Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Und genau das könnte man ja mal kritisch hinterfragen. Zumal ja anscheinend auch dieses Ziel seit Jahrzehnten zunehmend verfehlt wird. Zumindest jammern interessierte Klientel ständig darüber.
Das mag jetzt nicht repräsentativ sein, aber eher doch, es ist es, weil mir das Phenomen schon mehrmals durch Zufall und gute Bekanntschaften über den Weg gelaufen ist.
Ich habe schon einige Klausuren oder Schularbeiten von Schülern 8 - 11 Klassse (von Heute) gesehen, durch meine Bekannten (Lehrer) und auch einmal durch puren Zufall im Zug von München nach Hannover, habe ich eine sehr nette ältere Lehrerin kennen gelernt und wir sind ins Gespräch gekommen und dann "durfte" ich mit Bleistift zusammen ihre Geschichtsklausuren einer 10. Klasse mitkorrigieren.
Tja was soll ich sagen, da werden auch noch Stichworte als richtig bewertet die völlig zusammenhanglos, also ohne einen Satz auf das Papier geschrieben wurde. Das wäre zu meiner Zeit völlig unmöglich gewesen. Darauf angesprochen haben mir alle unisono erklärt, dass das mittlerweile "Vorschrift" ist, denn auch ein richtiges Stichwort ist eine benotbare Leistung.
Ich habe nur noch mit dem Kopf geschüttelt!

Edit: Ach ja und du bekommst als Lehrer "Ärger" wenn zu viele Schüler in deinem Fach durchfallen, es gibt da so etwas wie "vorgeschriebene Quoten" und auch Geld für die % der Versetzungen vom Kultusministerium an die einzelnen Schulen. Also Dinge die sehr wenig helfen ein gewisses Niveau zu halten.
So ähnlich wie die neuste "Errungenschaft" das nun alle Kinder eine Ehrenurkunde bei Bundesjugendspielen bekommen, weil er hat ja mitgemacht!
Zu meiner Zeit war eine Ehrenurkunde ein absolutes (sportliches) Highlight wenn man sie sprichwörtlich mit einer guten Leistung erkämpft hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Macht die ganze bäuerliche Landwirtschaft doch einfach platt. Ineffizientes Klein-Klein.
Die Nachfolgebetriebe der ehemaligen LPGen zeigen, wie Landwirtschaft organisiert sein sollte.

Das gleiche Klientel jammert auch in einer Tour über die Höhe der Abgaben, dabei sind diese bei diesen, seit mindestens Schröder, systematisch gesunken.
Passend dazu auch: Die durchschnittliche kombinierte Belastung aus Körperschaftssteuer, Soli und Gewerbesteuer ist von 59,27% im Jahr 1991, auf mittlerweile 29,83% gesunken.

Und als Sahnehäubchen: https://www.zeit.de/2005/37/Steuern
Mitten in der Nacht klingelte das Telefon bei Jörg Asmussen. Der Anrufer aus New York, ein Angestellter der Investmentbank Goldman Sachs, wollte von dem Referenten des deutschen Finanzministers wissen, ob er die Mitteilungen aus Berlin richtig verstanden habe. Ob es stimme, dass deutsche Kapitalgesellschaften künftig keine Steuern mehr auf die Gewinne zahlen müssten, die sie beim Verkauf von Aktienpaketen oder ganzen Tochterunternehmen erzielen. Der Beamte bestätigte die Information.
[...]
Das war aber noch die harmloseste Fehleinschätzung bei der Unternehmensteuerreform, wie sich später herausstellte. Vor allem bei den Steuerausfällen hatten sich Finanzminister Hans Eichel und seine Beamten völlig verkalkuliert. Noch im Jahr 2000 kassierte der Staat 23,6 Milliarden Euro Körperschaftsteuer von den Kapitalgesellschaften. Im Jahr darauf, nach dem Inkrafttreten des Reformwerks, brachen diese Einnahmen vollkommen weg. Per saldo mussten die Finanzämter sogar fast eine halbe Milliarde Euro an die Firmen auszahlen – das hatte es noch nie gegeben. Bis heute bekommt der Staat weitaus weniger Gewinnsteuern als in früheren Jahren. Das Ministerium hatte unterschätzt, in welchem Ausmaß Unternehmen die neu eröffneten Chancen nutzen würden.
Fahrradfahrer-FDP und Verräterpartei zeigten sich von ihrer besten Seite. :hail:
 
Und die normalen durchschnittlichen Menschen?
In normaler, zwischenmenschlicher Beziehung/Unterhaltung/Zusammenleben ist Nähe mehr als wichtig. Die Ausnahme sind nur Situationen/Positionen, in denen die Nähe die nötige Entscheidungsfähigkeit beeinflusst.
Der Mensch wird nunmal von Natur aus den Menschen, die er gut kennt, eher Gutes wünschen und ebenso gerne auch anderen Menschen, wenn er sich das leisten kann. So bauen wir Gesellschaften auf.
Diese Sichtweise hat einen hohen Wert für ein Mitglied der Gesellschaft, kann jedoch in Führungspositionen, bei schwierigen Entscheidungen und dergleichen zu einer Belastung werden, die kontraproduktiv ist.
Gleichzeitig bewahrt sie jedoch das soziale Konstrukt der Menschlichkeit. Ohne dieses hat man Charaktere, wie man sie in den dunkelsten Epochen der Geschichte hatte. Umgekehrt jedoch wird jeder Mensch entweder seine Menschlichkeit oder sein Leben aufgeben, wenn er in eine Situation kommt, in der er keine Wahl hat.
Und genau das könnte man ja mal kritisch hinterfragen.
Und wofür soll Bildung sonst gut sein? Warum sollte man irgendwen bilden, wenn nicht, um daraus einen Nutzen zu schlagen? So funktioniert die Welt nunmal. Effizienz und überlegene Systeme setzen sich unweigerlich durch. Das ist Evolution im sozialen Sinne.
Zumal ja anscheinend auch dieses Ziel seit Jahrzehnten zunehmend verfehlt wird.
Nun, das eine ist eine Grundlagenfrage, das andere eine methodische.
 
Es ist höchstens kontraproduktiv für Ausländer ohne Deutschkenntnisse, denn meines Wissens nach wird bundesweit noch auf deutsch in allen Schulen unterrichtet, oder seid ihr in Berlin schon auf arabisch geswitcht^^
Nicht offiziell, aber ein ein paar Schulen, die Lehrer mit arabischen Migrationshintergrund haben und hohen Migrationsanteil aus arabischen Ländern, ist es inzwischen inoffziell so das die einen nicht unerheblichen Teil ihres Unterrichts oft auch in arabisch abhalten (manchmal sogar im Deutschunterricht).
Halte ich persönlich für eine ebenso verfehlte Herrangehensweise, weil es das Problem nicht löst, aber so ist das halt.

Wieso jetzt für Deutsche die Migration ein Nachteil im Lernen ihrer eigenen Muttersprache ist, musst du mir mal bitte erklären.
Nun du kannst mal in einer Klasse mit 70% bis 90% Migrationsanteil versuchen deine Muttersprache lernen zu wollen. Ist selbst für Deutsch-Muttersprachler schwer und das nicht erst seit 2015, sondern in Berlin auch schon teilweise bis zurück in mindestens die 1990er Jahre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wofür soll Bildung sonst gut sein? Warum sollte man irgendwen bilden, wenn nicht, um daraus einen Nutzen zu schlagen? So funktioniert die Welt nunmal. Effizienz und überlegene Systeme setzen sich unweigerlich durch. Das ist Evolution im sozialen Sinne.

Ich bin mir der Funktionsweise unseres Wirtschaftssystems und des gesellschaftlich-politischen Überbaus durchaus bewusst. Und nach vielen Jahren des Versuchens, mit übermäßig viel Engagement bei (Surprise!) zero outcome, daran etwas zu ändern, ist die letzte Freude meines Lebens, pseudo-subversive Suggestivfragen und Randbemerkungen in Nerd-Foren zu droppen. Lass mir doch wenigstens das :ugly:
 
Ich brauche es nicht versuchen, denn ich war exakt in so einer Klasse. Wir hatten fünf Deutsche.
Und meine Eltern haben zu Hause kein Deutsch gesprochen.
Hat trotzdem mit dem Abi und Deutsch LK geklappt.

Wie kann das sein?
Persönliche Motivation / Wille, ausreichend förderwillige Lehrkraft, damals noch höherer Druck zur Deutschpflicht im Unterricht? Also kurz um, keine Ahnung, weil weder kenne ich die genauen Bedingungen die damals bei dir an der Schule herrschten, noch deine persönlichen genauen Umstände, oder sonst etwas in der Art, also kann ich nur mutmaßen und raten.

Ich kann dir jedenfalls nur sagen wie es in Berlin ist / ausschaut, seit ich das hier persönlich erlebe und das nicht nur aus Erfahrungen als Privatperson, sondern teilweise auch aus direkter Wahrnehmung in politischer Tätigkeit.
 
Ich bin mir der Funktionsweise unseres Wirtschaftssystems und des gesellschaftlich-politischen Überbaus durchaus bewusst. Und nach vielen Jahren des Versuchens, mit übermäßig viel Engagement bei (Surprise!) zero outcome, daran etwas zu ändern, ist die letzte Freude meines Lebens, pseudo-subversive Suggestivfragen und Randbemerkungen in Nerd-Foren zu droppen. Lass mir doch wenigstens das :ugly:
Was will man als einer von 85 Millionen in dem Land schon allein (!!!) erreichen? Oder als einer von 8 Milliarden auf der Welt?
Eins der großen Probleme des Informationszeitalters ist, dass man dem Menschen so deutlich bewusst macht, was für ein kleines Licht er eigentlich ist. Wundert es da, dass so viele daran verzweifeln? Dass so viele versuchen, durch irgendwas doch noch besonders zu sein, dem eigenen Leben einen anderen Sinn zu geben, als ein Stein in der Wand zu sein? Erst recht, wenn manche es ja so weit schaffen, dass sie viel bewirken können.
Meine persönliche Meinung ist, dass das der Grund für den rasanten Anstieg an psychischen Krankheiten ist. Das und der Wohlstand, der es erlaubt, alle psychischen Probleme auszuleben, anstatt durch Instinkte unter Kontrolle zu halten, weil man funktionieren muss.
 
Ich kann dir nur sagen wie es in Berlin ist, seit ich das hier erlebe und das nicht nur aus Erfahrungen als Privatperson, sondern teilweise auch aus direkter Wahrnehmung in politischer Tätigkeit
Frage mich echt, was da bei euch los ist in Berlin?

Ich bin Schulsozialarbeiter in verschiedenen (Brennpunkt-)Schulen mit überdurchschnittlich hohem Anteil an Migrationskids und die meisten sprechen Deutsch und es wird auch nur auf deutsch unterrichtet.
 
Und wofür soll Bildung sonst gut sein? Warum sollte man irgendwen bilden, wenn nicht, um daraus einen Nutzen zu schlagen? So funktioniert die Welt nunmal. Effizienz und überlegene Systeme setzen sich unweigerlich durch. Das ist Evolution im sozialen Sinne.
Oder das Leistungsprinzip. Leistung, Leistung und nochmals Leistung.
Die Qualifikationsanforderungen, sind in fast allen Bereichen, die letzten 30-40 Jahre, rasant gestiegen.
In manchen Bereichen ist man teilweise auch wieder zurück gerudert.
Eine Zeit lang haben sie für den einfachen Polizeidienst Abitur verlangt.
Jetzt ist man wieder beim Realschubabschluss.
 
Meine persönliche Meinung ist, dass das der Grund für den rasanten Anstieg an psychischen Krankheiten ist. Das und der Wohlstand, der es erlaubt, alle psychischen Probleme auszuleben, anstatt durch Instinkte unter Kontrolle zu halten, weil man funktionieren muss.
Nicht wirklich. Es gibt ein sehr gutes Video von SRF auf Youtube, welches sich mit dieser Frage genauer beschäftigt:

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Sehr empfehlenswert! Ich kann aber eins verraten, es hat viel mit den Nachrichten und Social Media zu tun (surprise...)
 
Oder das Leistungsprinzip. Leistung, Leistung und nochmals Leistung.
Die Qualifikationsanforderungen, sind in fast allen Bereichen, die letzten 30-40 Jahre, rasant gestiegen.
In manchen Bereichen ist man teilweise auch wieder zurück gerudert.
Eine Zeit lang haben sie für den einfachen Polizeidienst Abitur verlangt.
Jetzt ist man wieder beim Realschubabschluss.
Vorsicht!
Das täuscht manchmal ganz gewaltig, aber ich kann dir aus unzählligen Gesprächen und auch selber mal als kurzzeitiger Personaler erzählen, dass es da massive Unterschiede im Laufe der Jahre gab.
Es gab Bewerbungen von Realschülern da habe ich mir einfach mal den Spass gemacht die kopierte Bewerbung zu "korrigieren", ich bin mal auf 20 Fehler gekommen. Das ist eigenes erleben gewesen.
Ein Bekannter von einer Bank hatte mir mitte der 2000er erzählt, das bei ihnen die wenigsten Realschüler noch ihre Assesment Matheaufgaben auch nur Ansatzweise lösen konnten.
Und bei der Polizei gab es schon immer ein Prüfungs und Auswahlverfahren, auch schon zu meiner Zeit, die werden das nicht ohne Grund getan haben.

Edit:
In meiner kurzen Zeit hatte ich auch von etwa 500 Bewerbungen mind. 10 Max Musterman oder Mustermanstr. und das ist kein Witz!
 
Die Qualifikationsanforderungen, sind in fast allen Bereichen, die letzten 30-40 Jahre, rasant gestiegen.
Die westdeutsche Wirtschaft hat nach der Wende mit Kusshand ostdeutsche Facharbeiter genommen und gleichzeitig teils massiv entweder die Ausbildung zurückgeschraubt oder die Zugangsvorraussetzungen so hoch angesetzt, dass es unattraktiv wurde. Und heute jammert eben genau diese Wirtschaft rum, dass es angeblich zu wenig Fachkräfte gibt, für deren Ausbildung sie ja die Jahrzehnte zuvor nicht gesorgt hat, und/oder die Jugend zu blöd sei.

Ost-West-Wanderung: Die Millionen, die gingen
 
Die westdeutsche Wirtschaft hat nach der Wende mit Kusshand ostdeutsche Facharbeiter genommen und gleichzeitig teils massiv entweder die Ausbildung zurückgeschraubt oder die Zugangsvorraussetzungen so hoch angesetzt, dass es unattraktiv wurde. Und heute jammert eben genau diese Wirtschaft rum, dass es angeblich zu wenig Fachkräfte gibt und/oder die Jugend zu blöd sei.
Was hat damals auch irgend jemanden interessiert was in 20 bis 30 Jahren ist, sobald diese ostdeutschen Fachkräfte auch mal ins Rentenalter kommen. Nach mir die Sinnflut, Hauptsache der Rubel rollt heute! ;)
 
@ Nightslaver und @Poulton

Es dürfte eine Mischung aus vielen Gründen sein, aber das Niveau der/einiger Schüler war eine Zeitlang echt "zweifelhaft" und ja die Wirtschaft hat in den 1990er Jahren sehr schön versagt, war ja ein Klasse Arbeitgebermarkt, den gibt es aber schon seit mind 8-10 Jahren nicht mehr!
 
...den gibt es aber schon seit mind 8-10 Jahren nicht mehr!
Richtig und seit 8 bis 10 Jahren heult man auch rum und verlangt von der Politik vor allen das man für mehr Zuwanderung und Anwerbung aus dem Ausland sorgt, um die Stellen zu besetzen, oder im besten Fall noch, versucht man Rentner wieder fürs Berufsleben zu reaktivieren.

Ein wirkliches Bemühen, um Ausbildung der Jugend, sieht man jedenfalls nach wie vor vielfach ehr nicht / weniger, aus der Wirtschaft.
 
Richtig und seit 8 bis 10 Jahren heult man auch rum und verlangt von der Politik vor allen das man für mehr Zuwanderung und Anwerbung aus dem Ausland sorgt, um die Stellen zu besetzen, oder im besten Fall noch, versucht man Rentner wieder fürs Berufsleben zu reaktivieren.

Ein wirkliches Bemühen, um Ausbildung der Jugend, sieht man jedenfalls nach wie vor vielfach ehr nicht / weniger, aus der Wirtschaft.
Habe ich zu weinig Überblick und auch keine Daten, aber es scheint etwas drann zu sein!
 
Frage mich echt, was da bei euch los ist in Berlin?
Extrem hoher Anteil an nicht eingegliederten Leuten mit Migrationshintergrund, (dank Kohl) permanent hochverschuldet mit den entsprechenden Folgen für sämtliche politische, wirtschaftliche und kulturelle Bereiche, (wie @Poulton schon schrieb) Abwanderung von Fachkräften nach der Wende (wenn vielleicht auch nicht so hoch wie im ländlichen Osten), Abwanderung von Kapital nach der Wende und die politische Kultur, dass nach Berlin nur der ganze Abfall kommt, der es in der Bundespolitik nicht geschafft hat oder es sonstwo nicht schaffen würde. Ich meine, ich geh gern zum CSD, aber sollte es die Haupterrungenschaft eines Politikers sein, sich geoutet zu haben (siehe Wowereit)? Giffey ist politisch auch ein Totalschaden und die ganzen Kumpelverbände in der CDU sind auch nicht gerade erbaulich.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück