Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Genau...
Luft und Liebe für Alle! :fresse:

Irgendwer wir den ganzen Mumpitz (Nahrung, Wohnung, Energie) schon bezahlen... :wall:
Ganz so einfach ist es nicht.

Ich bin beim Thema Bedingungsloses Grundeinkommen immer noch gespaltener Ansicht, aber die reflexartige Frage "Wer soll das alles bezahlen?" ist genau die Falsche, denn wir bezahlen es ja bereits jetzt - nur eben in denkbar umständlicher und höchstwahrscheinlich ineffizienter und definitiv ineffektiver Weise.

Und "wir" lässt zudem noch recht viele Leute außen vor, die sich bei Finanzierung gesellschaftlicher Belange vornehm zurückhalten, jedoch anderseits sehr kreativ werden, wenn es darum geht, Abgaben zu sparen und Kosten zu vergesellschaften - was dann wiederum höhere Lasten für alle Anderen bedeutet.

Erst einmal wäre ohnehin zu berechnen, was uns das jetzige Modell inklusive aufgestockter Arbeitslöhne und Renten, Arbeitgeberunterstützung, Subventionen zum Erhalt eigentlich unwirtschaftlicher Arbeitsplätze und irrelevanter Branchen etc. p.p. kostet.
Denn all das fiele weg, wenn man das Geld einfach dem Bürger gäbe, der es ja nicht verschwinden lässt, sondern in irgend einer Form in den Wirtschaftskreislauf zurückführt.

Und das ist der Punkt, der für mich noch zu klären wäre: mit welchen Instrumenten kann man dafür sorgen, dass dieser Rückfluss möglichst stärkend und stabiliserend für den bundesdeutschen Geldkreislauf ist und auch möglichst in selbigen verbleibt?
 

Was würde nur passieren, wenn die Bleistiftkrieger wirklich arbeiten müssten?^^
Würdest du mit Ihnen tauschen? :ugly:

Aber mal ernsthaft; solche Vorurteile sind doch billig.
Leute, die sich die Eier schaukeln, findest in Werkstatt und Büro gleichermaßen. Das sind dann echte Teamplayer (TEAM = Toll, Ein Anderer Macht's).

Ich hatte schon Tage im Büro, da hätte ich lieber dreimal den Acker händisch umgegraben oder wäre alternativ lieber auf Socken durch Parwan marschiert.
 
Was mich bei dieser Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen stört, ist, dass ich sehr oft zu hören bekomme, dass es ausgenutzt wird. Und ja, ich bin auch nicht so naiv zu glauben, dass dem nicht so sei, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht daran, dass es so massiv ist, wie es manche hinzustellen versuchen.
a) Habe ich nicht so ein Menschenbild, dass alle faule Schmarotzer sind und b) kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass ich bei längerer "Arbeitslosigkeit", wie in der Elternzeit, den starken Drang hatte mich irgendwie produktiv zu beschäftigen. Sogar mich beruflich umzuorientieren in eine Richtung, die mich tatsächlich interessiert, was jedoch daran scheitert, da die Studiumgebühren zu teuer sind.
Was sogar mein 2. "utopischer" Wunsch neben dem Grundeinkommen wäre: Jegliche Bildung kostenlos!

Auch in meinem Bekanntenkreis strebten alle sehr schnell nach irgendeiner Beschäftigung, nachdem sie in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Während andere, die aufgrund schwerer Krankheit nicht mehr arbeiten können, schon ziemlich unglücklich damit sind.

Ich glaube, dass viele Menschen wie ich ohne diesen gezwungenen daily hustle sich beruflich viel eher verwirklichen würden und somit auch glücklicher wären.
Dabei gehe ich jedoch von in die Gesellschaft psychosozial gesund eingebetteten Menschen aus, die es nicht vorziehen würden einfach so planlos im Leben "dahinzuvegetieren".

Edit: In einer Gesellschaft mit bedingungslosen Grundeinkommen muss sich Schule aber auch ändern. Keine Schul-Mentalität, die darauf ausgelegt ist ständig zu bewerten und auszufiltern, was viele Kinder und Jugendliche von kleinauf schon in eine resignierende und frustrierte Trotzhaltung wirft, sondern wo darauf geachtet wird, dass Kinder ihre Fähigkeiten ohne irgendeinen Druck und Zwang entwickeln können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Keine Schul-Mentalität, die darauf ausgelegt ist ständig zu bewerten und auszufiltern, was viele Kinder und Jugendliche von kleinauf schon in eine resignierende und frustrierte Trotzhaltung wirft, sondern wo darauf geachtet wird, dass Kinder ihre Fähigkeiten ohne irgendeinen Druck und Zwang entwickeln können.
Für Letzteres musst du aber Ersteres doch in irgend einer Form durchführen. Ansonsten hast du 80% gelangweilte Schüler die ihre Fähigkeiten eben nicht weiter entwickeln können weil sie auf den Rest warten.
 
Für Letzteres musst du aber Ersteres doch in irgend einer Form durchführen. Ansonsten hast du 80% gelangweilte Schüler die ihre Fähigkeiten eben nicht weiter entwickeln können weil sie auf den Rest warten.
Ich glaube nicht das es 80% sind. Und wer sich unterfordert fühlt kann ja Leistungskurse besuchen.
Oder 1-2 Klassen überspringen wenn er so gut ist.
 
Ich glaube nicht das es 80% sind. Und wer sich unterfordert fühlt kann ja Leistungskurse besuchen.
Und wie kommt ein z.B. 10 Jähriger an einen "Leistungskurs"? Richtig! Indem der Lehrer seine Leistung beurteilt und ihn ermutigt diesen zu besuchen. Und schon wurde gefiltert. Kleinteiliger als bei einer festen Wahl der Sekundarstufe, aber eben nicht ohne Bewertung und Filterung.
 
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und Leistung wird immer wahrgenommen und bewertet. Du kannst dich weigern dass in Zahlen auszudrücken, aber das ändert nichts am Ergebnis.
Sieht man schön an Arbeitszeugnissen "ohne negativen Inhalt".
 
Vielleicht sollte auch die sogenannte gesamte Leistungsgesellschaft überdacht werden. Das Leistung wahrgenommen und bewertet wird sehe ich eher skeptisch, zumindest wie welche Leistung wahrgenommen und bewertet wird. Stichwort Profi-Fußballer mit paar 100k Jahreslohn vs. Entgelte im sozialen Bereich.
 
wie sollte so ein Bürgergeld überhaupt aussehen? Jetzt bekommen Hartz4-Empfänger 450€...und der Staat knausert.
Wenn alle dan nur noch 100€ Bürgergeld bekommen gucken die jetzigen Hartz4-Empfänger aber ganz schön blöd aus der Röhre...davon abgesehen, dass mehr Bürgergeld ja erstmal vom Bürger irgendwie eingezogen wird, um es ihm dann teilweise wieder zu geben...absoluter Quatsch.
 
Ganz so einfach ist es nicht.

Ich bin beim Thema Bedingungsloses Grundeinkommen immer noch gespaltener Ansicht, aber die reflexartige Frage "Wer soll das alles bezahlen?" ist genau die Falsche, denn wir bezahlen es ja bereits jetzt - nur eben in denkbar umständlicher und höchstwahrscheinlich ineffizienter und definitiv ineffektiver Weise.
Finanztransaktionsteuer, Erbschaftssteuer, Gäbe schon ein paar Sachen.
Das Problem ist sowieso, dass der Gelderwerb durch Arbeit viel höher besteuert wird als der Gelderwerb durch Geld. Wer also Geld hat, hat es viel leichter, das zu vermehren als der, der nur seine Arbeitskraft hat.
Ich bin auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Dazu kostenloser öffentlicher Nahverkehr.
Und wer sagt, dass die Leute dann alle zu Hause aufn Sofa hocken -- das glaube ich nicht. Es wird genug Menschen geben, die sich einbringen wollen. Dazu fällt der Druck wer, jeden Job annehmen zu müssen. Die Leute können kreativ werden. Es gibt bestimmt noch den einen oder anderen Einstein, Mozart, Koch, etc. dessen Fähigkeiten aber nie entdeckt worden oder sich entwickeln konnten, weil er gezwungen war, sich einen Job zu suchen.
 
wie sollte so ein Bürgergeld überhaupt aussehen? Jetzt bekommen Hartz4-Empfänger 450€...und der Staat knausert.
Wenn alle dan nur noch 100€ Bürgergeld bekommen gucken die jetzigen Hartz4-Empfänger aber ganz schön blöd aus der Röhre...davon abgesehen, dass mehr Bürgergeld ja erstmal vom Bürger irgendwie eingezogen wird, um es ihm dann teilweise wieder zu geben...absoluter Quatsch.
In dem man Einkommen und Besitz gleichmäßig auf alle Bürger verteilt.
 
Dazu fällt der Druck wer, jeden Job annehmen zu müssen. Die Leute können kreativ werden. Es gibt bestimmt noch den einen oder anderen Einstein, Mozart, Koch, etc. dessen Fähigkeiten aber nie entdeckt worden oder sich entwickeln konnten, weil er gezwungen war, sich einen Job zu suchen.
Sicherlich würden auch Viele den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und Neues ausprobieren, statt ihre qualifizierte Ausbildung lediglich für Broterwerb und sichere Konzept einzusetzen.
Und das bringt Fortschritt und somit mehr Wertschöpfung.

Außerdem muss das Grundeinkommen lediglich so dimensioniert sein, dass es Existenz und Mindestteilhabe ermöglicht. Es gibt genug Menschen, die mehr im Leben wollen.

Dass es auch immer Menschen gibt, die geringe Ansprüche an ihr Leben stellen, kann man dabei getrost hinnehmen - es gibt ohnehin nicht genug Arbeit für Alle bzw. für Jeden und passionierte Faulpelze wären so oder so nicht zu gebrauchen, auch wenn man sie zwingt. Und wie man Letztere dann alimentiert, kann eigentlich egal sein.

Im schlimmsten Fall wäre so etwas wie ein Bürgerdienst denkbar, von dem Berufstätige oder anderweitig sinnvoll Beschäftigte befreit sind. Damit könnte man niedrigschwellige Arbeitsleistung abrufen. Wenn man 20 Laubfeger und Müllsammler hat, ist es egal, wie faul und/oder inkompetent sie sind, die Arbeit wird trotzdem irgendwie fertig.
 
Finanztransaktionsteuer, Erbschaftssteuer, Gäbe schon ein paar Sachen.

Das Problem dabei ist: das trifft auch den kleinen Michel. Nahzu alle privaten Rentenprodukte bzw. -modelle beruhen auf Vermehrung von angesparten Vermögen, ob nun als Guthaben, in Aktien oder sonst was.
Und auch bei weitem nicht jeder der erbt hat danach ausgesorgt. Evtl. ist es das Reihenhaus der Eltern, so dass der Erbe dann im hohen Alter das erste Mal seit der Kindheit wieder mietfrei wohnen kann. Wenn das aber besteuert werden würde müsste oft das Haus verkauft werden. Der Erbe muss dann weiter Miete zahlen. Profitieren tut hier am Ende wieder nur der Immobilienkonzern oder wohlhabende private Käufer.

Die Schieflage besteht meiner Meinung nach auch eher bei den Einkommen. Da sind die Unterschiede einfach viel zu groß. Niemand der 40h Vollzeit arbeitet sollte sich die Grundbedürfnisse des Lebens nicht leisten können. Und auch wenn der Kühlschrank mal kaputt geht sollten keine Schweißperlen auf der Stirn entstehen. Das Lohnspektrum müsste dementsprechend am anderen Ende gestaucht werden.
Letztendlich muss da irgendwann was geändert werden weil das im gesamtgesellschaftlichen Interesse liegt. Aber bis die Erkentniss auch bei den Entscheidungsträgern und der breiten Masse der Bevölkerung ankommt muss erst Leid und Tod entstehen (z.B. durch Untervorsorgung in Krankenhaus/Pflege, durch Unfälle bei Heimarbeiten weil der Elektriker auch im Notfall erst in 6 Monaten Zeit hat,...).
Was hier leider erschwerend hinzukommt ist, dass es in Deutschland mittlerweile kaum noch einen gesellschaftlichen Zusammenhalt gibt. Die Bevölkerung ist schon gespalten und entfremdet sich immer mehr. Erst heute ein Video gesehen vom österreichischen Bundesheer. Bei der Frage ob man sein Land verteidigen würde sagen ganze 18% der Deutschen "ja". Die restlichen 82% würden sich weigern. Das ist in der Liste im Video der drittletzte Platz.
Sprich jeder ist sich selbst der Nächste.
 
wie sollte so ein Bürgergeld überhaupt aussehen? Jetzt bekommen Hartz4-Empfänger 450€...und der Staat knausert.
Wenn alle dan nur noch 100€ Bürgergeld bekommen gucken die jetzigen Hartz4-Empfänger aber ganz schön blöd aus der Röhre...davon abgesehen, dass mehr Bürgergeld ja erstmal vom Bürger irgendwie eingezogen wird, um es ihm dann teilweise wieder zu geben...absoluter Quatsch.
Bürgergeld bekommen ALG II und Grundsicherungempfänger. Und warum sollten das nur 100 Euro sein?

Im schlimmsten Fall wäre so etwas wie ein Bürgerdienst denkbar, von dem Berufstätige oder anderweitig sinnvoll Beschäftigte befreit sind. Damit könnte man niedrigschwellige Arbeitsleistung abrufen. Wenn man 20 Laubfeger und Müllsammler hat, ist es egal, wie faul und/oder inkompetent sie sind, die Arbeit wird trotzdem irgendwie fertig.
Gab es doch schon als Eurojob.
 
Das Problem dabei ist: das trifft auch den kleinen Michel. Nahzu alle privaten Rentenprodukte bzw. -modelle beruhen auf Vermehrung von angesparten Vermögen, ob nun als Guthaben, in Aktien oder sonst was.
Und auch bei weitem nicht jeder der erbt hat danach ausgesorgt. Evtl. ist es das Reihenhaus der Eltern, so dass der Erbe dann im hohen Alter das erste Mal seit der Kindheit wieder mietfrei wohnen kann. Wenn das aber besteuert werden würde müsste oft das Haus verkauft werden. Der Erbe muss dann weiter Miete zahlen. Profitieren tut hier am Ende wieder nur der Immobilienkonzern oder wohlhabende private Käufer.

Die Schieflage besteht meiner Meinung nach auch eher bei den Einkommen. Da sind die Unterschiede einfach viel zu groß. Niemand der 40h Vollzeit arbeitet sollte sich die Grundbedürfnisse des Lebens nicht leisten können...

Ich denke nicht das da nur die Schere beim Gehalt ein Problem darstellt.
Wie schon richtig geschrieben wurde, Erbschaften sind ebenso ein Problem, nicht gerade die am unteren Ende, wo jemand 50.000 oder auch 100.000 Euro, oder ein einzelnes Mehrfamilienhaus, respektive Einfamilienhaus erbt, aber sehr wohl die am Erbschaften am oberen Ende.

Warum jemand von den Eltern ohne Eigenleistung und nennenswerte finanzielle Belastung 10 Villen erben kann und Vermögen im mehrstelligen Millionen und Milliardenbereich, ist und bleibt halt unverständlich, unangebracht und für die Mehrheit der Menschen, welche wenig bis nichts erben und dann darauf noch zur Kasse gebeten werden einfach unerklärbar.

Davon aber mal ganz abgesehen.
Ein Problem das wie ich meine bei der Thematik immer zu kurz kommt ist die Automatisierung.
Die Gewinne von Firmen, die die letzten 100 Jahre in zunehmenden Maße ihre Produktion automatisieren konnten, massiv angestiegen, wesentlich mehr als meist damit einhergehende Kosten.

Auch irgendwo logisch, hast du vor 100 Jahren für die Produktion von einem Auto noch 300 Menschen beschäftigen müssen, tun die selbte Arbeit heute eine Reihe von Robotern und 50 Angestellten deutlich produktiver.

Die Automatisierung vieler Betriebs- und Produktionsabläufe war eine gewaltige Kosteneinsparung, welcher poltisch und damit auch finanziell, vom Staat, bis heute keine Rechnung getragen wird.

Im Grunde müsste und sollte man also darüber nachdenken ob Roboter als "Arbeiter" nicht auch konstant besteuert werden sollten, denn auch wenn da natürlich für Wartung und gelegentliche Defekte Geld ausgegeben wird, ist es immer noch nur ein Bruchteil dessen was die Lohnkosten von menschlichen Mitarbeitern ausmachen würden und dessen was damit an Effizienssteigerung in der Produktion erreicht wird.

Nur meine Meinung.
 
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