AW: Ohne Krieg, Gewalt und Machtstreben würde die Menschheit lange nicht mehr existieren...
Nein, DAkuma hat hier durchaus recht. Einige der bahnbrechendsten Innovationen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte in einem militärischen Kontext gemacht. Wenn man alleine mal daran denkt, welche Erfindungen nur schon in der relativ kurzen Zeit des 2. Weltkrieges aus blanker Not gemacht wurden, und wie lange so etwas (mangels Notwendigkeit) in Friedenszeiten gedauert hätte, sollte einem das schon augenblicklich einleuchten.
Ich bin gespannt, an welche du da denkst, die ausschließlich aufgrund des Krieges entdeckt wurden und zivil auch einen Sinn hatten.
("mangels Notwendigkeit" zeigt übrigens auf, dass die Art, wie entwickelt wurde, an den zivieln Notwendigkeiten vorbei ging. Davon abgesehen s.o&u)
Die Sache ist ja auch die, daß ohne militärische Konflikte niemals jemand es plözlich für erstrebenswert gehalten hätte, ein härteres Metall als ein Anderer herzustellen. Wofür auch?
Werkzeug. Später auch z.B. landwirtschaftliche Geräte und Maschienen.

Den Zusammenbruch der Sowjetunion als etwas schlechtes verkaufen zu wollen, ist schon abenteuerlich.
Aus Sicht der Sowjetunion war er das aber

Und umgedreht wird ein Schuh draus: Wenn es für den Westen gut war, dass die Sowjetunion gerüstet hat, dann ist das wohl ein klares Argument dafür, dass man es selbst sein lassen sollte. (gäbe es keine Kriege...)
Unsere autobahnen gibt es nur wegen einem Militärischem zweck,dafür waren sie gedacht, zum schnellen transport von militäreinheiten.
Und bis heute stellt man regelmäßig fest, dass ein entsprechend ausgebautes Netz schneller Zugverbindungen die bessere Lösung wäre, im Vergleich zum extrem kostenaufwändigen Individualverkehr, der nur solange überhaupt akzeptabel war, wie er militärischen Abfall (in Friedenszeiten nutzlose Autobahnen) verwenden kann.
...sind vorraussetzungen nötig, die damals nicht gegeben waren, sei es material,geld oder ähnliches.
Material, Geld und Ähnliches war gegeben. Es war nur in der Hand des Militärs (genau wie heute, wenn man die Mittel betrachtet, die nicht für Unterhalt bestehender Dinge draufgehen). Und deswegen wurde es Dinge investiert, die in erster Linie militärisch Sinn machen - nicht in Dinge mit hohem zivilem Nutzen.
Du ziehst jetzt aber nicht wirklich einen Rückschluss von Schlechten zuständen in einem Nicht funktionierendem Regime auf den technischen Fortschritt oder?
Ich ziehe einen Rückschluss von fehlendem zivilen technologischen Fortschritt aufgrund fehlender Mittel zu hohen Ausgaben für militärische Entwicklung und Instandhaltung. Der Übersichtlichkeit halber wählte ich ein räumlich und zeitlich relativ geschlossenes System.
Mit den finanziellen mitteln die eine USA in ihr militär-eta steckt könnte man der NASA mehr als nur ein wenig geld zustecken. warum es nicht gemacht wird ist hier genauso einfach, der gewinn ist zu gering, es bringt kein geld.
Abgesehen davon, dass die NASA aus militärischen Wurzeln stammt (und die jeweiligen Quellen von Konzepten, Finanzmitteln und Zwecken eine Betrachtung für sich wären):
Die Investion ins Militär bringt nicht wenig Gewinn, sondern gar keinen. Es mag schwer sein, den Nutzen eines Forschungssatelliten zu vermitteln. Aber der Nutzen einer B2 für die Zivilgesellschaft ist und bleibt 0. Alles andere kann nur besser sein.
nehmen wir mal an die Menschen vor XXXX Tausend Jahren, hätten nicht gejagt oder getötet. Hätte man das gelassen würden es heute vielleicht keine Menschen mehr geben.
Es geht nicht um töten zum Nahrungserwerb, es geht um das töten anderer Menschen zur Steigerung der eigenen Macht.
Was ich damit sagen will, der kampf dieser art liegt in der Natur des Menschen, die Menschen werden immer einen Kampf führen, nur die art des kampfes ändert sich.
Die Frage hier ist, ob es ein Vernichtungskampf sein muss.
Ja,aber früher haben wir gekämpft um zu überleben.
Wofür kämfen wir heute?
Ich glaub irgendwie sind uns die Ideale abhanden gekommen.
Aus deiner ersten Zeile leitet sich ab, dass wir nie welche hatten. Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat sich nur das "Wir" immer weiter gesteigert:
Erst hat man für seine Familie gekämpft, dann für seinen Stamm und irgendwann für immer größer werdendende Staaten. Mit grundlegenden Idealen hatte das nicht unbedingt was zu tun. Immer ausgefeiltere Regeln innerhalb der Gruppe entstanden zu dem Zweck, die Leistungsfähigkeit der Gruppe als ganzes zu steigern und anderen Gruppen besser den Schädel einschlagen zu können.
Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich das (zumindest bei der Mehrheit der mitteleuropäischen Bevölkerung) in Individualismus aufgelöst und man schlägt sich wieder 1:1 den Schädel ein.
Die "Ideale" sind die gleichen geblieben.
Aber historisch sind fast sehr viele wichtige Erfindungen nur durch Krieg, die Angst vor Krieg oder einfach nur "mächtiger sein wollen" entstanden bzw. so früh entstanden. Teils auch ganz simple Dinge, die gar nicht direkt mit Gewalt zu tun haben - zB denken wir mal an das Radar. Das wäre ohne Militär nie so früh entwickelt worden, heute wäre normaler Flugverkehr damit undenkbar
heute - 75+ Jahre nach der Entwicklung zur Serienreife durch das Militär.
Selbige fand rund 20 Jahre vor dem Bedarf für zivilen Flugverkehr (30-40 Jahre wenn man Flugzeuge betrachtet, die zunehmend auf zivile Bedürfnisse -z.B. Lärm, Verbrauch- Rücksicht nehmen und nicht nur eine Zweitverwertung schlecht geeigneter Militärtechnik sind), aber rund 30 Jahre nach der Entwicklung der Grundprinzipien durch Zivilisten statt.
Dazwischen wurden (in heutiger Währung) sicherlich einige Billionen an Aufwendungen und Schaden durch einen Weltkrieg vernichtet. Aber für die Entwicklung eines Radards (dass für den Schiffsverkehr sehr nützlich gewesen wäre) hatte niemand mehr Geld übrig.
Jedenfalls solange nicht, bis die Reichweite gängiger Geschütze deutlich über die optischer Zielverfahren hinausging, wärend die Bedrohung durch Flugzeuge an Bedeutung gewann. Da wurde Radar auf einmal für diejenigen interessant, die das Geld zum Fenster rauswerfen können.
Ein - sinngemäß - sehr passender Spruch bei Civilization 4 (beim Erkunden einer neuen Technologie wird dort immer ein historisches, meist weises Zitat aufgesagt wird): "Nur von unseren Feinden lernen wir, wie man hohe Mauer baut." => das ist gleich doppelt "clever", denn einmal ist damit gemeint, dass man ohne Angst vor einem Feind niemals (so schnell) gelernt hätte, stabile Mauern und somit auch größere Gebäude zu bauen, und zum anderen ist aber auch "philosophisch", dass man aus Angst vor einem vermeintlichen Feind sich auch vor dessen Kultur abschottet durch eine Mauer im Kopf.
Wasser auf meine Mühlen.
Irgendwann vor 4-5 Jahrtausenden investierte die Menschheit viel Aufwand in den Bau (bzw. die Entwicklung von Baumethoden) für hohe Stadtmauern.
Seit weniger als 4-5 Jahrhunderten gibt es (durch entsprechend große Ansiedlungen) zivilen Bedarf an Gebäuden, für die diese Technik Sinn macht. Dazwischen hat man sie gelegentlich für sinnlose Prunkbauten (meist auf Inititaitve militärisch bedeutender Persönlichkeiten) genutzt.
Wie weit könnte die Menschheit sein, wenn man den gleichen Aufwand z.B. in Ackerbau gesteckt hätte und somit nicht hohe Mauern (und Katapulte, um sie einzureißen - eine bis heute weit genutzte zivile Technik...), sondern z.B. den schweren Pflug früher entwickelt hätte?
Statt Civilzation empfiehlt sich Alpha Centauri, wo man militärische Techniken ignorieren kann, wenn man will. Solange es keinen Krieg gibt, ermöglicht mit Abstand den schnellsten Fortschritt.