Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich habe auch Türken in meinen Freundeskreis. Die sind die 2. und 3. Generation von Einwandererkindern. Die sprechen alle perfekt Deutsch. Und sagen selber das die Sprache sehr wichtig ist.
Von einen die Eltern die können nicht so gut Deutsch. Weil die zu Hause fast nur türkisch gesprochen haben.
Eben und daher ist die Sprachdebatte total lächerlich. Von wie vielen Menschen, die deutsch nicht können sprechen wir? Und ab wann müssen sie deutsch denn können? Und was machen wir mit den vielen Bio-Deutschen aus der unteren Schicht, die selber auch kein richtiges Deutsch sprechen?

Es geht hier nicht um Sprache, sondern um wie ich mich als Mensch im Land fühle. Und wenn ein Türke, der aufgewachsen und gebildet ist, zudem perfektes Deutsch spricht, sich aber mehr für die Politik in der Türkei interessiert (und davon gibt es seehr viele, was man am hiesigen Wahlverhalten der Türken sehen kann), dann könnte man sich ernsthaft in Deutschland fragen, wie kann es sein, dass dieser Mensch sich hier nicht heimisch fühlt?
 
Für mich ist es selbstverständlich, wenn ich in einen anderen Land leben möchte, als erstes die Sprache dort zu lernen. Und das ist eigentlich auch nicht zuviel verlangt. Außerdem sollte jeder der Gesetzgebung in Deutschland uneingechränkt zustimmen. Wenn er hier leben und einen deutschen Pass haben möchte. Wer unsere Gesetze nicht akzeptiert und respektiert hat hier nichts verloren.
Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz. So lange auch hier geborene Deutsche (ggf. auch solche mit Ariernachweis) die deutsche Sprache und Wort und Schrift nur unzureichend bis gar nicht beherrschen und dennoch in der Bundesrepublik verbleiben dürfen, gilt das auch für Zugezogene. :D

Spaß beiseite: Erwarten würde ich das ebenfalls - allerdings nur von Personen, die eine Bleibeabsicht und auch eine Bleibeaussicht haben, denn nur dann ist es von Belang und von Interesse für die Betreffenden. Das ist leider, was Migration in Deutschland angeht, nicht nur hinsichtlich der Sprachbeherrschung oft ein Henne-Ei-Problem: Sie sollen die Sprache lernen, um bleiben zu dürfen, aber wenn sie gar nicht sicher wissen, ob sie bleiben dürfen, warum sollen sie dann die Sprache lernen?
Ein Bringschuld könnte man bei Zuwanderern durchaus formulieren, allerdings nur bei denjenigen, in die Deutschland erst massiv investieren muss, bis auch etwas für Deutschland herausspringt - nicht jedoch denen, die wir hier brauchen, denn diesen müssen wir entgegen kommen. Und damit tut sich Deutschland trotz Überalterung und Fachkräftemangel schwer und sieht sich immer noch als offenes Honigglas im Sonnenschein, zu dem von ganz allein nur die Bienen, aber nicht die Fliegen kommen sollen. Wir sind aber oftmals eher ein Essigglas und wundern uns, wenn dann nur Obstfliegen kommen und die Bienen anderswo hin fliegen.

Oder anders ausgedrückt: Was wir hierzulande in über einem halben Jahrhundert nicht hinbekommen haben, ist ein gescheites Einwanderungsgesetz, welches in beide Richtungen Sicherheit und Gerechtigkeit schafft. Wir wurschteln uns stattdessen zu unserem eigenen Schaden und dem von Neuankömmlingen seit Jahrzehnten irgendwie durch.
 
Oder anders ausgedrückt: Was wir hierzulande in über einem halben Jahrhundert nicht hinbekommen haben, ist ein gescheites Einwanderungsgesetz, welches in beide Richtungen Sicherheit und Gerechtigkeit schafft. Wir wurschteln uns stattdessen zu unserem eigenen Schaden und dem von Neuankömmlingen seit Jahrzehnten irgendwie durch.
Ja das hatte ich auch geschrieben. ;)
 
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Dieses Thema mit Schule und Sprache finde ich jedes Mal total seltsam, da es nicht der allgemeinen Realität von Menschen mit Migrationshintergrund entspricht. Selbst die Flüchtlinge, die ich kenne, haben in 5-6 Jahren recht passabel Deutsch gelernt. Natürlich gibt es da Luft nach oben. Aber sämtliche Türken, Araber, Kurden, und (ex-)Jugoslawen, die wie ich hier in 3. oder 4. Generation leben sprechen gut bishin zu perfektes Deutsch.

Das ist das Problem mit persönlichen Blasen, hier in Berlin findet man sehr regelmäßig Migranten die wirklich schlecht, manchmal sogar gar nicht, Deutsch sprechen, aber teilweise sogar bereits 10-40 Jahre hier leben.

Ein persönliches Erlebnis, mal als Beispiel.
Ich war letztes Jahr 5 Wochen im Krankenhaus und dort mit einem Mann auf dem Zimmer, der aus Costa Rica stammte, sehr gebildet, hatte sogar Informatik in denn USA studiert, lebte aber bereits 19 Jahre in Deutschland, hatte sogar seit 14 Jahren die Staatsbürgerschaft und sprach trotzdem wirklich absolut kein gutes Deutsch, Englisch aber schon, weshalb ich oft in Gesprächen mit ihm ins englische wechseln musste (auch weil ich kein Spanisch kann), um ihn selbst teils simple deutsche Wörter ins englische zu übersetzen.
 
Ich bin auch dafür, dass Menschen, die hier langfristig leben wollen, die Sprache erlernen sollen, finde aber nicht, dass das unbedingt ganz weit oben auf der Liste der gesellschaftlichen Themen stehen sollte, bei der Frage welche primären Faktoren für eine erfolgreiche Integration notwendig sind.
 
Ich bin auch dafür, dass Menschen, die hier langfristig leben wollen, die Sprache erlernen sollen, finde aber nicht, dass das unbedingt ganz weit oben auf der Liste der gesellschaftlichen Themen stehen sollte, welche primären Faktoren für eine erfolgreiche Integration notwendig ist.
Doch. Die Sprache steht an erster Stelle. Und dann die Zustimmung unserer Verfassung bzw Gesetze.
 
Ich bin auch dafür, dass Menschen, die hier langfristig leben wollen, die Sprache erlernen sollen, finde aber nicht, dass das unbedingt ganz weit oben auf der Liste gesellschaftlichen Themen stehen sollte, was für eine erfolgreiche Integration notwendig ist.
Doch die Landessprache in einer verständlichen Art zu beherrschen gehört gerade ganz oben auf die Liste, direkt dahinter das Bekentnis zur Rechtsstaatlichkeit und Gleichbehandlung und Selbstbestimmung der Frauen.

Alles andere kann uns als Gesellschaft ziemlich egal sein, ob jemand an das Spagettimonster glauben will, oder Christ ist, ob er Zuhause, in seiner Freizeit im Hobbyverein, oder im Heimat-Kulturverein noch zusätzlich portugisisch, oder Mandarin spricht, ob er Daheim auf Boden isst, oder am Tisch, oder ob Weinachten erst im Januar feiert, oder gar nicht, ect. pp.
 
Die bringen wir nach Bayern.
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Welche "Bio-Deutschen" sollen das sein?

Hoeneß, Schubeck... :ugly:

Ich finde auch, dass Sprache Priorität eins sein muss. Ohne Sprachbeherrschung ist keine sinnvolle Interaktion möglich, ohne Sprachbeherrschung können die Betreffenden auch selbst nicht wirklich handeln, ihre eigenen Rechte (und Pflichten) nicht wahrnehmen, haben noch weniger/keine Selbstwirksamkeit. Darum Sprache, Sprache, Sprache!

Gleichzeitig ist das alles auch gar nicht so einfach. Ich habe im Rahmen meiner Arbeit dutzende Leute kennengelernt, die jeden einzelnen Sprachkursträger in der Stadt abgeklappert haben, aber alles ausgebucht. Oder es gibt zu wenig Integrationskurse mit Kinderbetreuungsangebot (weil es - trotz Betreuungsanspruch - natürlich auch viel zu wenig Krippen-/Kita-Plätze gibt), so dass Alleinerziehende kaum Möglichkeiten haben. Oder es scheitert an Formalien, so z.B. dass das BAMF oder Landesbehörden ewig benötigen um Bleibeperspektiven zu prüfen und erst dann Genehmigungen zur Teilnahme an Integrationskursen bewilligt werden. Oder es scheitert an "Banalitäten" wie dass sich die Auszahlung der AsylbLG-Leistungen monatelang verzögert und die Leute sich schlicht keine Bustickets für 5 Tage Sprachschule pro Woche am anderen Ende der Stadt leisten können.

Obiges betrifft jetzt natürlich erstmal Flüchtlinge, die sehr frisch in Deutschland sind. Aber da werden ja auch schon Weichen gestellt. Man muss verhindern, dass Flüchtlinge/regulär Zugewanderte von Anfang an fast schon gezwungen sind, sich erstmal in der eigenen Community "zu verkriechen". Stattdessen muss der erste Schritt sein, sobald klar ist, dass eine Bleibeperspektive da ist, die Leute zu "empowern". Ich habe da auch kein Problem damit, die Leute dazu zu verpflichten. Denn letztlich ist es auch zu ihrem eigenen Besten und der Staat hat eine gewisse Verantwortung und sollte auch ein Interesse haben, den Bewohnern dieses Landes - egal ob schon Bürger oder nicht - gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
 
Die bringen wir nach Bayern.
Und was machen wir mit den Bayern, Sachsen, Württembergern, Berlinern, und allen anderen, die nicht mal ansatzweise einen fehlerfreien deutschen Satz zusammenbekommen?

Schaut Euch mal um hier und in den anderen Foren.

Ja, ich hab auch Deutsch als erste Fremdsprache gelernt, aber bis zum Abitur stand da immer 1 oder 2 auf dem Hexenzettel.

Wenn man dann solche Sätze liest, wie "fahr zu Dich und hol das Hause ab" (heute erst), dann geht einem so langsam die Geduld aus.
 
Und was machen wir mit den Bayern, Sachsen, Württembergern, Berlinern, und allen anderen, die nicht mal ansatzweise einen fehlerfreien deutschen Satz zusammenbekommen?

Die gehen nach Östereich.

 
Man sollte den Leuten erstmal eine Perspektive in Form von Arbeitserlaubnis bieten. Das holt die Leute aus der Perspektivlosigkeit heraus, was zudem die beste Prävention gegen Kriminalität darstellt. Sprache ist etwas, was dann oft mit einhergeht.
 
Die gehen nach Östereich.
Und zum Dank schicken die uns wieder einen Gefreiten?
Lieber nicht.
Man sollte den Leuten erstmal eine Perspektive in Form von Arbeitserlaubnis bieten. Das holt die Leute aus der Perspektivlosigkeit heraus, was zudem die beste Prävention gegen Kriminalität darstellt. Sprache ist etwas, was dann oft mit einhergeht.
Des Pudels Kern.

Ich hab mir Irakern und Kroaten zusammengearbeitet, die weit über meinem Niveau in der Programmierung waren.
Und alles nette Menschen, die sich gefreut haben einen so tollen Job mit guter Bezahlung gefunden zu haben.

Der Kollege aus dem Irak sagte: "Warum habt ihr so alte Lehrer?"
Ich dachte nanu - und stutzte.
Er hatte Recht.

Da sieht man manchmal die Probleme viel klarer, wenn man in einem anderen Land andere Erfahrungen gemacht hat.

Die Krawallos aus Berlin hätte ich mal in ein Stahlwerk zum Eisenabstich für ein Jahr befördert oder in eine Laserschneidfabrik mit 30 Grad Raumtemperatur im Januar und Krach wie in einer Kesselschmiede.
 
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Die Krawallos aus Berlin hätte ich mal in ein Stahlwerk zum Eisenabstich für ein Jahr befördert oder in eine Laserschneidfabrik mit 30 Grad Raumtemperatur im Januar und Krach wie in einer Kesselschmiede.
Ganz genau! Es bringt keinem hier was, die Debatte über straffällige Menschen mit Kulturalismus zu vermengen. Sowas schürt nur noch mehr Vorbehalte und soziale Sanktionen, die wiederum zu noch mehr Gewalt führen.

Denn eins haben kriminelle Alis aus Duisburg und kriminelle Hans Peter aus Niedersachsen gemeinsam; fehlende Lebensperspektiven, die sich dann in irgendwelchen Feindbilder gegenüber der Mehrheitsgesellschaft oder Minderheiten äußern.

Daher ist mMn das Problem mit gewaltbereiten Rechten und kriminellen Migranten ein soziales Problem und kein Problem von Kultur und Religion, wie es stupiderweise die Polemiker beider Lager verkürzt und monokausal propagieren.
 
Man sollte den Leuten erstmal eine Perspektive in Form von Arbeitserlaubnis bieten. Das holt die Leute aus der Perspektivlosigkeit heraus, was zudem die beste Prävention gegen Kriminalität darstellt. Sprache ist etwas, was dann oft mit einhergeht.
Ich kann gerade nicht mehr mit einem Link dienen, da ich ihn nicht wiederfinde, allerdings war vor einer Weile irgendwo ein Artikel, wo es genau darum ging und warum nicht mehr Betriebe Migranten, selbst solche die eine Arbeitserlaubnis bekommen, einstellen, an Hand des Beispiels eines Pflegeheims.
Problem und Grund Nummer eins ist die Sprache / Kommunikation.

Von 15 Bewerbungen in dem Heim waren 11 von Personen mit Migrationshintergrund, aber von denen konnten nur 4 Deutsch, in schreiben und lesen, so sicher das es für eine engere Auswahl genügt hat.

Es bringt nichts Leuten mit einer Arbeitserlaubnis irgendwelche falschen Versprechnungen zu machen, wenn die Basic vorher nicht passt und die ist nun einmal Deutsch in Sprache und Schrift ausreichend sicher sprechen, verstehen und schreiben zu können und du brauchst nicht glauben es wäre einfacher, wenn man neben einen Beruf auch noch nach der Arbeit, sofern man eine bekommt, einen Kurs besuchen muss, um dann noch die Sprache zu erlernen.
Wer mal einen Schulabschluss in Abendschule nachgemacht hat, oder jemanden besser kennt, der sowas gemacht hat, weiß wie sehr sowas die Person, neben der täglichen Arbeit, schlaucht.

Die Realität sieht da eben dann auch oft so aus, bei Leuten die trotz mangelhaften Deutsch (z.B. in Produktionsstraßen wo immer die selben Handgriffe gefordert werden) das dann meistens eben nicht mehr nebenher noch die Sprache in Eigeninitiative erlernt wird und eine Integration dann entsprechend auch nicht (wirklich) stattfinden kann.
 
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Hier noch einmal zu Messerangriffen, ist nen richtiges Problem.

 
Ich kann gerade nicht mehr mit einem Link dienen, da ich ihn nicht wiederfinde, allerdings war vor einer Weile irgendwo ein Artikel, wo es genau darum ging und warum nicht mehr Betriebe Migranten, selbst solche die eine Arbeitserlaubnis bekommen, einstellen, an Hand des Beispiels eines Pflegeheims.
Problem und Grund Nummer eins ist die Sprache / Kommunikation.

Von 15 Bewerbungen in dem Heim waren 11 von Personen mit Migrationshintergrund, aber von denen konnten nur 4 Deutsch, in schreiben und lesen, so sicher das es für eine engere Auswahl genügt hat.
Wobei ich mich hier frage, wie das überhaupt geschehen konnte? Ausländer müssen doch alle den B1 Kurs abschließen, der die Leute mit Basics ausreichend vorbereiten sollte. Wenn dem nicht der Fall ist, sollte die Didaktik und Inhalte dieses Kurs nochmal in Frage gestellt werden.
 
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