Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich frage mich wie man den 65% Anteil aus erneuerbaren Energien und Fernwärme so schnell hinbekommen will?
Ich frage mich immer, was dieses tehnologieoffen Gelabere soll?
Treibstoff aus CO2 und H2 zu produzieren ist unfassbar ineffizient. Bevor ich grüne Energie darin Stecke CO2 voneinander zu trennen und darüber hinaus noch Wasserstoff heerzustellen, stecke ich die gewonnene Energie doch lieber in E-Autos oder speichere sie ab.
Den Leuten muss mal klar werden, dass die Physik den Wirkungsgrad festlegt und die Physik überlisten wollen, ist eine ganz schwere Aufgabe.
 
Na ja, das muss alles der Realität stand halten.
Wir, damit meine ich nicht nur allgemein, sondern auch persönlich als Büro und Firma, verbauen ja schon derzeit WäPüs wie die Blöden.
Wir sind diesbezüglich bis Ende 2025 komplett ausgebucht.

Die Industrie und das Handwerk haben 2022 ca. 236.000 Anlagen geliefert und installiert.
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Quelle: https://www.waermepumpe.de/presse/zahlen-daten/absatzzahlen/

Das meiste davon (ca. 200.000 Stück) sind die deutlich günstigeren, aber auch um ca. die Hälfte ineffizienteren LuftWärmePumpen (gleiche Quelle):
1678691427167.png


Um das Ziel, 500.000 Stück zu verbauen, müssen nicht nur enorm die Produktionsstätten erweitert werden, sondern es bedarf grob einer Verdoppelung der des dfafür notwendien handwerkerpersonals.

Die Argumentation, das wird dann durch den entgfall der zu installierenden Gas- ode rÖlbrenner kompensiert, zeiht nur z. T., konkret ca. 25%:
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/09/PD22_N056_311.html#:~:text=Wie das Statistische Bundesamt (Destatis,genehmigten Wohngebäude eine Gasheizung vorgesehen.
1678691729344.png


Verbleiben in der Realität grob 75% mehr an Personal und Material.

Bedenkt man, dass vermutlich ähnlich wie bei uns Personal wie Material bis Ende 2025 schon jetzt ausgebucht ist, wird eine signifikante Trendwende erst wohl ab 2026abzuzeichnen sein.

Und es wird noch etwas komplexer.
Während Gas- oder Ölbrenner auch recht problemlos an bestehende Hochtemperaturheizungsanlagen (meist Plattenheizkörper im Altbau/älteren Wohnungsbau) muss eine WäPü gleich welcher Bauart zwingend an eine Niedertemperaturanlage angeschlossen sein (Fußboden oder Wandflächenheizungsanlagen).

Sprich, mit der Installation von WäPus in Bestandsgebäuden ist zum großen Teil die komplette Neuerstellung der Heizung verbunden.
Das ist teuer; Fußbodenheizung ohne Deckbelag (Parkett oder Fiesen whatever) ca. 50-70 €/m², Entsorgung alter Fußboden ca. 25€, Heizkreisverteiler und Zuleitungen pro Raum ca. 300-500 €, Steuerung ca. 1.500 €/WE, Belag zw. 50 und 100 €/m², ca. 2000 € Elektriker.
Sprich eine Luft-WäPu Bestandsgebäude kostet bei 100 m² / 4 Räume Wohnfläche: 10.000 € Pumpe + 5.000 € Fußbodenaufbau + 2.500 € Entsorgung + 1.200 € + 1.500 € + 5000 € + 2000 €
= mind. ca. 27.000 € netto
Nur, damit klar ist, über welches Invest da gesprochen wird.
Amortisation bei 30 ct/kWh für Strom gegenüber einer Gasheizung bei angenommenen 11 ct KWh für Gas bei 20.000 kWh/anno Verbrauch:
Gar nicht, wenn der Strom nicht kostenlos selbst erzeugt wird.

Jahreskosten LuWäPü: 20.000*0,3 ct *2/3 (Wirkungsgrad)= 4.000 € netto
Jahreskosten Gas: 20.000*0,11 ct (aktueller Preis) = 2.200 € netto




Ich frage mich immer, was dieses tehnologieoffen Gelabere soll?
Treibstoff aus CO2 und H2 zu produzieren ist unfassbar ineffizient.
Konkret im Schnitt bei 45%, im Idealfall bei 60%.
Bevor ich grüne Energie darin Stecke CO2 voneinander zu trennen und darüber hinaus noch Wasserstoff heerzustellen, stecke ich die gewonnene Energie doch lieber in E-Autos oder speichere sie ab.
Die Welt besteht aber nicht nur aus Haushalten und E-Autos.
(Schwer-) Industrie benötigt sehr hohe Fertigungstemperaturen, die bis Dato primär mit Gas erzeugt werden.
Künftig dies mit H2 zu tun, ergibt schon Sinn.
H2 im PKW ist nur so lange ein Thema, so lange Akkus noch unzureichende Reichweiten haben.
Bei LKWs ist es halt Grenzwertig.
Die derzeitige Technologie an Batterien bedeutet für ein E-LKW 40 to, dass der nur noch eine Nutzlast von unter 20 to (statt 30to bei H2 oder Diesel) hat. sprich du generierst mit E-LKWs Fernverkehr ca. 1/3 mehr an Fahrzeugen auf der Straße, um die gleiche tägliche Transportkapazität zu generieren wie heute.
Der Umstieg auf E-LKWs bedeutet zwangsweise ein sehr deutlicher Ausbau von Güterzugkapazitäten, sonst musst du bei E-LKWs noch mehr in die Straße investieren, was etwas schräg wäre.

Ich finde die vergleichsweise günstigere Einlagerung von H2 in Gasform für Haushalte interessant.
Das Konzept mit eigenem Solarstrom kostenlos H2 für den winter einzulagern, hat was.
Einiges Problem: derzeit nur für jene leistbar, die eh schon Geld haben.

 
Zuletzt bearbeitet:
Anderes Thema:
Lauterbach hat nach "Welt" Recherchen scheinbar in seinem Lebenslauf dezent bis massiv "geschönt".
Leider im Moment alles noch hinter einer Paywall:

 
Konkret im Schnitt bei 45%, im Idealfall bei 60%.
Du musst alles zusammen rechnen.
Du musst CO2 einfangen, speichern und transportieren. In der Regel flüssiges CO2.
Dann musst du H2 herstellen. In der Regel aus Wasser. Auch das muss gespeichert und transportiert werden.
Dann musst du Energie reinstecken, um das O vom C zu trennen.
Ich hatte mal gelesen, dass du bei 15% Wirkungsgrad am Ende bist.
Und die wollen das dann in Verbrennern verpuffen lassen?
Meine Fresse. Dieses Festhalten an einer veralteten Technologie regt mich auf.
 
Anderes Thema:
Lauterbach hat nach "Welt" Recherchen scheinbar in seinem Lebenslauf dezent bis massiv "geschönt".
Leider im Moment alles noch hinter einer Paywall:

Ich habe eher den Eindruck das sie ihn fertig machen und unbedingt was anhängen wollen.
Weil er ihnen ein Dorn im Auge ist.
 
Du musst alles zusammen rechnen.
Du musst CO2 einfangen, speichern und transportieren. In der Regel flüssiges CO2.
Dann musst du H2 herstellen. In der Regel aus Wasser. Auch das muss gespeichert und transportiert werden.
Dann musst du Energie reinstecken, um das O vom C zu trennen.
Ich hatte mal gelesen, dass du bei 15% Wirkungsgrad am Ende bist.
Und die wollen das dann in Verbrennern verpuffen lassen?
Meine Fresse. Dieses Festhalten an einer veralteten Technologie regt mich auf.
Ne, die Gesamtbetrachtung über alle Produktionsschritte ergibt die 45-60%.
Das kann man überall nachleisen und über die Umrechner im Netz ermitteln.
Und da ist der Eintrag in H2 Tanks wie im Auto mit drinnen.
Rein für die Industrie oder eben für ein Hauskraftwerk gehts hoch bis auf 85%.

Die Herstellung ist extrem einfach.
Habe so ne Tischelektrolyse selber gebastelt, kostet keine 20 € und quasi an meine PV angeschlossen. 1/8l H2 in einer Stunde ist OK - für umme...
Über Ostern will ich eine basteln, die dann 1 l in der h macht.

Habe eh fast 6.000 kWh PV Überschuss/anno, weil ich nicht einspeise.
Wird so um die 1700 Nm³ Gas-H2 ergeben. Reicht für fast 5 Monate heizen.
Zeit, einen Verflüssiger zu bauen und Tanks zu kaufen...^^
Ich habe eher den Eindruck das sie ihn fertig machen und unbedingt was anhängen wollen.
Weil er ihnen ein Dorn im Auge ist.
Kann ich nicht bewerten, weil ich kein Welt+ habe.
Ahhh... Edit:
Auch der Focus bekommt ihn in anderer Causa auf den Kieker:

 
Ne, die Gesamtbetrachtung über alle Produktionsschritte ergibt die 45-60%.
Das kann man überall nachleisen und über die Umrechner im Netz ermitteln.
Und da ist der Eintrag in H2 Tanks wie im Auto mit drinnen.
Rein für die Industrie oder eben für ein Hauskraftwerk gehts hoch bis auf 85%.
Ich hatte die Zahl bei Lanz gehört. Du musst ja nicht nur Wasserstoff herstellen, sondern eben alle Bausteine zusammen bringen und der Energieaufwand ist recht groß. Da ist es besser, die Energie für die Wasserstoffherstellung nutzen um damit das Erdgas gegen H2 ersetzen.
Der Verbrenner ist nun mal Geschichte, Das muss man einfach mal hinnehmen.
Nichtsdestotrotz hat mir noch keiner erklären können, wie man in 20-30 Jahren jeden Verbrenner gegen ein Elektroauto austauschen will. Wir müssen Mobilität neu erfinden.
 
Sehe ich nicht so. Die Daten ändern sich ständig. Und wenn du eh den ganzen Tag Studien liest, musst du sowieso die Daten für richtig annehmen, da es a kaum Studien aus Deutschland gab.
Die Studien meinte ich nicht. Aber seine Professur bzw scheint in Gefahr zu sein. Und sein Ansehen leidet im Moment jetzt schon deutlich.
 
Quelle: Lindner zu Öl- und Gasheizungsregeln "Wirtschaftlich und sozial verheerend"

Ich frage mich wie man den 65% Anteil aus erneuerbaren Energien und Fernwärme so schnell hinbekommen will?

Durch greenwashing.
Wenn ich 100 kWh Gas in einer Gasheizung verbrenne, um damit 90-95 kWh Heizwärme zu erhalten (etwas geht durch den Schornstein verloren), dann zählt das als 90-95 kWh 100% fossile Heizung.
Wenn ich stattdessen 40 kWh Kohle in einem Kraftwerk verbrenne (was ungefähr die gleiche CO2-Freisetzung bedeutet), um 20 kWh Strom erzeuge und dann mit diesen 20 kWh Strom eine Luftwärmepumpe betreibe, die meine Nachbarn beschalt der Umgebung weitere 40-60 kWh Wärme entzieht und so 60-80 kWh Heizwärme liefert, dann zählt das als 60-80 kWh Heizung, die zu 66-75% "erneuerbar" ist.

Zu Sinn und Verstand fragen sie ihren Grünen WIRTSCHAFTSminister oder wählen sie was vernünftiges.


Und es wird noch etwas komplexer.
Während Gas- oder Ölbrenner auch recht problemlos an bestehende Hochtemperaturheizungsanlagen (meist Plattenheizkörper im Altbau/älteren Wohnungsbau) muss eine WäPü gleich welcher Bauart zwingend an eine Niedertemperaturanlage angeschlossen sein (Fußboden oder Wandflächenheizungsanlagen).

Sprich, mit der Installation von WäPus in Bestandsgebäuden ist zum großen Teil die komplette Neuerstellung der Heizung verbunden.
Das ist teuer; Fußbodenheizung ohne Deckbelag (Parkett oder Fiesen whatever) ca. 50-70 €/m², Entsorgung alter Fußboden ca. 25€, Heizkreisverteiler und Zuleitungen pro Raum ca. 300-500 €, Steuerung ca. 1.500 €/WE, Belag zw. 50 und 100 €/m², ca. 2000 € Elektriker.
Sprich eine Luft-WäPu Bestandsgebäude kostet bei 100 m² / 4 Räume Wohnfläche: 10.000 € Pumpe + 5.000 € Fußbodenaufbau + 2.500 € Entsorgung + 1.200 € + 1.500 € + 5000 € + 2000 €
= mind. ca. 27.000 € netto
Nur, damit klar ist, über welches Invest da gesprochen wird.
Amortisation bei 30 ct/kWh für Strom gegenüber einer Gasheizung bei angenommenen 11 ct KWh für Gas bei 20.000 kWh/anno Verbrauch:
Gar nicht, wenn der Strom nicht kostenlos selbst erzeugt wird.

Jahreskosten LuWäPü: 20.000*0,3 ct *2/3 (Wirkungsgrad)= 4.000 € netto
Jahreskosten Gas: 20.000*0,11 ct (aktueller Preis) = 2.200 € netto

"5000 Euro Fußboden" im Altbau? Das möchte ich sehen, wie du zu den Kosten auf Dielen eine Fußbodenheizung legst :ugly: . Und die Wärmepumpendimension kannst du auch mal gleich ver-x-fachen, wenn hinter einer Denkmalgeschützten Fassade geheizt werden soll. Ich liege bei 160 kWh Gas/a*m², obwohl ich nur die beiden Räume, in denen man sich nennenswert aufhält, nenneswert (19-22 °C) beheizte, während es in Bad und Küche nur um Feuchtigkeit geht (letztere somit teils 10-12 °C). Wenn ich das mit Wärmepumpe machen sollte, brauche ich hier wenigstens 20, eher 30-40 kW PRO ETAGE. (Es versteht sich von selbst, dass dafür komplett neue Leitungen gelegt werden müssen; auf den antiken Hausanschluss würde ich auch nicht wetten)

Und ohne Fußbodenheizung, also mit höherer Vorlauftemperatur (aktuell 55 °C bei +10 °C, 80 °C bei -10 °C. Mit größeren Heizkörpern im kritischen Zimme ließe sich vermutlich noch was rausholen) und natürlich ohne Grundstück für Erdwärmesonde und vermutlich tatsächlich mit Etagengeräten, weil der Vermieter den durchmischten Bestand nicht auf einmal austauschen wird und es sowieso keinen Heizungskeller gibt, kann man dann froh sein, wenn die Wärmepumpe selbst in milden Wintern COP 3 schafft. Etwas kälter und unter Berücksichtigung dessen, dass Gas bislang auch Warmwasser und Kochen liefert, wird es eher COP 2 sein. Nach einem derartigen Umbau wird beim Stromverbrauch dann also auf das vier bis fünffache anwachsen. Kann sich jeder ausrechnen, aus welchen Kraftwerken der Strom für sowas kommen muss - Kohlekraftwerke, die rumstehen, oder zusätzliche Windkraftwerke, deren Ausbau nicht schneller laufen kann, weil er ja angeblich schon so schnell wie möglich läuft?


tl;dr: Wenn meine Therme in mehr als einem Jahr den Geist aufgibt, muss ich ausziehen und der Eigentümer kann das Haus vermutlich als unvermietbar verfallen lassen.


Anderes Thema:
Lauterbach hat nach "Welt" Recherchen scheinbar in seinem Lebenslauf dezent bis massiv "geschönt".
Leider im Moment alles noch hinter einer Paywall:


Ich glaube, der hat vor der letzten Wahl sogar mal vorgetäuscht, er würde was von konsequenter Pandemiebekämpfung sowie sinnvollem Management eines Gesundheitssystems verstehen und er würde sich für die Gesundheit von Bürgern statt für die Gewinninteressen der datenverarbeitenden Industrie einsetzen.
 
tl;dr: Wenn meine Therme in mehr als einem Jahr den Geist aufgibt, muss ich ausziehen und der Eigentümer kann das Haus vermutlich als unvermietbar verfallen lassen.
Wenn deine Therme dann ausfällt wird zur Not jedes Einzelteil separat getauscht statt direkt eine neue Therme einzubauen und das ist dann als Reparatur erlaubt.
Als hier die Dämmung zwischen meiner Loggia und der Wohnung darunter Wasser gezogen hatte wurde die auch offiziell "geflickt" indem eben nur fast die ganz Fläche ersetzt wurde. Neu machen hätte man nach aktualisiertem Standard gemusst, dafür hätte man dann meine Balkontür hoch setzen müssen weil das so flach garnicht mehr geht (oder noch teurer gewesen wäre als eine Tür zu versetzen).
 
"5000 Euro Fußboden" im Altbau? Das möchte ich sehen, wie du zu den Kosten auf Dielen eine Fußbodenheizung legst :ugly: .
Ich schrieb:
= mind. ca. 27.000 € netto
Ausgehend von einem Haus BJ 1980, wie sie derzeit zu ca. 75% saniert werden.
Richtig ist, dass Altbau -so weit ich deinen fall interpretieren kann Gründerzeit o. ä. - deutlich teurer ausfällt.
Da wär eine energetische Sanierung im Prinzip gleich einer Entkernung, was wirrtschaftlich keinerlei Sinn ergäbe.

Allerdings bin ich da etwas radikal in der Einstellung.
Denkmalschutz finde ich völlig überflüssig, kann alles weg, gefällt mir gar nix.
 
Ich frage mich immer, was dieses tehnologieoffen Gelabere soll?
Treibstoff aus CO2 und H2 zu produzieren ist unfassbar ineffizient. Bevor ich grüne Energie darin Stecke CO2 voneinander zu trennen und darüber hinaus noch Wasserstoff heerzustellen, stecke ich die gewonnene Energie doch lieber in E-Autos oder speichere sie ab.

Wie speicherst du sie denn ab? In Gießkannen? Wie steckst du sie in ein E-Auto, das gerade fährt? Oder das schon voll ist?

Den Leuten muss mal klar werden, dass die Physik den Wirkungsgrad festlegt und die Physik überlisten wollen, ist eine ganz schwere Aufgabe.

Jup. Weswegen ich mich immer frage, ob diese Batteriefans, deren Mantra du gerade prädigst, jemals etwas von Astrophysik gehört haben?
Die Sonneneinstrahlung ist ungleichmäßig über den Tag und ungleichmäßig über das Jahr verteilt. End of story.

Während man ersteres noch technisch gut durch Batteriespeicher kompensieren kann, wenn man ettliche dutzend bis wenige Milliarden € übrig hat (sämtliche Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen für ein Jahr ersatzlos zu schließen, sollte für eine Finanzierung reichen), sieht es bereits mit dem Ausgleich wochenweiser Schwankungen ziemlich düster aus. Das mit Batterien zu bewerkstelligen, würde Billionen € kosten. Und für saisonale oder gar dekadische Maßstäbe haben die Ingenieure bislang überhaupt nur eine Idee gehabt:
Chemische Energiespeicher. H2 oder E-Fuels.

Wenn deren Produktion aber sowieso unverzichtbar ist, dann kann man auch mal ganz technologieoffen über deren Nutzung reden. Nehmen wir als beispiel den innereuropäischen Langstreckenverkehr. Aktuell nimmt man für den das Auto, wenn z.B. großes Urlaubsgepäck ist und das Flugzeug, wenn es nur um Personen geht. Gesetzt den Fall, wir hätten (nur) genug E-Fuels, um eines von beiden Transportmitteln damit anzutreiben: Was ist sinnvoller?
A: 2-4 l E-Fuel pro Nase und 100 km in Verbrenner-PKW zu stecken, mit denen man unter Nutzung bestehender Infrastruktur günstig 1000-1200 km weit in den Urlaub fahren kann, während Personen ohne viel Gepäck ein Netz internationaler (Nacht-)Schnellzüge nehmen, die auf bestehender oder ohnehin national benötigter Infrastruktur fahren.
B: 4-8 l E-Fuel pro Nase und 100 km in Verbrenner-Flugzeuge zu investieren. Die man erst einmal mit 100te Millionenaufwand entwickeln/anpassen/zertifizieren müsste. Zusätzlich 100te Milliarden an Subventionen in die Autoindustrie versenken und für 100te Milliarden ein Ladenetz aufbauen, mit dem man dann trotzdem wesentlich schlechter als bislang in den Urlaub kommt, was der Völkerverständigung sicherlich nicht gut tun wird.

Wenn man an diese Frage technologieoffen rangeht, um das Maximum für das Klima rauszuholen, ist die Antwort ziemlich einfach. Schon allein weil man auf einem von beiden Wegen ettliche 100 Milliarden bis einige Billionen € einspart, die man z.B. in erneuerbare Energien investieren könnte. Z.B. um vor 2060 aus der Kohle auszusteigen. Aber eine klimaorientierte, technikoffene Antwort ist nicht gewünscht. Sondern eine möglichst viele Subventionen erfordernde, Industrieschmierende und dabei möglichst einfach klingende, maximal Deppen-kompatible politische Antwort.


Du musst alles zusammen rechnen.
Du musst CO2 einfangen, speichern und transportieren. In der Regel flüssiges CO2.
Dann musst du H2 herstellen. In der Regel aus Wasser. Auch das muss gespeichert und transportiert werden.
Dann musst du Energie reinstecken, um das O vom C zu trennen.
Ich hatte mal gelesen, dass du bei 15% Wirkungsgrad am Ende bist.

C direkt von O zu trennen musst du nur, wenn du es als Kohle einlagern willst. Ansonsten reduzierst du 1.000 g CO2 mit 100 g Wasserstoff, wobei die "Effizienz" vom Endprodukt abhängt, dass du parallel aus dem C herstellst. Methan enthält z.B. sehr viel mehr Energie pro eingebautem Kohlenstoff als synthetisches Oktan. Du musst zur Speicherung der gleichen Energiemenge also viel weniger CO2 reduzieren und hast somit eine höhere Effizienz.

An derartigen Techniken wird aber erst seit wenigen Jahren geforscht und es kommen regelmäßig komplett neue Ansätze raus. Vor ein paar Wochen zum Beispiel schlug z.B eine Untersuchung Wellen (hohoho), wie man CO2 aus ohnehin übersäuerndem Meerwasser relativ energiegünstig extrahieren kann. Bisherige Rechnungen gehen dagegen Aufkonzentration aus der Luft aus, was natürlich eine grandiose Energieverschwendung wäre. Bis wir tatsächlich an einem Punkt sind, wo wir über Ja oder Nein entscheiden müssen, sinnvolleres mehr tun gibt, dauert es noch einige Zeit und dann wird der technsiche Stand deutlich anders als heute aussehen.

Man stelle sich zum Beispiel mal vor, man hätte ein paar Jahre nach den ersten Lithium-Ionen-Zellen zu entscheiden versucht, ob man mit diesen neuartigen Batterien einen EQXX antreiben kann? Zur Erinnerung: Damals fuhr man sowas hier. Auf dem Stand, auf dem Batterieautos damals waren, sind CO2-basierte E-Fuels heute. Und sie haben noch ungefähr genauso viel Zeit vor sich um zu reifen, ehe das Thema akut wird. Aktuell ganz vorne bei power2irgendwas sind dagegen Wasserstoff für die Stahlindustrie und Ammoniak für Schiffsmotoren. Da brauchst du beide Male gar kein CO2 für. Und danach könnte man z.B. erst einmal bestehende Biomasse durch Wasserstoff sinnvoller nutzen, um unsere Biosprit-Produktion !bei gleicher Anbaufläche! zu verdoppeln.

Aber selbst das sind ungelegte Eier: Das größte Potential zur Klimaschonung sind erst einmal die stationären Verbraucher (Strom, Wärme, Industrie) gefolgt vom Schienenverkehr. Wir könnten ungefähr das drei bis fünffache der Ökostrommengen verbrauchen, die wir aktuell produzieren, ohne dafür eine komplexere Technik als "Draht" zu benötigen. Und wir haben 30, 40 Jahre gebraucht, um die aktuellen Kapazitäten aufzustellen. Wenn wird diese Arbeit von 40 Jahren noch fünfmal geleistet haben, erst dann müssen wir darüber reden, ob Efuels, Batterien oder Fluxkompensatoren die richtige Technik sind.

Jeder, der sich früher gegen Technologieoffenheit auf Verbraucherseite stellt, will nur eins: Subventionsströme (um)lenken.


Ich hatte die Zahl bei Lanz gehört. Du musst ja nicht nur Wasserstoff herstellen, sondern eben alle Bausteine zusammen bringen und der Energieaufwand ist recht groß. Da ist es besser, die Energie für die Wasserstoffherstellung nutzen um damit das Erdgas gegen H2 ersetzen.

Erdgas durch H2 zu ersetzen ist definitiv der wichtigere Schritt. Noch lange VOR dem Ersatz von Verbrennern durch Batterieautos. UND VOR beidem sollte der weitestgehende Ersatz von Methankraftwerken durch H2-Kraftwerke stehen. UND VOR diesen drei Punkten kommt der Ersatz von Kohlekraftwerken durch direkten erneuerbaren Strom und H2-Gaskraftwerke. (Ggf. zunächst H2-vorbereitete Methankraftwerke. Hängt von den Methanlieferanten ab, ob sich das lohnt.)

Der Verbrenner ist nun mal Geschichte, Das muss man einfach mal hinnehmen.

Der Verbennungsmotor ist für viele Zwecke noch immer die beste Technik die wir haben.

Batterieautos sind dagegen noch auf lange Sicht nur eins: Ein klimschädliches Geschenk an die Kohlelobby.

Nichtsdestotrotz hat mir noch keiner erklären können, wie man in 20-30 Jahren jeden Verbrenner gegen ein Elektroauto austauschen will. Wir müssen Mobilität neu erfinden.

Exakt, das müssen wir. Und zwar als erstes. Während man sehr darüber streiten kann, ob Verbrennerautos noch zeitgemäß sind und nicht besser abgeschaft werden, steht eins fest: Batterieautos sind definitiv nicht zeitgemäß und gehören (aus Klimasicht) nicht angeschafft. Wenn man Verbrenner-KFZ ersetzen will, dann also durch nicht-KFZ. Aktuell tauscht man nur einen Fehler gegen einen noch größeren aus. Und das dafür verbrauchte Geld fehlt für die Behebung anderer Fehler.

(Anm.: Für innerstädtischen Stop & Go sind Batterieantriebe schon heute besser als Verbrenner. Aber für innerstädtischen Verkehr sind Autos allgemein die falsche Wahl.)
 
Ich habe das Haus meiner Großeltern umgebaut. Dach abgedeckt, isoliert und die Dachpfannen wieder drauf gepackt. Neue Heizung eingebaut, neue Fenster, Fensterrollos, neue Stromkabel, neue Wasserleitung. Dachboden ausgebaut, zweites Badezimmer oben eingebaut, neue Dachfenster. Veranda gefliest, Veranda überdacht und verglast (praktisch Wintergarten.
Das Haus ist Baujahr 1920 oder älter (keine Ahnung).
Natürlich wurde nicht alles auf einmal umgebaut.
Dieses Jahr sollen Photovoltaik aufs Dach kommen.
Da frag ich mich, was ich noch alles machen muss, um es umweltsaniurungsgerecht fertig zu machen?
Und was für eine Miete soll ich dann verlangen? Luxusaufschlag?
 
"Zweites Badezimmer" klingt immerhin noch nach Einzelhaus, wo sowas vergleichsweise einfach möglich ist. Bei einem Mehrparteienwohnhaus wirds erst richtig spaßig.
Und in sowas wohnt die Mehrheit der Deutschen. Dafür sollte eine demokratische Regierung Politik machen.


Ich schrieb:

Ausgehend von einem Haus BJ 1980, wie sie derzeit zu ca. 75% saniert werden.
Richtig ist, dass Altbau -so weit ich deinen fall interpretieren kann Gründerzeit o. ä. - deutlich teurer ausfällt.
Da wär eine energetische Sanierung im Prinzip gleich einer Entkernung, was wirrtschaftlich keinerlei Sinn ergäbe.

Allerdings bin ich da etwas radikal in der Einstellung.
Denkmalschutz finde ich völlig überflüssig, kann alles weg, gefällt mir gar nix.

Du schreibst weiter vorne auch was von "Altbau", deswegen hatte ich alles folgende darauf bezogen ;) . Bei Häusern von 1980 sieht es natürlich ganz anders aus. Aber ich glaube in vielen Städten ist der Durchschnitt viel, viel älter. Man darf nicht das Mittel über alle Gebäude (einschließlich unzähliger Einfamilien-Speckgürtel-Zersiedlungsbauten) mit dem Mittel über alle betroffenen Mieterhaushalte verwechseln. Bei letzteren landet man schneller bei der Kernsanierung, als einem lieb sein kann. Aber selbst wenn man den Denkmalschutz weglässt: Die muss man sich erstmal leisten können, genau wie einen Neubau. Mal eben 20-30-40% der innerstädtischen Mieter rauszuschmeißen (darunter vor allem die ärmeren) könnte beim bestehenden Wohnungsmarkt zu geringfügigen sozialen Verwerfungen führen. So im Sinne von "Brauchen wir wirklich zwei Reichstagsbrand-Gedenktage? Und wie gut oder schlecht ist eigentlich die Gesamt-CO2-Bilanz wenn man die vom Mob niedergebrannten Schnellbauanwesen der Habeck-Lieblingszielgruppe berücksichtigt?"
 
Wie speicherst du sie denn ab? In Gießkannen? Wie steckst du sie in ein E-Auto, das gerade fährt? Oder das schon voll ist?
In Wasserstoff, den man als Brennstoffzelle nutzen kann.
Wir haben nun mal keine Speichermöglichkeiten wie andere. Pumpspeicherkraftwerke sind begrenzt. Im norden hast du gar nichts,
Daher auch alles mit Windkraft zupflastern und überall Solarzellen aufstellen.
Ich sehe derzeit keine wirklich sinnvolle Speicherung der Energie.
Aber ich bin ja technologieoffen. ;)
Jup. Weswegen ich mich immer frage, ob diese Batteriefans, deren Mantra du gerade prädigst, jemals etwas von Astrophysik gehört haben?
Die Sonneneinstrahlung ist ungleichmäßig über den Tag und ungleichmäßig über das Jahr verteilt. End of story.
Ja, deswegen geben wir uns wieder in Abhängigkeit. Dor, wo die Sonne scheint, wird Wasserstoff hergestellt, das wir dann kaufen müssen.
Abhängigkeit wirst du immer haben.
Während man ersteres noch technisch gut durch Batteriespeicher kompensieren kann, wenn man ettliche dutzend bis wenige Milliarden € übrig hat (sämtliche Schulen, Universitäten und Bildungseinrichtungen für ein Jahr ersatzlos zu schließen, sollte für eine Finanzierung reichen), sieht es bereits mit dem Ausgleich wochenweiser Schwankungen ziemlich düster aus. Das mit Batterien zu bewerkstelligen, würde Billionen € kosten. Und für saisonale oder gar dekadische Maßstäbe haben die Ingenieure bislang überhaupt nur eine Idee gehabt:
Chemische Energiespeicher. H2 oder E-Fuels.

Wenn deren Produktion aber sowieso unverzichtbar ist, dann kann man auch mal ganz technologieoffen über deren Nutzung reden. Nehmen wir als beispiel den innereuropäischen Langstreckenverkehr. Aktuell nimmt man für den das Auto, wenn z.B. großes Urlaubsgepäck ist und das Flugzeug, wenn es nur um Personen geht. Gesetzt den Fall, wir hätten (nur) genug E-Fuels, um eines von beiden Transportmitteln damit anzutreiben: Was ist sinnvoller?
Die Bahn natürlich. Nur wird dann wieder geschrien, dass wir den Individualverkehr erhalten müssen. FDP Gedöns halt.
A: 2-4 l E-Fuel pro Nase und 100 km in Verbrenner-PKW zu stecken, mit denen man unter Nutzung bestehender Infrastruktur günstig 1000-1200 km weit in den Urlaub fahren kann, während Personen ohne viel Gepäck ein Netz internationaler (Nacht-)Schnellzüge nehmen, die auf bestehender oder ohnehin national benötigter Infrastruktur fahren.
B: 4-8 l E-Fuel pro Nase und 100 km in Verbrenner-Flugzeuge zu investieren. Die man erst einmal mit 100te Millionenaufwand entwickeln/anpassen/zertifizieren müsste. Zusätzlich 100te Milliarden an Subventionen in die Autoindustrie versenken und für 100te Milliarden ein Ladenetz aufbauen, mit dem man dann trotzdem wesentlich schlechter als bislang in den Urlaub kommt, was der Völkerverständigung sicherlich nicht gut tun wird.
Die Bahn und Busse.
Du kannst nicht 50 Millionen Verbrenner gegen 60 Millionen E Autos tauschen.
Wir müssen uns davon verabschieden, dass jeder zu Hause ein oder mehrere Autos herumstehen hat.
(Anm.: Für innerstädtischen Stop & Go sind Batterieantriebe schon heute besser als Verbrenner. Aber für innerstädtischen Verkehr sind Autos allgemein die falsche Wahl.)
In Städten brauchst du den öffentlichen Nahverkehr.
Ständig wird in der Politik gelabert, dass man den doch ausbauen müsste aber nichts passiert.
Schon vor Jahrzehnten hätten wir CO2 einpreisen müssen, damit es eine Veränderung im Verhalten gibt.
Es wird nicht mehr lange dauern, und wir werden mit Verboten überschwemmt.
"Zweites Badezimmer" klingt immerhin noch nach Einzelhaus, wo sowas vergleichsweise einfach möglich ist. Bei einem Mehrparteienwohnhaus wirds erst richtig spaßig.
Und in sowas wohnt die Mehrheit der Deutschen. Dafür sollte eine demokratische Regierung Politik machen.
Das ist ein Einfamilienhaus. Ungefähr 120m² Wohnfläche.
Ich hätte es auch abreißen und was neues bauen können, wollte ich aber nicht.
Was meine Kinder irgendwann mal damit machen, ist dann ihre Angelegenheit.
 
Nach dem schrecklichen Amoklauf in Hamburg diskutieren die Politiker jetzt wieder über eine Verschärfung des Waffenrechts:

Amoklauf in Hamburg - Ohne Rücksicht auf Verluste

Ich kann zwar nicht beurteilen ob das bestehende Waffenrecht schon ausreicht oder nicht.
Aber der Täter hätte niemals eine Berechtigung, für das tragen einer Schusswaffe, bekommen dürfen.
Wenn man sich nur etwas mehr mit seiner Person beschäftigt hätte.
 
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