Nein, Kinder brauchen Anregung, Phantasie, Leitfäden, aber keine "Führung".
Auch das ist Führung. Man kann nicht nur Esel am Strick führen, sondern auch Blinde über die Straße, Durstige zur Quelle - oder eben von Natur aus orientierungslose Kinder dazu, ihre schlummernden Talente zu entdecken und sich selbst Ziele zu stecken.
Gemeint ist aber dasselbe: Einem Kind oder Jugendlichen bis zum i-Tüpfelchen vorzuschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat, ist nicht Führung; ebenso wenig aber, ihn einfach sich selbst zu überlassen und zu sagen "Du hast alle Freiheiten und Möglichkeiten, nun mach mal und ich gehe feiern!"
Dann macht das Kind nämlich mit seiner Freiheit genau das, was es als "Freiheit" vorgelebt bekommt - und geht feiern.
Aber wehe, es kann wegen - sagen wir mal: einer Pandemie - nicht mehr gefeiert werden. Dann hocken Eltern und Kinder notgedrungen aufeinander, ohne ein Konzept fürs Zusammenleben zu haben.
Und wenn das Kindern und Jugendlichen zu doof wird - und das geht erfahrungsgemäß sehr schnell, weil sie nicht wissen wohin sonst mit ihrer Energie - werden die Kinder launisch und die Jugendlichen aggressiv.
Wenn dir "Führung" nicht gefällt, kannst du natürlich auch "Anleitung" dazu sagen.
