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Das ist doch immer schon so gewesen. Wissen ist seit der Existenz öffentlicher Bibliotheken weitestgehend für jeden jederzeit kostenlos erhältlich gewesen. Man musste nur hingehen und man musste früher wissen, wie ein Schlagwortkatalog funktioniert. Eigentlich ganz einfach. Und genau, wie früher die Wenigsten relevantes Wissen konsumierten und stattdessen Stunden in Klatsch- und Tratsch Zeitungen verbrachten ist es heute immer noch eine Minderheit, die sich "relevant" informmiert. Gefühlt wird der Anteil aber stetig größer, weil der Zugang erheblich einfacher ist..... Aber genau das ist der Punkt: Um auf Youtube (und in den meisten anderen auf Beriselung und minimal-Komplexität ausgelegten Medien mit User-generated content) dass Bisschen Weizen aus der Spreu zu lesen, muss man sich mit dem Thema bereits auskennen.
Und auf der anderen Seite wird die Gefahr durch manipulierende Medien immer größer. Während es früher einfach nur Stumpfsinn war, ist es heute teilweise gefährlich, sich gedenkenlos den Inhalten hinzugeben.
Das Thema ist wichtig, aber da kann die Regierung nur wenig dran ändern. Bildungspolitik ist langfrisitg sicherlich eine kleine Option, aber die meisten Menschen interessieren sich nicht für "Wissenschaft" im weiteren Sinne. Das muss man einfach akzeptieren.
Endlich sieht das mal jemand wie ich. Ich z.B. definiere mich als erzkonservativ. Wird jetzt einige überraschen. Aber was will ich denn? Ich fand die Zeit der Achtziger und Neunziger sensationell. Frei, offen, sozial, bunt, in Summe lebenswert in ganz vielen Aspekten. Und diese politischen Zustände will ich konservieren. Also nicht die aktuellen Neoliberalen, dann wäre ich nur konservativ, nein, dreizig bis vierzig Jahre alten Kram, wie z.B. unsere selige Soziale Marktwirtschaft, also bin ich "erzkonservativ".Konservativ will, das sagt ja schon das Wort, den aktuellen Stand konservieren.
Diese Diskussion hatte ich mal etwas ausgiebiger mit dem alten Bundesgerichtshof Präsidenten Fischer, der im Spiegel eine Kolumne hat und dort leidenschaftlich mitdiskutiert. Mit dem schrieb ich über Monate zu seinen Themen, der kannte meine politische Meinung dann sehr gut. "Erzkonservativ" als Selbstverortung hat ihm dann ein sichtbares Schmunzel hervorgebracht. Er war nicht davon zu überzeugen. Für ihn ist das etwas anderes, viel weiter zurückliegendes. Aber er ist ja auch bedeutend älter ....
Gott bewahre uns davor, dass hier jemals wieder der Muff der Fünfziger herrscht, wie es die AfD mit ihrem "klassischen Familienmodell" will, Fürchterlicher Gedanke
Die jetztige Regierung ist mir da viel zu neoliberal. Den sozialen Anteil sehe ich immer weniger, schaue ich z.B. auf Kranken- und Rentenversicherungen. Das sind die nächsten Systeme, die mittelfristig gestrichen werden.
