AW: Putsch in der Türkei
Dies verstehen hier viele nicht, mit Dubai/Saudi Arabien/Katar etc hat Deutschland vorzügliche Beziehungen (fragt euch mal warum), obwohl es dort ganz anders zugeht wie in der Türkei. Ägypten zB, da wurde der vom Volk gewählte islamische Mursi vom Militär weggeputscht und zur Lebenslangen Haft verurteilt.
Juckte das irgendwen hier? Nicht wirklich, Hauptsache der Islam wird weggedrängt denken sich viele. Genauso ist es mit Erdogan, der Islam wurde einfach seit 11. September als das Böse so sehr von den Medien in die Köpfe der Menschen gepusht, dass man mittlerweile Islam=Terrorismus sieht.
Das Feindbild Islam wurde in die Hirnrinden der Menschen gebrand.
Der Terrorismus ist nicht von heute auf morgen entstanden, schauen wir doch mal wo der seinen Ursprung hat? Alles in der Ecke, wo die westlichen Staaten ausgebeutet und alles gekillt haben. Beispiel Afghanistan/Irak etc. Natürlich haben sich auch viele verrückte dieser Truppe angeschlossen.
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Die Moslems fühlen sich sehr unterdrückt vom Westen, viele Millionen sind schon zum Opfer dieser Mächte gefallen, dass dann welche abdrehen und Selbstjustiz üben etc ist trotzdem falsch. Lasst uns doch mal Empathie machen und uns in die Lage der Iraker usw hineinversetzen.
Was würdet man hier tun, wenn Mächte hier in Deutschland einfallen, hier alles kurz und klein bomben, Frauen vergewaltigen, gnadenlos Morden und Foltern über viele Jahre hinweg? Mich würde es nicht wundern, wenn sich dann einige deutsche Gruppen zu radikalen Aktionen treiben lassen.
Jetzt tust du gradezu so als hätten die Moslems nie mit Feuer und Schwert ihre Interessen auf Kosten anderer durchgesetzt und wären dabei über Leichen und Blut gegangen. Und wären die Moslems immer nur Opfer böser westlicher Intrige geworden...
Schau dir die Geschichte doch an. Was war den zu den Zeiten als islamische Länder stark waren und man militärisch und politisch mit anderen großen Reichen konkurieren konnte, allen vorran die Osmanen? Was haben sie da gemacht? Friedlich die Füße hochgelegt und den Frieden gepredigt, ihren Wohlstand durch Handel und Produktion gemehrt und sich maximal mal verteidigt? Oder mit dem Schwert versucht ihre Grenzen immer weiter zu erweitern, was denn Islam mit militärischen Mitteln bis nach Spanien und vor die Tore Wiens geführt hat?
Haben die christlichen Staaten etwa ab dem 8. Jahrhundert und bis ins 18. Jahrhundert nicht Grund gehabt sich durch den Islam und die ihn gewaltsam verbreitenden Staaten bedroht zu fühlen? Hat die Bevölkerung in Spanien, Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Serbien und anderen Balkanländer sich nicht durch die osmanische / maurische Herrschaft unterdürckt gefühlt?
Es gibt kein klares Opfer Täter Bild in dem der Islam nur das Opfer und der Westen / Christentum nur der Täter ist.
Da Religion schon sehr lange in der Menschheitsgeschichte ein von Menschen geschaffenes Instrument ist um das Groß der Menschen zu lenken, sie zu manipulieren und politische Rechtfertigungen dafür zu finden warum etwas sein "muss" (Jersualem muss zurückerobert werden, weil heilige christliche Stätte, Christen müssen mit dem Schwert zum Islam bekehrt werden, oder sterben, weil ungläubig, dieses und jednes Land muss erobert werden weil Gott, Allah es so will, der Anschlag muss sein weil Gott beleidigt wurde, ect. ect. ect).
Auch im Namen des Islams wurde in der Geschichte durch genug Staaten im Namen Gottes erobert, unterdrückt, hat man gemordet, geplündert und vergewaltigt, aber nicht weil es die Religion prinzipiell so gewollt hätte, sondern weil weltliche Führer das im Namen der Religion für richtig erklärt und abgesegnet haben, genauso wie das Christentum es früher unter der römisch katholischen Kirche mit dem Papst gemacht hat und westliche Staaten es heute unter vermeindlich neuer Flagge der "Freiheit und Demokratie" tun.
Momentan ist der Unterschied zu früher nur das es keine islamischen Länder gibt die stark genug wären es genauso zu machen, aber genauso machen würden sie es 100%ig auch.
Gäbe es etwas wie das osmanische Reich heute noch, oder eine Art islamische USA, du könntest wetten, auch diese würden unter dem Deckmantel der Religion, oder alternativ irgendwelcher anderen vermeindlichen Errungenschaften heute keinen deut besser verhalten als es Europa, die USA, Russland, oder teilweise auch China es tun.
Und warum funktioniert das so? Weil das Groß der Menschen schlicht dumm ist und sich durch Religion / Idiologie (nichts anderes ist auch Demokratie und Kapitalismus) und die Strippenzieher die diese für ihre weltlichen Interessen nutzen dadurch manipulieren lassen, das ist in der islamischen Welt so und das ist im Westen so.
Was momentan im Orient passiert und wie sich gegenüber "dem Islam" verhalten wird ist nichts neues, auch keine neue Stufe der Eskalation, oder den Ausmaßen schlimmer als in der Vergangenheit, es ist nur "alter Kaffee" in neuen Schläuchen, die Fortsetzung der Umsetzung weltlicher Interessen in neuem Gewand. Es heißt heute halt im Westen nicht mehr der Islam bedroht das Christentum, sondern der Islam bedroht die Demokratie und die Freiheit und im Orient und in der islamischen Welt, heißt es heute halt die islamische Welt wird von westlichen Ungläubigen, ihren Werten und ihrer Kultur bedroht und das neue Sinnbild dieser Bedrohung jetzt nicht mehr der Papst, wie früher beim Feindbild Christentum, sondern halt mit den USA ein Staat der die Verkörperung dieses Bösen ist.
Und nur weil es keinen Staat in der islamischen Welt gibt der ein solches Machtvakum besitzt wie es die USA haben verlagert sich halt die Bekämpfung dieses Feindbildes / die Durchsetzung der Interessen weg von einer staatlichen Ebene hin auf eine Organisationsebene (Taliban, IS) aber diese Organisationsebene wird hinten rum von Staaten und ihren Lenkern genutzt um eigene Interessen zu begünstigen, wie im Fall des Iran, der Türkei, der Arabischen Emirate früher Lybien, Ägypten, ect...
So sieht es doch aus, es geht um den gleichen weltlichen Dreck wie seit vielen Jahrhunderten, teilweise nach wie vor getarnt unter dem Deckmantel der Religion, teilweise unter neuen Deckmanteln, aber immer nur mit einem Ziel die Religion und die Idiologie zur Manipulation und Rechtfertigung für diese weltlichen Dinge zu benutzen und die Menschen damit für die eigenen Interessen zu steuern!
Es kann einen im Grunde nur traurig stimmen wie unfähig die Menschheit ist sich von solch offensichtlich negativen Banden zu lösen.
Kommen wir nun zurück zu den Türken und Erdogan. Selbst wenn er den so wie hier so schön genannt Protzpalast gebaut hat, selbst wenn sein Sohn oder seine Familienangehörige Kohle weggescheffelt haben (was sie eigentlich net nötig haben), durch ihre Beziehungen haben die schon nun genug Kohle, liebt ihn die Mehrheit der Türken. Warum kann das hier nicht toleriert werden? Die Mehrheit der Türkei will auch gar nicht mehr in die EU, weil dieses Argument höre ich hier sehr oft. Den Pleitegriechen die gnadenlos mit gefälschten Papieren sich Milliarden € unter den Nagel gerissen haben, oder die Engländer die schon aus der EU geflohen sind sind Indizien genug für die Türkei, sich gegen die EU zu wenden, abgesehen davon, dass sie seit zig Jahren vertröstet werden.
Nein, die Türkei wollte nicht in die EU weil es einfach schön ist in der EU zu sein. Man versprach sich davon handfeste Vorteile (Zollfreier Zugang zum europäischen Markt, hohe Fördergelder für die türkische Wirtschaft, Visumsfreiheit.
Darum wollte man darein und hat entsprechend auch versucht der Bevölkerung zu verkaufen das es für sie gut ist in die EU zu kommen.
Heute will man nicht mehr rein weil es für die Türkei schlicht keinen Vorteil mehr hätte, aufgegeben hat man es ja im Grunde schon seit ca. 2011 rum ernsthaft in die EU zu wollen. Die Wirtschaft in der Türkei ist inzwischen an einem Punkt wo man aus der EU keine großen wirtschaftlichen Vorteile mehr ziehnen könnte, im Gegenteil heute würde die Türkei mehr in den EU-Topf einzahlen als sie raus bekommen würde.
Das einzige was noch interessant ist, trotz allem, ist Visafreiheit und zollfreier Zugang auf den EU-Markt, das will die Türkei auch nach wie vor gerne haben, aber ohne die lästigen Pflichten einer EU-Mitgliedschaft. Und womit versucht Erdogan das zu erreichen? Aktuell mit der Flüchtlingskrise, die kam ihm ganz günstig, konnte man damit doch die EU diesbezüglich unter Druck setzen um eben diese Dinge evt. zu bekommen.
Ihr müsst auch mal bedenken, die Türkei war immer ein Verbündeter Deutschlands, nur gegen Ende des 2. Weltkrieges hat man symbolisch DE den krieg erklärt, nur zu dieser Zeit war der kranke Mann vom Bosporus sowieso zu nix in der Lage.
Nein die Türkei (das osmanische Reich) und Deutschland hatten im Grunde bis Anfang des 1900 Jahrhunderts keine verbindenden Beziehungen zueinander und die Beziehungen die es ab etwa 1900 gab beschränkten sich primär auf wirtschaftliche Aspekte. Das osmanische Reich war zu jener Zeit stark unter Druck durch Russland, Frankreich und England, sowie Unabhängigkeitsbestrebungen verschiedener arabischer Gruppen im innern. Grund warum man so enorm unter Druck war war die eklatante Rückständigkeit des osmanischen Reiches zu dieser Zeit. Im Grunde war man nämlich ab dem 17 Jahrhundert technologisch, militärisch, wirtschaftlich und gessellschaftlich sehr stark stagniert, sowas wie eine industrielle Revolution hatte im osmanischen Reich nicht stattgefunden, es gab entsprechend nur wenig moderne Industrie, Eisenbahn gab es in dem Riesenreich keine einzige. Man stelle sich vor, man reißte eine so riesige Distanz wie von Istanbul nach Alexandria um 1900 noch wie im Mittelalter, per Kutsche, Pferd, Kamel, oder Schiff.
Dieser Rückstand und der militärische und politische Druck von außen und innen sorgten für eine zusehende Schwächung des osmanischen Reiches und die einzigen die sich damals dazu bereit erklärt haben die osmanische Infrastruktur zu modernisieren und moderne Technik zu liefern waren die Deutschen.
Entsprechend wurden die erste Eisenbahnstrecke komplett von deutschen Ingenieuren geplant und gebaut und lieferte man viele moderne Maschinen für Elektrizitätswerke und Industrie an die Türkei.
Und das Bündnis was zwischen osmanischen Reich und Deutschland dann während des ersten Weltkriegs zustande kam? Nun das war von Seiten des osmanischen Reichs ein reines Zweckbündnis mit der Hoffnung verlorene Gebiete wieder zurück erobern zu können und diese Besitzansprüche im Falle eines Sieges auf Seiten der Mittelmächte auch dauerhaft geltend machen zu können. Man befürchtete das es einem auf Seiten der Entente so gehen könnte wie es nach dem Krieg den Italienern ergangen ist, die faktisch leer ausgingen. Es fand also sehr wohl auch eine Erwägung statt im ersten Weltkrieg auf Seiten der Entente-Mächte in den Krieg gegen Deutschland und Östereich einzutreten.

Ergebnis dieser Entscheidung, sich auf die Seite der Mittelmächte zu stellen, war das die Entscheidung das Ende des osmanischen Reiches, das sowieso schon marode war und auch ohne den Krieg wohl langfristig nicht mehr ewig existiert hätte beschleunigt wurde.
Nach Ende des ersten Weltkriegs und bis zum Ende des zweiten Weltkriegs gab es dann faktisch wieder kaum noch Beziehungen zueinander die über Handel hinaus gingen.
Wirklich länger anhaltende Beziehungen zur Türkei gibt es entsprechend eigentlich erst seit dem Ende des zweiten Weltkriegs, mit Beginn des deutschen "Wirtschaftswunders".
Im Grunde also sind die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei noch vergleichsweise "jung".
Seit vielen Jahren pflegte man gute Beziehungen zu DE.
Ja und seit einigen Jahren setzt Erdogan zimlich viel daran diese Beziehungen immer wieder zu beschädigen und zu sabotieren.
Auch für die Türken die hier Leben ist Deutschland Heimat, man fühlt sich hier heimischer als in der Türkei. Natürlich gibt es dieses Bild von den Jugendlichen die mit ihren Freunden umher ziehen Mist bauen, kommt ja auch nicht von ungefähr der Ausländerhass, aber das sind nun auch nicht nur Türken, in/aus jedem Land gibt es nun mal Deppen.
Es geht nicht um Kriminelle, die gibt es wie du richtig sagst überall. Es geht um die parallelen Gesellschaften die sich hier in deutschen Städten gebildet haben und bilden. Es gibt Gegenden in Berlin da denkst du du lebst in der Türkei, oder einem arabischen Land. Da reiht sich ein türkisches / arabisches Geschäft an das nässte, wird gar nicht mehr auf Deutsch geschrieben und spricht die Kundschaft auch, wen überhaupt, ehr sehr mäßig Deutsch, geht man bei Problemen zum Friedensrichter und sabotiert somit die deutsche Justiz und Rechtssprechung, ist es selbstverständlich das der Mann das sagen hat und die Tochter mit spätestens 21 in der Türkei einen türkischen Mann zu heiraten hat der von der Familie ausgesucht wird usw.
Diese Menschen sind nicht in Deutschland angekommen, oder wollen auch garnicht ankommen.
Kein normaler Mensch wird sich hingegen negativ gegen jene Türken äußern die sich hier integriert haben, die ein angemessenes Deutsch sprechen, die deutsche Justiz respektieren und die deutschen Gesetze und die auch mit der einheimischen Bevölkerung hier ernsthaft zusammen leben wollen.
Er will den Frieden für alle, auch wenn hier gegenteiliges propagiert wird, viele Kurden lieben ihn und kleiden auch sehr hohe Posten in der Regierung .
Sorry, aber wer Frieden will verhält sich auch so das Frieden möglich ist, genau das macht Erdogan aber nicht und das hat nichts mit Propaganda, oder nur verzerter Berichterstattung aller Medien außer denen die türkisch sind zu tun.
Die Türken sind ein sehr gastfreundliches Volk, sicher haben hier einige mal mit denen auch hier netten Kontakt gehabt oder auch im Urlaub dort und der Erdogan wurde halt, weil er nicht "gehorcht" wie er es sollte, von den westlichen Medien zerfleischt und als Monster dargestellt.
So? Was will der Westen den von Erdogan und was hat er den nicht gemacht, das er ins Visier westlicher "Hetzkampanien" geraten ist?
Muss ja schließlich eine Ursache geben wen es so ist wie du hier schreibst...
Lasst den Leuten ihren Glauben und ihre Freiheit zu wählen, wen sie wollen und es ist auch nix verwerfliches dabei, wenn es hier AKP Wähler gibt. (gehöre nicht dazu, falls die Frage aufkommt).
Ob es nun in der Türkei zum Präsidialsystem wie in den USA kommt, ist deren Sache, nicht unsere, die Hetzkampagnen sollten langsam mal abklingen und die Wahl des türkischen Volkes toleriert werden.
Keinen hier würde es wohl stören wen es nur um ein Präsidialsystem ginge, wie Erdogan für die Durchsetzung für selbiges aber vorgeht, kritische Medien und Journalisten angeht, Sender unter Staatskontrolle stellt, die Sekularität zwischen Staat und Religion unterminiert, Richter entlässt und überall treue Gefolgsleute der AKP installiert werden, lässt halt den Eindruck aufkommen das nach einem Präsidialsystem nicht Schluss sein wird.
Er wäre nicht der erste Mensch dem die Macht im Laufe seines Lebens zu Kopf gestiegen ist und der sich vom relativ Gemäßigten zum Autokraten entwickelt...