Kann zuviel Wissen auch schädlich sein?

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Nabend!


Ich habe mir in den letzten Tagen vermehrt die Frage gestellt , ob zuviel Wissen oder das bewusst werden von Wissen auch schädlich sein kann?
Wenn einen vielerlei bewusst wird, dann kann man auch mehr Ängste haben.
Z.B. wenn in den Medien fast nur noch negatives berichtet wird.
Oder man an Informationen von Fachleuten und "Insidern" kommt. Welche ein dramatisches Bild von etwas zeichnen.
Etwa das Klima. Das der "Point of no return" schon längst überschritten ist.
Oft blenden wir ja solche Dinge aus um Ängste und Panik zu vermeiden.

Ein Tier kann natürlich auch Angst haben. Aber viele Dinge sind ihnen nicht bewusst.
Ein Vogel der fliegt einfach ohne das er sich wirklich der großen Höhe bewusst ist.
Oder ein Eichhörnchen was von Ast zu Ast springt kann die Höhe wohl nicht wirklich einschätzen.
Sonst hätte es ja Höhenangst, was paradox wäre.

Ist es vielleicht besser wenn man bestimmte Informationen erst gar nicht kennt?
Z.B. möchte ich auch nicht wissen wann und wie ich genau sterbe. Das würde mich nur selber verrückt machen wahrscheinlich.
Und wäre wohl unvermeidbar.

Oder wenn man mal darüber nachdenkt wie dünn unsere Atmosphäre eigentlich ist welche uns vor dem lebensfeindlichen Weltraum schützt.
Genauso wie Erdkruste welche uns vor der heißen Lava im Inneren schützt.

Oder mögliche Naturkatastrophen, Pandemien, Kriege usw.

Wenn man solche Dinge noch ausblenden kann zum Selbstschutz ist das gut. Aber viele Menschen könne das bei der Fülle an negativen Nachrichten und auch (reellen) Gefahren nicht mehr.
 
Es gibt da son Spruch: "Dumme Leute sind glücklich." So ganz falsch ist das gar nicht^^

Aber etwas differenzierter:

Man muss in der Lage sein, mit einem großen Wissen auch umgehen zu können bzw. zu "ertragen" was das mit sich bringt. Üblicherweise sind aber Menschen die sich selbstständig großes Wissen aneignen (und damit meine ich nicht stumpf auswendig lernen was unser Bildungssystem so fördert sondern Zusammenhänge verstehen) auch grundsätzlich intelligent genug, um auch mit den Konsequenzen daraus umgehen zu können.

Problematisch ist was völlig anderes: Wenn Menschen sich nicht selbstständig Informationen zwecks Wissensdurst suchen und darüber nachdenken sondern von allen Seiten zugesch*ssen werden mit oberflächlichen Informationen die sie nicht wollten, nicht verstehen, womöglich schlicht falsch sind usw. - darin ist die moderne Welt leider sehr gut - denn das erzeugt auf Dauer Stress/Angst/etc.. Jemand, der sich mit Physik, Astronomie usw. beschäftigen will versteht was die Atmosphäre ist, wie dünn die im Vergleich zu xy ist, warum das so ist, was daran gefährlich ist und was nicht. Jemand der all das nicht wissen will kriegt blöd gesagt so lange was vom Ozonloch an die Rübe geballert bis er Angst vor seinem Deospray hat.


Man stelle sich das mal als Extrembeispiel vor: Angenommen ich hätte vor 10 Jahren beschlossen absolut keine externe Information mehr zuzulassen. Was wäre passiert? Ich hätte mein Leben praktisch ganz genauso leben können. Irgendwann hätte man sich kurz gewundert warum die Leute Masken anhaben und die Restaurants einige Monate zu hatten... ok mach ich kurz mit... war dann aber auch vorbei. Corona war in den letzten Jahrzehnten das EINZIGE Ereignis, was auf mein Leben einen tatsächlich merkbaren (aber keinen auch nur ansatzweise schlimmen) Einfluss hatte. Alles andere, Klima, Kriege, Trump, whatever, hätte ich ohne die Medien (und natürlich Mitmenschen) nicht mal bemerkt.
Wäre ich ohne die ganzen Informationen glücklicher gewesen? Wahrscheinlich nicht, aber auf jeden Fall weniger genervt.
 
Es gibt da son Spruch: "Dumme Leute sind glücklich." So ganz falsch ist das gar nicht^^

Aber etwas differenzierter:

Man muss in der Lage sein, mit einem großen Wissen auch umgehen zu können bzw. zu "ertragen" was das mit sich bringt. Üblicherweise sind aber Menschen die sich selbstständig großes Wissen aneignen (und damit meine ich nicht stumpf auswendig lernen was unser Bildungssystem so fördert sondern Zusammenhänge verstehen) auch grundsätzlich intelligent genug, um auch mit den Konsequenzen daraus umgehen zu können.

Problematisch ist was völlig anderes: Wenn Menschen sich nicht selbstständig Informationen zwecks Wissensdurst suchen und darüber nachdenken sondern von allen Seiten zugesch*ssen werden mit oberflächlichen Informationen die sie nicht wollten, nicht verstehen, womöglich schlicht falsch sind usw. - darin ist die moderne Welt leider sehr gut - denn das erzeugt auf Dauer Stress/Angst/etc.. Jemand, der sich mit Physik, Astronomie usw. beschäftigen will versteht was die Atmosphäre ist, wie dünn die im Vergleich zu xy ist, warum das so ist, was daran gefährlich ist und was nicht. Jemand der all das nicht wissen will kriegt blöd gesagt so lange was vom Ozonloch an die Rübe geballert bis er Angst vor seinem Deospray hat.
Ich unterscheide auch zwischen Wissen besitzen. Und bewusstgewordenen Wissen was direkt im Bewusstsein ist. Dann kann man mehr oder weniger unbegründet Ängste oder sogar Panik entwickeln.
Zum Selbstschutz blenden wir das dann aus indem wir uns wieder mit anderen Dingen beschäftigen.

Man stelle sich das mal als Extrembeispiel vor: Angenommen ich hätte vor 10 Jahren beschlossen absolut keine externe Information mehr zuzulassen. Was wäre passiert? Ich hätte mein Leben praktisch ganz genauso leben können. Irgendwann hätte man sich kurz gewundert warum die Leute Masken anhaben und die Restaurants einige Monate zu hatten... ok mach ich kurz mit... war dann aber auch vorbei. Corona war in den letzten Jahrzehnten das EINZIGE Ereignis, was auf mein Leben einen tatsächlich merkbaren (aber keinen auch nur ansatzweise schlimmen) Einfluss hatte. Alles andere, Klima, Kriege, Trump, whatever, hätte ich ohne die Medien (und natürlich Mitmenschen) nicht mal bemerkt.
Wäre ich ohne die ganzen Informationen glücklicher gewesen? Wahrscheinlich nicht, aber auf jeden Fall weniger genervt.
Es gibt ja auch Naturvölker oder andere autark lebenden Menschen, welche auf alle möglichen Medien verzichten. Die leben trotzdem ihr Leben und für ihr Leben ist es auch nicht notwendig mehr zu wissen.
 
Es gibt nicht ohne Grund die ganzen Redewendungen und Sprüche darüber, nicht nur hier bei uns:
"Ignorance is bliss!"

Vieles hat @Incredible Alk schon angesprochen, dazu kann man die Aussage
Jemand der all das nicht wissen will kriegt blöd gesagt so lange was vom Ozonloch an die Rübe geballert bis er Angst vor seinem Deospray hat.
auch von der anderen Seite aus betrachten:
Leute mit geringerem Wissensstand aber großem Selbstvertrauen und entsprechendem Auftreten haben es oft einfacher in höhere Positionen zu gelangen. Über Zweifel an der Kompetenz sind diese Leute für ebenfalls Unwissende absolut erhaben, da kein Anflug von Unsicherheit erkennbar ist, wogegen die Wissenden und tatsächlich Kompetenteren durch ihr abwägendes Verhalten und moderatere Positionen in der Regel als "führungsschwach" gesehen werden.
In hierarchischen Organisationen kann man dem entgehen, indem man dem "Fußvolk" nur die fertigen Entscheidungen zukommen lässt und die komplizierten Details mit den wenigen Wissenden hinter verschlossenen Türen erörtert. Da gibt es dann aber wieder ein neues Problem:
In öffentlichen Bereichen wie der Politik macht das leicht angreifbar, wenn die Unwissenden ihrerseits diesen Prozess ablehnen, der Typus des unwissenden, aber selbstsicheren Politikers das zu nutzen weis, seinerseits Verschwörungstheorien nährt und dann im schlimmsten Falle noch im Falle von aufgedeckter Korruption oder Ähnlichem hinter der angesprochenen verschlossenen Tür bestätigt wird.
Wäre ich ohne die ganzen Informationen glücklicher gewesen? Wahrscheinlich nicht, aber auf jeden Fall weniger genervt.
Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass man das Relevante ohnehin erfährt, aber man sich nicht mit jeder Kleinigkeit beschäftigen muss. Ein gutes Beispiel ist hier die Klatschpresse: Wenn irgendwo ein König als Staatsoberhaupt stirbt, dann erfährt man das ohnehin, oder wenn da der erste Thronfolger geboren wird. Was für ein Kleid aber die Großtante, die gleichzeitig Mutter der Gemahlin ist zum Sektempfang trägt, ist aber vollkommen egal.
 
Man muss auch zwischen nützlichem und "unnützem Wissen" unterscheiden ^^

So Dinge wie der Ukraine Krieg oder Israel vs. Hamas ist für mich persönlich bspw. auch unnützes Wissen.
Es ist zwar nice to know, weil unsere Politk dort involviert ist, aber im Alltag betrifft es mich natürlich überhaupt nicht, dementsprechend muss ich es auch nicht wissen.

Ich gucke seit Jahren quasi keine Nachrichten mehr und lese auch keine Tageszeitung.
Was für mich und meine Familie wichtig ist, das recherchiere ich aktiv, alles Andere interessiert mich schlicht nicht mehr :ka:

Klar, kann es Menschen beeinflussen, wenn sie sich täglich von den (meistens) schlechten Nachrichten berieseln lassen. Da wird garantiert auch kein kleiner Teil der Bevölkerung tatsächlich eine Depression entwickeln.

Aber die Frage "Wer ist schuld?" lässt sich nicht eindeutig beantworten.
Sind die "Medien" schuld?
Mit Sicherheit, bringt man doch einfach die Nachrichten welche am meisten Zuschauer versprechen.
Sind die Leser/Zuschauer schuld?
Genau so, denn die "Sensationslust" steckt in vielen von uns und genau das bedienen ja die "Medien".

Weniger Konsum tät uns wohl allen gut, auch der Konsum von "Wissen".
 
auch von der anderen Seite aus betrachten:
Leute mit geringerem Wissensstand aber großem Selbstvertrauen und entsprechendem Auftreten haben es oft einfacher in höhere Positionen zu gelangen. Über Zweifel an der Kompetenz sind diese Leute für ebenfalls Unwissende absolut erhaben, da kein Anflug von Unsicherheit erkennbar ist, wogegen die Wissenden und tatsächlich Kompetenteren durch ihr abwägendes Verhalten und moderatere Positionen in der Regel als "führungsschwach" gesehen werden.
In hierarchischen Organisationen kann man dem entgehen, indem man dem "Fußvolk" nur die fertigen Entscheidungen zukommen lässt und die komplizierten Details mit den wenigen Wissenden hinter verschlossenen Türen erörtert. Da gibt es dann aber wieder ein neues Problem:
In öffentlichen Bereichen wie der Politik macht das leicht angreifbar, wenn die Unwissenden ihrerseits diesen Prozess ablehnen, der Typus des unwissenden, aber selbstsicheren Politikers das zu nutzen weis, seinerseits Verschwörungstheorien nährt und dann im schlimmsten Falle noch im Falle von aufgedeckter Korruption oder Ähnlichem hinter der angesprochenen verschlossenen Tür bestätigt wird.

Es gibt da auch noch ein Zitat von Charles Bukowski:

Die Traurigkeit, die durch Intelligenz verursacht wird, je mehr man bestimmte Dinge versteht, desto mehr wünscht man sich, sie nicht zu verstehen.
Das ist jetzt nicht auf Wissen sondern Intelligenz bezogen. Wenn man sich gewisse Dinge bewusst macht, dann kann das sehr deprimierend sein. Deswegen sollte man versuchen immer zu reflektieren in welche Richtung die Gedanken gehen. Sonst ist man nur noch in negativen Gedanken versunken.

Ich gucke seit Jahren quasi keine Nachrichten mehr und lese auch keine Tageszeitung.
Was für mich und meine Familie wichtig ist, das recherchiere ich aktiv, alles Andere interessiert mich schlicht nicht mehr :ka:
Ohne Nachrichten würde mir was fehlen. Ich bin da sehr neugierig und möchte schon wissen was in der Welt passiert.
 
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