohlstand sorgen und insbesondere unser Sozialsystem finanzieren. Obendrein sind solche Betriebe in unserem Alltag von solch einer Bedeutung, dass Kostensteigerungen quasi alles deutlich verteuern würden. Am Ende würde das "Abschieben" solcher Industrie das Problem nur verlagern und damit anderswo den CO2-Ausstoß steigern.

Deine Aussage vonwegen, dass wir Energie"verschwender" nicht haben wollen, ist schon leicht populistisch.


Gäbe es hier nicht soviele Rassissten,
Naja, die Leute fangen an sich zu fragen, wo das ganze Geld für die durch die Flüchtlingswelle entstandenen Kosten herkommt, welches vorher für diverse Dinge nicht da war und weshalb so viel kaputtgespart wurde. Wieso die Löhne im Osten so viel geringer sind wie im Westen. Wieso die Renten im Osten so viel geringer sind wie im Westen. Obwohl die Mauer seit fast 30 Jahren weg ist und immer die deutsche Einheit propagiert wird. Wieso immer europäische Einigkeit gepriesen wird, sich aber gerade in der Flüchtlingsfrage manche Staaten aus ihrer Verantwortung ziehen. Da solche Parteien wie die AfD (welche mittlerweile leider nunmal eindeutig ins Rechtsextreme abgedriftet ist) zu wählen ist natürlich keine Lösung. Diese Fragen werden aber leider hauptsächlich von dieser Partei angegangen, weshalb sie leider auch einen entsprechenden Zulauf hat.


wir haben, allen Unkenrufen zum Trotz, nach den skandinavischen Ländern eines der besten Bildungssysteme weltweit,
Sicher, im internationalen Vergleich haben wir ein halbwegs gutes Schulsystem. Aber gerade im Vergleich mit manch nordeuropäischen oder westeuropäischen Ländern stinkt das deutsche Schulsystem aber mal gnadenlos ab.

Aber was wir nicht haben sind billige Arbeit oder Ressourcen. Wenn wir irgendwas verkaufen können, dann stetig nachzuproduzierendes Know-How, aber mit Schwerindustrie können wir in einem internationalen Markt nicht punkten
Weil man diesen Markt durch offene Grenzen völlig kaputtgemacht hat und ihm jegliche Zukunftsfähigkeit genommen hat - da man gegen die Länder mit niedrigen Löhnen, niedrigeren Sozialstandards, niedrigerer Achtung von Meschenrechten und Umweltschutz nichts mehr unternehmen kann, um das eigene Niveau zu schützen. Nicht jeder hat die Möglichkeit stetig nachzuproduzierendes KnowHow zu erzeugen, das man verkaufen könnte - zumal in der Hinsicht das Ausland auch immer besser wird.

Am Ende bleiben durch solch eine Einstellung wie deine hier eine ganze Menge Bürger auf der Strecke.

die Chinesen werden die resultierenden Produkte nicht kaufen.
Wenn ich mir immer anhören muss, dass der chinesische/asiatische Markt für europäische Unternehmen immer interessanter wird und z.B. deutsche Autos in China der Renner sind, kann ich über diese Aussage nur lachen.


Alles dank einer Industriepolitik, der dreckige Diesel als Zukunftsprodukt gelten.
Kommt hier wieder der Autohasser in einem durch oder wie kommst du auf den Diesel?
Deutschland war mal in einer ganze Menge mehr wie Autos eine der führenden Nationen - bis man sein Wissen ins Ausland verkauft hat. Ja, durchaus auch auf Betreiben der Wirtschaftsparteien und der Wirtschaft an sich, die das schnelle Geld gesehen hat ohen an die langfristigen Probleme zu denken.

Übrigens halte ich den Diesel als Übergang bis zur Brennstoffzelle tatsächlich für besser wie Otto- oder Batterieautos. Der CO2-Ausstoß ist geringer wie beim Benziner und die Batterieautos haben halt das Akkuproblem.
Als Hauptproblem sehe ich bei den Autos derzeit eher die überhandnehmende Übermotorisierung (einhergehend mit überflüssigem Schadstoffausstoß) und der Hang zu überflüssig großen Autos (einhergehend mit den Platzproblemen im städtischen Bereich). Selbst ein beschissener 1,0L-Polo fährt mittlerweile 180...

Würde dann die Autoindustrie noch zur Rechenschaft gezogen werden und zur Zahlung der Kosten für Hardwarenachrüstungen verdonnert werden, hätte man genug Zeit gewonnen, bis die Brennstoffzelle spruchreif wird.

Sortiert nach prozentualen Einsparungen findet sich Deutschland dort auf Platz 34 mit 15%. Das soll gut sein?
Angesichts dessen, dass wir einen Bevölkerungswachstum hatten, unsere Wirtschaft kontinuierlich gewachsen ist und wir gleichzeitig unseren Wohlstand immer weiter steigern konnten - ja.


Zähle ich nur die Staaten, die 1995 mindestens 50% unserer damaligen Emissionen hatten, so sind das 51 und 20 davon haben ihre Emissionen stärker gesenkt.
Also bleibt immernoch 31 Länder, die erstmal unser Niveau erreichen müssen.

Und alle außer den USA (ja, selbst die haben prozentual mehr eingespart als wird)
Wenn man sich anschaut von was für einem Standpunkt die angefangen haben ist das auch kein Wunder, dass die prozentual und absolut mehr eingespart haben.

, Luxemburg (daran hängt das Weltklima!),
Das Weltklima hängt genauso wenig an Deutschland.

Schweden? Höherer Lebensstandard, schon vorher niedrigere Emissionen gehabt, 41% Einsparung
Italien? Von 7 auf 5,5 Tonnen CO2 pro Kopf (-23%), während du hier argumentierst, alles unter 9 Tonnen wäre existenzbedrohend für die deutsche Wirtschaft.
Schweiz? Von 5,9 auf 4,5 (ebenfalls -23%), muss wohl an deren niedrigem Lebensstandard liegen, dass die das können, aber wir nicht.
Irland hat -16% geschafft, ausgehend von unseren heutigen 9 Tonnen, und ich glaube die haben relativ zu uns seit 95 massiv an Lebensstandard hinzugewonnen.
Die vier Länder lasse ich durchaus als besser unter gleichen Voraussetzungen durchgehen - wobei gerade die Schweiz durch ihren Finanzmarkt enorme finanzielle Vorteile hat.

Zu den anderen Ländern kann ich nur sagen: Entweder ist der Wohlstand (BIP pro Kopf) deutlich geringer, der Anteil des Dienstleistungssektors am BIP (=Wohlstand) deutlich höher oder die Länder haben z.B. in Form von besseren Voraussetzungen für EE (Geothermie, Windkraft) oder einem DEUTLICH höheren Anteil an Atomstrom (Belgien mit fast 50% oder Frankreich mit seinen 75% Atomstromanteil...) deutlich bessere Voraussetzungen was den CO2-Ausstoß angeht.

Wir sind in Europa diejenigen, die das Lohnniveau stetig absenken,
Das ist in meinen Augen wirklich eine Sache die wir zum Teil selber zu verantworten haben. Das ist aber auch ein Problem, welches durch Billigarbeitskräfte aus dem Ausland verursacht wird.

Wieso genau entbindet ein weich gepolsterter Arsch uns davon, etwas zu tun???
Gewiss haben wir was zu tun, aber nicht in solch einem Maße, dass die Energiewende überbordende finanzielle Einbußen entstehen, die auch Privatleute enorm belasten. Sowas ist zwangsweise ein langfristiges Projekt. 2038 als Kohleausstieg halte ich durchaus für ein realistisches und machbares Ziel - 2030 nicht. Das ist in 11 Jahren...


"So seien Kernkraftwerke in Frankreich und Belgien unerwartet ausgefallen, auch eines in Süddeutschland."
"Das reduzierte Stromangebot stieß auf eine große Nachfrage, die nicht zuletzt dem kalten Winterwetter auch in Frankreich geschuldet war"

Die ach-so-tollen Grundlastkraftwerke mit den Billionen Euro teuren Folgekosten waren das Problem. Nicht die EE. Um genau zu sein: Das nur von "Transportbedarf" und nicht von Produktionsengpässen die Rede ist, klingt sogar danach, als hätte die nordeuropäische Windkraft den Bedarf problemlos decken können (wie gut das Angebot war, kann ich 2,5 Jahre zurück nur schwer ermitteln), aber leider hat Seehofer ja beschlossen, nur "2-x" Leitungen von dieser Stromquelle zu der Verbrauchern zu bauen, denen dann letztlich mit Gaskraftwerken (erfolgreich) geholfen werden musste.
Les mal weiter:

"Historisch niedrige Wasserfüllstände in den Speicherseen der Alpen hätten die Stromlieferungen der Wasserkraftwerke begrenzt. Deutsche Betreiber von Windkraft- und Solaranlagen wegen des dunklen und windarmen Winterwetters („Dunkelflaute“) zudem kaum Elektrizität ins Netz abgegeben."


ruyven_macaran schrieb:
Keine Ahnung, wo du wohnst, aber in heißem Sommer leitet man für gewöhnlich keine Wärme über die Außenwand ab, weil du eben mit 30-35 °C heiße Luft nicht von 28 auf 25 °C Raumtemperatur kühlen kannst. Da schützt eine gute Wärmedämmung im Gegenteil vor Aufheizung durch die Wände (auch wenn das nur bei Dachwohnungen ein relevanter Faktor ist) und Abkühlung verschafft man sich nach Sonnenuntergang durch Lüften, worauf die Dämmung gar keinen Einfluss hat.
Und wie sie einen Einfluss drauf hat - weil dankenswerterweise nach Sonnenuntergang die Wände keine Wärme mehr abgeben können und die Fenster im recht windarmen Sommer eher ein Tropfen auf den heißen Stein sind.


ruyven_macaran schrieb:
"Kann es in SPITZENlastzeiten auch bei übermäßiger GRUNDlastproduktion zu Engpässen kommen?"
a) Natürlich, das geht ja schon aus den Worten hervor
b) Natürlich, jeder mit einem Funken Ahnung vom Stromnetz kommt automatisch zu dem Schluss
c) Natürlich, das konnte man auch schon mehrfach im Thread nachlesen
Natürlich kann es zu Spitzenlastzeiten auch bei viel Grundproduktion zu Engpässen kommen. Aber mit einer viel, viel viel geringeren Wahrscheinlichkeit von Auswirkungen, als wenn man die Mindestlast aufs absolute Minimum oder gar Null reduziert.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Uhren, die mit Netzfrequenz laufen, dürfte es eigentlich kaum noch geben. Das wäre ein Relikt der 50er Jahre, aber Quarzwerke sind seit langem so billig, dass niemand auf eine so ungenaue Grundlage zurückgreifen muss. Zumal ich schon sehr lange kein Gerät mit Uhr mehr gesehen habe, dass überhaupt aus einem Netztrafo versorgt wurde. Uhren laufen doch fast alle mit Batterie oder sind in Multifunktionsgeräte mit Schaltnetzteil integriert - das als allererstes die 50 Hz rausfiltert.

Leider nicht:

Zeitschwund | c't | Heise Magazine

Dort kann man auch nachlesen, dass Quartzwerke prinzipiell ungenauer sind als Geräte, die auf die Netzzeit zurück greifen.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Uhren, die mit Netzfrequenz laufen, dürfte es eigentlich kaum noch geben. Das wäre ein Relikt der 50er Jahre, aber Quarzwerke sind seit langem so billig, dass niemand auf eine so ungenaue Grundlage zurückgreifen muss. Zumal ich schon sehr lange kein Gerät mit Uhr mehr gesehen habe, dass überhaupt aus einem Netztrafo versorgt wurde. Uhren laufen doch fast alle mit Batterie oder sind in Multifunktionsgeräte mit Schaltnetzteil integriert - das als allererstes die 50 Hz rausfiltert.

Die Uhr, die in meinem Herd steckt, läuft in der Tat über die Frequenz des Stroms.
Bei der Mikrowelle und dem Kühlschrank weiß ich das leider nicht.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Wird mit dem IoT eh immer weniger werden.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Leider nicht:

Zeitschwund | c't | Heise Magazine

Dort kann man auch nachlesen, dass Quartzwerke prinzipiell ungenauer sind als Geräte, die auf die Netzzeit zurück greifen.

Okay, wird das also doch noch genutzt. Und ich dachte, ich wäre technologisch rückständig :ugly:

Die Angabe von Heise, dass die Dinger genauer werden, finde ich aber ein bisschen merkwürdig. Deren Graphen berichten von bis zu 20 Sekunden Fehlgängig pro Tag bevor es zu großen Netzverschiebung kam. Das wären mehrere Minuten die Woche. Schon meine Quarz-Armbanduhr schafft <120 Sekunden pro Halbjahr und ist damit dentenziell genauer als das Ding an meinem Herd.


Zugegeben, zu der Zeit war ich noch ein Kindergartenkind und hatte andere Sachen im Kopf. Trotzdem ist es doch völlig verständlich dass man abwiegt, ob man lieber die Wirtschaft belastet und damit Arbeitsplätze sowie die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet oder ob man die Bürger belastet.

Nein, dass man drei Jahre lang "abwägt" oder genauer gesagt immer neue Foderungen in die Runde schmeißt, ist nicht selbstverständlich. Selbstverständlich wäre es gewesen, wenn sich schwarz-gelb eine Meinung gebildet und diese dann umgesetzt hätte. Und unabhängig davon, welche Meinung das gewesen wäre: Die Solarwirtschaft hätte es verkraftet. Stattdessen wurde schon während der Wahl groß posaunt "wir werden die Vergütung deutlich senken" und dann haben mehrheitlich irgendwelche Hinterbänkler mehrere jahrelang im Abstand von 1-2 Monaten neue Vorschläge verbreitet, wie denn die neue Vergütung "bald", "sofort" oder teilweise sogar "rückwirkend" aussehen soll, während Merkel und Westerwelle abseits seltener, ergebnissloser Treffen, gar nichts gemacht haben. Wohlgemerkt: Beide Parteien wollten die Vergütungen deutlich senken. Da saßen nicht zwei gegenläufige Interessen am Tisch, die hart auf hart verhandelt haben. Das ganze wurde einerseits als ein Thema abgehandelt, dass so wichtig ist, das man alle naslang neue Konzepte in den Raum werfen musste, aber gleichzeitig als ein Thema, bei dem scheinbar keinerlei realer Handlungsbedarf bestand. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass beide Parteien nur während der Wahl niedrigere Stromkosten versprechen wollten, ihnen danach aber alles egal war und sie sich einfach als Sprachrohr der großen Kraftwerksbetreibern zur Verfügung gestellt haben. Auf alle Fälle waren am Ende RWE, EON, EnBW und Vattenfall die ganz großen Profiteure dieses Hick-Hacks - zufällig(?) genau die gleichen Unternehmen, mit denen man sich bei den Verhandlungen über den Ausstieg aus dem Rot-Grünen-Atomausstieg so wunderbar gut verstanden hat.

Wie gesagt: Von der tatsächlich erfolgten Politik wäre das ganze nur die Unions- und erst recht FDP-typische Ablehnung von Klimaschutz gewesen und die hätte die Solarindustrie nur am weiteren Wachstum gehindert. Aber die Verzögerungs- und Verunsicherungstaktik hat eine DER globalen Boombranchen, in der Deutschland auch noch führend war, in Deutschland getötet. Und das ausgerechnet diese Wirtschafsexperten diesem Prozess drei Jahre lang zugesehen haben, ohne etwas zu merken, ohne die immer lauter werdenden warnenden Stimmen zu hören, ohne die ersten Pleiten der kleineren Anbieter zu registrieren, ohne auf den extremen Ausbaustop zu achten, der sofort sichtbar wurde und den zahlreiche Umweltverbände, die Opposition, etc. regelmäßig hingewiesen haben, dass ist absolut unglaubwürdig. Die deutsche Solarbranche wurde von CDU/CSU und FDP mit voller Absicht vernichtet; das war nichts weiter als der Kampf grüne EEG-Lobby vs. schwarz-gelbe Atom-&Kohle-Lobby und man wollte es der ersteren mal so richtig zeigen, während man letztere bis heute hofiert.

Die Unternehmen sind schlicht an der günstigeren ausländischen Konkurrenz pleite gegangen, die mangels entsprechender Lohnniveaus, Sozialstandards und Achtung von Menschenrechten und Umweltschutz deutlich billiger produzieren und ihre Waren mangels Zöllen, Importbeschränkungen und aufgrund zu niedriger Transportkosten hier günstiger anbieten können wie die heimische Konkurrenz.

Wie du selbst sagtest: Du hast die Sache damals kaum verfolgt. Chinesische Importe spielten eine untergeordnete Rolle, waren qualitativ noch nicht voll konkurrenzfähig, aufgrund von erst im Aufbau befindlichen Vertriebsstrukturen noch so viel billiger und insgesamt auf dem deutschen Markt von untergeordneter Bedeutung. Die deutschen haben damals auch nicht einfach mit chinesischen Modulen weiter ausgebaut, sondern sie haben gar nicht ausgebaut. Guck dir einfach die Ausbau-Zahlen an:
2000|2001|2002|2003|2004|2005|2006|2007|2008|2009|2010|2011|2012|2013|2014|2015|2016
0,10|0,08|0,08|0,15|0,61|0,86|0,83|1,10|1,50|4,49|7,11|7,49|8,3|3,31|2,29|1,5|1,5

2000 ist das rot-grüne EEG in Kraft getreten, mit 2-3 Jahren Planungsverzögerung wuchs der Ausbau im Schnitt jedes Jahr um 20-50%. 2009 kam Schwarz-Gelb an die Macht, sofort stagnierte der Ausbau. Zwei Jahre lang wurden noch bereits geplante Projekte umgesetzt, danach brach der Markt radikal ein. 2008 war Solarworld das am schnellsten wachsende Unternehmen Deutschlands und es gab einen (wohl nicht ganz ernst gemeinten) Vorschlag, Opel aufzukaufen. 2011 schrieben sie erstmals rote Zahlen, 2012 war die Zahlungsfähigkeit nicht mehr gegeben. In den 2-3 Jahren dazwischen ist die chinesische Solarindustrie nicht von null auf ihr heutiges Niveau gesprungen. Die gab es davor schon und sie hatten danach noch einiges an Wachstum (z.T. auf Grundlage des Know-Hows aus deutschen Konkursen) vor sich, ehe sie da hingekommen sind, wo sie heute sind. Aber was sich in den 2-3 Jahren schlagartig geändert hat: Merkel+Westwelle.

Dazu mal eine Frage: Werden die EE-Förderungen 100%ig durch die EEG-Umlagekosten finanziert oder decken die EEG-Umlagen nur einen Teil und der Rest wird aus Steuergeldern bezahlt?

100% Umlage. Genauergesagt: 240%, denn die Umlage ist weitaus höher als für die reinen EE-Förderungen benötigt wird. Nur 40% gehen an die Betreiber grüner Kraftwerke, selbst Ausgleichszahlungen an Stromkonzerne und Entlastungen für energieintensive Industrie (zusammen 43%) haben einen größeren Anteil. Man sollte also eigentlich von einer "alte Umweltverpester Umlage" sprechen.
http://www.umweltinstitut.org/fileadmin/_processed_/csm_EEG_Zusammensetzung_2014_02_76b73a163d.jpg

Needless to say dass die Perversion des Konzeptes nicht von Anfang an gegeben war. Selbst 2013 waren es immerhin noch 49% EE-Förderung
https://cdn.daa.net/images/strom-sparen/eeg-umlage-2013.jpg


(Anm.: Da Einnahmen und Auszahlungen über den Bund laufen und die Höhe der Umlage nur unregelmäßig politisch angeglichen wird, finden sich auch Jahre mit Zuschusszahlung, genauso aber auch Überschussjahre. Im langfristigen Mittel entsprechen die EEG-Einnahmen den EEG-Ausgaben. Nur das letztere eben zu großen Teilen gar nicht an EE-Betreiber, sondern an EE-Gegner fließen)

Energiekosten sind nur ein weiterer Teil des Eisbergs, die Deutschland für neue Industrieunternehmen oder sonstige Firmen zunehmend unattraktiv machen (wo nicht das Produkt/die Dienstleistung zwangsweise vor Ort erzeugt/geleistet werden muss). Die Niederlanden sind auch nicht so viel billiger als dass sich ein Umzug lohnen würde - Rumänien wäre da schon eher passend (Nokia...).

Genauer gesagt sind sie ein ziemlich kleiner Teil des Eisbergs, solange man nicht ein Unternehmen ist, dass Energie in gigantischer Menge verschwendet und sonst kaum Ausgaben (z.B. kein Personal/Arbeitsplätze) hat. Die immer noch recht niedrigen deutschen Strompreise treffen also nur die Unternehmen hart, die wir eigentlich gar nicht haben wollen und die außerhalb Islands ohnehin keine Zukunftsperspektive haben. Während man darüber streiten kann, wie hoch Abgaben für Unternehmen allgemein sein sollten, ist somit offensichtlich, dass Ressourcen-Verbrauchs bezogene Abgaben die wünschenswerteste Lenkungswirkung überhaupt entfalten. Wir wollen hier keine vollautomatisierten Aluminiumhütten (extremer Stromverbrauch, keine Arbeitsplätze, geringe Wertschöpfung), sondern die Spitzen der Entwicklungszentren und der Digitalisierung (recht geringer Stromverbrauch, viele hochbezahlte Arbeitsplätze, enorme Wertschöpfung) ansiedeln. Aber den Staat finanzieren durch besonders hohe Abgaben auf Arbeit, mäßige auf Profit und lächerlich geringe auf Energieverbrauch.

Ich weiß zwar nicht, aber generell produzierende oder verarbeitende Industriebetriebe will die Mehrheit hier garantiert nicht loswerden, vermutlich nicht mal viele Grüne oder Linke. Das sind hier die größten Arbeitgeber im Land, die damit auch zu großen Teilen für unseren Wohlstand sorgen und insbesondere unser Sozialsystem finanzieren. Obendrein sind solche Betriebe in unserem Alltag von solch einer Bedeutung, dass Kostensteigerungen quasi alles deutlich verteuern würden. Am Ende würde das "Abschieben" solcher Industrie das Problem nur verlagern und damit anderswo den CO2-Ausstoß steigern.

Es werden in Zukunft schlichtwenig weniger Stahlwerke gebraucht und die sind auch nicht die größten Arbeitgeber im Land, wenn auch wichtige in einigen ohnehin arg gebeutelten Gegenden. Das gleiche gilt für Kupferverhüttung, Zementherstellung, Aluwerke, etc.: Wenn die Menschheit es ernst meint mit der Vermeidung einer totalen Klimakatastrophe, dann machen all diese Werke sowieso bald zu. Indem wir sie mit Subventionierungsmaßnahmen künstlich am Leben erhalten, haben zwar ein paar Leute etwas länger einen Job, aber diese Schwerindustrie-freundlichen Bedingungen gibt es nicht gratis. Das gleiche Budget fehlt an anderer Stelle, um zukunftsfähige Branchen wachsen zu lassen. Wie oben schon erwähnt:
Schwarz-Gelb stand Ende der 0er Jahre vor der Wahl "Kohle oder Solar". Sie haben "Kohle" gewählt (Linke und SPD waren nicht unglücklich darüber), aber was hat das der Volkswirtschaft langfristig gebracht, außer technischen Rückstand, weniger Einnahmen und mehr Kosten?

Genau die gleiche Situation haben wir jetzt mit der Autoindustrie. Ja, natürlich sind das jetzt viele Arbeitsplätze. Aber wir träumen von einer Zukunft, in der nur noch halb oder ein Viertel so viele Autos unterwegs sind und kein einziger deutscher Konzern hat in den letzten Jahrzehnten nenneswert in Deutschland ausgebaut, der Importanteil ist immer weiter gestiegen. Wenn die Nachfrage künftig zurückgehen sollte, dann werden die nicht die neueren Werke in Tschechien oder Rumänien schließen, sondern die in Deutschland. Und ob wir jetzt ein paar Milliarden Subvention reinpumpen oder nicht, wird daran nichts ändern. Aber an anderer Stelle könnten die gleichen Summen dafür sorgen, dass es in 20 Jahren deutsche Unternehmen gibt, die etwas international marktfähigeres als dreckige Diesel im Angebot haben.

Naja, die Leute fangen an sich zu fragen, wo das ganze Geld für die durch die Flüchtlingswelle entstandenen Kosten herkommt, welches vorher für diverse Dinge nicht da war und weshalb so viel kaputtgespart wurde.

Diese Leute haben meist keinen Plan, was für Geld überhaupt wegen Flüchtlingen an wen gezahlt wird.

Wieso die Löhne im Osten so viel geringer sind wie im Westen.

"Marktwirtschaft" (+Treuhand)

Wieso die Renten im Osten so viel geringer sind wie im Westen. Obwohl die Mauer seit fast 30 Jahren weg ist und immer die deutsche Einheit propagiert wird. Wieso immer europäische Einigkeit gepriesen wird,

Was hat das noch mit Rassismus zu tun?

sich aber gerade in der Flüchtlingsfrage manche Staaten aus ihrer Verantwortung ziehen.

Sind diejenigen mit rassisten an der Macht...

Da solche Parteien wie die AfD (welche mittlerweile leider nunmal eindeutig ins Rechtsextreme abgedriftet ist) zu wählen ist natürlich keine Lösung. Diese Fragen werden aber leider hauptsächlich von dieser Partei angegangen, weshalb sie leider auch einen entsprechenden Zulauf hat.

Nein, von dieser Partei werden gar keine Fragen angegangen. Eine Frage angehen bedeutet, Lösungskonzepte zu schaffen. Die AFD polemisiert allenfalls Themen, aber sonst ist sie schlicht arbeitsunfähig. Wie soll ein Haufen Spinner, die nicht einmal eine Wahlliste regelkonform aufgestellt bekommen, jemals konstruktiv Regierungsarbeit leisten? Seitdem Abschied von der Neoliberalen Proffessorenpartei für Wirtschaftsförderung hat die AFD keinerlei Konzepte mehr abgeliefert. Die ist immer nur "dagegen", aber nie für etwas. Weil ersteres verdammt einfach ist, jeder kann dutzend Beispiele aufzählen, wo etwas schlecht läuft. Aber das Schwierige ist zu sagen, wie man es besser machen könnten. 9 von 10 Leuten haben keine Idee dazu. Einschließlich der AFD. Und noch wichtiger: 50 von 100 Leuten haben eine andere Vorstellung davon, in welche Richtung überhaupt "besser" liegt. Aber dazu schweigt sich die AFD lieber aus, weil sie nämlich die Hälfte ihrer Wähler vergraulen würde, wenn sie irgend eine Richtung, irgend ein Konzept auch nur andeuten würde.

Sicher, im internationalen Vergleich haben wir ein halbwegs gutes Schulsystem. Aber gerade im Vergleich mit manch nordeuropäischen oder westeuropäischen Ländern stinkt das deutsche Schulsystem aber mal gnadenlos ab.

Welche Westeuropäer? Frankreich? Spanien?? die staatlichen Schulen in England??? Nö, nö, nö. Wie gesagt: Die Skandinavier haben uns da etwas voraus, weil sie einsehen, dass man keinen langfristigen Erfolg hat, wenn man sein Geld in kurzfristige Wirtschaftsklientelpolitik investiert. Aber das wars auch schon, insgesamt stehen wir ganz gut da. Und alle skandinavischen Staaten zusammen haben eben auch nur so viele Einwohner wie die 2-3-4 größten Bundesländer zusammen und deren klimatische Verhältnisse schreckt wirklich viele ab.

Weil man diesen Markt durch offene Grenzen völlig kaputtgemacht hat und ihm jegliche Zukunftsfähigkeit genommen hat

WTF??
Wie bitte schön macht man einen internationalen Markt mit offenen Grenzen kaputt? Die sind Voraussetzung dafür, dass er überhaupt existieren kann. Mit geschlossenen Grenzen hat man nur nationale Märkte. Und ja: Auf denen können sich die von dir genannten Effekte einstellen, aber es ist volkswirtschaflich nun einmal einfach nicht möglich, Rohstoffe zu importieren und dann nur national verkaufen. Irgendwas muss man auch exportieren, um die Importe zu refinanzieren und insgesamt lebt Deutschland davon nicht schlecht. Nur rutschen wir langsam aber sicher in eine Falle, weil die meisten unser Exportschlager auf Technik aus dem letzten Jahrtausend basieren, die wir zwar in sehr hoher Qualität anbieten, die aber in Zukunft immer weniger benötigt wird und an immer mehr anderen Orten der Welt in ausreichender Qualität bereitgestellt werden kann.

Wenn ich mir immer anhören muss, dass der chinesische/asiatische Markt für europäische Unternehmen immer interessanter wird und z.B. deutsche Autos in China der Renner sind, kann ich über diese Aussage nur lachen.

Hör dir die ******* an und lache, ich kriege dabei nur das Weinen. Du hast es selbst am Anfang deines Postings festgestellt, aber fünf Minuten später offensichtlich schon wieder vergessen:
Nein, "deutsche" Autos sind in China nicht der Renner. Die gibt es da fast gar nicht respektive nur mit hohen Importzöllen. Was sich gut verkauft sind chinesische Autos an deren Produktion ein Konzern mit Hauptsitz in Deutschland eine Minderheitsbeteiligung hat. Davon profitiert Deutschland als Volkswirtschaft aber kaum und seitdem China radikal gegen die resultierende Luftverschmutzung vorgeht, hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Ausgehend von fast null und mit einem gigantischen, unterversorgten Markt steigen die Umsätze zwar noch, aber die Wachstumszahlen der Joint Ventures mit deutschem Anteil sind lächerlich verglichen mit dem wie Pilze aus dem Boden schießenen 100% chinesischen Unternehmen und mittelfristig wirst du in den Boomstädten gar keine Verbrenner mehr loswerden.

Kommt hier wieder der Autohasser in einem durch oder wie kommst du auf den Diesel?

Fällt dir ein weiteres Produkt ein, dass von Scheuer, Merkel, Scholz und Altmeier in gleichem Maße hofiert wird? Nein? Mir auch nicht.

Deutschland war mal in einer ganze Menge mehr wie Autos eine der führenden Nationen - bis man sein Wissen ins Ausland verkauft hat. Ja, durchaus auch auf Betreiben der Wirtschaftsparteien und der Wirtschaft an sich, die das schnelle Geld gesehen hat ohen an die langfristigen Probleme zu denken.

"auch"? Wer hat denn sonst noch Industrie-Know-How verkauft, wenn nicht die Industrie selber? :rollen:
Und nein, die die das entschieden haben, haben nicht an "langfristige Probleme" gedacht, weil es aus deren Sicht keine langfristigen Probleme gibt. Die haben verkauft, was einen Wert hatte, als es noch einen Wert hatte. Verabschiede dich von engstirnigem nationalistischen Denken, es gibt keine "deutschen" Konzerne. VW ist nicht mehr KdF, sondern ein globales Unternehmen. Und denen ist es vollkommen egal, ob ihre Gewinne aus Deutschland/nach Deutschland fließen oder irgendwo anders her/hin. Das gleiche gilt für alle anderen Unternehmen. Und ein internationaler Konzern versteht unter "langristigem Denken" auch nicht 50 Jahre das gleiche zu machen. Das sind Denkmuster kleiner regionaler Betriebe mit enger Kundenbindung und Spezialisierung. Aber global Playern, die wir in Deutschland ja ach so toll finden und zu deren Gunsten jetzt sogar die Kartelgesetze geändert werden sollen, stehen alle Investitionsmöglichkeiten der Welt offen und wenn es deutlich lukrativere gibt als die bisherigen, dann ist es sinnvoll ein Geschäftsfeld zu verkaufen -selbst wenn es noch Gewinn bringt- und die Einnahmen woanders zu investieren, wo das gleiche Kapital mehr bringt.

Willkommen im Kapitalismus.

Wenn du was anderes willst, musst du bei der Linken anrufen.

Übrigens halte ich den Diesel als Übergang bis zur Brennstoffzelle tatsächlich für besser wie Otto- oder Batterieautos. Der CO2-Ausstoß ist geringer wie beim Benziner und die Batterieautos haben halt das Akkuproblem.
Als Hauptproblem sehe ich bei den Autos derzeit eher die überhandnehmende Übermotorisierung (einhergehend mit überflüssigem Schadstoffausstoß) und der Hang zu überflüssig großen Autos (einhergehend mit den Platzproblemen im städtischen Bereich). Selbst ein beschissener 1,0L-Polo fährt mittlerweile 180...

Wenn man Umwelt und Gesundheit im Hinterkopf behalten hätte, hätte der Diesel die bessere Technik sein können. Können. Bei kleinen, leichten Fahrzeugen sind leichtere Benziner aber schnell die bessere Lösung und seitdem auch die sehr effizient geworden, reale 6 l Benzin bei Tempo 130 sind mit vier erwachsenen Personen + Gepäck kein Problem. Und Benzin-Selbstzünder mit noch höherer Effizienz kommen dieses Jahr auf den Markt. Aber natürlich nicht von deutschen Herstellern, obwohl das Konzept schon vor Jahrzehnten in Deutschland diskutiert wurde, denn hiesige Autobauer können sich eben darauf verlassen, dass sie auch antike Rußgeneratoren weiter verScheuern dürfen.

Würde dann die Autoindustrie noch zur Rechenschaft gezogen werden und zur Zahlung der Kosten für Hardwarenachrüstungen verdonnert werden, hätte man genug Zeit gewonnen, bis die Brennstoffzelle spruchreif wird.

Hätte. Hat die deutsche Politik aber nicht. Genauso, wie sie vorher zwei Jahrzehnte lang bei der Entwicklung des Problems zugeguckt hat. Auch das ein Fall von vertanener Lenkungswirkung für die Zukunft: Die Konzepte, die jetzt nachträglich umgesetzt wurden, waren bei deutschen Zulieferern alle schon 2000 einsatzbereit. Aber sie hätten die Gewinne der Autobauer begrenzt, die die für Investitionen in chinesiche Unternehmen brauchten, weswegen die deutschen Lobby-Schoßhündchen (sowohl bei Union und FDP als auf SPD, bei dem Thema gilt die ganz große Koalition) dafür gesorgt haben, dass in der ganzen EU Stillststand herrschte.

Stattdessen hätte man Deutschland und Europa auch zu einem Markt mit Leitfunktion machen können, deutsche Autotechnik zu der gesuchtesten des Jahres 2020 und ganz nebenbei unsere Gesundheitsprobleme in Innenstädten sowie die Klimabelastung unseres Verkehrs senken können, einfach in dem man die Schlupflöcher in den Testzyklen geschlossen hätte. Hat man aber nicht; die Chinesen hats gefreut.

Angesichts dessen, dass wir einen Bevölkerungswachstum hatten, unsere Wirtschaft kontinuierlich gewachsen ist und wir gleichzeitig unseren Wohlstand immer weiter steigern konnten - ja.

Abgesehen davon, dass wir mit zuviel Bevölkerung, leistungsfähiger Wirtschaft und mehr als Wohlstand als beinahe alle anderen gestartet sind: Auch die anderen haben in diesen drei Aspekten zugelegt.

Also bleibt immernoch 31 Länder, die erstmal unser Niveau erreichen müssen.

Du freust dich auch, wenn du beim Schach Platz 2 belegst, während dein Erzfeind nur Vorletzter wird, oder?

Wie gesagt: Unter den Staaten, die mindestens 50% unserer Emissionen hatten, sind wir bei relativer Einsparung immer noch nur im Mittelfeld. Ein großer Teil von denen verbraucht aber weiterhin weniger, auch wenn sie prozentual weniger eingespart haben. Das ist einfach keine Leistung, auch wenn du offensichtlich stolz darauf bist, dass wir gar nicht erst versuchen was zum Klimaschutz beizutragen, sondern lieber an Wohlstand und Wirtschaft arbeiten.

Mal gucken, was davon noch übrig bleibt, wenn 1-2 Milliarden Menschen in Südostasien und Afrika sich ein neues Zuhause suchen. 10-20 Millionen Syrer haben ja schon ein halbes Jahrzehnt lang für Untergangsstimmung in Deutschland gesorgt.

Die vier Länder lasse ich durchaus als besser unter gleichen Voraussetzungen durchgehen - wobei gerade die Schweiz durch ihren Finanzmarkt enorme finanzielle Vorteile hat.

Zu den anderen Ländern kann ich nur sagen: Entweder ist der Wohlstand (BIP pro Kopf) deutlich geringer, der Anteil des Dienstleistungssektors am BIP (=Wohlstand) deutlich höher oder die Länder haben z.B. in Form von besseren Voraussetzungen für EE (Geothermie, Windkraft)

Es muss also nur der etwas für den Klimaschutz tun, der in der Vergangenheit seine Wirtschaft richtig ausgerichtet hat und zufällig besonders gute geologische Bedingungen hat oder arm ist? Während Staaten, die reich sind, ihre Landschaft schon mit anderen Dingen zugestellt haben (Deutschland ist beispielsweise optimal für Biomasse und hat Bedingungen für Pumpspeicher, von denen die Niederlande nur träumen können), lieber daran arbeiten sollten, noch reicher zu werden? Das ist dein Weg in die Zukunft?

Gewiss haben wir was zu tun, aber nicht in solch einem Maße, dass die Energiewende überbordende finanzielle Einbußen entstehen, die auch Privatleute enorm belasten. Sowas ist zwangsweise ein langfristiges Projekt. 2038 als Kohleausstieg halte ich durchaus für ein realistisches und machbares Ziel - 2030 nicht. Das ist in 11 Jahren...

Wir haben 20 Jahre lang verpennt, etwas zu tun und jetzt forderst du, dafür auch noch belohnt zu werden, anstatt die Rechnung zu zahlen.

Und wie sie einen Einfluss drauf hat - weil dankenswerterweise nach Sonnenuntergang die Wände keine Wärme mehr abgeben können und die Fenster im recht windarmen Sommer eher ein Tropfen auf den heißen Stein sind.

Was für Wärme sollen Wänden denn abgeben, wenn sie dank guter Isolierung erst gar keine aufgenommen haben?

Natürlich kann es zu Spitzenlastzeiten auch bei viel Grundproduktion zu Engpässen kommen. Aber mit einer viel, viel viel geringeren Wahrscheinlichkeit von Auswirkungen, als wenn man die Mindestlast aufs absolute Minimum oder gar Null reduziert.

Deine "geringe Wahrscheinlichkeit" ist Normalzustand in Deutschland und es gibt keine "Mindestlast", die man kontrollieren könnte.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Ich glaube es würde schon mal viel helfen ne Menge Dinge weiß zu streichen^^
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Kaum wird es warm achalten die kernkraftwerke ab:
Niedersachsen: Weser zu warm - Atomkraftwerk Grohnde wird abgeschaltet - SPIEGEL ONLINE

Und das genau dann, wenn man Strom zur Klimatisierung benötigt.
Braucht kein Menschen, diese antiquierte Technik´....

Ganz so einfach ist das nicht. ;)

Eine 99%-zige Energieversorung ist bei uns überlebensnotwendig.

Momentan brauchen wird die Teile noch,

ohne richtig funktionierende industrielle Energiespeicher,

werden wir das nicht kompensieren können.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Momentan brauchen wird die Teile noch,
Nicht "wir", nur die Mia san Mia Truppe in Bayern, die sich seit Jahrzehnten gegen Windkraft und gegen Netzausbauten wehrt und dann immer so tut, als geht es nicht ohne Kernkraft, den Müll aber anderen vor die Tür kippen wollen. Dann haben die "Westösterreicher" halt mal Pech gehabt und die Zeichen der Zeit falsch gedeutet.

Mir kommt beim bayrischen Verhalten inzwischen die Galle hoch. Aber ich weiß, was Du meinst.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

Und wenn man ehrlich ist, hätte man den Mist nie bauen dürfen.
Die Strahlenmediziner sehen das anders und die Luft wurde in den Siebzigern merklich besser durch die Kernkraft. Aus heutiger Sicht war es ein teurer Irrweg, in den sechziger tickten die Uhren noch anders. Und Strauß wollte unbedingt unsere Atombombe, also der Strauß, der noch ein paar Jahre vorher vehement gegen eine Bundeswehr agitierte. Doppelzüngiger Politikbereicherer, der alte Milliardäre und Waffenschieber, der mit so vielen Affären aufwartete.
 
AW: Stabilität des Stromnetzes in Deutschland zuletzt mehrfach gefährdet

FSJ hat im Krieg selbst eine Menge durchgemacht. Da kann man es doch emotional verstehen, dass er selbst erstmal gegen eine neue Armee war.
 
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