Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Warum sollte das Studiengebühren-lose Studium nicht funktioniert haben?

Vermutlich weil wir viel zuwenig hochqualifizierte Absolventen haben :ugly:

Das lag kaum am ASta :ugly: Was ist an den Sozialbeiträgen nun unverschämt? Du bekommst inzwischen ein komplettes NRW-Ticket (kostet normal >100€ / Monat, wenn du keines bekommst: Schlag deinen Asta), dazu noch einen ganzen Haufen sonstiger Verfüngunstigen und Vorteile, ich sag alleine mal Sportangebote.

Also ich zahl meinen Sport selbst, erhalte quasi keine weiteren Vergünstigungen, kein NRW-(und auch kein S-H ;)-Ticket, habe im Wohnheim für eine 4er WG pro m² mehr gezahlt, als jetzt in einer privaten 2er und fahre pro Semester vielleicht für 20€ (Einzelfahrscheine) Bus und esse 2-3mal in ner Mensa, wo ich die gleichen Preise wie am Imbiss zahle. Trotzdem drücke ich jedes Semester über 100€ an Studentenwerk und ASTA ab...
Das einzig positive, was mir für den Verein einfällt, sind Zuschüsse zu Fachschaftsveranstaltungen. (die aber an der Gesamtfinanzierung immer nur einen kleinen Anteil haben)

Und selbst wenn: Der Asta (als Studentenvertretung) bestimmt diese Beiträge, die Studenten können somit die Beiträge selsbst bestimmen, das ist bei Studiengebühren defintiv anders.

Schön wärs, wenn ASTen effektiv von Studenten kontrolliert werden. Aber bei Wahlbeteiligungen von z.T. <15% handelt es sich nicht selten um eine Profilierungsmöglichkeit für Personen mit politischen Ambitionen. Was diese auch genauso unverblühmt zugeben, wie de facto Machtmissbrauch und eine Zustimmung dazu, dass ASTen am besten ganz abgeschafft werden sollten.

(trotz allem: Studiengebühren sind noch schlimmer ;) )



Man erntet, was man saet. Wenn man im Sommer mit dem DACIA zum Flughafen faehrt um mit RYAN AIR nach Malle zu duesen und den Saufurlaub mit dem neuen Null-EURO-Handy von SAMSUNG zu filmen, sollte man nicht all zu ueberrascht sein, wenn bei der Heimkehr wieder ein paar Firmen weniger da sind und wieder ein paar Arbeitsplaetze fehlen.

Blöde Frage:
Welches deutsche Handy mit den Eigenschaften von Samsung könnte ich den kaufen?
Welcher deutsche Hersteller bietet mir die Eigenschaften eines Dacia?
*da lassen sich sehr viele Beispiele finden*
Ich würd meinen Konsum gern auf einheimische Produkte konzentrieren, aber man kann ja schon froh sein, wenn man im Supermarkt essbares Fleisch findet, dass <600km hinter sich hat. Bezahlbare deutsche Produkte sind in vielen Marktsegmenten inexistent. Und das liegt vielmals nicht an den Lohnkosten, sondern einfach daran, dass sich viele deutsche Hersteller auf das Luxussegment konzentrieren. Ich hätte kein Problem damit, für ne Hose die 5€ mehr zu bezahlen, die für eine deutsche Näherin fällig wären. Aber ich muss mindestens 50€, eher 250€ drauflegen, weil ich das nur in Kombination mit "deutsches Designer-Modelabel,..." bekomme.
Elektronikprodukte kann man gleich ganz vergessen. Medien&Inhalte? Ich weiß nicht, ob ich einfach ein Problem mit "den Deutschen" habe (vermutlich ja), aber was brauchbares finde ich nicht.
Wenn ich mir überlege, auf welchen Wegen mein Geld in den letzten Jahren ins Ausland geflossen ist, dann gibt es eigentlich nur in einem Segment deutsche Angebote, die ich nicht nach Möglichkeiten genutzt habe: Urlaub.
Aber da hab ich a) eh kaum Geld für übrig (macht also nicht viel aus) und b) mach ich Urlaub wegen "mal was anderes".
Und da hat mans, wenn man Tauchen möchte, in Deutschland schwer, wenn man bereits an der Ostseeküste lebt :ugly:

Das die Mittelschicht unbestritten erosiven Effekten unterliegt liegt nicht daran, dass sie immer weniger verdient, sondern immer weniger vom Verdienten es auch bis auf´s Konto schafft. Drastisch niedrigere Abgaben und Steuern wuerden das 1. korrigieren und 2. die Notwendigkeit steigender Loehne ausbremsen.

3. aber die Notwendigkeit erhöhter Einnahmen oder massiver Kürzungen an anderer Stelle nach sich ziehen.
Aber wo?
Netto-Mehrbelastung für den Mittelstand wär ja gerade das Gegenteil vom Ziel, keine Lösung.
Netto-Mehrbelastung der Untersten Schichten? Bekanntermaßen nichts zu holen da.
Netto-Mehrbelastung der oberen Schichten? Angeblich/Bekanntermaßen weg, ehe man zugreifen kann.
Netto-Mehrbelastung der großen Unternehmen? dito
Netto-Mehrbelastung der kleinen Unternehmen? Die sollen ja auch gestärkt werden.

Unterm Strich bleibt bei einer deutlichen Entlastung derer, denen es schon ganz gut geht, nunmal ein Minus im Staatshaushalt, dass ausgeglichen werden muss.
Und dafür muss man irgendwem Geld abknöpfen, anders geht es nicht.

(Nein, überhaupt nicht. Denn "Entschlackung" -imho Unwort des Jahres- von Verwaltungsprozessen,... ist unterm Strich auch nur eine Kürzung der Zahlungen an die dort Beschäftigten. Sinnlose Bürotätigkeiten mögen zwar genauso sinnlos sein, wie viele andere ABM-Maßnahmen oder -in Augen einiger- soziale Projekte, aber sie haben alle eins gemeinsam: Wenn man sie abschafft, hat man nur mehr Arbeitskraft auf der Suche nach Arbeit. Solange man keinen Mangel an Arbeitskräften hat, hat man also gar nichts gewonnen, sondern nur weitere Personen -nicht selten aus dem Mittelstand- unter HartzIV abgeheftet)

Und "Armut" ist ein schlimmer Zustand - weshalb ich sehr dafuer waere, die Vokabel nicht ganz so inflationaer zu gebrauchen. Als "arm" gilt in Deutschland, wer weniger als sechzig Prozent des sog. "Einkommensmeridians" zur Verfuegung hat. Das kann theoretisch bedeuten, dass ein steigendes Durchschnittseinkommen (aus dem dieser Meridian hergeleitet wird) und eine gestiegene Kaufkraft jemanden als "arm" stigmatisiert, obwohl dessen Einkommen nur stagniert hat und er sich objektiv sogar mehr davon kaufen konnte.

Blöde Frage: Wieso sich jemand mehr kaufen können? Wenn viele Leute höhere Preise zahlen können, sind Händler i.d.R. nicht so nett, ihre Preise zu senken...

Ein Meridian leitet sich übrigens nicht aus einem Durchschnitt her, weswegen ja auch nicht die Armutsgrenze (über das Niveau von 99% der Bevölkerung) steigt, wenn die obersten 10 (nicht -tausend oder -prozent ;) ) mal wieder ein hundert Millionen extra Rendite kassieren können.

Weil derselbe Staat vorher dasselbe Geld abgeschoepft hat, dass er nun "zuschiesst". Sehr viel klueger waere es, das Geld von vornherein bei denen zu belassen, die es erarbeitet haben.

Das ist erst mal nicht per se klüger. Es ist nur einfacher, aber es ist zeitgleich ein Macht- und Kontrollverlust. Welcher von beiden Teilen schwerer wiegt, hängt entscheidend von der Effizienz des Aufwandes (dazu siehe auch oben: ggf. auch eher nicht) und vor allem von der dabei eingebrachten Intelligenz (siehe Demokratie&grundsätzliche Probleme :ugly: ) ab.
Denn die staatlicher Kontrollverlust geht in einem System, dass Ungerechtigkeit verstärkt, nunmal zu Lasten der ohnehin Benachteiligten. (und ein System, in dem viel Geld sowohl für persönliche Vorteile steht, als auch für die Macht&Möglichkeiten, an noch mehr Geld zu kommen, ist nunmal einmal selbstverstärkend)
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

@Jepe : Die Firma Zeiss (dürfte dir bekannt sein) mit Sitz in Oberkochen hat firmeneigene Leiharbeiter und zwar aus gewerbesteuerlichen Gründen. Diese Leiharbeiter erhalten das gleiche Gehalt und die gleichen Sozialleistungen wie die Festangestellten auch, sind aber bei einer Tochtergesellschaft mit Sitz in einem Gewerbesteuerparadies angestellt und werden verliehen.

Dafuer habe ich "mal eben" keine Belege erGOOGLEn koennen. Selbst wenn es stimmt - wo liegt das Problem? Allemal besser als kuenftig in Asien zu fertigen.

Blöde Frage:
Welches deutsche Handy mit den Eigenschaften von Samsung könnte ich den kaufen?

Inzwischen keins mehr. Gar nicht bloede Gegenfrage - warum ist das so? Mobiltelefone sind unveraendert "in". Trotzdem schien SIEMENS der Mobilfunksektor nicht attraktiv und wurde verkauft.

Welcher deutsche Hersteller bietet mir die Eigenschaften eines Dacia?
*da lassen sich sehr viele Beispiele finden*

Beides richtig. OPEL hat kein Aequivalent zum LOGAN anzubieten, so wie viele andere deutsche Hersteller an der tatsaechlichen Nachfrage vorbeifertigen. Nur hat das eben rein gar nichts mit Finanzkrisen, Neoliberalismus oder anderen Buzzwords zu tun, sondern mit einem sich von der Nachfrage entfernenden Angebot. "Made in Germany" reicht als Kaufgrund nicht mehr aus; grosse Lust auf Innovationen hat man aber scheinbar nicht und ueberlaesst anderen das Feld und die Initiative. Gib mal just 4 fun "Opel Trixx" bei GOOGLE ein ... und ja, das was Du finden wirst, aehnelt tatsaechlich frappierend einem TOYOTA IQ. Ist aber fuenf Jahre aelter und wurde nie gebaut.

3. aber die Notwendigkeit erhöhter Einnahmen oder massiver Kürzungen an anderer Stelle nach sich ziehen.

Nicht zwingend. "Mehr Netto vom Brutto" resultiert in steigender Nachfrage, stabilerer Konjunktur, weniger Insolvenzen (wie gesagt, 30.000 im letzten Jahr), weniger Arbeitslosigkeit und damit automatisch hoeheren Staatseinnahmen. Zugegeben ein idealisierter Verlauf, aber das ist Eure schwarz/gelb-Malerei auch. Nur dass die Kurve da ideologischer Diktion folgend in die andere Richtung zeigt.

Witzigerweise ist dieser Ansatz uebrigens dem linken Mantra von der Binnennachfrage als Allheilmittel relativ aehnlich - man setzt nur eben nicht auf eine Nachfrageblase, die aus ausgeschuettenen Staatsfinanzen erwaechst, sondern auf echte Werte, das in der Realwirtschaft geschoepft wird.

Und auch wenn´s eh keiner hoeren will: doch, das kann funktionieren. Die Niederlaender haben es vorgemacht.

Ein Meridian leitet sich übrigens nicht aus einem Durchschnitt her, weswegen ja auch nicht die Armutsgrenze (über das Niveau von 99% der Bevölkerung) steigt, wenn die obersten 10 (nicht -tausend oder -prozent ;) ) mal wieder ein hundert Millionen extra Rendite kassieren können.

Der Einkommensmedian in der EU wird aus dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen abgeleitet; wer sechzig oder weniger Prozent davon zur Verfuegung hat, gilt als arm. So ist es definiert und genau da fangen die Probleme an - die Zahl reflektiert keine Fallumstaende und laedt zu (Um)Interpretationen ein; je nachdem, welchem politischen Lager man sich zugehoerig fuehlt. Dass man links moeglichst vielen Menschen einreden will, sie seien arm, ist nicht weiter verwunderlich - irgendwie muss man ja Waehlerschichten aufbauen. Einer sachlichen Diskussion zutraeglich ist das aber sicher nicht.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Inzwischen keins mehr. Gar nicht bloede Gegenfrage - warum ist das so? Mobiltelefone sind unveraendert "in". Trotzdem schien SIEMENS der Mobilfunksektor nicht attraktiv und wurde verkauft.

Wenn ich mich recht erinnere, konnte Siemens mit der 5er Serie technisch nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten und war zudem teurer (was bei 4% Lohnkosten wohl nicht an Deutschland lag), danach kam der GAU mit den Hörschäden der 65er Reihe...
Natürlich hat die Sparte in dem Moment nichts mehr abgeworfen - sowas kann in jeder Branche mal passieren, in der man nur wenige Produkte zeitgleich hat. Man könnte natürlich in so einem Moment auf die Reseren aus vorrangegangenen Jahren zurückgreifen und in der nächsten Generation was vernünftiges bringen.
Man kann aber auch alles verramschen und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, wenn "+" nicht reicht, sondern die Rendite so hoch wie möglich sein muss.

Beides richtig. OPEL hat kein Aequivalent zum LOGAN anzubieten, so wie viele andere deutsche Hersteller an der tatsaechlichen Nachfrage vorbeifertigen. Nur hat das eben rein gar nichts mit Finanzkrisen, Neoliberalismus oder anderen Buzzwords zu tun, sondern mit einem sich von der Nachfrage entfernenden Angebot.

Davon ausgehend, dass du mir nicht ausweichst, sondern deine alte Argumentation weiter verfolgst: D.h. also die deutsche Wirtschaft leidet nicht unter hohen Löhnen bzw. unter deutschen Kunden, die die damit einhergehenden Preise nicht zahlen wollen, sondern unter eigenen Dummheit?


Nicht zwingend. "Mehr Netto vom Brutto" resultiert in steigender Nachfrage, stabilerer Konjunktur, weniger Insolvenzen (wie gesagt, 30.000 im letzten Jahr), weniger Arbeitslosigkeit und damit automatisch hoeheren Staatseinnahmen.

Die Leute können maximal das mehr vom Brutto ausgeben, dass sie mehr bekommen.
Also genausoviel, wie der Staat vorher direkt bekommen hat.
Da sie einen Teil aber für importierte Produkte ausgeben, wird das Geld nicht zu 100% beim Staat landen - egal, wie oft es im System rezirkuliert.


Und auch wenn´s eh keiner hoeren will: doch, das kann funktionieren. Die Niederlaender haben es vorgemacht.

Abwarten. Lange versuchen sie das noch nicht, ihr neues Sozialkonzept scheint den Rechtsextremismus zu fördern und die Staatsverschuldung sinkt afaik auch nicht.
Wie es mit Umwelt, Ressourcen,... aussieht, weiß ich gerade nicht - aber i.d.R. wird da gerne n bissl Konjunktur auf Kosten der Zukunft gemacht.


Der Einkommensmedian in der EU wird aus dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen abgeleitet; wer sechzig oder weniger Prozent davon zur Verfuegung hat, gilt als arm.

Wenn du sie nicht kennst, solltest du dich einfach mal ein bißchen mit statistischen Grundbegriffen auseinandersetzen. Das beugt Peinlichkeiten vor.
Ich wiederhole: Ein Median ist kein Durchschnitt.
Und die 60% beziehen sich auf den Median des Pro-Kopf-Einkommens.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Man könnte natürlich in so einem Moment auf die Reseren aus vorrangegangenen Jahren zurückgreifen und in der nächsten Generation was vernünftiges bringen.
Man kann aber auch alles verramschen und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, wenn "+" nicht reicht, sondern die Rendite so hoch wie möglich sein muss.

Oder akzeptieren, dass man technologisch schon zu weit abgeschlagen ist, zu viele Wettbewerber hat und die Fertigung aktuell und besonders perspektivisch unlukrativ ist. Das klingt zwar nicht so schoen polemisch, trifft es dafuer aber besser. Man schlachtet die Kuh naemlich nicht, wenn sie noch Milch gibt.

Davon ausgehend, dass du mir nicht ausweichst, sondern deine alte Argumentation weiter verfolgst: D.h. also die deutsche Wirtschaft leidet nicht unter hohen Löhnen bzw. unter deutschen Kunden, die die damit einhergehenden Preise nicht zahlen wollen, sondern unter eigenen Dummheit?

Davon ausgehend, dass Du ueber Differenzierungsvermoegen verfuegst und davon Gebrauch zu machen bereit bist - es gibt nicht "die" Krise und auch nicht "die" Ursache. Es gibt eine Vielzahl von Problemen -zu denen Wettbewerb, unterschiedlichste Kosten, Geiz-ist-Geil-Mentalitaet, unkritisches Konsumverhalten etc., aber selbstverstaendlich auch unternehmerische Fehleinschaetzungen gehoeren-, die dann noch durch externe Faktoren wie die sog. Finanzkrise verstaerkt werden und schliesslich in einer Situation muenden, die als Krise bezeichnet wird. Im Falle von SIEMENS war das Problem ueberwiegend und im Falle von OPEL mindestens in Teilen hausgemacht - die "Krise" war nur wohlfeiler Vorwand, sich mit Wuenschen an die Politik zu wenden, fuer die man in "normalen" Zeiten mit einem nassen Handtuch aus dem Ministerium gejagt worden waere.

Da sie einen Teil aber für importierte Produkte ausgeben, wird das Geld nicht zu 100% beim Staat landen - egal, wie oft es im System rezirkuliert.

Natuerlich landet nicht alles beim Staat. Das ist auch nicht Sinn der Sache - sonst koennte man es ja beim Ist-Zustand belassen. Ein Teil landet aber beim Staat (KMU´s, die nicht Insolvenz anmelden, zahlen naemlich Gewerbesteuer) oder muss von diesem nicht ausgeschuettet werden (weil weniger Insolvenzen auch weniger Arbeitslose bedeutet). Ein bleibt bei denen, die es erarbeitet haben - woran ich nichts auszusetzen habe. Und ein Teil wuerde auch sicher in einem korrigierten Konsumverhalten aufgehen.

Abwarten. Lange versuchen sie das noch nicht, ihr neues Sozialkonzept scheint den Rechtsextremismus zu fördern und die Staatsverschuldung sinkt afaik auch nicht.
Wie es mit Umwelt, Ressourcen,... aussieht, weiß ich gerade nicht - aber i.d.R. wird da gerne n bissl Konjunktur auf Kosten der Zukunft gemacht.

Sie "versuchen" es seit ungefaehr zwanzig Jahren und machen keine Anstalten, davon abzuruecken. Wirklich unzufrieden koennen sie damit auch nicht sein, sonst wuerde dies von den politischen Kraeften aufgefangen werden. Die Staatsverschuldung muss nicht sinken, weil sie bereits unterdurchschnittlich ist (man gehoerte 2008 zu den Top 3 der mit Deutschland vergleichbaren Staaten: Klick!); der Rechtsextremismus erstarkt nicht wegen des insuffizienten Sozialsystems, sondern wegen des Scheiterns des Liberalismus im Umgang mit eingewanderten Kulturkreisen.

Ich nehme aber gerne zur Kenntnis, dass nur weil etwas zu funktionieren scheint, es nicht zwingend nachahmenswert ist. Dein Einverstaendnis voraussetzend werde ich dieses Argument anfuehren, wenn das naechste Mal nach Mindestloehnen geschrien und auf deren Unschaedlichkeit fuer andere Volkswirtschaften verwiesen wird.

Wenn du sie nicht kennst, solltest du dich einfach mal ein bißchen mit statistischen Grundbegriffen auseinandersetzen. Das beugt Peinlichkeiten vor.
Ich wiederhole: Ein Median ist kein Durchschnitt.
Und die 60% beziehen sich auf den Median des Pro-Kopf-Einkommens.

Genau das steht ein paar Zeilen weiter oben?! Plus ein paar andere Denkanstoesse, denen Du vorsorglich ausgewichen bist.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Davon ausgehend, dass Du ueber Differenzierungsvermoegen verfuegst und davon Gebrauch zu machen bereit bist - es gibt nicht "die" Krise und auch nicht "die" Ursache. Es gibt eine Vielzahl von Problemen -zu denen Wettbewerb, unterschiedlichste Kosten, Geiz-ist-Geil-Mentalitaet, unkritisches Konsumverhalten etc., aber selbstverstaendlich auch unternehmerische Fehleinschaetzungen gehoeren-, die dann noch durch externe Faktoren wie die sog. Finanzkrise verstaerkt werden und schliesslich in einer Situation muenden, die als Krise bezeichnet wird. Im Falle von SIEMENS war das Problem ueberwiegend und im Falle von OPEL mindestens in Teilen hausgemacht - die "Krise" war nur wohlfeiler Vorwand, sich mit Wuenschen an die Politik zu wenden, fuer die man in "normalen" Zeiten mit einem nassen Handtuch aus dem Ministerium gejagt worden waere.

Du kannst doch aber nicht anderer Meinung sein, dass gerade die Finanzkrise, die in den USA begann und auch hier genügend Banken getroffen haben, dass die Ursachen nicht bei den Bankern und deren Renditeerfartungen zu suchen sind.
Ich kann doch einem einfacher amerikanischen Arbeiter keine Hausfinanzierung andrehen, von der ich weiß, dass er sich die nicht leisten kann.
Das ganze beruht doch nur darauf, dass alle dachten, der Wert des Hauses steige ins unermessliche, aber genau wie bei Aktienwerten weiß man doch, dass das alles nur Luft ist.
Besonders schlimm ist ja auch, dass kleine Banker bei den Landesbanken meinten, durch solche Geschäfte mit Paketen, von denen sie nicht mal wussten, was drinne ist, sehr gute Gewinne einfahren zu können und natürlich sich selbst mit erhöhter Pravisionszahlung/Bonuszahlen belohnen.

Viele Mittelständer müssen doch heutzutage im Voraus entwickeln und produzieren. Da müssen Werkzeuge für die Automobilindustrie entwickelt und gebaut werden, ohne dass man dafür Geld bekommt, erst wenn man die fertigen Teile liefert, verdient man, aber bis dahin hat man schon einiges an Geld investieren müssen und weil die Firmen heute kaum noch Deckung haben und alles auf Pump finanzieren (wie Banken übrigens auch) hoffen sie halt auf Kredite.
Doch wenn die Banken plötzlich keinen mehr geben, obwohl man Aufträge hat und man nur das Geld braucht, damit gebaut und produziert werden kann, dann liegt das doch sehr an den Banken und nicht an den Automobilzulieferern oder dem Handwerker um die Ecke.

Mit der Bereitschaft der Banken Kredite zu geben, steht und fällt die Wirtschaftskraft. Doch wenn man sieht, dass die Banker schon wieder an ihre Rendite denken und offensichtlich nichts aus den Fehlern gelernt haben, dann stellt sich doch schon die Frage, ob man das Wirtschaftssystem der Banken nicht besser überwachen müsste und ein freier Geldmarkt, wie die FDP ihn fordert, so nicht funktionieren kann.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Mit der Bereitschaft der Banken Kredite zu geben, steht und fällt die Wirtschaftskraft. Doch wenn man sieht, dass die Banker schon wieder an ihre Rendite denken und offensichtlich nichts aus den Fehlern gelernt haben, dann stellt sich doch schon die Frage, ob man das Wirtschaftssystem der Banken nicht besser überwachen müsste und ein freier Geldmarkt, wie die FDP ihn fordert, so nicht funktionieren kann.
Natürlich haben sie nichts daraus gelernt, sie haben ja auhc nichts dafür bezahlt. Und eine Ackermann kann nur deswegen so toll lachen, weil er kurze Zeit vorher seine heißen Papiere an anderen Banken verkauft hat (hatte was von Insidergeschäft). Ich bin durchaus dafür das ganze Bankengewerbe solange an den Karren zu binden (Abtretung jedes cent Gewinn), bis sie ihre Schulden an der gesellschaft abgezahlt haben. Muss der kleine Arbeiter auch, wenn er Steuerschulden hat.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Der größte Schwachsinn ist ja der Kram mit den "Bad Banks". Da schleudern die Banken ihren Abfall rein (und wer entscheidet, was "Abfall" ist? Das machen doch die Banker selbst :() und der Steuerzahler darf ausbügeln.

Ähm, die Citi Bank hat im letzten Quartal wieder Gewinn gemacht (nachdem die US Regierung 50 Millarden reingeschossen hat) und prompt wurden wieder Boni versprochen.
Ich dachte, Bonis zahlt man für das abgeschlossene Quartal und da sah es ja nicht wirklich gut aus.
Ach, zum Jahresende strebt man wieder 20% Rendite an. :daumen2:

Solange sich New York und London aber gegen eine internationale Bankenaudsicht wehren, solange wird es auch keine geben.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Ich kann doch einem einfacher amerikanischen Arbeiter keine Hausfinanzierung andrehen, von der ich weiß, dass er sich die nicht leisten kann.

vs.

Mit der Bereitschaft der Banken Kredite zu geben, steht und fällt die Wirtschaftskraft.

Was soll´s denn nun sein? Eine moeglichst freizuegige Kreditvergabe, die in eine Blase gemuendet hat oder eine betont restriktive, die die Konjunktur lahmen laesst?

(...)ein freier Geldmarkt, wie die FDP ihn fordert(...)

Tut sie nicht. Egal, wie beharrlich Du das Gegenteil behauptest.

Im Uebrigen ist das eine Phantomdiskussion, die hier gefuehrt wird. "Basel 2" war eine US-amerikanische Initiative, mit der verbindliche Kriterien fuer die Kreditvergabe etabliert werden sollten. Fast alle Nationen haben "Basel 2" umgesetzt - die USA nicht. Insoweit existiert das Regelwerk, das hier gefordert wird, eigentlich bereits und wird auch angewendet. Und ehe man sich ueber Leerverkaeufe, Derivate & Co. in Rage schreibt, sollte man wenigstens ein paar Augenblicke darauf verwendet haben herauszufinden, was das eigentlich ist.

Und damit duerften die Standpunkte geklaert sein (ausser dem des Threadstartesr - der hat ausser "das weiss man einfach" noch nichts wirklich Greifbares anfuehren koennen / wollen) und bin ich aus dieser Spirale raus.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Was soll´s denn nun sein? Eine moeglichst freizuegige Kreditvergabe, die in eine Blase gemuendet hat oder eine betont restriktive, die die Konjunktur lahmen laesst?

Ein bessere Kontrolle.
Bankmitarbeiter verkaufen in der Regel das, woran sie am meisten verdienen, nicht aber das, was für den Kunden am besten ist.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Ein bessere Kontrolle.
Bankmitarbeiter verkaufen in der Regel das, woran sie am meisten verdienen, nicht aber das, was für den Kunden am besten ist.
Nicht nur bessere Kontrolle, vorallem bessere Widerspruchsmöglichkeiten. Ist die vom Bankverkäufer als so tolle und sichere Anlage dann doch nicht so sicher (siehe isländisches Tagesgeld), muss eben die Bank für den Schaden gerade stehen. Wie schnell dann wohl die ganzen Renditeversprechen endlich mal realistisch werden?

Ich mein, jeden scheiss Handwerker kann man verklagen bis zum umfallen, wenn der Wasserhahn von ihm nach zwei Jahren anfängt zu Tropfen. Und bei ner Bank hat man absolut keinen Verbraucherschutz, das kann einfach nicht sein.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Dafür ist die Finanzlobby wohl zu stark, als dass sie das zulassen wird. :(
Genügend Tests von Fernsehsendern haben ja schon gezeigt, wie sorgloas die Bankberater mit möglichen Risiken umgehen und wie die runtergeredet werden.
Es wird immer nur das Positive ins rechte Licht gerückt, alles ander unter den Tisch gekehrt.
Hab ich bei meiner Ex-Bank auch gemerkt (deswegen Ex-Bank :D). DA wollten wir die Berater da ausländische Staatsanleiehen andrehen, angeblich 6-10% Gewinn (wie geht das denn? Dann müssten die Papiere ja 30% raushauen, sonst reicht es den Banken ja nicht) garantiert.
Hab denen jedenfalls die Meinung geblasen und bin zu Bank meiner Frau gegangen (seit dem haben wir ein gemeinsames Konto :heul:).
Aber was sollte ich machen, die dortige Banbberaterin hatte eben zwei Argumente mehr zu bieten. :devil:
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Oder akzeptieren, dass man technologisch schon zu weit abgeschlagen ist, ...

...

Es gibt eine Vielzahl von Problemen -zu denen Wettbewerb, unterschiedlichste Kosten, Geiz-ist-Geil-Mentalitaet, unkritisches Konsumverhalten etc., aber selbstverstaendlich auch unternehmerische Fehleinschaetzungen gehoeren-, die dann noch durch externe Faktoren wie die sog. Finanzkrise verstaerkt werden und schliesslich in einer Situation muenden, die als Krise bezeichnet wird. Im Falle von SIEMENS war das Problem ueberwiegend und im Falle von OPEL mindestens in Teilen hausgemacht - die "Krise" war nur wohlfeiler Vorwand, sich mit Wuenschen an die Politik zu wenden, fuer die man in "normalen" Zeiten mit einem nassen Handtuch aus dem Ministerium gejagt worden waere.

Ich fasse zusammen:
- Nichts genaues weiß man nicht, der Einzelfall entscheidet
- In keinem der hier thematisierten Einzelfälle spielen der .deutsche Verbraucher, der deutsche Staat oder das wirtschaftliche Umfeld eine entscheidende Rolle

Also wieso bitte schön zeigst du im hiesigen Kontext mit dem Finger auf die?
Willst du gezielt die Diskussion mit Offtopic-Einwürfen ins Nirvana leiten oder einfach nur nerven?


Natuerlich landet nicht alles beim Staat.

Danke, dass du mir zu meinen obigen Ausführungen zustimmst, demnach die Bilanz für den Staat unterm Strich negativ ist (und somit durch z.B. Kürzungen ausgeglichen werden muss).
Wiederum die Frage: Und wieso müssen da erst mehrere. letztlich nicht haltbare. Wiedersprüche kommen, ehe man wieder am Anfang der "Diskussion" steht?

Ich nehme aber gerne zur Kenntnis, dass nur weil etwas zu funktionieren scheint, es nicht zwingend nachahmenswert ist. Dein Einverstaendnis voraussetzend werde ich dieses Argument anfuehren, wenn das naechste Mal nach Mindestloehnen geschrien und auf deren Unschaedlichkeit fuer andere Volkswirtschaften verwiesen wird.

Mir gegenüber kannst du das gerne anführen. Ich bin immer für eine theoretische Überlegung zu haben, die von den (ggf. anderen) Ausgangsvorraussetzungen ausgeht und bis hin zu den abschließenden Folgen geht.


Genau das steht ein paar Zeilen weiter oben?! Plus ein paar andere Denkanstoesse, denen Du vorsorglich ausgewichen bist.

Äh...
Ja.
Der Einkommensmedian in der EU wird aus dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen abgeleitet
Ich wiederhole: Ein Median ist kein Durchschnitt.

Das ist tatsächlich sowas von gleich. Quasi identisch. Genauso schwierig zu unterscheiden, wie z.B. die Wahlprogramme von FDP und KPD.



Entschuldige bitte, dass ich bei derartigen grundlegenden Kommunikations- und Diskussionsproblemen nicht weiter auf unbegründete und unbegründbare Behauptungen sogenannte "Denkanstöße", die zudem nichts mit dem Thema zu tun haben, eingehe.
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Also wieso bitte schön zeigst du im hiesigen Kontext mit dem Finger auf die?
Willst du gezielt die Diskussion mit Offtopic-Einwürfen ins Nirvana leiten oder einfach nur nerven?

Weil ich keine in Deutschland begonnene systemische "Krise" erkenne. Ich sehe Auswirkungen auf Deutschland von Fehlern, die ausserhalb Deutschlands gemacht wurden und einheimische Probleme verstaerken. Deshalb bringt auch das reflexartige Geschrei nach dem starken Staat nichts (allenfalls wuerde ein internationales Gremium Sinn machen) und ist die Anti-schwarz/gelb-Propaganda bestenfalls sinnlos und schlimmstenfalls ein gezieltes Schueren von Pogromstimmung durch radikale linke Kraefte. Und wenn Dein Gegenentwurf der alles richtig machende Manager ist, der fuer halb so viel Geld doppelt so gut arbeitet (Stichwort Begrenzung von Managergehaeltern - die polemischste Gruetze ever), glaubst Du vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Manager sind Menschen, Menschen sind egoistisch und Menschen machen Fehler. Ich lade jeden dazu ein den ersten Stein zu werfen der sich ganz, ganz sicher ist, dass seine Exkremente nach Himbeermarmelade schmecken.

P. S. Das "nerven" ueberlasse ich gerne klugscheissenden Moderatoren, die ein ums andere Mal Nachkommastellenanalyse bei Begriffen betreiben (spaeter mehr dazu). Und ins Off Topic abdriften kann dieser Thread nicht, weil er im selbigen eroeffnet wurde - mit einem Dutzend polemischer Suggestivfragen naemlich, die sogleich von noch polemischeren Behauptungen eifrig bejaht wurden, ohne das bis heute ein einziges sachliches Argument angefuehrt wurde. Die schon angesprochenen klugscheissenden Moderatoren ausdruecklich eingeschlossen. Seltsam, dass Du da ungleich toleranter bist?

Danke, dass du mir zu meinen obigen Ausführungen zustimmst, demnach die Bilanz für den Staat unterm Strich negativ ist (und somit durch z.B. Kürzungen ausgeglichen werden muss).

Nein, perspektivisch ist die Bilanz nicht negativ fuer den Staat, mindestens aber weniger negativ als sie es heute schon ist. Siehe Niederlande. Aber die irren sich ja bekanntlich und werden das irgendwann auch noch erkennen. Zur Not wirst Du eben Moderator der Niederlande und sagst es denen.

Das ist tatsächlich sowas von gleich. Quasi identisch. Genauso schwierig zu unterscheiden, wie z.B. die Wahlprogramme von FDP und KPD.

Fuer die Klugscheisser im Thread:

EIN MEDIAN IST KEIN DURCHSCHNITT. IM FALLE DES EINKOMMENSMEDIANS WIRD ER ABER AUS DEM MIKROZENSUS DES STATISTISCHEN BUNDESAMTES UND DAMIT SEIT 2005 ERHEBUNGSBEDINGT AUS DEM DURCHSCHNITTLICHEN PRO-KOPF-EINKOMMEN HERGELEITET.

Das hatte ich (verkuerzt) geschrieben.

Was ich ausserdem gesagt hatte, war: Steigen die oberen Einkommen und steigt so der Median, kann das bedeuten, dass Personen mit stagnierendem Einkommen trotz objektiv gestiegener Kaufkraft (und die Lebenshaltungskosten haben sich teilweise sogar zurueckentwickelt) ploetzlich als armutsgefaehrdet oder arm gelten, obwohl es ihnen eigentlich besser geht als noch ein Jahr zuvor - ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen, oder? Ein Median ist dabei zwar weniger anfaellig fuer "Ausreisser" nach oben (und unten) als ein reiner Durchschnitt, mehr aber auch nicht.

Mit Dingen wie etwa, dass sich die Einkommensarmut auch aus Faktoren wie Einkommensentstehung- und verwendung (z. B. im Falle ueberschuldeter Personen, die zwar ein Einkommen ueber der 60 / 40-Prozent-Schwelle (armutsgefaehrdet / arm) erzielen, aber wegen Pfaendungen nicht darueber verfuegen koennen) und persoenlichen Lebensverhaeltnissen (so sind Singles staerker armutsgefaehrdet, weil die Abgaben- und Steuerlast ihnen einen geringeren Nettoteil des Bruttoeinkommens laesst) ergibt, werde ich Dein empfindsames Gemuet erst gar nicht belasten.

Ganz, ganz einfach ausgedrueckt: die Definition "armutsgefaehrdet" oder "arm" sagt allenfalls sehr eingeschraenkt etwas ueber die tatsaechlichen Lebensumstaende aus.

Aber alles das ist auch gar nicht wichtig, gilt es doch, eitel auf Definitionen herumzureiten. Und so einer will mir dann vorhalten, ich wuerde eine "Diskussion" ueber Handtaschen von PRADA ins Off Topic abdraengen:

:kotz:
 
AW: Schwarz/Gelb, geht es jetzt mit Deutschland abwärts?

Weil ich keine in Deutschland begonnene systemische "Krise" erkenne. Ich sehe Auswirkungen auf Deutschland von Fehlern, die ausserhalb Deutschlands gemacht wurden und einheimische Probleme verstaerken.

Sehe ich nicht so.
Was haben denn einheimische Banken gemacht?
Sie haben, wie viele andere auch, diverse Pakete gekauft, in denen sich irgendwelche Kredite befanden, die sich im Nachinein als wertlos erwiesen.
Hätten vernünftige Banker das nicht sehen müssen?
Hätte ein "starker Staat" das unterbinden können?
Wo war der Aufsichtsrat der Bank?

Und wenn Dein Gegenentwurf der alles richtig machende Manager ist, der fuer halb so viel Geld doppelt so gut arbeitet (Stichwort Begrenzung von Managergehaeltern - die polemischste Gruetze ever), glaubst Du vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Manager sind Menschen, Menschen sind egoistisch und Menschen machen Fehler. Ich lade jeden dazu ein den ersten Stein zu werfen der sich ganz, ganz sicher ist, dass seine Exkremente nach Himbeermarmelade schmecken.

Der korrekt arbeitende Manager muss ja nicht mit sinnfreien Bonis angelockt und belohnt werden. Ein Umdenken ist eben wichtig, gerade für Manager, Hedge Fonds und Aktionäre, die nur noch in Quartalsbilanzen denken.
Solange aber gerade Bankmanager noch für Fehler mit Boni belohnt werden und sie wissen, dass eventuelle Fehler eh vom Staat aufgefangen werden (eine Bank ist ja wichtig fürs System), dann wird sich kein anderes Denken einnisten können.
Manager müssen endlich mal für ihre Taten auch haftbar gemacht werden können, bisher müssen das immer nur die Arbeitet ausbaden, indem sie entweder weniger Lohn bekommen, odere entlassen werden.

Solange aber Manager einer Firma in den Aufsichtsräten anderer Firmen sitzen und sie sich so höhere Boni und Gehälter zuschieben, wird sich nichts ändern.

Ganz, ganz einfach ausgedrueckt: die Definition "armutsgefaehrdet" oder "arm" sagt allenfalls sehr eingeschraenkt etwas ueber die tatsaechlichen Lebensumstaende aus.

Also gibt es für dich keine Armut im dem Sinne, wie du sie definierst?

Schon mal in Brasilien gewesen?
Schau dir da mal den Unterschied zwischen Reichtum und Armut an.
Das passiert, wenn man den Kapitalismus ungezügelt laufen lässt und solche Dinge möchte ich in Deutschland nicht erleben, aber wir nähern uns dem immer weiter an.
 
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