Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich dachte, wir reden über Angestellte? Als Beamter bleibt deutlich mehr netto vom brutto übrig und die Pension ist deutlich üppiger als die Rente. Da hinkt dann der Vergleich mit Bruttogehältern.
Ich schrieb über Angestellte.
Ist auch logisch, weil es bei uns nur ca. 10% Beamte gibt.
Das sollte der ÖD generell mal ein wenig in der Öffentlichkeit streuen, der gemeine Bürger denkt, wenn man bei einer öffentlichen Verwaltung arbeitet, ist man automatisch Beamter.......kannst du vergessen. Siehe oben, bei uns sind es ca. 10%.
Funfact:
Viele Kommunalverwaltungen bei uns in der Region zahlen mittlerweile sogar Strafe an das Land, weil wir zu wenig Beamte haben.
 
Der zuständigen Gewerkschaft scheint dann jedweder proletarische Habitus abhanden gekommen zu sein.
Sagen wir im Personalbereich gibt es im TVÖD die 3 Zirkel der Hölle.

1. die eigentliche Leistungsverwaltung (also mit Außenwirkung)
2. die Personalverwaltung der Verwaltung
3. den Personalrat

Mit jedem wird es schlimmer. z.B.

Wir stellen 2 E12 ein. Ein BA und ein MA (ausgeschrieben war BA), nun wird nach einiger Zeit eine E13 frei und beide bewerben sich. Der BA liefert über Jahre Spitzenleistung, der MA erbringt gerade ausreichende Leistung. Der BA wird vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen, weil der BA keine Qualifizierung für den höheren Dienst automatisch mit sich bringt und der PR daher die Zulassung des BA bemängelt, der MA würde automatisch gewinnen. Dann wertet man aber rein auf dem Papier die Stelle in den gD ab, und nun kann sich der BA bewerben.
 
Das sollte der ÖD generell mal ein wenig in der Öffentlichkeit streuen, der gemeine Bürger denkt, wenn man bei einer öffentlichen Verwaltung arbeitet, ist man automatisch Beamter.......kannst du vergessen. Siehe oben, bei uns sind es ca. 10%.
Nichtsdestotrotz ist der Job in der öffentlichen Verwaltung sicherer als in der Privatwirtschaft.
Noch besser ist es in Ministerien. Da wird ständig aufgestockt.
 
Nichtsdestotrotz ist der Job in der öffentlichen Verwaltung sicherer als in der Privatwirtschaft.
Noch besser ist es in Ministerien. Da wird ständig aufgestockt.
Ich persönlich beschwere mich auch nicht.
Ich bin zu einer Zeit in den ÖD gegangen als es eine Jobflaute und viele Unsicherheiten gab.
Ich war Mitte 20, wenig Berufserfahrung aber sehr gut qualifiziert.
Damals gab es für die E10 (Erfahrungsstufe 1) 2580 brutto, das waren 1650€ netto.
Freunde von mir in der Wirtschaft (mittelständische Unternehmen) bekamen als Einstiegsgehalt (gleicher Job) 3200€ brutto.
Finanziell war ich damit schlechter gestellt, aber der Job ist safe. Meine Aufgabe wird es noch viele Jahre geben.
Mittlerweile bin ich Fachdienstleiter, die Verwaltungsführung respektiert mich, die politischen Gremien vor denen ich Rede und Antwort stehen muss, schätzen mich. Meine Mitarbeiter haben, trotz hoher Arbeitsbelastung, die niedrigste Ausfallquote der gesamten Verwaltung.
Mit meinem Gehalt bin ich zufrieden, lediglich die stetig wachsenden Aufgaben bei gleichbleibender Anzahl der Mitarbeiter bereitet mir sorgen.
 
Mit meinem Gehalt bin ich zufrieden, lediglich die stetig wachsenden Aufgaben bei gleichbleibender Anzahl der Mitarbeiter bereitet mir sorgen.
Das ist überall so.
Ich kann mich noch an meine Anfänge im Beruf erinnern. Damals 3.400 Mark bekommen und nur für die Produktion verantwortlich. Das war easy arbeiten.
Dann kamen immer mehr Aufgaben dazu, die man einfach mitmachen musste, da die Leute, die das vorher gemacht hatten, entlassen wurden.
Daher hab ich mich weiter gebildet und den Meister gemacht und ins Management gewechselt. Mehr Gehalt und die nervigen Aufgaben konnte ich an untergebene weiter geben.
 
Wir stellen 2 E12 ein. Ein BA und ein MA (ausgeschrieben war BA), nun wird nach einiger Zeit eine E13 frei und beide bewerben sich. Der BA liefert über Jahre Spitzenleistung, der MA erbringt gerade ausreichende Leistung. Der BA wird vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen, weil der BA keine Qualifizierung für den höheren Dienst automatisch mit sich bringt und der PR daher die Zulassung des BA bemängelt, der MA würde automatisch gewinnen. Dann wertet man aber rein auf dem Papier die Stelle in den gD ab, und nun kann sich der BA bewerben.
Wow! Aktuelle Bundesregierung ... und ich verstehe nur Bahnhof, erinnere mich dabei aber an

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Ich packe es mal in normale Sprache.

E12 bzw. sind Entgeltgruppen nach TVÖD. MA ist jemand mit Masterabschluss, BA ist jemand mit Bachelor. TVÖD sagt, dass für eine E13 Stelle man für den höheren Dienst qualifiziert sein muss, diese Qualifikation bekommt man automatisch mit einem Masterabschluss. Allerdings kennt der TVÖD noch für Techniker die E13 gD (gehobener Dienst), die wird exakt gleich bezahlt, der einzige relevante Unterschied ist, dass E13 aus dem höheren Dienst sich auf E14 bewerben kann, E13 aus dem gehobenen Dienst nicht so einfach. Also hat man in diesem Fall viel Zeit und Papier verbraucht um den deutlich besseren Mitarbeiter überhaupt befördern zu dürfen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das einzige was noch geht wäre eine individuell verhandelte "Zulage". Ist aber selten und gibt's nur in Ausnahmefällen. Mir fällt da bei uns nur der Amtsarzt ein. Die Stelle war 3 Jahre unbesetzt.
 
Ich packe es mal in normale Sprache
Diese ganzen Voraussetzungen und Stellenbeschreibungen, die am Ende nur den Zweck haben, eine bestimmte Person auf den Posten zu hieven, sind in meinen selbständigen Augen einfach nur einer positiven Entwicklung entgegengesetzt.

Es hat aber trotzdem nix mit dem Thema zu tun :P
 
So ist es. Versucht mal, im IT-Sektor jemanden für den Öffentlichen Dienst zu gewinnen, möglichst noch mit Erfahrung - die lachen nur über E13/E14. Da kann man nur mit den Arbeitsbedingungen noch etwas punkten, also Jobsicherheit, feste Arbeitszeiten, ggf. Homeoffice ect.
In der freien Wirtschaft hast du die Möglichkeit mehr zu verdienen. Das ist aber eben nicht automatisch der Fall. Zudem auch immer dann die Frage zu welchem Preis (unbezahlte Überstunden, Stress, Dienstreisen, etc.).

Klar wenn man es mit dem DAX-Konzern vergleicht wird das Gehalt im ÖD wohl eher unterdurchschnittlich sein, aber vergleichst du das mit dem Verdienst bei nem 50-Mann-Unternehmen wird es schon recht gut sein, vor allem weil in so kleinen Unternehmen auch die Work-Life-Balance aufgrund knapper Personallage tendenziell schlechter sein wird. Dazu kommt dann noch die Jobsicherheit im öD.

Und wenn man verbeamtet ist dann darf man auch die Pensionsansprüche nicht vergessen, die knapp doppelt so hoch sind. Zudem die relativ günstige private Krankenversicherung, und damit größere Auswahl an Ärzten, bessere ärtzliche Versorgung, weniger Wartezeiten etc. Falls jemans meint das wär ein Märchen, nein ich komme aus einer Familie wo die Hälfte Beamte sind. Die Unterschiede sind deutlichst zu spüren. Fehlt nur noch das der Arzt Kaffee und Kuchen anbietet.
 
So mit ohne Tarifvertrag, klingt doch stark nach Ausbeuterrei. Sicher auch noch keine Arbeitnehmervertretung.
Vermutlich ist aber auch ohne Rechtsanspruch Homeoffice kein Problem. :ugly:

Ach! Vielleicht sollte ich doch zuschlagen und als erste Amtshandlung einen Betriebsrat gründen.
 
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