AW: Studium überflüssig oder unnötig ?
Ich würde erst mal das Niveau auf den Schulen wieder erhöhen.
Wie denn? Stumpf nach Notenschnitt gehen? Dafür müsste man sämtliche Lehrpläne umstellen, vermutlich auch die Ausbildung der Pädagogen etc.
Heute hast du deutlich mehr Abiturienten als noch vor 20-30 Jahren.
Das liegt zum Teil daran, dass man das Abitur leider nachgeschmissen bekommt. Wenn ich sehe dass man als Abgänger einer HAK (Handelsakademie in Österreich, kA ob es sowas auch in Deutschland gibt^^) zumindest vor einigen Jahren nicht einmal eine lebende Fremdsprache oder Mathematik nehmen musste...
Und diverse "Maturaschulen" wo diejenigen durchgewunken werden, die 2 oder 3x sitzen geblieben sind. Und sowas ist gleich viel wert wie mein Abitur...
Das Problem ist einfach die Verwässerung des Abiturs, man bekommt es auf so vielen verschiedenen Schultypen, sie sind am Papier exakt gleich viel wert, aber der Aufwand unterscheidet sich teilweise extrem.
Aber die Leute sind ja nicht klüger geworden, die schulische Ausbildung ist einfacher geworden.
Ich würde jetzt glatt behaupten dass der Zweck der Schule nicht Ausbildung, sondern Bildung ist, aber das ist eine andere Diskussion^^
Richtig. Aktuell befähigt es aber nur zum schnellen auswendiglernen ohne nachzudenken.
Ich lache bis heute über die Leute die mit mir angefangen haben zu studieren damals und Abi-Schitte zwischen 1,0 und 1,3 hatten (ich hab 2,6 als faule Sau^^). Die konnten in den Klausuren quasi das ganze Skript auswendig. Und sind reihenweise durchgefallen weil die Methode auf der Uni in Naturwissenschaften einfach nicht funktioniert. Man muss nicht viel wissen, nur alles verstehen (und ggf. wissen wos steht). Von den 38 Nasen die (von 155 zu beginn) den Abschluss geschafft haben waren nur noch sehr wenige übrig, die ne 1 im Abi hatten, die meisten hatten wie ich auch Notenschnitte zwischen 2 und 3. Die hatten in der Schulzeit nicht gelernt sich sinnlos Stoff in den Kopf zu quetschen was gute Noten bringt, sondern mit möglichst wenig Aufwand durch die Prüfungen zu kommen (was Verständnis voraussetzt).
Studieren und zur Schule gehen sind halt zwei verschiedene Welten. Ich hasse nichts mehr als dieses Auswendiglernen, weil es nun halt statt 10 Seiten 80 Seiten sind, oder so. Außerdem vergisst man sowas eh sofort wieder, ergo verschwendete Zeit.
Aber ja, die Auswendiglerner erkennt man recht einfach, und sie tun mir teilweise leid. Gut, in manchen Studien ist sowas Voraussetzung.
Und es gibt einen Unterschied zwischen "gute Noten in der Schule" und "intelligent", das eine bedingt nicht immer das andere. Es schließt sich aber auch nicht aus. Ich würde nur einen Bruchteil meiner ehemaligen Mitschüler, die gute Noten hatten, als wirklich eigenständig und intelligent einstufen (und mit Intelligenz meine ich auch sowas wie emotionale oder soziale Intelligenz). Sehr viele sind mit Anlauf am Studium gescheitert, haben im ersten Jahr aufgehört und mich hat es nicht gewundert. Viele, meist Mitschülerinnen, die noch voll im "Lernrhythmus" waren (denn die mussten keinen Wehrdienst/Zivildienst ableisten), sind nach ein paar Wochen verzweifelt und arbeiten jetzt. Ist auch schön, besser als sich durchquälen, kein Thema.