Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

In der Rolle kann ich mir Westerwelle nicht im geringsten vorstellen.
Er aber scheinbar schon, jedenfalls habe ich bislang nichts davon gehört, dass er die Tradition der Union aus Vizekanzler und Außenminister brechen will.

(Die Gründe dafür lasse ich in der Glaskugel :ugly: )

In der FDP wird ja erwartet (und auch von deren Wählern), dass Westerwelle das Amt des Außenministers annimmt, ganz gleich ob er qualifiziert ist oder nicht (dass er das nicht ist, denke ich auch).
Aber um Können und nicht Können gehts in der Politik ja eh nicht, sonst hätte sich Ulla Schmidt nicht so lange halten können.
Es geht nur darum, Posten zu bekleidet, die man für wichtig hält und genau das wird die FDP machen, dass dabei ein paar Punkte ihres Wahlkampfprogramms auf der Strecke bleiben werden, sei mal dahingestellt.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Hast du eigentlich auch noch andere "Argumente" als dein Kristallkugel? oder benutzt du die "Kristallkugel" immer dann, wenn dir die "Argumente"ausgehen?

Das Schwarz/Gelb für die Mehrheit der Deutschen keine Verbesserungen bringen wird, das weiß man auch so, ohne deine vermeintliche "Kristallkugel" :schief:

Ach so ist das. Das "weiss man auch so". Na dann - noch weiterhin viel Spass beim "Diskutieren" in Eurem Esotherikzirkel ...
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Eigentlich reicht als Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage:

"Natürlich nicht! Das Gegenteil wird er Fall sein."

Und mehr Antwort ist der Thread mit schon im Eingangspost polemischer Fragestellung auch kaum wert.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Wir sind mittlerweile auf Seite #11 angekommen - ich finde, es ist jetzt erst mal an der Zeit, das der Threadstarter seine Thesen begruendet. Aber nicht nur mit Gegluckse a la "das weiss man eben". Denn anscheinend wissen ein par es eben doch nicht und moechten mit nachpruefbaren Argumenten ueberzeugt werden.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Wir sind mittlerweile auf Seite #11 angekommen - ich finde, es ist jetzt erst mal an der Zeit, das der Threadstarter seine Thesen begruendet. Aber nicht nur mit Gegluckse a la "das weiss man eben". Denn anscheinend wissen ein par es eben doch nicht und moechten mit nachpruefbaren Argumenten ueberzeugt werden.

Deine "Argumente" zum Thema waren auch nicht besser. Woher nimmst du denn deine Zuversicht, dass es deutlich besser wird?
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Tut mir leid (fuer Dich / Euch) - aber auf diese pseudorhetorischen Spielchen lasse ich mich nicht ein. Du / Ihr behauptet etwas, was in der Zukunft geschehen wird, koennt es logischerweise nicht beweisen, verlangt aber unverdrossen im Hier und Heute widerlegt zu werden. Liefert etwas Handfestes, dann ziehe ich ein Weiterdiskutieren in Erwaegung.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Wieso sollte ich das überhaupt erklären? Die meisten hier tragen nach meinem Dafürhalten ideologische Scheuklappen. Da ist es nicht sinnvoll, irgendwas erklären zu wollen. Es prallt eh ab.

Aber kurz gefaßt:

- Geht es den Unternehmen gut, geht es den Bürgern gut. Beides getrennt betrachten zu wollen ist blauäugig und unrealistisch.

- Mit Schwarz/Gelb ist eine wesentlich bessere Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik möglich, als das mit einer großen Koalition ging. Da hemmt immer ein Partner den anderen.

- Was wir jetzt brauchen, sind Reformen auf den Gebieten der Arbeitslosenversicherung, der Rentenkassen, des Gesundheitssystems und anderer Sozialsysteme. Hier muß deutlich entschlackt werden, damit die ganze Kiste auch in Zukunft finanzierbar bleibt. Das wird ein harter Schnitt werden und viele werden Wasser saufen. Ganz klar.

Aber wenn wir uns jetzt nicht am Riemen reißen, wird es immer schlimmer werden. Genau genommen wäre eine deutliche Umstrukturierung auf diesen Gebieten schon vor 10 bis 20 Jahren fällig gewesen. Aber keine Regierung hatte den Mut, da wirklich was zu bewegen. Herr Blüm sagte ja auch, die Renten wären sicher. Natürlich sind die sicher. Da hat er Recht. Es kommt nur darauf an, wieviel von seinem Lohn der normale Arbeitnehmer abgeben soll. Und ganz ähnlich ist die Problematik in vielen Bereichen der Sozialpolitik. Nur sind wir mittlerweile an dem Punkt, wo dem normalen Arbeitnehmer finanziell regelrecht die Luft abgedrückt wird.

Dann kam Gott sei Dank Rot/Grün mit der Agenda 2010, die ein absolut richtiger Schritt ist, nur noch nicht weit genug geht. Hier muß definitiv mehr kommen.

Ich wünsche mir sehr, daß jetzt im Lichte der Krise endlich mal der Mut vorhanden ist, die bestehenden Probleme anzupacken und nicht immer weiter in die Zukunft zu verschieben. Wir können das alles noch eine Zeit lang stemmen, aber darunter leiden werden unsere Kinder. Ich denke nicht, daß wir denen das aus purem Egoismus aufbürden sollten. Deshalb brauchen wir einen klaren Schnitt, so ähnlich wie ihn Neuseeland Ende der 80er / Anfang der 90er vollzogen hat.

Und deswegen nehme ich an, daß es bergauf gehen wird. Zumindest, solange Gelb einen großen Einfluß in der Koalition ausüben kann und Seehofer in der Kiste bleibt. Es gibt nämlich keine echte Alternative, solange wir es nicht zum (sozial)politischen Supergau kommen lassen wollen. Und wer das nicht einsieht / einsehen will, leidet meines Erachtens an akutem Realitätsverlust.

Ich weiß, das sind harte Worte. Aber so sieht's nunmal aus und das muß auch mal ganz klar gesagt werden.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

- Geht es den Unternehmen gut, geht es den Bürgern gut. Beides getrennt betrachten zu wollen ist blauäugig und unrealistisch.

Das war früher mal, seit die Globalisierung und die Hedge Fonds regieren, zählt das nicht mehr.
Die Unternehmen denken nur noch in Rendite, Boni und Quartalsberichten.

- Mit Schwarz/Gelb ist eine wesentlich bessere Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik möglich, als das mit einer großen Koalition ging. Da hemmt immer ein Partner den anderen.

Da liegst du sicher richtig, eine große Koalition setzt auch immer merkwürdige Kompromisse an den Tag, siehe Gesundheitsfond.

Aber wie will denn die Bundesregierung die versprochenen Steuersenkungen für die Unternehmen finanzieren, wenn nicht auf der Gegenseite bei anderen gespart werden muss?

Was passiert mit den Milliarden, die die Energiekonzerne durch die Verlängerung des Atomausstiegst in den Hintern geblasen bekommen?
Denkst du wirklich, das wird zu 100% investiert in bessere Energien oder sichere Kraftwerke, Leitungen?

- Was wir jetzt brauchen, sind Reformen auf den Gebieten der Arbeitslosenversicherung, der Rentenkassen, des Gesundheitssystems und anderer Sozialsysteme. Hier muß deutlich entschlackt werden, damit die ganze Kiste auch in Zukunft finanzierbar bleibt. Das wird ein harter Schnitt werden und viele werden Wasser saufen. Ganz klar.

Was meinst du genau, die Abschaffung/Vereinfachung der Arbeitnehmerrechte im Bereich Kündigung?
Westerwelle ist ja der Meinung, dass das viele Arbeitsplätze schafft. Am Beispiel Dänemark kann man aber sehen, dass dadurch nur die Löhne gedrückt wurden, außerdem hat jeder 4. Däne durchschnittlich innerhalb eines Jahres den Job gewechselt.
Bei unserem Bildungssystem, was ja immere noch Ländersache ist, ist ein Wechsel des Bundeslande für den Job mit sehr großen Problemen für schulpflichtige Kinder verbunden.

Im Klartext, du willst den Armen das Geld wegnehmen, damit die Reichen (hoffentlich) mehr Geld investieren?

Und deswegen nehme ich an, daß es bergauf gehen wird. Zumindest, solange Gelb einen großen Einfluß in der Koalition ausüben kann und Seehofer in der Kiste bleibt. Es gibt nämlich keine echte Alternative, solange wir es nicht zum (sozial)politischen Supergau kommen lassen wollen. Und wer das nicht einsieht / einsehen will, leidet meines Erachtens an akutem Realitätsverlust.

Ich bezweifel eben, dass "gelbe" Politik wirklich zum tragen kommt. Sie werden mit ein paar Staatssekretäre mehr abgespeist und schon verzichtet die FDP auf ein paar Punkte.
Erst gestern hat Westerwelle gesagt, dass alle Punkte des FDP Wahlprogramms verhandelbar sind.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Das war früher mal, seit die Globalisierung und die Hedge Fonds regieren, zählt das nicht mehr.
Die Unternehmen denken nur noch in Rendite, Boni und Quartalsberichten.

Das ist nicht richtig. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Unternehmen mit den meisten Angestellten sind mittelständische Betriebe, die zwar wie alles andere auch von der Globalisierung betroffen sind, aber mitnichten das Land verlassen können oder Aktionäre zufriedenstellen müssen. Was ein paar multinationale Konzerne machen, mag zwar jeweils als Einzelereignis spektaktulär scheinen, spielt aber im Großen und Ganzen nur eine untergeordnete Rolle.

Aber wie will denn die Bundesregierung die versprochenen Steuersenkungen für die Unternehmen finanzieren, wenn nicht auf der Gegenseite bei anderen gespart werden muss?
Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Ausgabendisziplin? Der Staat muß ja nicht wegen jedem Pippifax jedem dahergelaufenen Projekt/Kommune/Betrieb ein paar Millionen in den Hintern blasen, um ein völlig ungewisses Ergebnis in Kauf zu nehmen. Bestes Beispiel: Straßenbau auf dem Land bei uns daheim. Überall wird mit sicherlich hohem siebenstelligem Aufwand die Straße aufgerissen, um irgendwelche blödsinnigen Mittelstreifen zu betonieren und Kreuzungen durch Kreisverkehre zu ersetzen. Nur warum? Irgendwie war das alles viele Jahrzehnte ohne solche Schnörkel befahrbar. Ein Mehrwert ist schlicht nicht erkennbar. Das ist einfach nur perverse Geldverschwendung.
Was passiert mit den Milliarden, die die Energiekonzerne durch die Verlängerung des Atomausstiegst in den Hintern geblasen bekommen?
Denkst du wirklich, das wird zu 100% investiert in bessere Energien oder sichere Kraftwerke, Leitungen?
Das will ich doch mal schwer hoffen.


Was meinst du genau, die Abschaffung/Vereinfachung der Arbeitnehmerrechte im Bereich Kündigung?
Westerwelle ist ja der Meinung, dass das viele Arbeitsplätze schafft.
Es ist nicht sicher, ob das viele Arbeitsplätze schafft, aber es kann als relativ gesichert gelten, daß die Produktivität steigt. In Neuseeland hat übrigens genau das den Arbeitsmarkt komplett saniert. Sicherlich ist man einen Job leichter wieder los, als das heute der Fall ist, aber dafür findet man auch sehr viel schneller einen neuen. Immerhin sinken die Einstellungshemmnisse, wenn der Arbeitgeber weiß, daß er einen Arbeitnehmer bei Nichtgefallen/mangelnder Eignung auch wieder loswerden kann.

Am Beispiel Dänemark kann man aber sehen, dass dadurch nur die Löhne gedrückt wurden, außerdem hat jeder 4. Däne durchschnittlich innerhalb eines Jahres den Job gewechselt.
Und nun? Lieber Job wechseln und weniger verdienen, als arbeitslos sein und nichts verdienen, oder? Ich sehe das Problem nicht. Außerdem ist es für jeden Einzelnen besser, wenn alle in Lohn und Brot weniger verdienen, als wenn viele arbeitslos sind, diejenigen, die arbeiten, aber einen großen Teil ihres Lohnes an die Arbeitslosen abtreten müssen. Unter dem Strich hat dann nämlich jeder mehr.

Ansonsten könnte in Bezug auf Dänemark dieses vielleicht interessant sein: http://ftp.iza.org/dp3620.pdf

Bei unserem Bildungssystem, was ja immere noch Ländersache ist, ist ein Wechsel des Bundeslande für den Job mit sehr großen Problemen für schulpflichtige Kinder verbunden.
Wieso? Ein intelligentes Kind wird sich überall behaupten können. Da sehe ich kein Problem. Sicher wäre es schön, wenn das Schulsystem überall so gut wie in Bayern und Ba-Wü wäre, aber rote Versäumnisse oder Fehlplanungen in Bremen, Niedersachen, NRW, Berlin, etc. kann man der anderen Seite ja nun wirklich nicht zum Vorwurf machen.

Im Klartext, du willst den Armen das Geld wegnehmen, damit die Reichen (hoffentlich) mehr Geld investieren?
Wieso? Das ist doch blanke Polemik Deinerseits. Wo wird irgendwem Geld abgenommen, wenn mehr Personen dazu gebracht werden, für ihren Lebensunterhalt auch einer Beschäftigung nachzugehen? Wir brauchen überhaupt keine "Wegnahme" von Geld bei Gering- und Normalverdienern. Wir brauchen nur eine reduzierte Wegnahme von deren Gehältern durch den Fiskus. Und dies ist zum Beispiel durch eine Entschlackung der Sozialsystem erreichbar.

Ich bezweifel eben, dass "gelbe" Politik wirklich zum tragen kommt. Sie werden mit ein paar Staatssekretäre mehr abgespeist und schon verzichtet die FDP auf ein paar Punkte.
Erst gestern hat Westerwelle gesagt, dass alle Punkte des FDP Wahlprogramms verhandelbar sind.
Das wird sich zeigen. Rot/Grün war seinerzeit ja auch durchaus grün. Wieso sollte das jetzt anders sein? Zumal grün da bei weitem nicht so hohe Ergebnisse hatte, wie die FDP jetzt.
Und daß in Koalitionsverhandlungen alles verhandelbar ist, ist absolut normal. Das war immer so und wird immer so bleiben. Man kann nicht jeden Plan durchdrücken, wenn man auf Kompromisse angewiesen ist. Ebensowenig wird nun die Union jeden ihrer Pläne verwirklichen können. Wenn man will, daß ein Wahlprogramm ohne Abstriche durchgesetzt werden kann, muß eine Partei alleine die Regierung stellen. Das ist in Deutschland heutzutage allerdings fast unmöglich. Insofern werden wir es auf lange Zeit nicht erleben, daß das passiert.

Und am Ende liegt sehr viel Entscheidungsspielraum ohnehin bei den Ministern, die die Richtung ihrer Ressorts vorgeben. (Aus diesem Grund wäre ich auch mehr dafür, daß Westerwelle nicht Außen-, sondern Innenminister wird. Außen- und Verteidigungsministerium können meinetwegen gerne in CDU-Hand sein, ebenso wie das Wirtschaftsministerium, vorausgesetzt Guttenberg bleibt dort, was in dem Fall aber unwahrscheinlich wäre. Wichtig wäre für die FDP meiner Meinung das Innen-, Finanz-, Verkehrs-, Justiz- und vielleicht das Familienministerium (dann wäre vdL immerhin Geschichte oder könnte keinen großen Schaden mehr anrichten, was ich sehr geil fände). In jedem anderen Ministerium kann dann auch gerne irgendeine Unions-Schranze sitzen. Da soll's mich dann mal nicht stören.)
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Das ist nicht richtig. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Unternehmen mit den meisten Angestellten sind mittelständische Betriebe, die zwar wie alles andere auch von der Globalisierung betroffen sind, aber mitnichten das Land verlassen können oder Aktionäre zufriedenstellen müssen. Was ein paar multinationale Konzerne machen, mag zwar jeweils als Einzelereignis spektaktulär scheinen, spielt aber im Großen und Ganzen nur eine untergeordnete Rolle.

Das sind 1:1 Worte, die die FDP auch immer an den Tag bringt, aber ohne ein gesichertes Bankensystem wird kein Mittelständer auch nur ansatzweise investieren können und wie klamm der Mittelstand heute ist, muss ich ja nicht sagen, aber solange man den Großunternehmen und Banken nicht Schranken aufweist, werden kleinere Betriebe nicht profitieren können.
Wenns einem Großen wie Opel dreckig geht, zieht das nun mal auch immer kleinere Unternehmen mit nach unten, dazu sind die Firmen inzwischen auch schon zu sehr miteinander verbunden, egal ob im Finanzbereich oder Industrie.

Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Ausgabendisziplin? Der Staat muß ja nicht wegen jedem Pippifax jedem dahergelaufenen Projekt/Kommune/Betrieb ein paar Millionen in den Hintern blasen, um ein völlig ungewisses Ergebnis in Kauf zu nehmen. Bestes Beispiel: Straßenbau auf dem Land bei uns daheim. Überall wird mit sicherlich hohem siebenstelligem Aufwand die Straße aufgerissen, um irgendwelche blödsinnigen Mittelstreifen zu betonieren und Kreuzungen durch Kreisverkehre zu ersetzen. Nur warum? Irgendwie war das alles viele Jahrzehnte ohne solche Schnörkel befahrbar. Ein Mehrwert ist schlicht nicht erkennbar. Das ist einfach nur perverse Geldverschwendung.
Das will ich doch mal schwer hoffen.

Tja, das Problem ist aber nun mal, dass einige Investition, wie regionale Flughäfen (ich sag mal Saarbrücken, Zweibrücken oder Lübeck, Rostock) ein Kampf der Bundesländer sind.
Da werden gerne mal Millionen genommen und in regional Schwache investiert, egal was bei raus kommt, Hauptsache Geld ist verteilt worden.

Das war schon unter Kohl so, hat sich mit Schröder kaum geändert und ist unter schwarz/rot verschlimmert worden, aber vom Kurs will die CDU mit ihrer Gieskannenpolitk nicht abkommen, sonst meckert die CSU wieder rum.
Die FDP wird sich in der Beziehung recht neutral halten, weil sie das auch begrüßt (ist ja zur 'Förderung regionaler Betriebe :ugly:).

Es ist nicht sicher, ob das viele Arbeitsplätze schafft, aber es kann als relativ gesichert gelten, daß die Produktivität steigt. In Neuseeland hat übrigens genau das den Arbeitsmarkt komplett saniert. Sicherlich ist man einen Job leichter wieder los, als das heute der Fall ist, aber dafür findet man auch sehr viel schneller einen neuen. Immerhin sinken die Einstellungshemmnisse, wenn der Arbeitgeber weiß, daß er einen Arbeitnehmer bei Nichtgefallen/mangelnder Eignung auch wieder loswerden kann.

Aber, dass man den Job leichter verlieren kann, ist ein deutliches Zeichen, dass die Löhne gedrückt werden.
Ist ja schießlich dann leicht eine Arbeitnehmer zu entlassen, wenn vor der Tür der nächste steht, der den Job für 1 Euro die Stunde weniger genauso gut macht.
Außerdem läuft heute schon sehr viel über Zeitverträge, gerade bei Studienabsolventen. Heute kann man froh sein, wenn man sein Diplom in der Tasche hat und sofort einen Job bereit steht.
Meist gehts erst mal über Praktikas, Zeitverträge und den nächsten Zeitvertrag.

Schau doch mal die Ergebnisse solcher "Vereinbarungen" zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern an, da muss auf Lohn verzichtet werden, damit der Job sicherer wird, leider ist er trotzdem nicht sicher, wie Nokia oder BengQ Siemens gezeigt hat, immer mehr Arbeitnehmer werden in Betriebseigene Leiharbeitsfirmen gesteckt und günsitger zurück gemietet.

Ich war vor einiger Zeit in einem Unternehmen, das Walzen für Druckermaschinen herstellen. Von den ehemalig 150 Leuten sind noch 89 da und davon sind inzwischen 30 von Leiharbeitsfirmen, da sie 20% günstiger sind als das Stammpersonal. Teilweise sind die Leiharbeiter ehemalige Angestellte des Unternehmens.
Die Firmenführung (inzwischen ein Unternehmensberater, weil der Firmeninhaber Hilfe brauchte) hat verlauten lassen, dass sich das 2010 noch weiter verändern wird, dann sollen 80% des Personals Leiharbeiter sein.

Und Druckerwalzen herstellen ist kein Job für einen Bäcker, der 20 Jahre lang Zeitung ausgetragen hat. ;)

Und nun? Lieber Job wechseln und weniger verdienen, als arbeitslos sein und nichts verdienen, oder? Ich sehe das Problem nicht. Außerdem ist es für jeden Einzelnen besser, wenn alle in Lohn und Brot weniger verdienen, als wenn viele arbeitslos sind, diejenigen, die arbeiten, aber einen großen Teil ihres Lohnes an die Arbeitslosen abtreten müssen. Unter dem Strich hat dann nämlich jeder mehr.

Also doch, die Masse verdient weniger, damit eine kleine Minderheit mehr Geld hat. ;)
Die Schere zwischen arm und reich wird noch weiter auseinander gehen, die Linke immer mehr gestärkt.
Ich könnte mir vorstellen, dass in den nächsten 2 Jahren die Hemschwelle der SPD fällt und offen mit den Linke für 2013 geredet wird.

Wieso? Das ist doch blanke Polemik Deinerseits. Wo wird irgendwem Geld abgenommen, wenn mehr Personen dazu gebracht werden, für ihren Lebensunterhalt auch einer Beschäftigung nachzugehen? Wir brauchen überhaupt keine "Wegnahme" von Geld bei Gering- und Normalverdienern. Wir brauchen nur eine reduzierte Wegnahme von deren Gehältern durch den Fiskus. Und dies ist zum Beispiel durch eine Entschlackung der Sozialsystem erreichbar.

Nö, ist leider Realität, die Kinderarmut in Deutschland hat zugenommen.
In Deutschland ist gerade das Einkommen der Eltern besonders aussagekräftig für die schulische Bildung der Kinder.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

- Geht es den Unternehmen gut, geht es den Bürgern gut. Beides getrennt betrachten zu wollen ist blauäugig und unrealistisch.
Geht es den Unternehmen gut, kriegen die Arbeiter einen Hungerlohn und kaufen die Produkte für viel Geld. Da kann die Wahrheit also nun nicht unbedingt liegen. Es muss eine Koexistenz geben und die muss durchaus auch mal lauten, dass ein Unternehmen ein Jahr Verluste schreibt, aber die Leute nicht entlässt (quasi "durchfüttert") und dafür im nächsten Jahr wieder gewinne. Klappt im Mittelständischen zwar schon sehr gut, in den Konzernen allerdings überhaupt nicht und die sind eben diejenigen, die die Abwärtsspirale ins Rollen bringen.

Wie war das noch bei der Deutschen Bank? 5 Millarden Reingewinn, aber 10.000 Stellen kürzen.

- Mit Schwarz/Gelb ist eine wesentlich bessere Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik möglich, als das mit einer großen Koalition ging. Da hemmt immer ein Partner den anderen.
Na dann bin ich mal gespannt. Warum nimmst du eigentlich die Steuerpolitik aus, wollte da die FDP nicht auch alles besser machen? :P

- Was wir jetzt brauchen, sind Reformen auf den Gebieten der Arbeitslosenversicherung, der Rentenkassen, des Gesundheitssystems und anderer Sozialsysteme. Hier muß deutlich entschlackt werden, damit die ganze Kiste auch in Zukunft finanzierbar bleibt. Das wird ein harter Schnitt werden und viele werden Wasser saufen. Ganz klar.
Anders gesagt: Die Weltwirtschaftskrise basierend auf der Finanzkrise wird vom Arbeitnehmer bezahlt, die Arbeitgeber (die zu einem nicht unerheblichen Teil an der Krise beigetragen haben bzw. diese sogar verursacht haben) werden sogar noch dafür belohnt. Das kann es dann ganz einfach nicht sein. Die Zeche müssen alle zahlen, Arbeitnehmer genauso wie Arbeitgeber, letztere wohl sogar eher, denn erstere haben oftmals nicht mehr viel Geld für die Zeche.

Wieso? Ein intelligentes Kind wird sich überall behaupten können. Da sehe ich kein Problem. Sicher wäre es schön, wenn das Schulsystem überall so gut wie in Bayern und Ba-Wü wäre, aber rote Versäumnisse oder Fehlplanungen in Bremen, Niedersachen, NRW, Berlin, etc. kann man der anderen Seite ja nun wirklich nicht zum Vorwurf machen.
Es gibt nicht nur "intelligent" und "dumm". Es gibt einen großen Haufen "mittelmaß", die mit der richtigen Förderung (natürlich nicht auf einer Eliteschule, klar, aber eben ein gesundes Mittelmaß von guten Schulen überall und nicht nur einer Handvoll Eliteschulen und dann nur noch Schrott) ALLES schaffen kann - bis zum Professor. Dafür müsste die FDP allerdings einen ersten Schritt tun: Abschaffung der Studiengebühren.

Solange ein Großteil der Abiturienten auf den Lehrstellenmarkt drängelt, weil ein Studium nicht finanzierbar ist, wird man auch Realschüler und/oder Hauptschüler schwer, bis überhaupt nicht unterkriegen. Wenn allerdings aufgrund fehlender Studiengebühren (oder gar einer Studienförderung?) die Abiturienten die Unis bevölkern und dort die Studienplätze ausfüllen (die wir ja dennoch bezahlen), werden auch die Lehrstellen wieder frei.

Solange die FDP allerdings behauptet, sie würden Geld in die Bildung investieren und Bildung wichtig finden und an den Studiengebühren festhält, sind sie absolut unglaubwürdig, genauso wie in Sachen Bürgerrechte.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Das sind 1:1 Worte, die die FDP auch immer an den Tag bringt, aber ohne ein gesichertes Bankensystem wird kein Mittelständer auch nur ansatzweise investieren können und wie klamm der Mittelstand heute ist, muss ich ja nicht sagen, aber solange man den Großunternehmen und Banken nicht Schranken aufweist, werden kleinere Betriebe nicht profitieren können.

Der Regulierungswut am oberen Ende freien Lauf zu lassen wird keine positiven Synergien nach unten hin entfalten. Wie man Dir ja schon zu erklaeren versucht hat, kann der Metzger am Ende der Strasse nicht in China fertigen lassen - OPEL kann das. Der sich daraus ergebende "Leidensdruck" des Staates, besondere Nachsicht walten zu lassen, muss Dir nicht gefallen; an den Tatsachen aendert das aber nichts. Es sei denn, Du wolltest alle Betriebe in Staatseigentum ueberfuehren: dann und nur dann naemlich koenntest Du ihr Abwandern unterbinden.

Schau doch mal die Ergebnisse solcher "Vereinbarungen" zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern an, da muss auf Lohn verzichtet werden, damit der Job sicherer wird, leider ist er trotzdem nicht sicher, wie Nokia oder BengQ Siemens gezeigt hat, immer mehr Arbeitnehmer werden in Betriebseigene Leiharbeitsfirmen gesteckt und günsitger zurück gemietet.

Fuer die Betriebsvereinbarungen bei BENQ und NOKIA haette ich gerne Belege; ebenso fuer die "betriebseigenen Leiharbeitsfirmen".

(inzwischen ein Unternehmensberater, weil der Firmeninhaber Hilfe brauchte)

Ich hab die in Deiner Frage enthaltene Antwort mal hervorgehoben.

Also doch, die Masse verdient weniger, damit eine kleine Minderheit mehr Geld hat. ;)

Noe. Weil "weniger verdienen" nicht weniger verfuegbares Einkommen bedeutet - wenn im Gegenzug die Angaben- und Steuerlast niedriger ist. Genau das ist der Fall, wenn der Sozialstaat auf ein vernuenftiges Mass zurueckgefuehrt wird. In dem Moment werden auch geringqualifizierte und damit geringentlohnte Taetigkeiten wieder zu einer Option. Letztlich steht dahinter die systemische Frage, wie man den Sozialstaat austarieren will - zu einem ueberwiegend gebenden oder ueberwiegend fordernden.

Wenn Dir Neuseeland zu weit weg ist: schau Dir die Niederlande an. Die steckten Anfang der 80er in denselben Problemen, die wir heute haben - ein aus dem Ruder gelaufener Wohlfahrtsstaat, der nicht mehr zu finanzieren war. Die gesellschaftlichen Kraefte der Niederlande -Politik, Gewerkschaften, Arbeitgeber- vereinbarten daraufhin den Akkord van Wassenaar; eine Art Gesellschaftsvertrag mit dem Ziel, den Sozialstaat zu reformieren und so zu erhalten. Dies hat man getan, in dem man all das tat, worueber heute in Deutschland Rotz und Wasser geheult wird:

- Rueckbau des Sozialstaates: Kuerzung der Renten, Beschraenkung von Lohnersatzleistungen, Selbstbeteiligungen an diversen Sozialversicherungen, Anreize (Druck ...) fuer Umschulungen.

- Haushaltsdisziplin: Mehreinnahmen wurden nicht sofort wieder ausgegeben, sondern fuer Steuersenkungen verwendet.

- Arbeitszeiten flexibilisiert: Teilzeitarbeit, Leiharbeit.

- Lohnzurueckhaltung geuebt: Deutlich schwaecherer Anstieg der Einkommen im europaeischen Vergleich.

Dies haben alle Koalitionen in Regierungsverantwortungen befolgt; gleich welcher Farbkonstellation sie angehoerten. Der Lohn dafuer war und ist eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosigkeit und eine rezessionsunanfaellige Oekonomie (der Dienstleistungs- und Finanzsektor ist in den Niederlanden ungleich wichtiger als in Deutschland, trotzdem ist man von der "Krise" weniger betroffen - warum wohl?).
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Der Regulierungswut am oberen Ende freien Lauf zu lassen wird keine positiven Synergien nach unten hin entfalten. Wie man Dir ja schon zu erklaeren versucht hat, kann der Metzger am Ende der Strasse nicht in China fertigen lassen - OPEL kann das. Der sich daraus ergebende "Leidensdruck" des Staates, besondere Nachsicht walten zu lassen, muss Dir nicht gefallen; an den Tatsachen aendert das aber nichts. Es sei denn, Du wolltest alle Betriebe in Staatseigentum ueberfuehren: dann und nur dann naemlich koenntest Du ihr Abwandern unterbinden.

Der kleine Metzger ist aber abhängig von Unternehmen wie Opel. Wenn Opel ins Ausland geht, wer soll dann noch Metzgerprodukte kaufen, wenn niemand in der Region einen Job hat?

Fuer die Betriebsvereinbarungen bei BENQ und NOKIA haette ich gerne Belege; ebenso fuer die "betriebseigenen Leiharbeitsfirmen".

Och, hast du etwa nie Fernsehen geguckt? :what:
BenQ hat doch eine ein jährige Jobgarantie ausgesprochen als sie die Handy Sparte von Siemens übernommen haben.
Nach einem Jahr haben sie den Laden dicht gemacht und das Know How abgezogen, Siemens hat das sogar noch mit 300 Millionen Euro begleitet.
Das Nokio Werk ion Bochum wurde geschlossen, obwohl es produktiv war und man schwarze Zahlen schrieb, aber weil die Lohnkosten angeblich zu hoch waren, ging man nach Rumänien.
Das mit den Lohnkosten wird ja immer wieder gerne angesprochen, aber es macht nur einen verhältnismäßig geringen Anteil aus, an den Kosten, die tatsächlich anfallen.
Doch um die Rendite zu steigern ist das nun mal kurzfristig betrachtet der schnellste und einfachste Weg.

Öhm, das mit den Leiharbeitsfirmen machen alle großen Automobilkonzerne.

Ich hab die in Deiner Frage enthaltene Antwort mal hervorgehoben.

Tja, und warum braucht er Hilfe? Ist der Mittelständler etwa nicht in der Lage, eine kleine Krise selbst zu meistern?

Weshalb setzt der Unternehmensberater die Leute vor die Tür?

Doch um kurzfristig Kosten zu sparen, dass man aber langfristig wertvolles Know How abwandern lässt, interessiert ihn nicht, weil er ja nach kurzfristigem Erfolg bezahlt wird.
Ich habe schon einige Unternehmensberater kennen gelernt und weiß wie sie arbeiten und denken.

Noe. Weil "weniger verdienen" nicht weniger verfuegbares Einkommen bedeutet - wenn im Gegenzug die Angaben- und Steuerlast niedriger ist. Genau das ist der Fall, wenn der Sozialstaat auf ein vernuenftiges Mass zurueckgefuehrt wird. In dem Moment werden auch geringqualifizierte und damit geringentlohnte Taetigkeiten wieder zu einer Option. Letztlich steht dahinter die systemische Frage, wie man den Sozialstaat austarieren will - zu einem ueberwiegend gebenden oder ueberwiegend fordernden.

Öhm, gut, schauen wir uns die letzten Jahre mal an, wie sind da die Löhne gestiegen?
Wie haben sich die Kosten für den Lebensunterhalt entwickelt?
Ach ja, stimmt, man bekommt ja weniger, wenn man einen neuen Job annehmen muss, aber Eneergie kostet mehr, Benzin kostet mehr, Lebensmittel kosten mehr.
Wenn deine Theorie zutreffen müsste, wie erklärst du dir dann die Leute, die immer mehr in Richtung Armutsgrenze rutschen?
Wieso gibts immer mehr Kinder, die nicht mal einen Schulausflug mitmachen können, weil sich die Eltern das nicht mehr leisten können?
Wieso müssen immer mehr Leute Unterstützung vom Staat beantragen, obwohl sie einen Job haben?
Wo soll denn für die Frisörin der "Arbeit muss sich lohnen" Spruch hinführen? Denkst du wirklich, dass sie auf einmal so viel mehr verdienen wird, dass sie nicht mehr Geldunterstützung brauchen wird?
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Es gibt nicht nur "intelligent" und "dumm". Es gibt einen großen Haufen "mittelmaß", die mit der richtigen Förderung (natürlich nicht auf einer Eliteschule, klar, aber eben ein gesundes Mittelmaß von guten Schulen überall und nicht nur einer Handvoll Eliteschulen und dann nur noch Schrott) ALLES schaffen kann - bis zum Professor. Dafür müsste die FDP allerdings einen ersten Schritt tun: Abschaffung der Studiengebühren.

Wir hatten ja jetzt circa 25-30 Jahre das Experiment ohne Studiengebühren. Offenbar hat's das nicht gebracht. Also gehen wir eben wieder zum alten System zurück. Man muß auch mal erkennen und zugeben, wenn etwas nicht funktioniert. Ehrlich gesagt finde ich den vom AStA erhobenen Sozialbeitrag wesentlich unverschämter, denn der ist bis vor kurzem auch noch jedes Semester gestiegen. Seltsamerweise hat das sofort aufgehört, seitdem wir in Bonn nach langen Jahren erstmals wieder einen konservativen AStA haben. Irgendwas kann daran also nicht so falsch sein.
Solange die FDP allerdings behauptet, sie würden Geld in die Bildung investieren und Bildung wichtig finden und an den Studiengebühren festhält, sind sie absolut unglaubwürdig, genauso wie in Sachen Bürgerrechte.
Na, Du kennst das doch. Was nichts kostet, ist auch nichts.

Öhm, gut, schauen wir uns die letzten Jahre mal an, wie sind da die Löhne gestiegen?
Wie haben sich die Kosten für den Lebensunterhalt entwickelt?
Ach ja, stimmt, man bekommt ja weniger, wenn man einen neuen Job annehmen muss, aber Eneergie kostet mehr, Benzin kostet mehr, Lebensmittel kosten mehr.
Wenn deine Theorie zutreffen müsste, wie erklärst du dir dann die Leute, die immer mehr in Richtung Armutsgrenze rutschen?
Wieso gibts immer mehr Kinder, die nicht mal einen Schulausflug mitmachen können, weil sich die Eltern das nicht mehr leisten können?
Wieso müssen immer mehr Leute Unterstützung vom Staat beantragen, obwohl sie einen Job haben?
Wo soll denn für die Frisörin der "Arbeit muss sich lohnen" Spruch hinführen? Denkst du wirklich, dass sie auf einmal so viel mehr verdienen wird, dass sie nicht mehr Geldunterstützung brauchen wird?

Ich weise hier mal ganz dezent auf den Unterschied zwischen realer Vergangenheit und geplanter Zukunft hin.
Außerdem: Verstehst Du eigentlich, was JePe Dir sagen will? Ein niedrigeres Brutto-Einkommen kann in Kombination mit geringerer Abgabenlast zu einem höheren verfügbaren Einkommen führen.
Unter diesen Umständen sollte eigentlich jedem das Modell, bei dem er am Ende mehr in der Tasche hat, lieber sein als das, bei dem er am Anfang eine große Summe auf dem Gehaltsstreifen hat, von der am Ende aber leider kaum was übrig bleibt.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Das ist nicht richtig. Die zahlenmäßig größte Gruppe der Unternehmen mit den meisten Angestellten sind mittelständische Betriebe, die zwar wie alles andere auch von der Globalisierung betroffen sind, aber mitnichten das Land verlassen können oder Aktionäre zufriedenstellen müssen.

"mittelständische" Betriebe mit Angestelltenzahlen im 4 stelligen Bereich, z.T. auch im dreistelligen Bereich sind zwar oft noch keine Aktiengesellschaft (und damit auf kurzfristige Rendite bedacht), aber durchaus groß genug, um Teile ins europäische Ausland auszulagern. Und selbst die kleinen Unternehmen (deren Anteil an der Zahl der Gesamtarbeitsplätze afaik stetig abnimmt) können heutzutage leicht Aufgaben ins Ausland outsourcen, die nicht zum Kernbereich gehören. (Transport/Speditionsaufgaben? Werbung/Druck? Internetpräsenz? afaik auch schon Buchhaltung: Sowas muss man nicht um die Ecke beheimatet sein und Transportkosten sind noch immer lächerlich klein bzw. bei Daten inexistent)

(was nicht heißt, dass Radioaktiv in dieser Hinsicht eine nenneswerte andere Politik haben dürfte, als eine große Koalition, Fußgängerampel oder so ziemlich alles andere, was nicht die Linke als Seniorpartner hat)

Wie wäre es zum Beispiel mit mehr Ausgabendisziplin? Der Staat muß ja nicht wegen jedem Pippifax jedem dahergelaufenen Projekt/Kommune/Betrieb ein paar Millionen in den Hintern blasen, um ein völlig ungewisses Ergebnis in Kauf zu nehmen. Bestes Beispiel: Straßenbau auf dem Land bei uns daheim. Überall wird mit sicherlich hohem siebenstelligem Aufwand die Straße aufgerissen, um irgendwelche blödsinnigen Mittelstreifen zu betonieren und Kreuzungen durch Kreisverkehre zu ersetzen. Nur warum? Irgendwie war das alles viele Jahrzehnte ohne solche Schnörkel befahrbar. Ein Mehrwert ist schlicht nicht erkennbar. Das ist einfach nur perverse Geldverschwendung.
Das will ich doch mal schwer hoffen.

Dann hoffmal.
Derartige Baumaßnahmen werden nämlich nicht von der Regierung in den Sand gesetzt. Die beschließen nur eine Förderung für den ländlichen Raum/Infrastrukturmaßnahmen. Werden sie unter der Union vermutlich auch nicht einstellen.
Versaubeutelt und in sinnlose Straßen statt z.B. ÖPNV, DSL oder öffentliche Einrichtungen gesteckt wird das ganze dann z.B. auf kommunaler Ebene. Einstellung der FDP dazu: Zuständigkeiten sollen soweit unten wie möglich angesiedelt werden -> wenn nicht zufällig deutschlandweit alle Ämter mit kompetenten Leuten besetzt werden (und warum sollte das auf einmal passieren?), wird das in Zukunft noch schlimmer.
Die Gegenrichtung wäre ein durchdachte, zentrale Planung - aber es hat seine Gründe, warum heute nur noch eine Partei Planwirtschaft toll findet und die FDP ist so ziemlich das 100%ige Gegenteil.


Und nun? Lieber Job wechseln und weniger verdienen, als arbeitslos sein und nichts verdienen, oder? Ich sehe das Problem nicht. Außerdem ist es für jeden Einzelnen besser, wenn alle in Lohn und Brot weniger verdienen, als wenn viele arbeitslos sind, diejenigen, die arbeiten, aber einen großen Teil ihres Lohnes an die Arbeitslosen abtreten müssen. Unter dem Strich hat dann nämlich jeder mehr.

Vom Prinzip her würde ich zustimmen, aber es gibt leider einen sehr störenden Faktor in der Gleichung:
Der Arbeitgeber, der das maximale für sich rausschlagen will.
Ein Gruppe leicht kündbarer Arbeitgeber werden nämlich nicht das gleiche Gesamtgehalt bekommen, wie ein schwer kündbarer, sondern weniger, da sie jeder für sich leicht erpressbar sind. D.h. der Arbeitgeber hat in Gehaltsverhandlungen mehr macht als bisher und damit die Möglichkeit (die er im herrschenden Konkurrenzprinzip nutzen muss), die Lohnkosten insgesamt zu drücken.

Im speziellen deutschen Fall kann man noch ein weiterer Schritt hinzufügen:
Wenn aus einem hochbezahlten Job zwei mittelbezahlte werden, sinkt der effektive Steuersatz und somit die Einnahmen für den Staat. Wenn aus einem geringbezahlten Arbeitsplatz zwei für geringfügig Beschäftigte werden, kommen sogar noch zusätzliche Ausgaben im sozialen Bereich oder gar ergänzendes HartzIV hinzu.
Das heißt obwohl der Staat weniger Geld für weniger Arbeitslose ausgeben muss, hat er nicht zwangsläufig eine bessere Einkommensbilanz.
Die Arbeitnehmer haben sie aufgrund der Gesamtlohnsenkung auch nicht (wenn auch eine sehr begrüßenswerte gleichmäßigere Verteilung)
Der Unternehmer macht dagegen unterm Strich plus.
Je nach den Auswirkungen auf das Konsumverhalten (Deutsche Marken überwiegend Luxusprodukte) kommen noch negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft als ganzes hinzu.

Wieso? Ein intelligentes Kind wird sich überall behaupten können. Da sehe ich kein Problem. Sicher wäre es schön, wenn das Schulsystem überall so gut wie in Bayern und Ba-Wü wäre, aber rote Versäumnisse oder Fehlplanungen in Bremen, Niedersachen, NRW, Berlin, etc. kann man der anderen Seite ja nun wirklich nicht zum Vorwurf machen.

Wenn Schulbildung nur von Intelligenz abhängen würde, wäre einiges einfacher...
Aber ein Schulwechsel ist vor allem auch mit bürokratischen Hürden verbunden. Nehmen wir z.B. das ach-so-tolle bayrische Schulsystem. Das ist nämlich u.a. in einem Fach ganz toll (glaubt es zumindest von sich selbst): Religion.
Ergebniss: Ein Kind, dass in Berlin mit nem 1,x Schnitt das Schuljahr beendet und nach Bayern zieht, wird ein Jahr zurückgestuft. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie sich das auf die Motivationshaltung und damit die weiteren schulischen Leistungen auswirkt.
Findet der Wechsel nicht passend zum Stufen- oder zumindest Schuljahrwechsel statt (was wohl eher unwahrscheinlich ist), kommen Probleme mit unterschiedlichen Stoffplänen hinzu, die Inhalte schlichtweg nicht in der gleichen Reihenfolge unterrichten.
Mag man als rationaler Erwachsener sagen: Okay, dann wird vielleicht n bissl was nachgelernt, wer schlau ist, bei dem klappt das schon.
Aber ein Jugendlicher in beginnender Pubertät, der gerade seinen gesamten Freundeskreis verloren hat und vielleicht in nem bayrischen Kaff landet, in dem sich Zerstreuungsmöglichkeiten auf Kühschubsen beschränken, sieht das vielleicht anders. Und das die Familie für die nächsten 3 Generationen sowie unter der Bezeichnung "Saupreis" läuft, braucht man eine 0-Bock-Haltung nicht wirklich überraschend kommen.

(diese Beispiel ist nicht konstruiert, sondern beobachtet. Intelligenz war definitiv gegeben und die Qualität der Schulsysteme hat sich an keiner Stelle als störend erwiesen)

Wieso? Das ist doch blanke Polemik Deinerseits. Wo wird irgendwem Geld abgenommen, wenn mehr Personen dazu gebracht werden, für ihren Lebensunterhalt auch einer Beschäftigung nachzugehen? Wir brauchen überhaupt keine "Wegnahme" von Geld bei Gering- und Normalverdienern. Wir brauchen nur eine reduzierte Wegnahme von deren Gehältern durch den Fiskus. Und dies ist zum Beispiel durch eine Entschlackung der Sozialsystem erreichbar.

Mal so eine Frage an jemanden, der scheinbar "liberale" Politik versteht:
Was ist eigetlich diese ominöse "Entschlackung", die in Sektoren gigantische Summen einsparen sollen, die ihr Geld fast ausschließlich für Menschen ausgeben, ohne dass für die Menschen weniger übrig bleibt?

Das wird sich zeigen. Rot/Grün war seinerzeit ja auch durchaus grün.

Wobei bis heute irgendwie bei 90% der Bevölkerung der SPD-Teil der Politik wahrgenommen (und den Grünen negativ angerechnet wird) :(

Wieso sollte das jetzt anders sein?

Im Gegensatz zu den Grünen seinerzeit hat die FDP diesmal schon 50% der möglichen Koalitionspartner im Vorfeld kategorisch ausgeschlossen. Gründe wurden zwar nicht wirklich genannt, aber zumindest die FDP-freundlichere Interpretation läuft darauf hinaus, dass es unverhandelbare Standpunkte gibt. Dies wurde auch mehrfach als einer der Pluspunkte der FDP genannt (oder alternativ der Mangel an realem Idealismus den anderen Parteien vorgehalten).
Das macht zwar noch keine offizielle Haltung, aber zumindest ich würde von einer ganzen Reihe der FDP-Wähler hier einen Aufschrei des Entsetzens, tiefste Enttäuschung (und einen Wechsel zu den Grünen :ugly: ) verlangen, wenn tatsächlich ALLE Punkte verhandelbar sind.
(was mich persönlich nicht im geringsten überraschen würde ;) )

Aus diesem Grund wäre ich auch mehr dafür, daß Westerwelle nicht Außen-, sondern Innenminister wird. Außen- und Verteidigungsministerium können meinetwegen gerne in CDU-Hand sein, ebenso wie das Wirtschaftsministerium, vorausgesetzt Guttenberg bleibt dort, was in dem Fall aber unwahrscheinlich wäre. Wichtig wäre für die FDP meiner Meinung das Innen-, Finanz-, Verkehrs-, Justiz- und vielleicht das Familienministerium (dann wäre vdL immerhin Geschichte oder könnte keinen großen Schaden mehr anrichten, was ich sehr geil fände). In jedem anderen Ministerium kann dann auch gerne irgendeine Unions-Schranze sitzen. Da soll's mich dann mal nicht stören.)

Wir dürfen gespannt sein. Imho hat Westerwelle die Characterstärke, um eine Verlagerung des Vizekanzlerpostens durchzuboxen.
Die Frage ist aber, ob er auch den politischen Willen hat, seine Stärken (sofern die im Inneren liegen. Imho liegen sie jedenfalls nicht der Repräsentation) für die Allgemeinheit einzusetzen. Schließlich kann er schon seit Jahren nichts anderes als Populismus betreiben und verzweifelt versuchen, die nächste Karrierestufe zu erreichen. Außenminister ist da an und für sich auch ein sehr schöner Job. (man kann wenig nachweisbar falsch machen, man hat wenig große Probleme und die erstrecken sich meist eh über mehrere Amtszeiten, egal ob knallharte Positionen bezieht oder geschickt Kompromisse schließt, es wird am Ende postiv bewertet,... - und die Welt kriegt man auch noch gezeigt)
Wenn er statt dessen Wirtschafts- oder gar Finanzminister wird (Innenminister wird die Union imho gerne behalten), würde zumindest ich ihn deutlich positiver betrachten.

Von Leyen werden wir aber so oder so weiterhin regiert, das ist definitiv Unions-Heimspiel und der FDP eigentlich ziemlich Banane.
Wobei es natürlich höchst interessant wäre, wenn sich ein FDP-Minister aus einer Unions-dominierten Koalition zu z.B. Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften äußern müsste :ugly:
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Außerdem: Verstehst Du eigentlich, was JePe Dir sagen will? Ein niedrigeres Brutto-Einkommen kann in Kombination mit geringerer Abgabenlast zu einem höheren verfügbaren Einkommen führen.
Unter diesen Umständen sollte eigentlich jedem das Modell, bei dem er am Ende mehr in der Tasche hat, lieber sein als das, bei dem er am Anfang eine große Summe auf dem Gehaltsstreifen hat, von der am Ende aber leider kaum was übrig bleibt.

Ich weiß einfach nicht, wo die Entlastungen siehst.
Die Abgaben im Breich von Krankenkassen, Arbeitslosenversicherungen und Rentenkassen wird weiter steigen.
Was nützt es einem, wenn er 5% weniger Lohnsteuern zahlen darf, aber im Gegenzug 10% mehr Abgaben im Sozialbereich hat.
Was will denn die FDP mit einer freien Wahl der Krankenkasse erreichen?
Das erzeugt doch noch mehr Ungerechtigkeit, bis wir Verhältnisse wie in den USA haben werden, dass man sich keine Krankenversicherung mehr leisten kann.
Oder entscheiden muss, ob man statt des Krankenkassenbeitrages für sich doch eher die Ausbild der Kinder bezahlen will, das für die erste Lehrstelle 300km fahren muss.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Wir hatten ja jetzt circa 25-30 Jahre das Experiment ohne Studiengebühren. Offenbar hat's das nicht gebracht. Also gehen wir eben wieder zum alten System zurück. Man muß auch mal erkennen und zugeben, wenn etwas nicht funktioniert.
Warum sollte das Studiengebühren-lose Studium nicht funktioniert haben?

Ehrlich gesagt finde ich den vom AStA erhobenen Sozialbeitrag wesentlich unverschämter, denn der ist bis vor kurzem auch noch jedes Semester gestiegen. Seltsamerweise hat das sofort aufgehört, seitdem wir in Bonn nach langen Jahren erstmals wieder einen konservativen AStA haben. Irgendwas kann daran also nicht so falsch sein.
Das lag kaum am ASta :ugly: Was ist an den Sozialbeiträgen nun unverschämt? Du bekommst inzwischen ein komplettes NRW-Ticket (kostet normal >100€ / Monat, wenn du keines bekommst: Schlag deinen Asta), dazu noch einen ganzen Haufen sonstiger Verfüngunstigen und Vorteile, ich sag alleine mal Sportangebote.

Und selbst wenn: Der Asta (als Studentenvertretung) bestimmt diese Beiträge, die Studenten können somit die Beiträge selsbst bestimmen, das ist bei Studiengebühren defintiv anders.

Na, Du kennst das doch. Was nichts kostet, ist auch nichts.
Bullshit hoch 3. Aber wenn du sonst nichts zu bieten hast, ok!

Kann ich deine Nicht-Antwort also als Zustimmung zum Thema Steuersenkung, Abzahlung der Finanzkrisen-Schulden und UNternehmenssteuren nehmen?
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Der kleine Metzger ist aber abhängig von Unternehmen wie Opel. Wenn Opel ins Ausland geht, wer soll dann noch Metzgerprodukte kaufen, wenn niemand in der Region einen Job hat?

Linear gedacht kann das im unguenstigsten Fall eintreten, ja. Und wie willst Du mit dieser Situation nun umgehen?

Moeglichkeit #1 - OPEL verstaatlichen. Moeglichkeit #2 - den gesetzlichen Rahmen so justieren, dass eine Abwanderung unmoeglich wird (kommt Moeglichkeit #1 bedenklich nahe). Moeglichkeit #3 - den oekonomischen und fiskalischen Rahmen so justieren, dass ein Abwandern zwar immer noch eine Option ist, aber weniger attraktiv erscheint.

Man koennte sich auch mal ein paar Fragen stellen. Warum geht es OPEL eigentlich schlecht? Kann es sein, dass sie doch nicht so effizient in Deutschland herstellen, wie man uns letzthin immer einreden wollte (und neue Studien legen das ja nahe)? Kann es sein, dass man am Markt vorbeiproduziert hat (DACIA´s verkaufen sich naemlich, Krise hin oder her, blendend)? Und wenn dem so waere - warum sollte der Staat das in irgendeiner Weise honorieren? Das staatliche Engagement bei OPEL war ein Wahlwerbespot(t) mit offenem Ende. Im schlimmsten Fall torkelt OPEL naemlich nach dem HOLZMANN-Vorbild trotzdem in die Insolvenz und hat der deutsche Steuerzahler einen Technologietransfer subventioniert, der am Ende gar in verschaerfter Konkurrenz fuer die verbliebenen deutschen Marken resultiert. Die vom Wirtschaftsminister favorisierte geordnete Insolvenz war zwar nicht sexy, aber vermutlich klueger.

BenQ hat doch eine ein jährige Jobgarantie ausgesprochen(...). Nach einem Jahr haben sie den Laden dicht gemacht(...).

Oder anders ausgedrueckt: sie haben Wort gehalten.

Das Nokio Werk ion Bochum wurde geschlossen, obwohl es produktiv war und man schwarze Zahlen schrieb, aber weil die Lohnkosten angeblich zu hoch waren, ging man nach Rumänien.

Oder anders ausgedrueckt: es gab keine "Betriebsvereinbarung" - lediglich Auflagen fuer die Gewaehrung von Foerdermitteln, die wiederum eingehalten wurden. Das der Standort produktiv war, ist eine Behauptung; dass die Lohnkosten hoeher waren als die in Rumaenien wird wohl unter drei Promille niemand anzweifeln.

Gegenfrage - wenn Du ein Stueck Hardware online kaufst: suchst Du beim GEIZHALS dann den teuersten Anbieter aus? Nein? Warum verlangst Du es dann von NOKIA?

Man erntet, was man saet. Wenn man im Sommer mit dem DACIA zum Flughafen faehrt um mit RYAN AIR nach Malle zu duesen und den Saufurlaub mit dem neuen Null-EURO-Handy von SAMSUNG zu filmen, sollte man nicht all zu ueberrascht sein, wenn bei der Heimkehr wieder ein paar Firmen weniger da sind und wieder ein paar Arbeitsplaetze fehlen.

Öhm, das mit den Leiharbeitsfirmen machen alle großen Automobilkonzerne.

Dann sollte es Dir nicht schwerfallen, es zu belegen.

Tja, und warum braucht er Hilfe? Ist der Mittelständler etwa nicht in der Lage, eine kleine Krise selbst zu meistern?

In Deinem Beispiel anscheinend nicht?

Doch um kurzfristig Kosten zu sparen, dass man aber langfristig wertvolles Know How abwandern lässt, interessiert ihn nicht, weil er ja nach kurzfristigem Erfolg bezahlt wird.

Vor allem hat er einen absoluten Betrag X, mit dem er alle Kosten decken muss. Und wenn das nicht mehr geht, gibt es im groben zwei Moeglichkeiten - die Einnahmen steigern oder die Ausgaben senken. Wenn Du noch eine dritte Moeglichkeit kennst, solltest Du Dich selbst als Unternehmensberater verdingen. Im Jahr 2008 gab es knapp 30.000 Insolvenzen; fuer das laufende Jahr werden 33.000 erwartet - reichlich Entfaltungsmoeglichkeiten demnach.

Wenn deine Theorie zutreffen müsste, wie erklärst du dir dann die Leute, die immer mehr in Richtung Armutsgrenze rutschen?

Das meine Theorie ganz praktisch funktionieren kann, kannst Du Dir am von Dir geflissentlich ignorierten Beispiel Niederlande anschauen. Falls es Dich wirklich interessiert. Das das nicht von Heute auf Morgen und auch nicht von einer Legislaturperiode zur naechsten funktionieren kann, sollte dabei klar sein.

Das die Mittelschicht unbestritten erosiven Effekten unterliegt liegt nicht daran, dass sie immer weniger verdient, sondern immer weniger vom Verdienten es auch bis auf´s Konto schafft. Drastisch niedrigere Abgaben und Steuern wuerden das 1. korrigieren und 2. die Notwendigkeit steigender Loehne ausbremsen. Damit waere allen gedient. Nur habe ich immer oefter den Eindruck, dass es darum gar nicht (mehr) geht und nur "denen da oben" eins ausgewischt werden soll. Nachkommastellen wie Globalisierung, Wettbewerb, Kursentwicklungen etc. stoeren da nur und werden eben ignoriert.

Und "Armut" ist ein schlimmer Zustand - weshalb ich sehr dafuer waere, die Vokabel nicht ganz so inflationaer zu gebrauchen. Als "arm" gilt in Deutschland, wer weniger als sechzig Prozent des sog. "Einkommensmeridians" zur Verfuegung hat. Das kann theoretisch bedeuten, dass ein steigendes Durchschnittseinkommen (aus dem dieser Meridian hergeleitet wird) und eine gestiegene Kaufkraft jemanden als "arm" stigmatisiert, obwohl dessen Einkommen nur stagniert hat und er sich objektiv sogar mehr davon kaufen konnte.

Wieso müssen immer mehr Leute Unterstützung vom Staat beantragen, obwohl sie einen Job haben?

Weil derselbe Staat vorher dasselbe Geld abgeschoepft hat, dass er nun "zuschiesst". Sehr viel klueger waere es, das Geld von vornherein bei denen zu belassen, die es erarbeitet haben.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

So habe mich hier im schnell Verfahren durch die Seiten hier gelesen:

@Jepe : Die Firma Zeiss (dürfte dir bekannt sein) mit Sitz in Oberkochen hat firmeneigene Leiharbeiter und zwar aus gewerbesteuerlichen Gründen. Diese Leiharbeiter erhalten das gleiche Gehalt und die gleichen Sozialleistungen wie die Festangestellten auch, sind aber bei einer Tochtergesellschaft mit Sitz in einem Gewerbesteuerparadies angestellt und werden verliehen.

@ Quantenslipstream: Das Werk in Bochum wurde geschlossen, weil es erneuert hätte werden müssen. Die Lohnnebenkosten waren mit rund 4% verschwindent gering.

Um mal hier etwas noch in die Runde zu werfen: Das Steueraufkommen in Deutschland wird zum größten Teil von den Bürgern bezahlt und nicht von den Unternehmen. Ab einer gewissen Größe hat jedes Unternehmen die Möglichkeit die gesetzlichen Lücken auszunutzen und die Steuerlast zu senken, im Idealfall wirde nur noch eine Steuer auf Dividenen erhoben. Ermöglicht hat das übrigens die erste Rot / Grüne Regierung.
 
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