AW: PC-Markt schrumpft weiter - Laut Bericht längster Rückgang in Geschichte der PC-Industrie
Meiner Meinung nach liegt es an mangelnder Innovation der HW-Branche, wenn ich sehe, dass mein i7 3930k
nach nun mehr als 4 Jahren noch immer nicht voll genutzt wird, frage ich mich, warum ich aufrüsten soll?
Du widersprichst dir selbst. Du bemängelst die HW-Branche, monierst aber gleichzeitig das deine HW nach 4 Jahren immer noch ausreichend Power hat. Dann liegt es aber doch an der Software.
Die Schuld liegt mMn in beiden Sektoren. Einmal sind es die immer stärker werdenden Mini-PCs wie Smartphone und Tablet usw, und die integrierten PCs wie zb. in Smart-TVs. Die übernehmen logischerweise immer mehr Aufgaben des klassischen PCs. Dazu noch eine Brise von zb. den Android-Sticks/-Boxen, die den klassischen "Multimedia-PC" ersetzen. Zum anderen sind es aber auch die Software- und Hardware-Industrie, die an Innovationsarmut leiden. Und ein Stück weit ist auch die Preispolitik der Hersteller daran schuld. Siehe Intels "Desktop-Flaggschiff" für 1600€, oder Nvidias "Flaggschiff" für 1300€. Das zieht sich auch bis ins untere Segment. Siehe Intels günstigste (aktuelle) 40-Lane CPU, den 6850K. Dieser ist nicht nur 100€ teurer als sein fast 5 Jahre alter Großvater 3930K, er ist auch immer noch nur ein 6-Kerner.
Damit vergeht auch Leuten wie mir, die nicht aufrüsten müssen, es aber gerne würden (und es sich eigentlich auch problemlos leisten können) die Lust am aufrüsten. Wir sollen 3000€ nur für das CPU+GPU Flaggschiff zahlen (6950X+Titan XP)? Also samt passendem Unterbau mal eben 5000€ ausgeben? Und haben dann genau welche _fühlbaren_ Vorteile gegenüber einem 2000€ PC? Und wo man vor ein paar Jahren einen "Flaggschiff-PC" für ~2000€ bekam, bekommt man heute nur noch kastrierte HW? Ja ne, is klar...
Und dann die "Pfeifen" auf Seiten der Software-Entwickler. Warum gibt hier nichts Neues/Innovatives? Weil die dort alle schon lange angefangen haben ihre Zelte abzubrechen, und zu den Konsolen und Mini-PCs (Smartphones/Tablets) zu wechseln? Wo sind die Anwendungen die nicht nur einen leistungsstarken PC erfordern, sondern dem Anwender auch den nötigen Spaß bringen, der nötig ist, um den Neukauf von leistungsstarker Hardware zu rechtfertigen? Schlecht programmierte Games im Early-Alpha-Access? Ja ne, is klar...
An den Kunden liegt es nicht. Die haben schon vor 30 Jahren ein Vermögen für einen Computer ausgegeben. Aber damals bekam man auch noch etwas "Einzigartiges". Heute haben gute Smartphones auf nem 5Zoll Display schon eine höhere Auflösung als die meisten PC-Displays. Klar, die "PC-Konkurrenten" haben eine gewisse Mitschuld am Rückgang des PCs. Aber die Hauptschuldigen sind mMn in der PC-Industrie zu suchen. Da wurde quasi ausnahmslos in allen !!! Bereichen seit Jahrzehnten nur noch gepennt, und maximal halbherzig etwas Neues entwickelt.
Am deutlichsten sieht man das mMn am Übergang vom Einkerner zum Quad-Core. Das begann so im Jahr 2004/2005 (?). Bis dahin gab es nur Einkerner. Im Jahr 2005 dann kamen Dual-Core CPUs, und Ende 2006 gab es dann schon den ersten Quad-Core (QX6700 für 1000€), und Anfang 2007 mit dem Q6600 den ersten Quad für
200€. Das ist jetzt 10 Jahre her, und wo sind wir heute? Nimmt man die "Enthusiast-Plattformen" mal raus, gibt es auch nach 10 Jahren im Desktop maximal nur einen Quad-Core. Und das Schlimmste ist, der reicht auch noch für die allermeisten Anwendungen aus.
Naja, erfreuen wir uns am "Personal-Computer" so lange wie es ihn noch gibt. Denn so wie es ausschaut wird das nicht mehr so lange sein...