Ist das nicht die Grundidee vom Kommunismus? Ich kenne mich damit in der Tat kaum aus.
Die Grundidee ist, allen gehört alles und alles wird fair geteilt, also genau das, was unsere Vorfahren über hundertausend Jahre lebten und damit groß und stark wurden. Denn als kleine und schwache Wesen half uns immer nur der Verbund vieler. Kooperation heißt das. Kann man heute noch bei Jäger und Sammler Gemeinschaften erleben. Da gibt es nicht "Reiche und Arme", Landbesitzer und den ganzen Tag Schuftende.
Du hast solche Art Gemeinschaften heute noch im kleinen, z.B. bei den Armisch People, den Hutteren. Auch die bewirtschaften ihr Gemeindeland oft gemeinschaftlich und teilen auf. Sie bauen gemeinschaftlich Häuser und alles andere an Besitz ist eh verpönt.
Das steckte auch immer in unserer Natur. Kleine Kinder, nicht manipuliert von Sprache und Kultur haben ein ganz klar ausgeprägtes Gefühl für Fairness und ebenso einen starken "Das ist meine Milch" Trieb. Es liegt an der Kultur, welchen dieser Triebe wie fördern. Den von Kain oder den von Abel. Das sind zwei dieser Protagonisten, die unser verschiedenen Seelen darstellen.
Heute überwiegt das Böse, der Egoismus, die Selbstsucht, die Ausgrenzung, die Diffinition über Besitz, Habgier und Gewalt als Mittel zum Zweck. Du kannst es in diesem Strang selber nachlesen. Das Problem vieler armer Menschen ist weniger, was sie absolut haben, Hauptsache, es gibt noch ärmere. Jetzt haben wir das Prinzip "Besitz" leider seit der Sesshaftigkeit kultiviert, ganz schnell haben sich obere Kasten entwickelt, die sich immer auf Göttlichkeit berufen, sich per Geburt als etwas besseres verstehen. Das sind irgendwie geartete Adelsstrukturen. Es geht natürlich noch um mehr, es geht um Ackerbauern mit Landbesitz gegen nomadische Hirten ohne Zäune und Landvermesser
Dazu kam dann der Kapitalismus, also das Geld machen aus Geld und nicht aus eigener Arbeit. Zinsen sind so ein Thema. Das gab es früher nicht und alle großen Religionen hatten das aus guten Grunde und der Erfahrung solcher Systeme verboten. Gerade bei den Christen war der Aufstand gegen Geldverleiher einer der Gründungsmythen. Aber mehr oder weniger wurde das überall umgangen.
Kommunismus ist eine reine Utopie, das wäre so als wenn alle Menschen nur noch Abel wären und wir Kain komplett überwinden. Das klappt aber nicht, es werden regelmäßig neue Kains geboren und in jedem von uns steckt mehr oder weniger Abel und Kain. Das war den Menschen schon vor Jahrtausenden bewusst.
Und wie gesagt, kann man jetzt unterschiedliche Verhaltensweisen fördern. Man kann mit Gesetzgebung und Kultur mehr in Richtung Gemeinschaft gehen oder man kann sich in Richtung hemmungslosen Egoismus bewegen.
Letzteres machen wir, gefördert von unseren neoliberalen Regierungen. Und die Menschen schreien Hurra, Die wollen ausgebeutet werden immer mit der Karotte vor der Nase, andere auch irgendwann zu demütigen und auszusaugen. Und weil die Menschen an der Spitze eines Systems immer genau wissen, wie gefährlich es ist, wenn sich Menschen kooperativ verhalten, wird das wenn möglich frühzeitig unterbunden. Das geht mit Noten in der Schule los, die einen wunderbaren Wettbewerb gegeneinander fördern anstatt ein miteinander Wachsen zu fördern.
Wir entfernen uns von kommunistischen Gedanken immer mehr. Unsere soziale Marktwirtschaft war ein gelungener Mittelweg. Aber nicht gegen Länder mit Turbokapitalismus.