Quelle von Schallplatten (Qualität)?

NuTSkuL

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Quelle von Schallplatten (Qualität)?

Nabend,
um das Thema Schallplatten und analoges HiFi hat sich bekanntlich ein gewisser Mythos entwickelt. Ich selber benutze (leider) noch keine, doch setze ich mich ab und an mit dem Thema auseinander.
Beim heutiges Gang durch die Reihen meines Plattendealers des Vertrauens kam mir eine Frage in den Sinn:
Welche Audioquelle haben (besonders neue) Platten? Oder genauer: bei älteren Platten kann ich mir noch Vorstellen, dass diese bereits im Studio analog aufgezeichnet wurde. Doch heutzutage? wol kaum.
Werden diese heutzutage allesammt in 24/196 'Studiomastered' digital aufgenommen, um dann für die Platten wieder analog gewandelt zu werden? (Btw: vergleichsweise 10 bit bei Platten?)
So wird bei Platten oftmals ein warmer Klang beschrieben und ein höher Dynamikumfang. Letzteres, okay! Immerhin sind ja selbst CDs beschnitten. Aber eine 24/196er FLAC sollte doch theoretisch einer Platte in nichts nachstehen -abgesehen von 'Das Auge hört mit'

Evtl kann ja mal jemand Licht ins dunkel bringen

NuT
 
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Stichwort ist einfach Loudnesswar.
Bei CDs (digital) sowie Dateiformaten kann man übertrieben Loudness War betreiben - was auch getan wird - , was bei Schallplatten (analog) einfach nicht geht, da sonst die Nadel aus der Rille springen würde, somit hat man bei Schallplatten eine bessere Qualität.
 
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Also einfach deshalb, weil ein Platten Signal seperat vertärkt werden muss, anstatt, dass es gleich digital passiert? Hmm. Loudness war kennt man allseits. Humbug schlechthin, keine Frage.

Doch theoretisch müsste eine digital leiser gemachte Quelle, nach der analogen Verstärkung, eine bessere Qualität haben?

(Ohh man, heute hab ichs mit komplizierter schreibe:wall:)
 
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Wenn das Master bzw. die Quelle (CD) schon "kaputt" ist, weil durch die extreme Lautstärkeanhebung, der Loudness War, beim produzieren, Clipping und Artefakte in den Ton kommen bringt es nichts wenn du den Ton samt Clipping und Artefakte leiser machst, denn durch das leiser machen bleiben die Clipping und Artefakte weiterhin in der Sounddatei. Im Grunde hast du dann eine "kaputte leise Sounddatei".

Das wäre als würde man eine MP3 in FLAC umwandeln. Genauso schwachsinnig, da MP3 verlustbehaftet sind und durch die umwandlung in FLAC (Verlustlos) weiterhin die verlorenen Sounddaten der MP3 fehlen und dadurch weiterhin minderwertig ist.
Du hättest dann verlustbehaftete Musik in einem verlustfreien Dateiformat.
 
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Eine Schallplatte ist technisch einer CD unterlegen. Dynamik und Frequenzgang sind bei der CD-Wiedergabe größer. Wenn ich aber für die Vinylscheibe ein original Master verwende und für die CD eine schlechte Kopie (aus welchen Gründen auch immer) kann die Aufnahme der Schallplatte schon besser klingen als die CD, hat dann aber nichts mit dem Medium zu tun. Wenn man für beide Medien das exakt selbe Master nimmt und dieses auch von der Aufnahme entsprechend gut kling, kann ein Platte nicht mit der CD mithalten.
Meiner Meinung nach hat der Mythos, dass Schallplatten besser als CDs klingen damit zu tun, dass damals beim Umstieg von Vinyl auf CD die Leute ihre alten Scheiben anders wahrgenommen haben, als die neue CD. Dazu kam, dass die verwendeten Master für die CD oft qualitativ schlechter waren, als die für die LP. Als Beispiel fällt mir da die erste Pressung von Matt Bianco - Who side are you on? ein. Diese war sehr schlecht und klang wirklich um einiges schlechter als die original LP. Es gab dann, ich glaube ca. zwei Jahre später, eine neue Pressung dieser CD, die wirklich hervorragend und besser als die LP kling.
Dann gibt es wieder Leute, die dieser CD dann vorwerfen, sie kling zu "kalt". Das ist dann aber meiner Meinung nach kein Problem der CD sonder des Masters. Der Toningenieur kann, oder hätte es ja dann anders abmischen können.
Dennoch kann ich den Hype um die Vinylscheibe verstehen. Es ist schon was tolles, diese große schwarze Scheibe auf einen Plattenteller zu legen und zu beobachten, wie die Nadel die Rille findet, während man selbst das große Cover betrachtet. :cool::nicken:
 
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Eine 24/192 Aufnahme steht in der Tat einer Platte in nichts nach, der Klang ist dennoch anders...

Ich nutze sowohl LP, als auch digital gespeicherte Musik (Streaming vom NAS) und habe diverse Aufnahmen sowohl als auch. Wenn ich die Zeit und die Lust habe lege ich aber die Platte auf. Weils einfach charmanter und oftmals atmosphärischer klingt. Ist schlecht zu beschreiben, das muss man eben hören. Ich habe dabei sowohl eine sehr hochwertige digitale Kette (na gut, ist bloß ein Gerät, eine sehr kurze Kette also), als auch eine sehr gute analoge und höre natürlich ab der Vorstufe mit identischen Geräten.

Bei 16/44,1 kann man noch ein mMn klares "besser" in Richtung LP abgeben, bei HD Material ist es "nur" noch ein "anders". Da spielt absolut die Stimmung und die Aufnahme mit rein.

Die Datenquelle analoger Musik ist heutzutage freilich meist in der Tat eine digitale. Wobei es nach wie vor Aufnahmen und Künstler gibt, die definitiv analog aufnehmen. Auch wenn viele dass nicht glauben, qualitativ ist das völlig wurscht! In beiden Fällen muss der Produzent wissen was er tut und in beiden Fällen kann man durch unsachgemäße Nacharbeit die Aufnahmen ruinieren. So sind z.B. starke Pegelbearbeitungen auf digitaler Ebene Gift für eine Aufnahme (deswegen sollte man ja auch nie die Lautstärke digital (z.B. im Windows Mixer) regeln, sondern analog...)

Interessanterweise mastern Manche die LPs anders als die digitale Aufnahme. Völliger Unsinn, aber es ist so - unabhängig vom Loudness War (der im Übrigen rückläufig ist). Als prominentes Beispiel sei mal die vorletzte Grönemeyer genannt. Das ist jetzt nicht meine Mucke, aber auf CD ists schlicht grauenvoll, während die Platte ganz angenehm klingt.
 
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Um den Unterschied zwischen einer guten CD / LP und der eigentlichen Studioaufnahme zu hören, brauchst du Boxen, die mehrere Tausend € kosten. (und einen extrem rauscharmen Verstärker)
Einen SNR von über 100 mit Boxen überhaupt wiederzugeben ist eine Kunst für sich.
Mit nem schlechten Equalizer-Setting ruinierst du mehr von der Musik als mit einer "theoretisch" schlechteren Quelle.

Wenn du die Boxen dafür nicht hast, kannst du dir die theoretischen Unterschiede zwischen den Quellen hin und her abwägen, es führt dich zu nichts.
 
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Um den Unterschied zwischen einer guten CD / LP und der eigentlichen Studioaufnahme zu hören, brauchst du Boxen, die mehrere Tausend € kosten.

Unsinn! Dazu braucht man "nur" vernünftige Boxen. Die müssen nicht teuer sein, sondern einfach gut, dazu ein einigermaßen trainiertes Gehör, eine geeignete Aufnahme und ausreichend Muse! Sogar an meiner PC Abhöre kann man den Unterschied verschiedener Auflösungen digitaler Formate klar heraushören!

Mit EQ Settings hat das auch wenig zu tun, immerhin unterschieden sich die Formate dahingehend überhaupt nicht.
 
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was nützt die beste platte auf dem besten plattenspieler an der besten anlage, wenn der tonabnemer nix taugt.
 
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Also mit meinen "günstigen" Boxen (M-Audio BX5, DAC ist ne Essence One) höre ich den Unterschied zwischen einer 320er MP3 (44.1/16) und einer FLAC (96/24 oder höher) nicht.

Wenn ich den HD800 auf meinen Schädel schnalle ists aber ein sehr großer Unterschied, da ists klar hörbar.


Für die allermeisten Situationen wo Musik gespielt wird sind mir fast schon 128kbit-MP3s genug, einfach weil etwa die billigen Serienboxen in meinem Auto einen hörbaren Unterschied auffressen, erst Recht mit Umgebungsgeräuschen beim Fahren. Wenns aber wirklich drum geht im stillen Kämmerlein hochqualitative Musik zu genießen geht nichts über einen anständigen DAC+KH und hochqualitative Audioquellen.
 
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Wenn man mal Geschmacksfragen außen vor lässt, so muss man konstatieren, dass zum Einen analog und digital hoch und höchstwertige Musikwiedergabe möglich ist, auch wenn für viele offenbar unabhängig vom Thema digital immer besser zu sein scheint.
Zum Anderen hängt die Wiedergabequalität in sehr starkem Maße von der Qualität der Aufnahme ab. Die meisten Aufnahmen nutzen ja noch nicht einmal das Potential der digitalen Steinzeit (sprich CD) aus. Da braucht man sich über Formate gar nicht zu unterhalten!

Zu guter Letzt ist die Qualität der Wiedergabe zu einem nicht unerheblichen Maße von der Anlage abhängig. Da ist ebenfalls ein großer Knackpunkt. Für viele ist Musik vom Handy auf BilligKHs schon ne tolle Anlage oder wenn man hier im Forum als die Fragen und Budgets der Anlagen mitbekommt - gruselig! Als Beispiel sei genannt, dass sehr viele sich gar nicht vorstellen können, dass ein normaler Lautsprecher Bass reproduzieren kann und für diese dann ein Subwoofer ein "Muss" ist. Dieser wird dann zu 99% falsch eingestellt, aufgestellt und klingt meist schauerlich.
Es ist halt nicht ganz trivial eine Anlage vernünftig aufzustellen bzw. eine zur Abhörsituation passende zu kaufen. Daran scheitern leider sehr viele und machen sich das Leben mit Subs u.ä. unnötig schwer!

Man muss sich eben ein wenig mit der Materie beschäftigen, dann erübrigt sich ein Streit um Formate ganz schnell!
 
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Entschuldigt, hatte die letzten Tage zu tun. Zusammenfassend würde ich einfach mal sagen : platten sind anders. Technisch gesehen unterlegen, doch dennoch ist ihnen ein anderer, evtl angenehmerer Klang nicht abzustreiten. Aber letztlich hängt ein Großteil des Höhrerlebnisses von dem Produzenten ab, bzw der Art und Weise wie der upmix erfolgte. Hatte zwar nur indirekt etwas mit der eigentlichen Frage zu tun, doch ist es trotzdem gut zu wissen ;)
Übrigens habe ich für mich eine neue Quelle für 24/196 Dateien gefunden... Naim label. Ob sie besser, als vergleichbare sind, sei mal dahin gestellt. Doch ist und bleibt naim einfach mal eine meiner Lieblings Firmen
 
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was nützt die beste platte auf dem besten plattenspieler an der besten anlage, wenn der tonabnemer nix taugt.

So schauts aus.
Ein entscheidender Faktor ist auch, ob die Platte eine gute Pressung ist oder nicht. Habe leider die Erfahrung gemacht, dass bei den neuen Platten oft an der Qualität gespart wird und die Pressung nicht so toll ist. Ausnahmen gibts natürlich auch.
 
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So schauts aus.
Ein entscheidender Faktor ist auch, ob die Platte eine gute Pressung ist oder nicht. Habe leider die Erfahrung gemacht, dass bei den neuen Platten oft an der Qualität gespart wird und die Pressung nicht so toll ist. Ausnahmen gibts natürlich auch.

Auch hier gilt, das ist kein Problem der Schallplatten generell, sondern immer so, dass wenn ein Teil der Kette nicht i.O. ist es auch nicht optimal klingen kann. Das ist kein systeminhärentes Problem der Platte, sondern eigentlich ein ganz allgemeines.

Im Zweifelsfall aber lieber ein Top Laufwerk mit nem mittelmäßigen Tonabnehmer als anders herum. Ähnliches im Digitalen, lieber eine Top Ausgangsstufe am Wandler gepaart mit nem mittelmäßigen DAC Chip, als anders herum.
 
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Um jetzt das eigentliche Thema nochmal aufzugreifen - wo hier ja doch der eine oder andere Ahnungsvolle zugegen ist:

Wenn ich jetzt einen nicht näher genannten Geldbetrag auf der Kante hätte, sowie eine brauchbare Anlage (rein hypothetisch - hab ich beides nicht) - sollte ich lieber in einen HiRes DAC oder doch lieber in einen Plattenspieler investieren?

Ich seh' das so, Platten sind eher so ein Liebhaberding, allerdings eher so wie der Neandertaler in der Evolution. Irgendwann ausgeschert und dann stehen geblieben. Da wird nicht mehr viel kommen.
Beim Digitalformat kann es noch weiter gehen (vielleicht wieder mehr Dynamik, wer weiß das schon), auch wenn das Gehör begrenzt ist.

Ich gehöre übrigens auch zu diesen "Verschwörungstheoretikern" die sich gut vorstellen können, das die Pono Tracks remasterings sind, die auf jeder CD besser klingen würden als die Original Masterings.
 
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Ich seh' das so, Platten sind eher so ein Liebhaberding, allerdings eher so wie der Neandertaler in der Evolution. Irgendwann ausgeschert und dann stehen geblieben. Da wird nicht mehr viel kommen.
Das glaubst auch nur du.
Die Plattenindustrie ist wieder voll im kommen und macht wieder sehr viele Verkäufe.
Sehr viele neue Interpreten fangen wieder an, Platten herzustellen.
Viele neue Firmen stellen wieder Plattenspieler her, darunter auch wirklich gute Geräte. Schallplatten sind ganz klar im Trend.
 
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Ich habe auch eher die technische Ebene gemeint. Von der Hardware wird da nicht viel kommen.
Da es immer mehr Interpreten gibt, die eine kleine Auflage Vinyl pressen, ist mir klar. Gewisse Stilrichtungen haben das ja quasi konsequent durchgezogen.
Wenn ich an meinen Bekannten denk - der hat eine Wand im Wohnzimmer voll mit Metal Scheiben. Echt wüstes Zeug. Aber ein toller Anblick.
Macht halt das Zimmer ne Ecke kleiner [emoji1]
 
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Auch technisch ist es nicht korrekt. Schau dir mal den Pioneer PLX-1000 an, der wurde letztes Jahr vorgestellt und ist der Nachfolger des legendären Technics DJ-Turntable.
Gibt auch viele Geräte mit USB-Anschluss zum digitalisieren. Klar das alles sind eher Evolutionen, keine Revolutionen, trotzdem kommen neue Sachen.

Auch von den Tonabnehmern her gibt es da immer wieder neue Modelle.
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Die Schallplatte lebt!
 
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