Gibt es eigentlich Zahlen darüber wo dazwischen differenziert wird?
Für den Zustrom kenne ich gerade keine, aber meist reicht schon eine
Auflistung nach Ländern
Ukrainer, Syrer und Afghanen haben i.d.R. einen Fluchtgrund, die gesamten EU-Nationen genießen Freizügigkeit. Das heißt als "Zuwanderer" im Sinne eines Zuwanderergesetzes bleiben unter den Top10 nur die Türken und Inder. (Und wenn #10 gerade einmal auf 1/6 von #1 kommt, folgt auf 11 und weiter hinten auch nicht mehr viel.)
Mit der Türkei gibt es aber wiederum bilaterale Abkommen und davon abgesehen stehen die Remigrations-Populisten ja neuerdings auf Putinversteher Erdogan und Inder liefen bei denen schon länger unter "Arier" statt "Problem".
=> Hier gibt es nichts zu regulieren, außer Flüchtlinge. Und die fallen unter die Genfer Konvention, nicht unter Einwanderungsgesetze.
Wozu es direkte Angaben gibt, nämlich schlicht
die Ausländerstatistiken, ist das aufsummierten Ergebnis über die letzten Jahrzehnte:
Zum Jahreswechsel waren 13895865 nicht-Deutsche in Deutschland. Der mit Abstand größte Block waren andere EU-Bürger, sonstige waren 8526465. Davon gerade einmal 673305, also kein 8%, zum arbeiten oder Ausbildung. 2223555 waren als Flüchtlinge anerkannt, dazu kommen noch einmal 965525 Familienangehörige, 700875 warteten auf eine Entscheidung, 1138425 waren abgelehnte Flüchtlinge, die aber nicht abgeschoben werden konnten. Macht in der Summe also 5028380 Geflohene. Dem gegenüber stehen 419285 die zum arbeiten hier waren, also das, was Kanada und USA über Punktesystem und Greencard gezielt ins Land holen. Und ich würde mich nicht wundern, wenn von diesem nicht-einmal-Zehntel noch ein ordentlicher Teil Saisonarbeitskräfte aus z.B. Georgien waren. Auf jeden Fall zählt das Pflegepersonal, dass z.B. vor 1-2-3 Jahren in fünfstelliger Zahl aus Lateinamerika angeworben werden sollte, in diese Gruppe, die iirc 40000 Computer-Inder, etc. etc..
Aber Flüchtlinge, wo absehbar ist das ihre Heimatländer nicht so schnell wieder sicher sind, sollen möglichst auch arbeiten. Und gerade dann sollte man Deutsch sprechen können.
Deswegen sollten auch Flüchtlinge Deutschkurse belegen.
Sofern es genügend Angebote dafür gibt. Und möglichst kostenlos.
Das ist dann aber der große Unterschied zwischen "Deutschkenntnisse vor der Einreise verlangen" und "nach der Einreise Deutschkenntnisse vermitteln, damit die Leute eine Chance haben, etwas zur Gesellschaft beizutragen und sich zu integrieren".
Die Mittel für besagte Kurse, die schon zuvor als schlecht und knapp galten, haben FDP und SPD im neuen Haushalt übrigens massiv gekürzt.
Und nein, die Qualität haben die Rechten bisher nicht im Land erreicht, völlig diametrale Ansicht, wei die RAF einen Angriff auf den demokratischen Staat selbst unternahm.
Statt auf die Bevölkerung als ganzes. Wunderbare Prioritäten: Menschen töten ist Kleinkram, aber wehe es richtet sich jemand gegen die Teutsche Nation!
Sagen wir es mal so:
Mir ist kein kommnunistisch regiertes Land in der Vergangenheit oder in der Gegenwart bekannt, in dem es der Bevölkerung zumindest gut geht.
Mir ist gar kein kommunistisch regiertes Land bekannt (mir ist nicht einmal eins bekannt, dass beansprucht(e), kommunistisch regiert zu sein, auch wenn es da durchaus 1-2 gegeben haben mag). Vor allem ist mir aber nicht bekannt, was "gut gehen" mit "demokratische Verfassung" zu tun hat oder "bei eigenen Fehlern das Thema wechseln" mit "Diskussionskultur"
Eines ist aber auch richtig, Demokratie funktioniert besonders da gut, wo die allgemeinen Voraussetzuungen (z. B. Wirtschaft/Arbeitsplätze bis hin zur Work-Life-Balance) eh schon gut sind.
In jenen Ländern, die eh schon mit großer Armut, gar Hunger udn schlechteren Umweltbedingungen kämpfen müssne, entwickelt sich fast jede Demokratie in ein Pulverfass, weil auch die demokratrischen Vertreter eher kleptomanisch veranlagt sind.
Nein. Demokratie hat auch damit nichts zu tun. Kapitalismus, den du mit Demokratie gleichsetzt und der tatsächlich das Leidbild nahezu aller Demokratien in deinem Sinne sein dürfte, funktioniert besonders gut bei den Profiteuren von Ausbeutung. Und das sind im Zeitalter der Globalisierung die Staaten mit "allgemein guten Voraussetzungen", die vom "armen" Rest der Welt profitieren. Global betrachtet gehört selbst ein deutscher Bürgegeldempfänger zu den oberen 10%.
Wie gut Demokratie und Kapitalismus vor der Globalisierung z.B. im Deutschland der 20er/30er Jahre funktioniert haben, als die Verlierer des Kapitalismus im gleichen System wahlberechtigt waren und nicht wie ehute in Fidschi, Nigeria oder Haiti, sollte bekannt sein.
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Der Mensch ist das große Problem in der Gleichung. Ich hab da auch so eine Vermutung. Das liegt wahrscheinlich einfach daran das der Mensch von Natur aus kein selbstloses Wesen ist, was ja irgendwo auch der Evolutionstheorie entgegenstehen würde. Er lebt nur in Gemeinschaften weil sie für ihn einen persönlichen Vorteil bringen. Könnte der Mensch auch ohne Gesellschaft ein genau so angenehmes Leben führen dann würde er es tun. So meine Theorie.
Das hat nicht direkt etwas mit Evolution zu tun, wie z.B. staatenbildende Insekten beweisen. (Auch wenn deren Evolutionsbiologie etwas zu komplex für diesen thread wäre)
Grundsätzlich ist eine funktionierende Gemeinschaft stabiler und produktiver und damit ist es für das Individuum von evolutionärem Vorteil, einer möglichst großen Gemeinschaft anzugehören. Das war übrigens einer der (wenigen) externen Gründe für den Niedergang des Ostblocks - er war einfach deutlich kleiner als der Westen, hat aber trotzdem versucht in einigen Bereichen mitzuhalten, wofür anderes komplett vernachlässigt wurde.
Das Problem ist "möglichst" groß - Stichwort Monkeysphere. Es braucht braucht (wortwörtlich) Hirnleistung, um sich in eine komplexes Gefüge zu integrieren, weil man das eigene Handeln aus der Perspektive vieler betrachten und seine Auswirkungen über viele hinweg berücksichtigen muss. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der modernen Zivilisation ist z.B. die Abstraktion in immer größere, verallgemeinerte Gruppen: Wenn man sich eine Beziehung nicht zu jedem Individuum in einem einige dutzende fassenden Stamm merken muss, sondern nur generisch zum tausenfach existierenden "Stahlarbeiter", "Büroheini", "Anwalt", etc. weitet man das Gemeinschaftspotential enorm, ohne dass sich das Hirn weiterentwickeln muss. Aber es gibt halt auch immer noch die Leute, deren Horizont auf "wir" und "die" beschränkt ist. Oder vielleicht viergeteilt: "Wir" gegen "die da oben", "die Ausländer" und natürlich "die Grünen".
Naja das komplette Aufgehen des Individuums in der Gemeinschaft und die Unterordnung eines höheren Ziels ist ja so der Grundgedanke des Sozialismus.
Nö. Die gemeinsame Arbeit an einem gemeinsamen Ziel, nämlich dass es allen gut geht, ist der Grundgedanke hinter Sozialismus und Kommunismus respektive umgekehrt ein Ende der Arbeit einzelner gegen andere. Aber Individualität steht dem nicht entgegen. Der Sozialismus/Kommunismus beschäftigt sich eigentlich nur mit dem öffentlich-wirtschaftlichen Raum und da gibt es natürlich eine Lösung, die für alle das in der Summe beste bringt. Aber im Kapitalismus gibt es ja auch nur einen Systemzustand (der einigen wenigen DAS Beste bringt), das geht ja nicht anders. Das Private lassen beide Konzept unberührt.
Davon getrennt zu betrachten sind mal wieder real existierende Diktaturen. Die mehr oder minder sozialistische FDJ erlaubte natürlich nicht so wahnsinnig mehr Individualismus als die eher kapitalistische Ideale vertretende HJ. Das lag aber in beiden Fällen an Regimen, die gleichgeschaltete, indoktrinierte, leicht kontrollierbare Massen wollten.
So richtig würde diese ganze Sache auch nur funktionieren wenn man das Geld abschaffen würde und man sich eben einfach alles im Laden holen kann was man braucht. Dafür gibt man halt als Tausch seine Arbeitsleistung. Also der Tausch Arbeitsleistung gegen Produktionsmittel. Solange das Geldsystem besteht ist es immer ein Tausch Arbeit gegen Geld und Geld gegen Produktionsmittel.
Solange man tauscht, ist Geld schon okay. Unproduktive Finanzwirtschaft, die Geld als Selbstzweck sieht, passt nicht in einen Sozialismus und dient im Kapitalismus ja auch nur dazu, die Gewalt des Kapitals zu vermitteln. Aber alles andere würde erstmal so weiterlaufen. Erst in der absoluten Endphase des perfekten Kommunismus erreicht man irgendwann den Punkt, an dem Geld einfach überflüssig wird. In einer Welt wie z.B. Star Trek arbeitet jeder von sich aus, weil er was zur Gesellschaft beitragen möchte und jeder nimmt sich einfach, was er braucht, weil die Gesellschaft es bereitstellt und niemand nimmt sich mehr als er braucht, sodass es gar keine Tausch-, Kontroll- und Zwangsmittel mehr braucht. Aber das ist wirklich sehr utopisch/extrem. (Umgekehrt könnte man in gleicher Übersteigerung z.B. ebenfalls ohne Geld auskommende Sklaverei als Höhepunkt des Kapitalismus betrachten.)
Die Realität im Sozialismus sieht aber so aus das der Staat das alleinige Eigentum an den Produktionsmittel hat und nicht der Arbeitende.
Das ist sogar die Definition.
Das bedeutet auch das der Staat die Macht des Unternehmers und die Staatgewalt auf sich vereint und die arbeitende Bevölkerung dagegen kein Gegengewicht schaffen kann weil sie weder die Produktionsmittel noch die Macht inne hat. Also die absolute Entmündigung des Bürgers.
Ne, in einer Demokratie, in der alle Macht vom Volke ausgeht und das Volk den Staat bildet, ist dass die maximale Ermächtigung des Bürgers. Eine Entmündigung ist dagegen der Kapitalismus, in der diese Macht einigen wenigen Privilegierten überlassen wird, gegen die Staat und Bürger dann kein Gegengewicht schaffen können.
Genau die Debatte haben wir doch jedesmal, wenn es um Steuern für Reiche geht, um Schutz der Menschen vor Industrien oder ähnliches: "Da ist demokratisches Handeln nicht möglich, die mit dem Kapital würden sonst ins Ausland gehen."