Gleichgültig beziehe ich auf das Gegenteil von Mitgefühl.
Sieht man ja an der Ukraine, wo nicht nur Merz gegen Ukraine Flüchtlinge hetzt.
Dabei gibt es so viele einzelne Schicksale, die traurig machen.
Eins davon liegt oben im Bett und hört Bibi und Tina (schätze ich jedenfalls) und wenn nicht mal ein einzelnes Schicksal Mitgefühl auslöst, geht es mit der Menschheit den Bach herunter.
Einzelfälle sind Schicksale.
Ein Gruppe von 10 Leuten ist eine Tragödie.
Alles über 1000 ist Statistik und wir leben in einer Zeit, in der wichtige Prozesse mindestes 10000de bis 100000de, meist Millionen betreffen. Die sind für unser Affenhirn einfach "die Anderen" und Entscheidungen, welche nur diese
Einzelentität treffen sind dann natürlich viel weniger wichtig als Aktionen, unter denen Joachim und Paula und Charlotte und Constanze und Philippe und Carola zu leiden hätten.
Nimm doch ein normales Unternehmen.
Wie sieht es denn bei VW aus?
Das wie viel Fache verdient denn der Vorstand im Vergleich zum Arbeiter am Band? Waren das nicht 100x oder so?
Sowas könnte man begrenzen. Wenn der Vorstand also mehr verdienen will, muss er seinen Angestellten auch mehr zahlen, damit das Verhältnis bleit.
Funktioniert in der Praxis nicht: Dann verwaltet sich VAG eben nicht mehr selbst, sondern engagiert für die Unternehmensführung die "VW Consulting GmbH" welchen ihren Managementexperten 1000000 bis 100000000 pro Jahr, während man die Reinigung der Werkshallen der "VW Facility Management Group" überlässt, die Löhne zwischen 100000 bis 1000 € zahlt. Solche Outsourcing-Möglichkeiten kriegst du rechtlich nicht unterbunden, das wäre (wie so viele andere Gesetze) nur eine weitere Maßnahme, die vor allem kleine Unternehmer träfe, welche sich keine Expertenberatung leisten können und eigentlich gar nicht Ziel deines Gesetzesänderung sind. Aber die großen Konzerne leisten sich 5-10 Winkeladvokaten, die einen weiteren Weg finden, wie man dein Gesetz umgeht. An diesem Grundgedanken, man könnte effektive Grenzen und Ausnahmen definieren, krankt die gesamte deutsche Gesetzgebung. Egal ob Steuern, Abgasnormen oder Umweltverschmutzung: Immer trifft es überwiegend die kleinen, die großen nutzen alternative Wege.
Ist das nicht die Grundidee vom Kommunismus? Ich kenne mich damit in der Tat kaum aus.
Aber dachte das was Seahawk hier geäußert hat kommunistische Ideale sind.
Seahawk erzielt viel, selbst wenn der Tag kurz ist, und man sollte im Zweifelsfall immer davon ausgehen, dass das von ihm geschrieben rein gar nichts wiedergibt, außer seine Meinung. Und selbst da würde ich nicht drauf wetten.
Was er hier überwiegend äußert, ist zu geschätzt 30-40% sozialistisch, aber das war es dann auch.
Mir wurde nämlich mal von jemanden gesagt das der Kommunismus nie praktiziert wurde.
Maximal der Sozialismus. Und der wurde dann oft autokratisch mißbraucht.
Als "sozialistische Diktaturen".
Es gibt von beidem nicht die eine Form, sodass "praktiziert" oder "nicht praktiziert" immer in eine Diskussion ausartet. Aber da einer der Grundgedanken von beidem beinhaltet, dass die Arbeiterschaft die Macht hat, kann man mit Sicherheit sagen, dass nie ein autokratischer Staat sozialistisch war, geschweige denn komunistisch. Alle real existierenden Gegenbeispiele bewegen sich somit auf kleinerem Organisationsniveau: Kommunen, Produktionsgenossenschaften, etc. haben immer wieder mit dem einen oder anderen Modell experimentiert. Aber es gibt keinen Staat, der sich von Kapitalismus (oder Monarchie) losgelöst hat und nicht binnen 5-15 Jahren in eine Autokratie verfallen ist. Teils mit sozialistischen Zügen, ja, aber da gilt dann halt ähnliches wie bei Seahawk-Äußerungen: Wenn etwas nur noch 40% Sozialismus beinhaltet, dann ist das Gesamtgebilde mehrheitlich nicht-sozialistisch und man muss jeden Punkt einzeln betrachten. (Oder was sinnvolles mit seiner Zeit machen.)
Ein Großteil des Reichtums besteht heute aus dem Besitz von Firmenanteilen, oftmals sogar Firmen, die von den "Reichen" gegründet wurden. Ich sehe immer mehr nur die Erbschaftssteuer als Hebel, denn es gibt keinen Grund warum Reichtum vorbehaltlos vererbt werden sollte. Da kann man klar definieren, dass Firmenanteile zum Beispiel steuerfrei bleiben, wenn die Erbin*der Erbe in der Firma arbeitet und die Anteile innerhalb von einer langen Frist (sagen wir 15 Jahre) nicht verkauft.
Bringt ja nichts, wenn die Tochter * der Sohn einen landwirtschaftlichen Betrieb erbt und den dann verkaufen muss, weil die Grundstücke und Geräte sehr viel wert sind.
Für letztere gibt es eine viel sinnvollere Lösung: Staatliche Hypotheken mit minimal-Zinssätzen. Wenn jemand 50% des Unternehmenswertes abführen müsste, aber kein Bargeld da ist, dann bekommt er eben eine Hypothek auf das Unternehmen, die 50% des Wertes entspricht und die er über die nächsten 30-40 Jahre abbezahlen kann. So wird die Betriebsführung praktisch nicht gestört und das Erbe kann auch nicht ins negative rutschen (im Worst Case, wenn er die Hypothek nicht zurückzahlen kann, geht das Unternehmen an den Staat), aber es wird ein fairer Anteil des nicht mit eigener Arbeit erschaffenen an die Gesellschaft zurückggeben. In der Praxis wird sich die Frage bei einem Hof aber ohnehin nicht stellen, weil die schlauen Eltern diesen Peu a Peu an die nachfolgende Generation überschreiben können.
Ganz anders sieht das bei Großkonzernen aus, wo wir beinahe genau diese Regelung haben. (Wenn auch afaik mit etwas niedrigeren Grenzen, glaube 10 Jahre.) Da wird der Laden dann auch formell weitergeführt, aber der Erbende nimmt wenig mehr als einen 2-h-Golfspielen-pro-Jahr-Verstandsposten ein und überlässt die Kontrolle faktisch ab Tag 1 einem ins Boot geholten "Mit"gesellschafter, der einen Tag nach Ablauf der Frist den gesammten Rest des Ladens steuerfrei übernehmen wird.
Primaten sind auch Primaten und haben es nicht geeschafft, weiter zu kommen. Geh in heutige Jägerkulturen, wie die Kalahari Buschmänner (San) und schau Dir das Verhalten an. Da erlebst Du weiterhin extremen "Kommunismus"
Du kannst aus ursprünglichen Nomadenkulturen keine Handlungsmuster für die Bundespolitik ableiten. Die San haben nicht das gesamte Eigentum kollektiviert, sondern sie haben einfach praktisch kein Eigentum. Das meiste, was im Alltag verwendet wird, ist kurzlebiger Natur und kann von jedem Gesellschaftsmitglied leicht aus frei zugänglichem Material erschaffen werden. Leichter und schneller als wenn die Gruppe es "besitzt" und immer mit sich herumschleppen muss; wenn es der nächste Nutzer erstmal vom vorherigen holen muss, der möglicherweise gerade 5-10 km auf der Jagd ist. Die wenigen Gegenstände, die rar und/oder von außerhalb sind (gewebte Textilien, Metallwerkzeuge) haben dagegen afaik sehr wohl einen vorrangingen Nutzer. Es herrscht also definitiv kein Kommunismus und in unserer von Besitztum geprägten Kultur wäre der Unterschied noch weitaus prägnanter.
Dass der nicht wieder kommt, ist Deine Prognose. Ich bewerte das anders. Lassen wir uns überraschen, was passieren wird. Es geht um Entwicklngen über Jahrzehnte. Die heute Sitiation legten wie vor 25 Jahren fest, als Schröder neuliberale Änmderungen durchdrückte.
Die heutige Situation legten "wir" vor über 100 Jahren fest, als wir anfingen, komplexere Vorgänge Maschinenen zu überlassen. Von daher frage ich mich auch, wo du den Hauch einer Chance auf eine Umkehr dieses Prinzips siehst? Mit der zunehmenden Einführung von KI schaffen wir gerade ein gesammtes weiteres Segment von Tätigkeiten ab, die von Menschen aufgrund angebohrener Fähigkeiten übernommen wurden, obwohl keine spezifische Fachausbildung vorlag/nötig war.
Dieser Entwicklung kann man, wenn man das will, entgegenwirken. Es ist überall der Bedarf nach High Tech.
Eben. High Tech. Jobs, die High Tech hervorbringen, sind aber keine einfache Malocherpositionen ohne oder mit kurzer Anlernzeit. Dass sind Posten für die tatsächlichen Fachkräfte, die bereits sehr gut bezahlt werden. Weggebrochen ist der Mittelbau darunter: Leute, die qualifizierte Tätigkeiten nach Einweisung ausführen.
Schau auf einen Elon Musk. Wie tätigt er Investitionen und welche Themen bringt er voran?
Vor allem die Themen "Reduktion der Mitarbeiter" und "Reduktion der Gehälter". Wir steuern auf eine Welt zu, in der es zwischen Musks und Musks Putzfrauen nichts mehr gibt, denn die Autos bauen "Gigapress"en, die asozialen Medien moderieren KIs oder niemand und Menschen werden vollautomatisch überfahren. Fabrikarbeiter, Moderator oder Taxifahrer gibt es nicht mehr.
Nicht jeder Gedanke, der im AfD Programm steht ist automatisch verwerflich. Für sich genoommen sind viele einzelne Punkte sinnvoll, so wie es auch in der DDR sinnvolle Punkte gab und auch im tausend jährigen Reich. Wenn das Gesamtkonzept aber Grütze ist, ändern das auch einzelne sinnvolle Dinge nicht.
Die von dir gelisteten Punkte waren keine einzelnen, sondern praktisch das gesamte AFD-Konzept zur politischen Meinungsbildung/Repräsentation. Das heißt zwar immer noch nicht, dass die Ideen schlecht sein müssen, aber man sollte mal kurz drüber nachdenken:
Wieso könnte eine Partei, die sich ebenso intelligent dabei anstellt, Macht zu ergreifen, wie dabei, demokratische Prozesse zu stören, wieso könnte die so etwas fordern und was sagt das über potentielle Folgen für demokratische Werte aus?
Doch die Arbeitslosigkeit ist nach Einführung des Mindestlohns nicht gestiegen.
Eher im Gegenteil sie ist sogar noch zurück gegangen.
"Nicht steigen" ist keine positive Wirkung und leichtes zurückgehen in Zeiten eines Konjunkturaufschwungs und/oder 100te Milliarden schwerer Förderprogramme auch nicht. Da wäre die Basiserwartung "quasi Vollbeschäftigung".
Du schreibst es ja schon: Bereiche die weit über dem Mindestlohn liegen.
Also kann der nicht die Ursache dafür sein.
Schön, dass du mir zustimmst, dass du mit deiner Behauptung falsch lagst.