Auch wenn AMD nun gut nachgelegt hat denke ich nicht das man mit Intel 1366/1155/1151/2011-3 "auf einmal" im Nachteil ist, diese Systeme sind meines Erachtens immer noch jeden Cent wert, und zum Spielen weiterhin super gut geeignet, und zum rendern weiterhin gut dabei.
Natürlich, das bestreitet ja wohl hoffentlich auch keiner. Es geht bei einer neuen Architektur ja eher um die "Neu-Käufer", oder das eh schon geplante Aufrüsten. Wer bis gestern noch mit seinem PC zufrieden war, der "darf" das natürlich auch heute noch sein. Bloß weil jetzt ein Ryzen am Start ist, bedeutet das nicht automatisch, das jetzt alle "alten" PCs von gestern auf heute langsamer rechnen.
Ich zb. überlege auch mir nen Ryzen 8er zu holen, aber nicht weil mein 5 Jahre alter Sockel 2011 Hexa mit seinen 4,3GHz mir von gestern auf heute zu langsam geworden ist. Zu 60% weil ich einfach mal wieder Bock habe ein neues Main-System zu kaufen und zu bauen, zu 25% weil ich gerne eine M.2-SSD hätte (die mein aktuelles System nicht als Bootlaufwerk unterstützt), und zu 15% weil ich dann endlich mal wieder Windows clean installieren müssste (das schieb ich seit Win10 Release vor mir her-.-). Das potentielle Performance-Plus des X1800 ggü. meinem 3930K nehme ich gerne mit, spielt aber beim angedachten Aufrüsten für mich überhaupt keine Rolle (0%).
Und genau darum geht es ja eigentlich. Wo Intel ja leider nur 4 Kerne anbietet, gibt es dank AMD jetzt auf einen Schlag bezahlbare Octa-Core CPUs für das Mainstream-Segment. Ein Ryzen 1700 zb. bietet 8 Kerne (+HT) und 20MB Cache (und nur 65W TDP!!!) für 360€, eine ähnliche CPU von Intel (beide takten mit 3,7GHz Turbo, aber Intel gibt eine TDP von 140W an!!!) kostet hier direkt 1000€. Man bekommt also von AMD die CPU, samt Mobo und reichlich RAM für weniger Geld, als Intel aktuell für seinen 8-Kerner aufruft.
Ist doch klar das damit, bei einem geplanten Neukauf/Upgrade, die Quad-Core CPUs in der entsprechenden Preisklasse auf einen Schlag unattraktiver geworden sind. Jetzt sind plötzlich selbst 8-Kerner "bezahlbarer" als Hexa-Cores von Intel. Und ganz ehrlich, auch wenn ich seit 10 Jahren keine AMD-CPU mehr im Main-Sys hatte, dafür bin ich AMD sehr sehr dankbar. Alleine deswegen müsste ich eigentlich schon ein Ryzen-System kaufen, selbst wenn ich es dann eingepackt in den Schrank legen würde (weil ich es eigentlich nicht "brauche").
Ich habe meinen Hexa Anfang 2012 für 500€ gekauft, für den Sockel 2011 (eigentlich ja schon ein Enthusiast-Sockel). Und bis heute (Anfang 2017!!!) gibt es keinen Hexa im Intel Desktop-Segment. Ohne AMD würden wir auch in den nächsten Jahren noch keinen Octa-Core im Mainstream-Desktop sehen. Und dafür muß man AMD dankbar sein, mMn selbst dann, wenn man selbst quasi ein "Intel-Fanboy" ist/war/bleiben wird.