Ach herje, ich weiß schon warum ich mit CCD und CCX immer durcheinander komme. Aber das Zen 1 ein Monolith war, hat sich bei mir gar nicht eingebrannt.
Ich müsste erst nachgucken, ob AMD die Epyc damals schon als "Chiplet" bezeichnet hat und so die Verwirrung erklären könnte. Aber mit Kernen, Caches und Controllern auf einem Stück Silizium waren es funktionale Monolithen und die Kombination von deren vier auf einem Package bei den Servervarianten unterschied sich nur in der Anzahl von früheren Dual-Chip-Opterons. Elektrisch betrachtet handelte es sich nur um "unechte" (AMD-Jargon), "zusammengeklebte" (Intel-Replik) Multicores, die genauso wie ein Vier-Sockel-System arbeiteten, aber halt alle Pins dicht an dicht und ein gemeinsames Package hatten.
Die funktionale Differenzierung, für die sich "Chiplet" in der Breite durchgesetzt hat, kam erst mit Zen 2*: Ein spezialisierter Chip für I/O und einer für Computer & Caches werden auf einem PCB vereinigt, um den Prozessor zu bilden. Aber AMD ist bei der Begriffsverwendung bekanntermaßen flexibel; wird nach Vorbild von MI 350 & Co und wohl auch bei der deutlich andere Eigenschaften bringenen Kombination von kleineren Einheiten auf Silizium-Interposern weiterhin von "Chiplets" sprechen, obwohl Intel dafür schon "Tiles" geprägt hat.
*: "Erst mit Zen 2 zu AMD" heißt das. Intels Clarkdale sah natürlich schon 2011 genau so aus und die Aufbaulogik unterscheidet sich sowieso nur durch Platzierung der Sockeltrennung von alten Northbridge-Plattformen, aber vor AMD hat halt niemand den Begriff "Chiplet" dafür erfunden.
Kann bis heut nicht verstehen, warum Intel nicht am Broadwell-Modell festhielt. Die waren mega langlebig und in späteren Jahren in einigen Spielen schneller als Haswell.
Kosten. Broadwell S war, nicht nur für Endkunden, unverhältnismäßig teuer und schlichtweg eine Notlösung, weil Intels 14-nm-Prozess damals so schlecht taktbar war, dass man anders überhaupt nicht an den Haswell-Vorgängern vorbeigekommen wäre. Auch so war die Leistung alles andere als berauschend und als zwei Monate später Skylake die Alibi-"Generation" schon wieder abgelöst hat, hat niemand mehr nach Broadwell gefragt. Ihren "guten" Ruf haben die Teile erst Jahre später erhalten, als sie immer wieder in IPC-Vergleiche aufgenommen wurden, denn nur in diesen schneidet Broadwell gut ab.
Ich hatte eine Zeit lang trotzdem gehofft, dass Intel die Technik mit "Kaby Lake X" nochmal ausgräbt, denn der Crystalwell-Zusatzchip wurde im Mobile-Bereich 1:1 bei Skylake (und zuvor schon bei Haswell) eingesetzt. Den hätte Intel jederzeit in den Sockel 1151 zurückholen können und damit Anfang 2017 einen ziemlich harten Konter gegen Ryzen gehabt. Aber stattdessen kam unter diesem Codenamen dann was ganz anderes, unbrauchbares und seitdem hat Intel DRAM-Cache on package nur bei SPR-HBM angeboten, den aber leider ausschließlich im HPC-Segment verkauft. (Meiner Meinung nach erneut eine verpasste Chance. 64 GiB CPU-interner Speicher hätten Ryzen 7950X und Threadripper Pro 7000 eigentlich derart nass machen müssen, dass niemand mehr nach dem, mutmaßlich fünfstelligen, Preis einer Halo-Kleinserie gefragt hätte.)