Es wird aber erwartet das die Deutschen sich davon distanzieren und z.B. nicht mit Rechten zusammen auf die Straße gehen und demonstrieren.
"Die Deutschen" distanzieren sich mehrheitlich aber nicht aktiv davon, sondern sitzen schweigend zu Hause. Umgekehrt geht die Mehrheit der Muslime nicht zusammen mit Islamisten auf die Straße und demonstriert. Warum wird diese ich-kümmer-mich-um-mein-Leben-was-habe-ich-mit-Radikalen-zu-tun-Passivität bei "den Deutschen" akzeptiert und warum werden Muslime für genau das gleiche Verhalten land auf land ab kritisiert?
Und warum stellst du überhaupt "die Deutschen" gegen Muslime? Die Mehrhiet der Muslime in Deutschland SIND Deutsche.
Der Täter aus Mannheim ist jahrelang nicht aufgefallen und soll sogar ein "Vorzeige" Imigrant gewesen sein.
Bis er sich radikalisiert hat. Und hier wird eindeutig von einen islamistisch-motivierten Täter gesprochen.
Ja, "davon wird gesprochen". Von sowas wird sehr oft "gesprochen". Und genau das ist das Problem. In Mannheim vielleicht etwas weniger, da sich die Tat immerhin gegen Anti-Islam-Hetzer richtete. (Hetzer. Nicht "Kritiker". Man nennt die RAF ja auch nicht "Kapitalismus-Kritiker".) Aber dafür, dass der Täter Islamist war, gibt es meines Wissens nach noch immer keinen Hinweis, somit bleibt es bis auf weiteres unangemessen.
Und Mannheim ist, wie gesagt, dennoch die am ehesten passendste Spitze eines (Sch-)Eisbergs. In vielen anderen Fällen rücken unsere Medien die Religion muslimischer Gewalttätern in den Mittelpunkt, obwohl gar kein Bezug zur Tat erkennbar ist. Dabei könnte man ebenso gut (respektive genauso schlecht) von "Brotessimsiten", "Autofahreristen" oder "DSDSisten" sprechen, wie von ""Islamisten"". Man macht aber ausschließlich letzteres.
Da geht jemand mit einem Messer auf einen anderen los, weil er eine andere politische (und religöse?) Ansicht hat. Wie soll man das denn deiner Meinung nach nennen?
Er kann genauso gut auch eine auf religiöser Ebene relativ durchschnittliche Person mit mangelnder Selbstkontrolle gewesen sein, die durchgedreht ist, als auf großer Bühne reihenweise alle Muslime, also auch er selbst persönlich beleidigt und angegriffen wurden. Es gibt in Deutschland sicherlich eine sechstellige Zahl von Personen, die dich auf die Intensivstation prügeln, wenn du deren Freundin nachhaltig in der Öffentlichkeit beleidigst, trotzdem sind das keine "Sandraisten", "Lilliisten", "Bärbelisten", o.ä.. Die sind einfach nur stinkig und gewaltbereit. Wenn jemand genau so reagiert, sobald man ihn als Gläubigen durch den Dreck zieht, dann ist der deswegen noch lange kein "...amist", dessen Handeln religiös motiviert war. (Genaugenommen würden die meisten tatsächlich Gläubigen in so einer Situation durch ihre Religion zu einer angemessen-schwachen Reaktion ermahnt, Muslime eingeschlossen, und würden in der Ausübung potentiell tödlicher Gewalt eine schwere Sünde sehen.)
Und natürlich wird auch in der Synagoge in Deutsch gepredigt, genauso wie in andere Kirchen oder sonstige Sekten.
Das wäre mir neu. Es gibt zwar auch progressive jüdische Gemeinden die AUCH Übersetzungen nutzen, aber die grundlegende und bei den etwas orthodoxeren einzig akzeptierte Thora-Fassung ist afaik die hebräische. Und genauso lesen Katholiken bis heute auch lateinische Messen.
Dagegen sind die türkischen Ditib-Prädigten fast schon weltoffen, denn deren Sprachauswahl resultiert wenigstens aus der Muttersprache eines Teils der Gemeinde und nicht aus religiösem Dogmatismus.
Doch. Du sprichst selektiv nur muslimische Gotteshäuser an.
Sorry das ist Quatsch. Straftaten von Rechts bekommen genau die selbe Aufmerksamkeit.
Rein statistisch müsste es seit Mannheim 1-2 Morde von Deutschen an Deutschen gegeben haben (ich kenne, aus der Lokalpresse unter ferner liefen, mindestens einen). Wenn die die gleiche Aufmerksamkeit wie Mannheim bekommen haben, müsstest du mit Leichtigkeit rund ein Dutzend Berichte aus Tagesschau oder anderen bundesweiten Nachrichtensendungen aus dieser Woche verlinken können, um deine Behauptung zu belegen.
Ich warte gespannt.
Ich gebe dir ja grundsätzlich Recht - vor Allem in dem Punkt, dass man das Problem nur über die finanziell Starken lösen kann. Nur leider sehe ich das zynisch/realistisch und gehe davon aus, dass das in unserer Gesellschaft einfach nicht möglich ist. Das fängt schon damit an, dass die Jungen und Sozialschwachen keine Lobby haben und, dass die Sozialstarken nichts von ihren Ressourcen abgeben wollen. Ich sehe daher für mich persönlich als auch für unsere Gesellschaft generell für die Zukunft schwarz. Die viel zu hohen Mieten sind wohl einer der wesentlichen Faktoren, die zum Bevölkerungskollaps beitragen. In unseren hyperkapitalistischen westlichen Gesellschaften mag das noch nicht allzu schlimm aussehen. Die hyperkapitalistischen asiatischen Gesellschaften (China, Japan, Südkorea) stehen allerdings schon unfassbar kurz vor dem Kollaps.
Bezüglich der (un-)realistischen Perspektive solcher Änderungen bin ich voll bei dir. Die werden genauso wenig kommen, wie wirkungsvoller Klimaschutz. Aber gerade deswegen sollte man in Diskussionen über Ziele und Wege meiner Meinung nach nicht das eine an sich schlechtreden, weil das andere unwahrscheinlich ist. Was wir bräuchten, wäre eine Verringerung der sozialen Spaltung UND Klimaschutzmaßnahmen. Einige von letzteren sind unter sozialen Gesichtspunkten nachteilig, klar, genauso wie mehr Konsum auch durch Arme für das Klima nicht prall wäre. Aber das sind keine K.O.-Argumente, sondern nur gute Gründe sich auch gegen das jeweils andere Problem zu stemmen.
Das man mit der derzeitigen Bevölkerung bei keinem von beiden mehr als 10% des nötigen erreichen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Da kann man sich hinterher mit abfinden, aber eins von beiden Problemen komplett unangetatstet stehen zu lassen, würde der Sachlage erst recht nicht gerecht werden.
Wieso fühlst du dich gleich angegriffen? Ich habe den Islam nicht angefeindet noch kritisiert.
Noch habe ich behauptet das alle Muslime radikal sind.
Neee, hast du nicht. Du hast nur beinahe stündlich betont , dass sich Radikale auf den Islam berufen...
Es geht um radikale Täter welche sich auf den Islam berufen.
q.e.d.
... und dann hast du diese Formulierung auch noch intensiv für einen Täter verwendet, der bis heute keinen einzigen Muks zu seiner Motivation von sich geben konnte, dem du aber einfach mal pauschal unterstellst, er würde sich auf den Islam berufen.
Währenddessen kommt von dir kein einziges Fünkchen an Kritik an Tätern, die aus irgendeinem anderen Grund was machen. Nur "Islam", "Islam", "Islam" scheint für dich eine Rolle zu spielen.
Klassische "Ich bin ja kein Nazi, aber"-Rhetorik
(Wenn ich mich richtig erinnere auch nicht zum ersten Mal. Abwarten, ob die Diskussion jetzt wieder abgebrochen und die eigenen Aussagen geleugnet werden, obwohln sie jeder nachlesen kann.)
Aber inzwischen sollte deutlich sein, was die Afd im Kern will. Dafür braucht man das Wahlprogramm nicht kennen
Wer eine Partei wählt, ohne einen Blick in deren Wahlprogramm geworfen zu haben, ist sowieso extrem. Extrem blöd nämlich und eine Gefahr für Demokratie sowieso. Da kann man getrost auch noch ein "rechts" reinschmeißen, wenn er eine sehr offensichtlich rechte Partei voller gerichtlich attestierter Rechtsextremer wählt.