News Wie ein PC-Taxi-Simulator in echt? Bald ist ferngelenktes Fahren in Deutschland erlaubt

PCGH-Redaktion

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Ab dem ersten Dezember 2025 dürfen Fahrzeuge auf öffentlichen, deutschen Straßen aus der Ferne bedient werden. Der Arbeitsplatz für Fahrer des Berliner Unternehmens Vay sieht dabei aus wie ein Simulations-Rig von PC-Spielern.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Wie ein PC-Taxi-Simulator in echt? Bald ist ferngelenktes Fahren in Deutschland erlaubt

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Wir sind hier in Deutschland... Wie soll das mit der remote Verbindung aussehen?
Fährt man irgendwo lang und kommt in ein Funkloch. Und dann?

Wie macht man das mit der Latenz? Es kommt doch alles verzögert zum Fahrer ins Büro und zurück zum Fahrzeug.
Wie ist die allgemeine Übersicht mit den Kameras? Oder bei schlechtem Wetter und Verschmutzung.

So ein System ist ja super, aber derzeit hätte ich echt bedenken mit sowas mitzufahren.
Da wären mir zu viele sicherheitsrelevante Fragen offen.
 
Wieso sollte man bei einem Service, der nur in definierten Gegenden angeboten wird, in ein Funkloch fahren? Und laut Video ist das Weiterfahren Sache des Mieters. Es gibt also kein bedenkliches "mitfahren", sondern, abseits von Pressevorführungen, nur zwei Zustände: Remote und niemand im Auto oder manuell und man fährt selber.

Wobei zumindest die im US-Video gezeigten Fahrzeuge nicht nach reinem "remote" aussehen. Ich sehe da mindestens ein halbes dutzend Anbauelemente in typischen Sensorpositionen. Sofern die beiden runden Objekte hinten auf dem Dach keine massive zusätzliche Antennentechnik darstellen, sogar inklusive Lidar oder rund-um-Radar, welche sicherlich nicht von menschlichen Nutzern ausgewertet werden. Das könnte das gleiche Technikniveau sein, dass andere Firmen als "autonomes" Fahren verkaufen und bei Bedarf von Remote-Fahrer unterstützen lassen, nur dass hier die menschliche Back-Up-Komponente dauerhaft aufgeschaltet ist.

Latenz: Im Video vom Parkmanöver reagiert die scheinbar vom Auto kommende Spurmarkierung in klar unter 0,1 s auf die Lenkbewegung. Ob es nun 90 ms oder 40 ms Lag sind, kann ich an dem Material nicht klar erkennen, aber manch Rückfahrkamera-Darstellung ist träger, obwohl die Eingabe direkt im Fahrzeug erfolgt. Solange man sich damit, wie gezeigt, ruhig im Stadtverkehr bewegt, sollte das für einen trainierten Fahrer beherrschbar sein. Das, was heute so gerne als "Stadtauto" verkauft wird, hat damit dann vielleicht nicht mehr nur die Optik, den Sprit- und den gefühlten Platzverbrauch, sondern auch die Reaktionsträgheit eines 7,5-Tonners – aber auch die darf und kann man nachweislich fahren, ohne überall anzuecken.
 
Halte ich für Unfug und eine technologische Sackgasse.
Wir sind nicht mehr weit von autonomen Fahren im Alltag entfernt, wozu dann ein System entwickeln, welches das Schlechteste aus beiden Welten hat?
1. Hohe Personalkosten, weil ein Mensch steuert.
2. Viel kostenintensive Technik. (im Vergleich zum herkömmlichen Taxi)
3. Netzwerkkommunikation als Basis in einem Land, welches für sein schlechtes Netz bekannt ist.
4. Überhaupt IT-Investition in Deutschland, dem Land dass sich politisch selbst zerstört.

Sorry, wem ich hier zu pessimistisch bin, aber wer hier investiert, kann auch genauso gut ins Casino geht. Da besteht immerhin noch die Chance, dass man nicht verliert, wenn man rechtzeitig aussteigt.
 
Solange da keiner sitzt der meint er Spiele GTA...
Ob es da ein Sicherheitsystem gibt, das den Faktor Mensch in Betracht zieht?
Was ist bei Verbindungsabbrüchen?
 
"Nicht mehr weit"?
Waymo, die als führend auf dem Weg zum autonomen Fahren gelten, veröffentlichen leider nur grobe Zahlen zu den nötigen Eingriffen, nutzten dafür aber genau solche Techniken. Vorfälle wie der weitestgehende Ausfall der gesammten Flotte im San Franciscoer Nebel legen nahe, dass selbst bei leicht widrigen Bedingungen noch ganz erheblicher Eingriffbedarf besteht. Wir sind aktuell noch ein gutes Stück von echter Level-4-Autonomie, also dem autonomen Fahren innerhalb begrenzter Gebiete, entfernt. Das ist der Stand 30 Jahre nachdem VaMP mehr-als-Level-3-Autonomie auf Autobahnen demonstriert hat. Die verbleibende Entwicklung zu voller Level-5-Autonomie, die ohne Fallback auskommt, dürfte doppelt bis dreimal so weit sein.

In der Version von Vay spart die Technik übrigens massiv Personalkosten: Es handelt sich, wie schon geschrieben, um ein Mietwagenangebot mit Hol- und Bring-Service. Das heißt ein Großteil der gefahrenen Strecke wird ohnehin vom Kunden in Eigenregie zurückgelegt, der Remote-Fahrer übernimmt nur relativ kurze Strecken. Und dank der aufwendigen Technik ausschließlich diese, während er bei einer herkömmlichen Umsetzung erst mit ÖPNV und/oder Klapp-Roller zum Auto und dann vom Kunden wieder zurück zu einer Warteposition müsste. Eine derartige analoge Umsetzung würde den Zeitaufwand vervielfachen selbst wenn man mehrere Wartestationen unterhält (mit dann teilweise komplett nutzlosen Fahrern), um ein großes Gebiet abzudecken.

Durchaus möglich, dass Vay 90 Prozent Fahrerkapazitäten einsparen kann; meinem Wissen nach wird vergleichbarer Service außerhalb des absoluten Premium-Segments aber überhaupt nicht angeboten. Wenn für Multimedia und Assistenzsysteme (sowie zum Ausgleich immer kleinerer Fenster und immer höherer Seitenlinien) die Sensor- und Datentechnik künftig ohnehin verbaut ist, könnte das durchaus ein lukratives Geschäftsmodell werden. Noch ist man halt Start-Up.
 
Was sagen Sie zu der neuen Gesetzgebung, die ferngelenkte Fahrzeuge ab dem 1. Dezember 2025 erlaubt?
Nicht gut.
Dann lieber ein autonomes Auto mit einer lokalen Steuerung.
Ich setz mich doch auch nicht ins Auto und benutze anstatt Lenkrad und Pedale das Handy per Bluetooth zur Steuerung.
 
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