Ungleichheit in Deutschland

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inhuman_nature

Software-Overclocker(in)
Um hier mal einen Aufhänger für das Thema Ungleichheit in Deutschland zu formulieren: Hier im Forum geht es in Threads öfter um die gestiegenen Preise von Hardware. Sicherlich gibt es einige Forist:innen, die sich auch teure Hardware nicht nur leisten wollen sondern auch können. Andererseits gibt es bestimmt auch einige For ist:innen mittlerweile, die es nicht mehr so können bzw. sich das Tätigen von solchen großen Ausgaben zweimal überlegen. Im Hintergrund der Kontroverse um die Preise geht es, so vermute ich, bei einigen auch darum, wie sich im Verhältnis zu den Preisen das eigene Einkommen entwickelt hat. Sprich: es geht zu einem Teil auch um die Reallohnentwicklung. Nun ist Hardware Hobby und Luxus und so gesehen im Vergleich zu anderem nebensächlich. Andererseits geht es auch um Teilhabe. Bei der Betrachtung von Teilhabe im größeren Rahmen geht es infolge auch um Unzufriedenheit, wenn mensch immer weniger Bedürfnisse decken kann, während andere damit kaum bis keine Probleme haben und manche von letzteren gar darin keine Probleme sehen. Dies zieht dann Kreise bis hin zu Diskussionen über Politik und auch hin zum großen Thema soziale Gerechtigkeit. Und so soll es in diesem Thread um die Entwicklung von Lebensverhältnisse gehen. Einführend hier ein Link zu einem Video, in dem nicht nur auf die allgemeine Reallohnentwicklung eingangen wird sondern detaillierter auf verschiedene Einkommensgruppen:

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@SIR_Thomas_TMC und natürlich andere Interessierte - vielleicht können wir ja hier weiter diskutieren ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Schade. Bei der Wahl kam hierfür leider kein guter Impuls bei rum. Wobei die Linke immerhin knapp 10% geschafft hat. Eine wirklich greifende Mietpreisbremse wäre ein guter Anfang gewesen. Politisch wird sich in den nächsten Jahren keine Trendänderung durchsetzen.

Nutzen manche hier eigentlich Portale, um abgezockte Hardware zu spenden? Meistens suchen die ja eher Laptops, aber teilweise freut man sich auch über Desktoprechner.

Die Menschen in Armut wählen häufiger rechte Parteien. Wir könnten also allen Rechten Geld schenken, um die soziale Gerechtigkeit zu stärken. Wegen der Erbschaftssteuer aber nur max. 20.000 €, weil's ja in der Regel Fremde sind; Familienmitgliedern gern auch mehr. Ich nenne die Aktion "Geld schei*en gegen rechts!". Wer dafür ist, bitte Hand heben. Würde mich aber auch über bessere Vorschläge freuen. :)
 
Nutzen manche hier eigentlich Portale, um abgezockte Hardware zu spenden?
Leider nein. Die suchen aber auch Spender die mindestens 5 PC`s/Laptops spenden können...
(Also eher Firmen usw., keine Privatpersonen)

Ich gebe aber ausgediente Hardware (keinen Schrott) gerne an z.B. Kinder im Bekanntenkreis weiter, damit die möglichst früh einen eigenen PC haben können.
Was ich persönlich weitergeben konnte, war natürlich wenig. Wenn andere aber genauso denken, wird daraus ne Menge die wirklich hilft :daumen:
 
Zuletzt bearbeitet:
Schade. Bei der Wahl kam hierfür leider kein guter Impuls bei rum. Wobei die Linke immerhin knapp 10% geschafft hat. Eine wirklich greifende Mietpreisbremse wäre ein guter Anfang gewesen. Politisch wird sich in den nächsten Jahren keine Trendänderung durchsetzen.

Nutzen manche hier eigentlich Portale, um abgezockte Hardware zu spenden? Meistens suchen die ja eher Laptops, aber teilweise freut man sich auch über Desktoprechner.

Die Menschen in Armut wählen häufiger rechte Parteien. Wir könnten also allen Rechten Geld schenken, um die soziale Gerechtigkeit zu stärken. Wegen der Erbschaftssteuer aber nur max. 20.000 €, weil's ja in der Regel Fremde sind; Familienmitgliedern gern auch mehr. Ich nenne die Aktion "Geld schei*en gegen rechts!". Wer dafür ist, bitte Hand heben. Würde mich aber auch über bessere Vorschläge freuen. :)
Ja, wäre ein Wunder gewesen, wenn die Wahl anders ausgegangen wäre. Leider fand eine Verzerrung und Polarisierung aufgrund der Instrumentalisierung von Asylpolitik durch CDU/CSU und diverser Medien statt, auf die SPD und Grüne meinten noch einsteigen zu müssen. Aber auch ohne das wäre es fast sonderbar, wenn die Wähler:innen entsprechend ihrer materiellen Interessen gewählt hätten. Das lässt sich generell kaum beobachten. Okay, teils sind sie auch massiv enttäuscht worden - wie bspw. durch SPD und Grüne bei den Wahlen 1998 und folgende. Jedenfalls hat im Vorfeld der Wahl am 23.2.2025 die Kabarettsendung "Die Anstalt" obig angerissen Umstand gut umschrieben bzw. den Zuschauer:innen nochmal die Unterschiede der Steuerpolitik der Wahlprogramme der Parteien aufgezeigt. Und kürzlich hob das ZDF Magazin Royal diesbezüglich noch interessante Aspekte des Agierens der Medien im Wahlkampf hervor.
Viel an (positiven) Veränderungen erwarte auch ich nicht. Eine Mietpreisbremse hätte auch ich gut gefunden. Wenigstens kann nun anhand der Linken linke Analysen etwas Gehör verschafft werden und sie mittels Anfragen, Antworten von der Regierung zu Themen wie Armut etc. erhalten.

Danke für den Hinweis zu den PC Spenden-aktion/Plattform! Das kannte ich noch nicht.
 
@SIR_Thomas_TMC und natürlich andere Interessierte - vielleicht können wir ja hier weiter diskutieren ...
Mein Beitrag dazu war ja nur der Verweis auf die Statistik der Reallohnentwicklung, die bis auf zwei Ausnahmen (Corona und Ukrainekrieg), durchweg positiv in den letzten 10 Jahren war, also Löhne über der Inflation gestiegen sind. Größter Zuwachs letztes Jahr.


Du hattest drauf verwiesen, dies beträfe anteilig eher die oberen Einkommensschichten, und dann auf dein Video verlinkt. Hast du irgendwo eine verschriftlichte Statistik, die die Reallohnentwicklung nochmal nach Einkommen aufdröselt? Hab da nix aussagekräftiges ergoogeln können.
 
Das ist alles so frustrierend.

Deutschland ist im OECD Vergleich eines der Industrieländer mit der größten Ungleichheit bei Vermögen, was sich mit dem Gini-Koeffizient gut darstellen lässt.

Einkommen wird in Deutschland extrem hoch versteuert, was Vermögensaufbau durch Arbeit fast ausschließt, und Vermögen wird geringer besteuert als in der Schweiz.

Eigentlich müssten Schweizer ihre Geldkoffer nach Deutschland bringen, weil wir die bessere Steueroase sind.

Kinder armer Eltern bleiben arm in Deutschland, und Kinder reicher Eltern reich. Wir leben in einer Spermienlotterie, und Parteien wie die CDU/CSU, FDP, AFD, selbst Teile der SPD und Grünen, verteidigen dass.

Jetzt bekommen wir bald wieder eine neue "große" Koalition, die genau diese Entwicklung immer gefördert hat.....

Auf was soll man da hoffen?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Einkommen wird in Deutschland extrem hoch versteuert, was Vermögensaufbau durch Arbeit fast ausschließt, und Vermögen wird geringer besteuert als in der Schweiz.
Das ist vermutlich der Kern des Problems, wobei es meiner Meinung nach nicht das Vermögen, sondern das geerbte Vermögen ist.

Und ansonsten bräuchte es echte Steuergerechtigkeit durch ein Steuerrecht ohne Ausnahmen. Denn jemand mit viel Geld kann easy für 20 T € jemand dafür beschäftigen, ihm 100T€ mit legalen Struerausnahmetatbeständen einzusparen. Jemand mit ner Steuerlast von 10T im Jahr kann das sicher nicht.

Aber wir lieben Ausnahmen, weil sie vermeintlich für Gerechtigkeit im Einzelfall sorgen, das Gegenteil ist aber der Fall.
Jetzt bekommen wir bald wieder eine neue "große" Koalition, die genau diese Entwicklung immer gefördert hat.....

Auf was soll man da hoffen?
Nix, die haben doch die letzten 20 Jahre exakt für diese und andere Probleme gesorgt oder zumindest keinerlei Lösungskompetenz gezeigt.
 
Kinder armer Eltern bleiben arm in Deutschland, und Kinder reicher Eltern reich. Wir leben in einer Spermienlotterie, und Parteien wie die CDU/CSU, FDP, AFD, selbst Teile der SPD und Grünen, verteidigen dass.
Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Eltern finanziell reich sind. Das hat vielmehr mit Bildung und Sozialisation zu tun.
Das ist vermutlich der Kern des Problems, wobei es meiner Meinung nach nicht das Vermögen, sondern das geerbte Vermögen ist.

Ändere das und diejenigen werden einfach schon zu Lebzeiten nach und nach ihr Vermögen an die Kinder übergeben (und zwar so, dass nichts neim Fiskus kleben bleibt). Dann hast du noch das Problem von Familienunternehmern: die erben zwar ein riesiges Vermögen, aber das steckt meist in den Unternehmen (plus die Verantwortung der Belegschaft gegenüber) und ist keineswegs flüssig auf dem Konto.
 
Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Eltern finanziell reich sind. Das hat vielmehr mit Bildung und Sozialisation zu tun.

Hier wird das gut erklärt, wie Reichtum verteilt ist:

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Kinder armer Eltern wohnen fast immer zur Miete, aber Kinder reicherer Eltern oft nicht. D.h. während die Eltern eines armen Kindes oft ein großen Teil ihres Einkommen für Miete aufbringen müssen, zahlen die Eltern reicherer Kinder einen Kredit an die Bank ab. Das ärmere Kind wird natürlich nichts erben, weil deren Eltern nichts ansparen konnten. Und das reichere Kind wird wenigstens die Immobilie der Eltern erben. Das hat an sich nichts mit Bildung zu tuen, sondern dass Einkommen ist hier wichtig.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Leider nein. Die suchen aber auch Spender die mindestens 5 PC`s/Laptops spenden können...
(Also eher Firmen usw., keine Privatpersonen)

Ich gebe aber ausgediente Hardware (keinen Schrott) gerne an z.B. Kinder im Bekanntenkreis weiter, damit die möglichst früh einen eigenen PC haben können.
Was ich persönlich weitergeben konnte, war natürlich wenig. Wenn andere aber genauso denken, wird daraus ne Menge die wirklich hilft :daumen:

Die nehmen auch einzelnen Laptops / PCs.

Ansonsten mal einige Anmerkungen. Die SPD hat sich von einer Arbeitnehmerpartei zu einer Partei der "nicht Arbeitenden" entwickelt, weil man Kernkompetenz - gerechte Wirtschaftspolitik - verlernt hat.
Das Gleiche in der Bildungspolitik, von Arbeiterkinder an die Uni zu "auch ein Leben in staatlicher Vollfürsorge muss auskömmlich sein".
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mein Beitrag dazu war ja nur der Verweis auf die Statistik der Reallohnentwicklung, die bis auf zwei Ausnahmen (Corona und Ukrainekrieg), durchweg positiv in den letzten 10 Jahren war, also Löhne über der Inflation gestiegen sind. Größter Zuwachs letztes Jahr.


Du hattest drauf verwiesen, dies beträfe anteilig eher die oberen Einkommensschichten, und dann auf dein Video verlinkt. Hast du irgendwo eine verschriftlichte Statistik, die die Reallohnentwicklung nochmal nach Einkommen aufdröselt? Hab da nix aussagekräftiges ergoogeln können.
Ja, Statistik kann offenbar sehr verzerrend und irreführend sein. Ich würde mich da nicht von ausnehmen wollen. Insofern fand ich das Video erhellend, da es die Betrachtung der Reallöhne nach den unterschiedlichen Einkommensgruppen aufgegliedert widergibt. Und da wird schon deutlich, dass viele Menschen über die Jahre benachteiligt worden sind und zwar auch noch die am stärksten, die mit dem geringsten Einkommen gestartet sind. Es hinterlässt dann doch ein gewisses Geschmäckle, wenn in Debatten gesagt wird, dass ja um soziale Gerechtigkeit ginge, obwohl viele jener Akteur:innen sich eben gerade für die Beibehaltung dieser Entwicklung eingesetzt haben. Da stimme ich @Rumpelkammer in ihrem/seinem Kommentar zu.

@SIR_Thomas_TMC zu den Fakten: in der Beschreibung von dem von mir verlinkten Video befindet sich ein Link zu einer Quellenauflistung. Auf die Schnelle fand ich folgende Quelle, in der Deine Frage behandelt wird:
 
Das hat an sich nichts mit Bildung zu tuen, sondern dass Einkommen ist hier wichtig.
Das hat durchaus mit Bildung zu tun. Denn mit entsprechendem guter Bildung und dadurch höherem Einkommen kann man dann auch irgendwie auf lange Zeit durchaus Eigentum erwerben und abbezahlen. Aber ansonsten hast du absolut recht, mit einer Immobilie als Startkapital tut man sich sicher leichter.
Auf die Schnelle fand ich folgende Quelle, in der Deine Frage behandelt wird:
Danke dir, sowas in der Art hab ich auch gesucht, geht leider nur bis 2019. Wüsste schon gerne, wie es zumindest bis 2022 so lief.

Wie gesagt, ein Steuerrecht, das keine Ausnahmen hat, wäre wesentlich gerechter. Ist aber gesellschaftlich absolut nicht gewollt. Der Flat-tax auf dem Bierdeckel Erfinder wird ja nun bald Bundeskanzler. Wird trotzdem nicht kommen, ist politisch sonderbarerweise von niemand gewollt. Ich versteh es nicht so wirklich, wieso zumindest nicht diejenigen, die mehr Steuereinnahmen wollen, da nicht rangehen. Naja.

Und der zweite Hebel wäre dann das Vererben ebenfalls wirksam zu besteuern.
Ändere das und diejenigen werden einfach schon zu Lebzeiten nach und nach ihr Vermögen an die Kinder übergeben (und zwar so, dass nichts neim Fiskus kleben bleibt).
Ist doch ok, die Freibeträge sind nicht so hoch, dass man da easy zig Millionen übertragen kann. Ansonsten gilt auch hier, Ausnahmen weg. Wer ein Multimillioneneurounternehmen aufgrund Tod eines Verwandten geschenkt bekommt, der kann aus diesem Vermögen z.B. auch über 10 Jahre 4% Steuern abführen. Das drückt zwar die Rendite, wäre aber absolut machbar. Davon geht auch kein Unternehmen den Bach runter. Solche Forderungen hört man nur vereinzelt von manchen Experten, umsetzbar ist da aber anscheinend nix hier.

Dafür aber die laufende Steuererhöhung für alle, indem jeder durch die Inflation automatisch in höhere Steuersatzbereiche rutscht. Damit anteilig mehr Steuern zu zahlen sind...

Wieso wird das ganze System nicht einfach mal inflationsautomatisiert aufgestellt. Eine automatische Anpassung an die Inflation für Steuerfreibeträge, Bürgergeld, ... (ich mein da auch Tariflöhne - das könnten die Tarif"partner" auch einfach mal vereinbare, damit wären so gut wie alle Streiks unnötig)
Dann könnte man sich in der Politik auf echte relevante Änderungen konzentrieren (also wenn man mal bewusst was an irgendwelchen Zahlen ändern will). Naja, das kommt sicher auch nicht. Ist zu einfach, so ein System, für einfach sind wir gerade in Deutschland nicht zu begeistern.
 
Ändere das und diejenigen werden einfach schon zu Lebzeiten nach und nach ihr Vermögen an die Kinder übergeben (und zwar so, dass nichts neim Fiskus kleben bleibt). Dann hast du noch das Problem von Familienunternehmern: die erben zwar ein riesiges Vermögen, aber das steckt meist in den Unternehmen (plus die Verantwortung der Belegschaft gegenüber) und ist keineswegs flüssig auf dem Konto.
Wie Threshold schreibt, ließe sich das in Gesetzesreformen berücksichtigen. Ansonsten ist Dein Punkt ein weiteres Argument für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer.

Ansonsten mal einige Anmerkungen. Die SPD hat sich von einer Arbeitnehmerpartei zu einer Partei der "nicht Arbeitenden" entwickelt, weil man Kernkompetenz - gerechte Wirtschaftspolitik - verlernt hat.
Das Gleiche in der Bildungspolitik, von Arbeiterkinder an die Uni zu "auch ein Leben in staatlicher Vollfürsorge muss auskömmlich sein".
Das sehe ich auch so. SPD und Grüne waren mal links. Mit der Zeit haben sich neoliberale Positionen bei ihnen verstetigt. Angefangen hat dies mit dem Regierungsantritt der Koaliton unter Schröder und Fischer 1998. Bei beiden Parteien sind linke Parteiflügel kleiner bzw. weniger mächtig geworden. Stattdessen dominieren der Seeheimer Kreis bzw. die sogenannten Realos.

Der Umgang beider Parteien in der sogenannten Ampel finde ich auch bezeichnend. Reformen wurden unzureichend sozial abgefedert. Das wird nicht zuletzt anhand der Nichtumsetzung eines Klimageldes deutlich. Wobei ich den Eindruck habe, dass sich Scholz/SPD aus den Konflikten mit der FDP zu lange raushielt.

Die Vorwürfe an Grüne und SPD, dass sie sich von den "Normalverdiener:innen" und Ärmeren entfremdet haben, kommt nicht von ungefähr. Leider hat sich die Verachtung von Ärmeren einschließlich Erwerbslose darüberhinaus weiter verbreitet. Auch hier im Forum habe ich immer wieder Beiträge gelesen, wonach Ärmere quasi selbst Schuld wären. Ungleichheiten, massive Belastungen, geringe Handlungsspielräume der Ärmeren werden kaum gesehen.
 
Das hat durchaus mit Bildung zu tun. Denn mit entsprechendem guter Bildung und dadurch höherem Einkommen kann man dann auch irgendwie auf lange Zeit durchaus Eigentum erwerben und abbezahlen.
Wobei Bildung mit Einkommen zusammen hängt. Das wird auch in dem von mir verlinkten Video erwähnt. Hier ein weiterer Hinweis: In Deutschland nehmen mehr junge Menschen ein Studium auf, von denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat. Siehe auch:


Wie gesagt, ein Steuerrecht, das keine Ausnahmen hat, wäre wesentlich gerechter. Ist aber gesellschaftlich absolut nicht gewollt. Der Flat-tax auf dem Bierdeckel Erfinder wird ja nun bald Bundeskanzler. Wird trotzdem nicht kommen, ist politisch sonderbarerweise von niemand gewollt. Ich versteh es nicht so wirklich, wieso zumindest nicht diejenigen, die mehr Steuereinnahmen wollen, da nicht rangehen. Naja.
Das würde ich so nicht unterschreiben bzw. müsste mensch sich solche Reformvorschläge, so sie denn gemacht werden, genauer angucken. Ansonsten denke ich nicht, dass Blackrocker Merz vormals Linker war und ein besonderes Augenmerk für die Menschen mit geringem Einkommen hatte. Ich kann mir vorstellen, dass es bei solchen Steueransätzen auch um Ideale wie "schlanker Staat" geht, was wiederum Ärmere Menschen stärker benachteiligt und ausgrenzt.
Am Ende definiert die Verteilung der Steuerlast auf die verschiedenen Einkommensgruppen und welche Einkommensquelle (Arbeit, Kapitalanlagen) wie stark belastet wird, die (Ausprägung von) soziale Gerechtigkeit ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke eher es ist eine Frage der Kommunikation. Man trifft nicht mehr das Gerechtigkeitsgefühl der Leute. Mindestlohn ist so ein klassisches Beispiel, eigentlich eine tolle Sache aber Kern der Kommunikation war, dass der Abstand zu den staatlichen Versorgungsleistungen zu klein wurde. Da kommt bei Betroffenen logischerweise nicht an: "Wir schätzen Deine Arbeit und Du hast das verdient", da kommt an "wir wollen dass Du weiter so doof bist und Deinen Job machst, obwohl Du für unwesentlich weniger Geld Dir die Sache auch sparen könntest."

Beim Bürgergeld sieht man ja auch, dass die weitgehende Streichung von Sanktionen gerade in den sozial schwachen Schichten gar nicht so gut ankommt. Ist aber kein Wunder denn aktuell ist es kaum ein Unterschied ob man sich voll reinhängt oder nur das absolute Minimum macht um wieder Arbeit zu finden. Das erleben Betroffene und jene, die sich reinhängen, finden das schnell ungerecht. Hier hat die SPD imho die Chance verpasst, dass man engagierte Menschen belohnt, dann wäre auch die gefühlte Gerechtigkeit wieder da.

Linke Politik ist leistungsfeindlich geworden. Leistung ist heute schlecht und darf nicht belohnt werden, stattdessen strebt man nach Gleichheit.

Die AfD hat zwar ein absolut reichenfreundliches Programm, aber sie gibt es einfachen Menschen, die sich anstrengen, das Gefühl gesehen zu werden und wichtig zu sein und verspricht Chancen für den sozialen Aufstieg. Das sind zwar leere Versprechen, aber die Aufmerksamkeit kommt trotzdem gut an.

Kannst Du fortsetzen beim Thema Migration. Bunte Gesellschaft, multikulturell bedeutet heute möglichst wenig deutsch. Auch das kommt als Abwertung bei vielen Menschen an.
 
Am Ende definiert die Verteilung der Steuerlast auf die verschiedenen Einkommensgruppen und welche Einkommensquelle (Arbeit, Kapitalanlagen) wie stark belastet wird, die (Ausprägung von) soziale Gerechtigkeit ...
Natürlich, aber wie von dir selbst angemerkt, klappt das doch im aktuellen System überhaupt nicht. Dann wäre es doch mal an der Zeit, das grundlegend anders zu machen, so dass es wie gewünscht funktioniert.
Ich kann mir vorstellen, dass es bei solchen Steueransätzen auch um Ideale wie "schlanker Staat" geht, was wiederum Ärmere Menschen stärker benachteiligt und ausgrenzt.
Wieso werden denn arme Menschen durch eine effiziente Verwaltung benachteiligt? Macht eine ineffiziente Steuerprüfung aufgrund mannigfaltigen, teilweise widersprüchlicher, Abhängigkeiten irgendetwas sozial gerechter? Ich denke, im Gegenteil, je mehr Ausnahmen, umso leichter kann man relevante Teile seiner Steuerlast durch legale Gestaltung vermeiden, umso besser je mehr Steuerlast ich habe. Bei keinen Ausnahmen kann man auch nix mehr vermeiden. Trotzdem wird das als ungerecht empfunden. Dabei ist doch das jetzige System viel ungerechter,, oder denkst du irgendwelche Einkommensmillionäre zahlen wirklich die Summen, die eigentlich laut Steuer zu zahlen wären, wirklich an Steuern? Dasselbe bei vererbtem Vermögen, das zahlen doch immer nur diejenigen, bei denen die Summe zu gering für eine legale Steuergestaltung ist, und es sich somit nicht lohnt findige Fachkräfte auf Lösungssuche zu schicken.
In Deutschland nehmen mehr junge Menschen ein Studium auf, von denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat.
Man kann das aber auch als erstes machen. Weiß ich aus eigener Erfahrung. ;)

Abgesehen davon kannst du auch als Geselle später gut verdienen, wenn du dich zum Beispiel selbstständig machst.

Das ist natürlich nicht garantiert und mit Risiko verbunden, aber so durchlässig ist unsere Gesellschaft durchaus.
Und ein ganz wichtiger Faktor ist da die Bildung und auch die Eigenverantwortung für das persönliche berufliche Vorankommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wieso werden denn arme Menschen durch eine effiziente Verwaltung benachteiligt? Macht eine ineffiziente Steuerprüfung aufgrund mannigfaltigen, teilweise widersprüchlicher, Abhängigkeiten irgendetwas sozial gerechter? Ich denke, im Gegenteil, je mehr Ausnahmen, umso leichter kann man relevante Teile seiner Steuerlast durch legale Gestaltung vermeiden, umso besser je mehr Steuerlast ich habe. Bei keinen Ausnahmen kann man auch nix mehr vermeiden. Trotzdem wird das als ungerecht empfunden. Dabei ist doch das jetzige System viel ungerechter,, oder denkst du irgendwelche Einkommensmillionäre zahlen wirklich die Summen, die eigentlich laut Steuer zu zahlen wären, wirklich an Steuern? Dasselbe bei vererbtem Vermögen, das zahlen doch immer nur diejenigen, bei denen die Summe zu gering für eine legale Steuergestaltung ist, und es sich somit nicht lohnt findige Fachkräfte auf Lösungssuche zu schicken.
Reiche Menschen haben Steuerberater und Anwälte welche ihnen helfen möglichst viele Steuern zu sparen.
Der Normalbürger blickt da gar nicht durch. Und kann sich oft auch keine Berater leisten.
 
Ich denke eher es ist eine Frage der Kommunikation. Man trifft nicht mehr das Gerechtigkeitsgefühl der Leute. Mindestlohn ist so ein klassisches Beispiel, eigentlich eine tolle Sache aber Kern der Kommunikation war, dass der Abstand zu den staatlichen Versorgungsleistungen zu klein wurde. Da kommt bei Betroffenen logischerweise nicht an: "Wir schätzen Deine Arbeit und Du hast das verdient", da kommt an "wir wollen dass Du weiter so doof bist und Deinen Job machst, obwohl Du für unwesentlich weniger Geld Dir die Sache auch sparen könntest."
Zu einem Teil sicher. Offenbar war ein guter Teil des Gebäudeenergiegesetzes (Springer-Sprech "Heizungshammer") ja auch von der Vorgängerregierung aus CDU+CSU+SPD so vorgesehen. Die Empörung von CDU+CSU über die "Ampel" scheinen da gespielt. Das Verhalten der FDP (quasi Opposition innerhalb der Regierung) war sowieso absurd, aber das wahrgenommene Schweigen der SPD und das Agieren der Grünen in war dann im Ergebnis recht ernüchternd und sendete die falschen Signale.

Beim Bürgergeld sieht man ja auch, dass die weitgehende Streichung von Sanktionen gerade in den sozial schwachen Schichten gar nicht so gut ankommt. Ist aber kein Wunder denn aktuell ist es kaum ein Unterschied ob man sich voll reinhängt oder nur das absolute Minimum macht um wieder Arbeit zu finden. Das erleben Betroffene und jene, die sich reinhängen, finden das schnell ungerecht. Hier hat die SPD imho die Chance verpasst, dass man engagierte Menschen belohnt, dann wäre auch die gefühlte Gerechtigkeit wieder da.
Das mögen auch einige der Ärmeren/Erwerbslosen so sehen. Da spielt auch die Springer Presse eine Rolle, die die Stimmung gegen Erwerbslose befeuert. Im Endeffekt ist das Eintreten auf Schwächere und Ellbogenmentalität eine systembedingte Sache (Kapitalismus), die allerdings durch vergangene Politik weiter verschärft wurde. Tatsächlich sind das Nebelkerzen und Sündenböcke. Kaum jemensch hat mehr davon, dass Erwerbslose noch mehr leiden müssen (bspw. Kürzung unter das Existenzminimum anhand Sanktionen). Die Beträge, um die es geht, sind im Vergleich zu den großen Geld- und Vermögensbeträgen, die einem durch die geringe Besteurung von Reichtum entgehen, lächerlich gering. Das Problem sind nicht die paar der Erwerbslosen, die keiner Lohnarbeit nachgehen wollen oder zu Terminen nicht erscheinen, sondern die Reichen, die ihr Reichtum immer weiter mehren können und sich immer weniger an der Finanzierung grundlegender Staatsaufgaben (Bildung, Absicherung, Gesundheit, Infrastruktur usw.) beteiligen.

Linke Politik ist leistungsfeindlich geworden. Leistung ist heute schlecht und darf nicht belohnt werden, stattdessen strebt man nach Gleichheit.
Ja, teils wird auch stumpfer Antikommunismus hervorgekramt bspw. bezüglich der Debatten um Rekommunalisierung und sozialer Wohnungsbau. Marktradikale Bürgerliche verstehen es gut, sich Systemmechanismen und Systemmärchen zu nutze zu machen.

Die AfD hat zwar ein absolut reichenfreundliches Programm, aber sie gibt es einfachen Menschen, die sich anstrengen, das Gefühl gesehen zu werden und wichtig zu sein und verspricht Chancen für den sozialen Aufstieg. Das sind zwar leere Versprechen, aber die Aufmerksamkeit kommt trotzdem gut an.
Offenbar ist das leider so. In einer Situation, in der mensch selbst benacheiligt ist, greifen dann bei einigen die Hetze gegen Andere Benachteiligte. Vorwissen wie Rassismus ist leider vorhanden. Würden die Ärmeren ihre Interessen wahrnehmen, müssten sie bei Wahlen bspw. Die Linke wählen.

Kannst Du fortsetzen beim Thema Migration. Bunte Gesellschaft, multikulturell bedeutet heute möglichst wenig deutsch. Auch das kommt als Abwertung bei vielen Menschen an.
Ja, es ist laufend die soziale Frage (Umverteilung) ignoriert worden, es wurden sozioökonomische Ursachen und Entwicklungen nicht eingestanden. Und es wurde zu wenig Offenheit (Bundespräsident Wulffs Ansatz war ein seltener Lichtbtblick) verbreitet und sich rassistischer Vorurteile bedient.

Zusammengenommen: ja, ich sehe Kommunikationsmängel aber eben auch Mängel in den politischen Inhalten.

Natürlich, aber wie von dir selbst angemerkt, klappt das doch im aktuellen System überhaupt nicht. Dann wäre es doch mal an der Zeit, das grundlegend anders zu machen, so dass es wie gewünscht funktioniert.
Mh, ich kenne mich ehrlich gesagt nicht im Detail mit dem Steuersystem aus. Allerdings sind die Folgen statistisch nachweisbar und sichtbar. Ich bin nicht unbedingt für eine riesige Verwaltung. Was es allerskngs akutell bräuchte, wären mehr Steuerprüfer:innen die die Steuererklärungen der Reichen checken. Wichtigste Veränderung Reform des Steuersystems wäre aber das Ziel einer wesentlich größeren Umverteilung von reich hin zu arm und Investitionen in (nachhaltige) Daseinsfürsorge.
Wie ich schrieb habe ich Zweifel an manchen Ansätzen (schon aufgrund aus welcher politischen Richtung die kommen). Welche genauen Auwirkungen solche Reformen hätten, müsste mensch sich dann angucken. Ich wäre sehr vorsichtig gegenüber Leuten wie Merz, die einem vermeintliche Einfachheit als Vorteil verkaufen wollen und einem durch eine Reform tatsächlich weiteres Zusammenkürzen des Sozialstaates verkaufen wollen.

Man kann das aber auch als erstes machen. Weiß ich aus eigener Erfahrung. ;)

Abgesehen davon kannst du auch als Geselle später gut verdienen, wenn du dich zum Beispiel selbstständig machst.

Das ist natürlich nicht garantiert und mit Risiko verbunden, aber so durchlässig ist unsere Gesellschaft durchaus.
Und ein ganz wichtiger Faktor ist da die Bildung und auch die Eigenverantwortung für das persönliche berufliche Vorankommen.
Das freut mich ehrlich für Dich. :) Allerdings ist so ein sozialer Aufstieg mit Blick auf die gesellschaftliche Realität leider eher Ausnahme als die Regel, wie ich zuvor aufzeigte.
 
Zuletzt bearbeitet:
@SIR_Thomas_TMC Wie solle denn eine Flat-Tax Deiner Ansicht nach aussehen und wie kann sie das Ziel erfüllen, dass Reiche wesentlich mehr besteuert werden als Arme?
In der Wiki fand ich folgendes dazu:
In Deutschland wurde der Einheitssteuer im Bundestagswahlkampf 2005 erhöhte Aufmerksamkeit zuteil. Der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof, Mitglied des sogenannten Kompetenzteams der CDU, hatte einen einheitlichen Einkommensteuersatz von 25 % vorgeschlagen (siehe Einkommensteuergesetzbuch).[21] Im Laufe der Diskussion rückte er aber für die unteren Einkommensgruppen davon wieder ab und schlug Steuerstufen mit Grenzsteuersätzen von 15 %, 20 % und 25 % vor. (>Quelle)
Das Problem ist eben bei diesem Ansatz, dass 25 % nicht das gleiche für Menschen mit niedrigem Einkommen bedeuten wie das für Menschen mit höherem Einkommen. Der absolute Betrag würde für Menschen mit niedrigem Einkommen recht hoch sein. Für Menschen mit hohen Einkommen wäre ihr Beitrag hingegen ein Klacks. Beispiel:
2000 € * 25 % = 500 €, bleibt 1500 €
100.000 € * 25 % = 25.000 €, bleibt 75.000 €
Desweiteren fragt sich, was für eine Summe insgesamt eingenommen und vom Staat reinvestiert werden soll und welche Aufgaben für den Staat vorgesehen werden. Und da bin ich wieder bei Leuten wie Merz und Kirchhof, die einen "schlanken" Staat wollen, sprich u.a. Sozialabbau und Rückzug aus Daseinsinfrastruktur (Wasser- und Energieversorgung, ÖPNV usw.) und stattdessen Privatisierung eben dieser.
 
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