Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich finde sowohl die AfD- als auch die NS-Zeit-Diskussion der letzten Seiten dieses Threads sehr bedenklich. Die Diskussion hat mich direkt wieder an dieses Video vom Parabelritter erinnern:

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Eure Diskussion zeigt nur, dass der Plan der AfD der Spaltung der Gesellschaft super aufgeht. AfD-Wähler pauschal als Rechtsextreme zu bezeichnen, wird die Situation nicht verbessern. Im Gegenteil: Es sorgt im Zweifel nur für (weitere) Radikalisierung. Der überwältigende Großteil der AfD-Wählerschaft ist nicht rechtsextrem. Die AfD nutzt lediglich Abstiegsängste und den Umstand, dass die etablierten Parteien diverse Bevölkerungsschichten schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mitnimmt - und das geht über alle etablierten Parteien. Selbst die Grünen müssen sich Vorwürfe gefallen lassen, da sie unter Schröder an der Etablierung unseres Niedriglohnsektors und der "Flexibilisierung" unserer Gesellschaft mitgewirkt haben. Politik wird in unserem Land hauptsächlich für die Ober- und obere Mittelschicht gemacht. Das muss sich ändern, um die Leute, die die AfD aus Protest wählen, gesellschaftlich wieder mitnehmen zu können. Die inflationäre Verwendung des N-Worts und weitere Verunglimpfungen werden die gesellschaftliche Spaltung nur noch weiter vorantreiben.

Die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung zur NS-Zeit grundsätzlich mit dem N-Wort zu verunglimpfen, halte ich ebenfalls für sehr bedenklich. In unseren friedensverwöhnten Zeiten lässt sich gern sagen, wie integer man doch zur NS-Zeit gewesen wäre. Ich gehe jedoch ganz stark davon aus, dass das ganz anders aussieht, wenn man zu der Zeit selbst mit der Perspektive des eigenen qualvollen Ablebens konfrontiert ist. Das gilt umso mehr, als es im Zweifel nicht nur um das eigene Ableben geht, sondern auch das der eigenen Familienmitglieder. Hier wird zwar von einigen Beitragenden gern mehr Empathie gefordert, dann aber selbst nicht gezeigt.
Mag ja sein, das ein Teil der Wähler Protest wählt, aber jeder Wähler muss doch erkennen, was die AdF mit der ihr demokratisch übertragenen Macht machen würde - nämlich die Demokratie aushöhlen und durch ein zumindest autokratisches System zu ersetzten. Die Motivation der Wähler ist da nachrangig, die dürfte selbst der AfD im Zweifelsfalls gleich sein. Diese Partei würde Fakten schaffen und alles daran setzten, dass man sie nicht mehr auf demokratischen, friedlichen Weg von der Macht entfernen kann. Dieser Einsatz ist sehr hoch, will man dieses Risiko wirklich eingehen? Zudem kann ich z.Z. bei keiner Partei ernsthafte Ansätze, die dieser Partei politisch das Wasser abgraben könnten, erkennen. Auch die Jahre davor gelang es nicht, die Rechtspopulisten "politisch zu stellen", nicht in Deutschland, nicht in Europa, nicht in den USA. Und wenn jetzt schon in der konservativen Presse die ersten Stimmen laut werden, mal solle die AfD doch durch Regierungsbeteiligung "entzaubern", wird die Erosion noch deutlicher.
 
Ich würde eher sagen, die Wagenknecht-Partei wird ein kleines Strohfeuer und mehr nicht. Nur, vermutlich wird sie zufällig genau zur nächsten Bundestagswahl an den Start gehen, der Linken und der AfD ein paar Stimmen klauen, selbst nicht in den Bundestag kommen (vielleicht auch noch die Linke davon abhalten) und so an sich nur einen kleinen Push für die Altparteien liefern, um noch während der kommenden Legislatur in der Bedeutungslosigkeit der Kleinparteien zu verschwinden. Wäre so meine Prognose, einfach aus dem Bauchgefühl heraus.
 
Ich würde eher sagen, die Wagenknecht-Partei wird ein kleines Strohfeuer und mehr nicht. Nur, vermutlich wird sie zufällig genau zur nächsten Bundestagswahl an den Start gehen, der Linken und der AfD ein paar Stimmen klauen, selbst nicht in den Bundestag kommen (vielleicht auch noch die Linke davon abhalten) und so an sich nur einen kleinen Push für die Altparteien liefern, um noch während der kommenden Legislatur in der Bedeutungslosigkeit der Kleinparteien zu verschwinden. Wäre so meine Prognose, einfach aus dem Bauchgefühl heraus.
Laut aktuellen Umfragen würde sie 14% bekommen:


Ich würde die nicht unterschätzen.
 
Wer aber heute Afd wählt, weiß, dass er rechtsextreme wählt und das muss man kritisieren.
Wer unbedingt Protest wählen will, kann einer der anderen 50 Parteien wählen.
Mache ich auch.
Mag sein. Mag nicht sein. Dennoch wird dieses mit dem Finger auf die bösen AfD-Wähler zeigen nur zu Trotz und "Jetzt erst recht"-Reaktionen führen. Außerdem ist nicht jeder in der AfD - zumindest jedoch nicht erwiesen - rechtsextrem. Auch aus dem Grund wird sich ja schwer mit einem Verbotsverfahren getan.

Im Übrigen sorgt "irgendeine Kleinstpartei" wählen nicht dafür, dass man den etablierten Parteien den Stinkefinger zeigt, denn die Stimmen sind allesamt wertlos, weil die Kleinstparteien die 5% Hürde nicht schaffen.
Zumindest in den Bundesländern, welche nachweislich rechtsextreme AfD Politiker im Landtag haben, sollten die Wähler wissen wen oder was sie wählen. Solche Kandidaten wie Björn Höcke machen ja regelmäßig mit ihren Parolen und Hetzen auf sich aufmerksam.

Den Begriff "Nazi" finde ich auch übertrieben bzw unpassend.. Aber "rechtsradikal" passt da eigentlich ganz gut.
Siehe meinen ersten Absatz. Nicht jedes AfD-Mitglied ist (erwiesen) rechtsradikal. Ich mag die AfD auch nicht. Dennoch darf man die Situation nicht so stark vereinfacht schwarz/weiß betrachten.
Mag ja sein, das ein Teil der Wähler Protest wählt, aber jeder Wähler muss doch erkennen, was die AdF mit der ihr demokratisch übertragenen Macht machen würde - nämlich die Demokratie aushöhlen [...]
Das Problem ist doch, dass die etablierten Parteien das ebenfalls machen und die Bevölkerung, die u.a. jetzt AfD wählt, das sieht. Unsere Gesellschaft wandelt sich immer mehr in eine Plutokratie um. Die ärmeren Bevölkerungsschichten haben keine Lobby in der Politik und werden zudem immer größer, wodurch auch die potentielle AfD-Wählerschaft größer wird. Die Leute sehen schon, dass seit Jahrzehnten Umverteilung von unten nach oben im großen Stil stattfindet. Jetzt wird ihnen u.a. wegen Klimaschutz auch noch gesagt, dass sie noch größeren Verzicht üben sollen, während die Reichen immer reicher werden. Unsere Gesellschaft hat schon starke Demokratiedefizite.
Zudem kann ich z.Z. bei keiner Partei ernsthafte Ansätze, die dieser Partei politisch das Wasser abgraben könnten, erkennen. Auch die Jahre davor gelang es nicht, die Rechtspopulisten "politisch zu stellen", nicht in Deutschland, nicht in Europa, nicht in den USA. Und wenn jetzt schon in der konservativen Presse die ersten Stimmen laut werden, mal solle die AfD doch durch Regierungsbeteiligung "entzaubern", wird die Erosion noch deutlicher.
Du gräbst der Partei auch nicht dadurch Wasser ab, indem du mit ihnen kuschelst. Du machst das, indem du dich der Belange derer annimmst, die sie wählen und das sind bei der AfD eben hauptsächlich Leute, deren Abstiegsängste von der AfD ausgenutzt werden und die durch die Politik der letzten Jahrzehnte zu den Verlierern unserer Gesellschaft geworden sind.
Ich bin mal gespannt, wenn die Wagenknecht-Partei an den Start geht, wieviele Wähler die AfD dann verliert.
Ich gehe stark davon aus, dass die AfD durchaus einige Wähler an die Wagenknecht verlieren wird. Im Großen und Ganzen glaube ich allerdings, dass wir dann zwei populitische Parteien haben, die es potentiell gleichzeitig über die 5% schaffen könnten - eine am rechten und eine am linken Rand des Parteispektrums. Im Zweifel sorgt das dann eher dafür, dass Stimmen von SPD, Linke und ggf. Grüne zur Wagenknecht-Partei abwanden und so die etablierten Parteien von den Gesamtverhältnissen gesehen noch weiter geschwächt werden.
 
Ich bin mal gespannt, wenn die Wagenknecht-Partei an den Start geht, wieviele Wähler die AfD dann verliert.
Wagenknecht ist nur heiße Luft. In 5 Jahren sind die wieder weg.
Mag sein. Mag nicht sein. Dennoch wird dieses mit dem Finger auf die bösen AfD-Wähler zeigen nur zu Trotz und "Jetzt erst recht"-Reaktionen führen. Außerdem ist nicht jeder in der AfD - zumindest jedoch nicht erwiesen - rechtsextrem. Auch aus dem Grund wird sich ja schwer mit einem Verbotsverfahren getan.
Es muss ja nicht jeder rechtsextrem sein, aber zwei Landesverbände sind es schon und Weidels Reaktion zeigt ja, dass sie eher die Recherchen kritisiert als das Ergebnis.
Im Übrigen sorgt "irgendeine Kleinstpartei" wählen nicht dafür, dass man den etablierten Parteien den Stinkefinger zeigt, denn die Stimmen sind allesamt wertlos, weil die Kleinstparteien die 5% Hürde nicht schaffen.
Nö, sind nicht.
Wenn der Balken der sonstigen höher ist als jeder andere Balken bei einer Wahl, ist schon eine Menge erreicht.
Ich wähle die Piraten und es stört mich nicht, dass sie in kein Parlament kommen aber das ist meine Art zu zeigen, dass ich mit der Politik der Parlamentsparteien nicht zufrieden bin.
Wieso sollte ich dafür die Spinner der Afd wählen?
 
Ich wähle die Piraten und es stört mich nicht, dass sie in kein Parlament kommen aber das ist meine Art zu zeigen, dass ich mit der Politik der Parlamentsparteien nicht zufrieden bin.
Genau dadrum wähle ich seit Jahren Die Partei.

Wieso sollte ich dafür die Spinner der Afd wählen?
Weiß ich auch nicht, dafür gibt es es keine rationale, wie moralische, Entschuldigung.
Wer eine maximal rechte Ausrichtung will, ohne gleichzeitig eine maximal linker Ausrichtung aufzugeben, kommt als Protestwähler an Die Partei gar nicht vorbei und ist dort gut aufgehoben, da die u.a. Deutsche Atomwaffen fordert, die Abschiebung von "von der Leyen" aus Brüsel und Weidel zurück in die Schweiz und Cupalla nach Polen, sowie fordert die Mauer wieder aufzubauen.

Sind im Grunde alles sehr vernünftige rechte Positionen. ^^
 
Du gräbst der Partei auch nicht dadurch Wasser ab, indem du mit ihnen kuschelst. Du machst das, indem du dich der Belange derer annimmst, die sie wählen und das sind bei der AfD eben hauptsächlich Leute, deren Abstiegsängste von der AfD ausgenutzt werden und die durch die Politik der letzten Jahrzehnte zu den Verlierern unserer Gesellschaft geworden sind.
Dann schau dir doch mal die Umfrageergebnisse der Linke an ;) .
Das Parteiprogramm der AfD ist nach wie vor hart Neoliberal, also genau gegen die gerichtet die die Partei laut dir anzieht. Wie will man sich einem solchen Widerspruch annehmen?
 
... Wie will man sich einem solchen Widerspruch annehmen?
Richtig, ich sage es ja schon immer. "Das Problem" ist nicht eine AfD, die unerträgliche Grütze verbreitet, dass Problem sind jene, die dieser Partei ihre Stimme geben. Und wenn die AfD verboten wäre, werden diese Wähler danach nicht von heute auf morgen vernünftig, belesen und abwägend. Es werden die nächsten Kommen. Maaßen steht ja schon in den Startlöchern.

Meine Meinung nacvh müsste die Regierung ihre Gesetze und Beschlüsse viel intensiver öffentlich erläutern, Ziele definieren und soweiter.
 
Wer eine maximal rechte Ausrichtung will, ohne gleichzeitig eine maximal linker Ausrichtung aufzugeben, kommt als Protestwähler an Die Partei gar nicht vorbei und ist dort gut aufgehoben, da die u.a. Deutsche Atomwaffen fordert, die Abschiebung von "von der Leyen" aus Brüsel und Weidel zurück in die Schweiz und Cupalla nach Polen, sowie fordert die Mauer wieder aufzubauen.

Sind im Grunde alles sehr vernünftige rechte Positionen. ^^
Deutsche Atomwaffen werden auch irgendwann kommen. ;)
Also, mir reicht ein Zaun. :D
 
Dann schau dir doch mal die Umfrageergebnisse der Linke an ;) .
Das Parteiprogramm der AfD ist nach wie vor hart Neoliberal, also genau gegen die gerichtet die die Partei laut dir anzieht. Wie will man sich einem solchen Widerspruch annehmen?
Das Problem ist, dass wir keine ernstzunehmende Partei im linken Parteispektrum (die SPD ist schon lange keine "linke" Arbeiterpartei mehr) haben. Die Linke war lange Zeit für die breite Masse nur eine Partei der Irren und Russlandfetischisten, selbst wenn es darin auch gute Realpolitiker gab. Ich hoffe wirklich, dass die Spaltung der Partei der Partei letztendlich guttut und die ganzen Irren zur Wagenknecht gehen. Dann hätten wir ggf. ein ernstzunehmendes Korrektiv im linken Parteispektrum.
 
Dann schau dir doch mal die Umfrageergebnisse der Linke an ;)
Ich finde das überhaupt nicht zum Lachen, sie werden aus dem Bundestag fliegen.
Man sieht wieder deutlich die Religionsgrenze.
 
Nein eben nicht. Keiner will ein Nazi sein. Das Problem was ich sehe und was ich auch schon erlebt habe war als ich mit jemanden über die Energiewende diskutierte wurde ich von meinem Gegenüber auch als Nazis beschimpft und da liegt der Knackpunkt.

Der Begriff "Nazi" wird sicherlich inflationär gebraucht. Aber das heißt noch lange nicht, dass jede einzelne Anwendung von "Nazi" ungerechtfertig ist. Eine Partei, die nationalistisch-sozialistische Slogans schwinkt, ein nationalistisches Wahlprogramm hat (wenn auch kein soziales gescheige denn sozialistisches - aber die Original-Nazis waren auch in erstaunlich vielen Bereichen marktliberal), rassistsische Polemiken hochhält und voll von Mitgliedern in den hochrangigsten Positionen ist, die sich geschichtsrevisionistisch zugunsten von Nazis betätigen, die Taten von Rechtsextremen gut heißen, die die freiheitliche demokratische Grundordnung stürzen wollen, demokratischen Politikern mit Gewalt drohen, eine rassistisch-menschenvernichtende Politik vorbereiten, ethnisch-rassistische Verschwörungstheorien verbreiten etc. etc. etc., so eine Partei kann mit Fug und Recht als rechtextrem und mit Nazis assoziiert bezeichnen. (As seen on Verfassungsschutzbericht) Man nimmt nun einmal Nazis auf, man trifft sich mit Nazis, man demonstriert mit Nazis, man übernimmt Naziforderungen und man unterstützt Nazis. Also alles, was ein begeistertes NSDAP-Mitglied auch gemacht hat. Wer sollte denn überhaupt noch Nazi sein, wenn nicht dieses Gesocks?


Ganz natürlich stellt der Mensch sich selbst an erste Stelle. Das ist ein Urinstinkt, 'ich selbst bin wichtiger als die anderen'.

Jein. Es ist ein primitiv-materialistisches Grundprinzip des Lebens. Aber eben gerade die Hominiden praktizieren stattdessen "meine Gruppe ist wichtiger als andere" umsetzen und die Stärke des Menschen im speziellen ist es, dass er besonders große Gruppen bildet. Nicht umsonst reden wir hier statt über den "Stammeshäuptling" über eine "Bundesregierung" und die auch nur die zweithöchste Organisationsebene nach der EU.

Von diesem hunderte-Millionen-Menschen-System auf "ich über alles" (oder auch "Leute mit meiner Hautfarbe, meiner Vergangenheit, meiner Sprache und meinen politischen Ansichten über alles") zurückzufallen, ist einfach nur primitiv, rückschrittlich und nicht konkurrenzfähig. Und dann gehen Leute, die eben genau wegen sowas unterliegen, auf die Straße und beschweren sich, dass sie nicht als Übermenschen auf einen Thron gesetzt werden.
:wall:

Aber gut. Wenn es sinnvoller wäre, an einem Strang zu ziehen, warum betrachtest du die politische Rechte dann als Feind, redest ihre Argumente und Positionen schlecht und redest von oben herab über ihre Wähler?

Weil sie entweder blöd sind oder Lügner? Das habe ich eigentlich lang und breit dargestellt und es hat nichts mit "rechts" oder "links" im allgemeinen zu tun. Z.B. Wähler des Dritten Wegs stehen nicht so da, nur AFD-Fans:
- Behaupten von sich, keine Nazis zu sein. Wählen aber eine Partei, die mit Nazi-Parolen, Nazi-Forderungen und Nazi-Kooperationen nur so um sich schmeißt.
- Sehen sich selbst als kleinen Mann, der untergebuttert wird. Wählen aber eine Partei, deren Wahlprogramm abseits der Naziforderungen praktisch nur aus Oberschichtbegünstigen steht.
- Klagen an, dass Politiker sie ständig belügen würden- Wählen aber eine Partei, die sogar naturwissenschaftliche Fakten durch selbst erfundene Märchen ersetzen will.
Diese Widersrüche kann man zugespitzt gesagt nur auf zwei Arten erklären:
a) AFD-Wähler sind zu blöd, die eigenen Wünsche und Ziele mit der Wirklichkeit abzugleichen.
b) AFD-Wähler sind Lügner, die in Wahrheit auf Nazi-Elitentum abfahren und das restliche Gelaber ist nur vorgeschoben.
(Option c: a und b treffen zu.)

Um aber auf die Frage einzugehen, die du vermutlich eigentlich stellen würdest:
Auch rechtes Gedankengut als solches (NPD, 3. Weg, etc.) ist unter vorangehenden Punkten objektiv abzulehnen, denn die einzige Gemeinsamkeit wirklich aller rechten Strömungen ist das Konzept "wir" gegen "die". Also das genaue Gegenteil von "alle zusammen". (Letzteres wiederum ist die einzige Gemeinsamkeit von praktisch allen linken Störmungen mit Ausnahme der Anarchisten. Wobei ich genau deswegen nie verstanden habe, warum die als "links" gelten.)

Nur hatte man früher eher sein festes, beschränktes Umfeld. Informationen kamen von außen durch die Medien rein und gut war. Heute kann sich durch das Internet jeder mit unzähligen Menschen auf der Welt vernetzen und austauschen. Tja, und durch die Menge geht das eigene Individuum dann in Richtung Bedeutungslosigkeit. Kein Wunder, dass viele damit nicht zurechtkommen und psychische Probleme bekommen.

Du meinst also, die Leute ziehen sich immer mehr der Informationsflut rein, obwohl sie sich vom ersten Schritt an unwohl dabei fühlen und eigentlich kehrtmachen sollten? Klingt so merkwürdig, dass es schon fast wieder stimmen könne. Ich habe aber eher den Eindruck, dass viele Leute (zumindest die, über die wir hier gerade reden - natürlich steigt auch die Zahl der Depressiven) mitnichten ihre eigene Bedeutungslosigkeit erkennen, sondern vielmehr in extreme Selbstüberhöhung verfallen. Bauern, AFDler, Klimakleber, Forennutzer. Und das in vielen Fällen gerade deswegen, weil sie ihren Informationskonsum schon beim kleinsten Angriff auf ihre Selbstherrlichkeit noch enger fokussieren, bis irgendwann 99% der Welt ausgeblendet ist und nur ihre eigene Bubble übrig bleibt.

Früher war das nicht möglich - in der Tageszeitung steht eben nicht nur drin, was man schon immer gewusst hat / hat kommen sehen, nämlich dass Bauer Fritz im Nachbardorf drei Runkelrüben weniger geerntet hat und dass der lokale AFD-nichts-gelernt-haber das zweifelsfrei auf grüne Corona-Impfungen zurückführen kann, sondern da steht auch drin, dass Kiribati wegen Klimawandel schon verloren ist, Palau kaum noch Chancen hat und zunehmend die gesamte menschliche Zivilisation auf dem Spiel steht, weil man die paar Cents für Klimaschutz sparen wollte. Und so eine nicht-selbstkontrollierte Berieselung mit einer breiten Palette macht es dann doch etwas schwerer, die eigene Rübengröße zum wichtigsten Problem der Nation zu erklären und alle Politiker zu lynchen, die nicht sämtliche Milliarden in dessen Lösung lenken.


Die wirklichen Baustellen der Agrarwirtschaft sind weniger die Subventionen, sondern der aus dem Ruder gelaufen Markt mit Quasi-Monopolen auf Seiten der Abnehmer. Ist halt blöd, wenn der eigene Lobbyist vom Bauernverband mit der Lebensmittelindustrie in die Kiste steigt und dann deren Interessen und die der großen Agra Industriebetriebe bedient.

Ist doch noch viel blöder, wenn man trotzdem in diesem Bauernverband bleibt, auf dessen Demos mitrennt und für den die Infrastruktur lahmlegt, oder?

Zumal das ja keine neue Entwicklung ist. Der Grund, warum die Bauern keine guten Abnahmepreise für festgelegte Mengen mehr haben, liegt darin, dass sie massiv mit besagten Bauernverband dafür gekämpft haben, dass es keine festgelegten Preise und Mengen mehr gibt. Duh. Da war UND IST die Gier größer als das Verständnis; obwohl ein freier Markt überwiegend Verlierer produziert sieht sich jeder als derjenige, der gewinnen wird und wenn die Realität dem nicht entspricht, sind "die Grünen" schuld.

Dabei wären genau die der Schlüssel zur Lösung: Bessere Preise für Agrarerzeugnisse? Es gibt genau einen Weg: Weniger davon herstellen. Idealerweise noch in höherer Qualität. Und nie war es einfach, das durchzusetzen, als mit Grünen in Landwirtschafts-, Wirtschafts- und Umweltministerium. Weniger Pestizide? Mehr Brachflächen? Lockerer Stallbesatz? Das würden die lieber gestern als morgen vorschreiben und die direkte Folge wären weniger Ausgaben bei den Bauern sowie relative Knappheit, welche die Preise spürbar ansteigen lassen würde. Aber genau dagegen wehren sich die Bauern und fordern das genaue Gegenteil:
Unbegrenzte, durchökonomisierte Massenlandwirtschaft in der nur die größten Agrarkonzerne überleben und um so größere Profite scheffeln können.

Die wirkliche Baustelle der Landwirtschaft sind die Bauern. Und aktuell baut man auf dieser Baustelle ab. (Womit ich wenig Mitleid habe, sollen die sich doch selbst eine Grube graben. Ich mag zwar keine Großkonzerne, aber schlimmer als selbstüberhöhte Gesellschaftsausbeuter sind sie auch nicht. Nur wenn aktiv der Rest der Gesellschaft durch Infrastrukturblockaden geschädigt wird, dann hört der Spaß an fremder Selbstzerstörung halt auf.)
 
Siehe meinen ersten Absatz. Nicht jedes AfD-Mitglied ist (erwiesen) rechtsradikal. Ich mag die AfD auch nicht. Dennoch darf man die Situation nicht so stark vereinfacht schwarz/weiß betrachten.
Nicht jedes das stimmt. Aber ein Großteil gerade im Osten.


Wagenknecht ist nur heiße Luft. In 5 Jahren sind die wieder weg.
Damit wäre ich mir nicht so sicher.

Richtig, ich sage es ja schon immer. "Das Problem" ist nicht eine AfD, die unerträgliche Grütze verbreitet, dass Problem sind jene, die dieser Partei ihre Stimme geben. Und wenn die AfD verboten wäre, werden diese Wähler danach nicht von heute auf morgen vernünftig, belesen und abwägend. Es werden die nächsten Kommen. Maaßen steht ja schon in den Startlöchern.
Naja, aber wenn die Partei offensichtlich die Demokratie abschaffen will und immer wieder gegen die Verfassung verstößt, kann man nicht die ganze Zeit nur zusehen.
Meine Meinung nacvh müsste die Regierung ihre Gesetze und Beschlüsse viel intensiver öffentlich erläutern, Ziele definieren und soweiter.
Davon rede ich schon seit Wochen. Die haben ein erhebliches Kommunikationsproblem.

Außerdem:


Mir scheint es das einige Politiker den Bezug zur Realität verloren haben.
 
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Damit wäre ich mir nicht so sicher.
Wagenknecht bietet ja nichts, was du nicht auch woanders bekommst.
Mir scheint es das einige Politiker den Bezug zur Realität verloren haben.
Ich kenne die Durchschnittsrente auch nicht.
Bei Lang ist das aber häufiger, dass sie nicht gut vorbereitet ist. Das gilt ebenso für Habeck, der gerne mal stammelt, wenn er nichts weiß.
 
Wagenknecht bietet ja nichts, was du nicht auch woanders bekommst.
Das stimmt wahrscheinlich. Aber mit Populismus kann man gut Stimmen fangen.
Sieht man ja bei der AfD.

Ich kenne die Durchschnittsrente auch nicht.
Bei Lang ist das aber häufiger, dass sie nicht gut vorbereitet ist. Das gilt ebenso für Habeck, der gerne mal stammelt, wenn er nichts weiß.
Als Spitzenpolitiker sollte man mit solchen Fragen rechnen.
 
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