Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Die große Mehrheit der Menschen hierzulande sähe es gerne, wenn Reiche mehr von ihrem Vermögen abgeben müssten. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung für eine Studie der Bertelsmann Stiftung zum Gerechtigkeitsempfinden in Deutschland.

Danach stimmen drei von vier Erwachsenen (75,3 Prozent) der Aussage zu, der Staat solle «für eine Verringerung des Unterschieds zwischen Arm und Reich sorgen». Eine Vermögensteuer für «Reiche» fänden etwa genauso viele Menschen (76,5 Prozent) gut oder sogar sehr gut. Wer zu den «Reichen» zählt und ab welchem Betrag das Vermögen besteuert werden sollte, war in der Fragestellung allerdings nicht vorgegeben.

Die von der Mehrheit empfundene Verteilungsungerechtigkeit hat ihre Ursache aus Sicht vieler Bundesbürger unter anderem in einer nicht leistungsgerechten Entlohnung. Der Aussage «Man wird in Deutschland entsprechend seiner Leistung vergütet» stimmte nicht einmal jeder Vierte (23,7 Prozent) zu. Als die Meinungsforscher wissen wollten, ob das eigene Einkommen im Vergleich zu dem, was andere erhalten, als gerecht empfunden werde, lag die Zustimmung allerdings mit rund 35 Prozent etwas höher.

Die Forscher stellten zudem fest, dass der Drang zur Umverteilung etwas abnimmt, wenn es ans eigene Portemonnaie geht. Laut Studie wären lediglich 37 Prozent der Befragten bereit, mehr Steuern zu zahlen, wenn ärmere Menschen dafür eine höhere finanzielle Unterstützung vom Staat bekämen. Interessant ist: wer ein geringeres Nettoeinkommen, ist eher bereit, für dieses Ziel davon etwas abzugeben als diejenigen, die über mehr Geld verfügen können.
Quelle: Große Mehrheit will Reiche zur Kasse bitten

Für eine Vermögenssteuer bin ich auch. Allerdings muß man sich einigen ab wann die zählen soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch Piloten sind keine Top Verdiener mehr. Allerdings haben sie gute Konditionen wenns um Rente und so geht. Da will ja die Lufthansa ran und das kürzen. Dass die Piloten das nicht wollen, kann ich nachvollziehen.
Aber die Zeiten ändern sich.
Ein Bekannter musste sich mit Mitte 50 noch was Neues suchen, da seine Firma insolvent geht.
Statt 33 Tage hat er nur noch 25 Tage Urlaub im Jahr.
Er verdient 400€ weniger im Monat.
Er muss täglich 100km fahren, 90 mehr als früher.
Jeder muss Abstriche machen, Keine Ahnung, wer 250.000€ im Jahr verdient.
Ich bin es jedenfalls nicht. :(
Für so wenig würde ich nicht mal aufstehen. :D

Unser System ist halt sehr ungleich. Alles was man persönlich machen kann ist das Beste für sich auf legalen Wege darin herauszuholen.
 
Ich würde an die Erben rangehen und Einkommen durch Arbeit weniger hoch besteuern als Einkommen durch Kapital.
Aber bei der derzeitigen Konstellation im Bundestag nicht umsetzbar.
Die Erbschaftssteuer ist ja da. Und wird fröhlich mit Schenkungen unterwandert. Die müsste man wohl eher griffiger machen als an den Sätzen zu drehen.
 
Die Erbschaftssteuer ist ja da. Und wird fröhlich mit Schenkungen unterwandert. Die müsste man wohl eher griffiger machen als an den Sätzen zu drehen.
Auch Schenkungen kann man besteuern. Man muss halt machen aber solange die FDP oder die Union mit an der Regierung hängen, wird sich nichts ändern.
Sieht man ja aktuell an der Regierung. Ein allgemeines Tempolimit gibt es nicht und dessen Umsetzung kostet nicht mal was (und man braucht auch keine unzähligen Schilder).
 
Quelle: Große Mehrheit will Reiche zur Kasse bitten

Für eine Vermögenssteuer bin ich auch. Allerdings muß man sich einigen ab wann die zählen soll.
Die Frage ist halt, ab welchem Bruttojahreseinkommen würde so was gelten?

Die wenigen ca. 10% oberhalb von 100.000 € brutto sind gesamtfinanziell kein relevanter Hebel.

Der funktionierende Hebel der Umverteilung würde bei ca. 50.000 -60.000€/Brutto Jahreseinkommen eintreten und beträfe somit sehr, sehr Viele, die selber sagen, ja nehmt allen Reichen was weg...
Nur so als Gedankengang.

Oder z. B. gilt das dann auch für den Geringverdiener, der das alte Haus seiner Eltern erbt, dies aber in nunmehr in Bestlage ist und er die einmalige Chance hat, mal ne halbe Mio. auf dem Konto zu haben?

Was ich sagen möchte, empfundene Gerechtigkeit kann manchmal nach hinten losgehen...
 
Naja, haben die "oberen 10%" nicht ungefähr soviel Vermögen wie der Rest zusammen?
Ich denke schon das man da was abgreifen kann.
Mag schon sein, aber im Vermögen sind oftmals Immobilien mit relativ hohem Wert oder auch Aktienpakete usw..
Immobilien sind erarbeitetes oder erspartes Kapital, das wäre für mich ein Nogo (Einteignungen).
Aktien sehe ich schon differenzierter, z. B. mögliche Lösung, je höher das Geamtinvest in Aktien ist, desto höher ist die Steuer auf die Aktien bei Gewinnmitnahmen.

Plakativ gesprochen:
Was ist besser für den Staat oder die Gesellschaft?
Einmal "populistisch" über die Vermögenssteuer reinzuholen und aber dafür den Verlust von Arbeitsplätzen zu riskieren?

Oder aber mit einer "besseren" Steuerpolitik die gesellschaftliche Ungleichheit zu minimieren?
Das prinzipielle Modell in einer sozialen Marktwirtschaft wäre hierzu, geringere Steuern für den Arbeitnehmer , Höhere Steuern für den Arbeitgeber.
Ich bin der Auffassung, dass gerade in den unteren und mittleren Einkommensgruppen in D. im Verhältnis viel zu viel Steuern bezahlt werden müssen.

Schweden wäre mein Wunschvorbild. Nur 5,3% zahlt der Arbeitnehmer, aber fast 24% das Unternehmen.
Aber Achtung: Die Konsequenz des schwedischen Modells bedeutet z. B. weit teure Waren als in Deutschland und ein Gesellschaftsmodell, bei dem der Einzelne viel mehr im Rahmen von freiwilliger, kostenloser Arbeit für die Gemeinde sich einbringen muss. Der durchschnittliche Schwede hat neben seinen 40 Arbeitsstunden im Schnitt 12 h sozialwertige Arbeit zu leisten.
1662769138487.png
 
Immobilien sind erarbeitetes oder erspartes Kapital, das wäre für mich ein Nogo (Einteignungen).
Joar zumindest für die Immobilie die man selbst bewohnt bzw wenn es nur eine ist, ist es ein Nogo.
Aber wenn du 10 Stück erbst ist es ja ne andere Sache.?

Aber man muss ja auch nicht sagen, dass die Summen auf einmal bezahlt werden müssen.
Grad wenn jemand zig Immobilien erbt und vermietet könnte man die Erbschaftssteuer über Jahre reinholen durch die Miete.
 
Plakativ gesprochen:
Was ist besser für den Staat oder die Gesellschaft?
Einmal "populistisch" über die Vermögenssteuer reinzuholen und aber dafür den Verlust von Arbeitsplätzen zu riskieren?
Dann muß man zwischen Firmen und Privatkapital unterscheiden.
Oder aber mit einer "besseren" Steuerpolitik die gesellschaftliche Ungleichheit zu minimieren?
Das prinzipielle Modell in einer sozialen Marktwirtschaft wäre hierzu, geringere Steuern für den Arbeitnehmer , Höhere Steuern für den Arbeitgeber.
Ich bin der Auffassung, dass gerade in den unteren und mittleren Einkommensgruppen in D. im Verhältnis viel zu viel Steuern bezahlt werden müssen.
Arbeitgeber höher besteuern? Die jammern doch schon seit Jahren das ihnen die Lohnnebenkosten zu hoch sind. Und drohen regelmäßig mit Entlassungen oder Abwanderungen ins Ausland.

Wobei sie das beim Mindestlohn auch gemacht haben und der hat eben nicht zu massenhaften Entlassungen geführt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin der Auffassung, dass gerade in den unteren und mittleren Einkommensgruppen in D. im Verhältnis viel zu viel Steuern bezahlt werden müssen.

Schweden wäre mein Wunschvorbild. Nur 5,3% zahlt der Arbeitnehmer, aber fast 24% das Unternehmen.
Nicht Steuer und Sozialabgaben verwechseln. Bei der Einkommenssteuer ist Schweden in deinem Bild nicht weit von Deutschland entfernt und zahlen tut die jeweils 100% der Arbeitnehmer.
Ich sehe auch nicht wirklich was die Aufteilung zwischen AN und AG am Ende and den Lohnkosten ändert. Der AG muss immer das Brutto aufbringen mit dem der AN sein gewünschtes Netto bekommt. Von wo man da formell das Geld abzieht ist mehr oder weniger egal.
 
Der funktionierende Hebel der Umverteilung würde bei ca. 50.000 -60.000€/Brutto Jahreseinkommen eintreten und beträfe somit sehr, sehr Viele, die selber sagen, ja nehmt allen Reichen was weg...
Vielleicht sollte man da aber auch keine allzu harte / künstliche Interessengrenze ziehen.
Ich gehöre zu denen, die auf jeden Fall betroffen wären und sage: Ja, verdammt, nehmt es mir weg, ich geb's ja gerne!

Nun gut, vielleicht nicht "gerne" :P, aber ich sehe zumindest ein, dass Umverteilung unumgänglich ist, ich dabei nicht ausgenommen werden kann und es mir eigentlich nur deshalb ein wenig weh tut, weil mein Reptilienhirn noch was zu sagen hat und die Zähne gerne in der Beute lässt.
Kurz gesagt, ich gehe davon aus, dass es zwischen Besitzneid von unten und Besitzdünkel von oben ein weites Feld gibt, in dem man sich einigen kann.

Wenn schon nicht aus Einsicht oder Gerechtigkeitsempfinden, dann doch wenigsten aus der ganz und gar egoistischen Überlegung heraus, dass man den eigenen Wohlstand nicht mehr so schön genießen kann, wenn man ihn mit der Armbrust aus dem Prepper-Shop :ugly: verteidigen muss, statt mit ein bißchen weniger Wohlstand gemütlich im Sonnenstuhl zu sitzen und dem Gärtner bei der Arbeit zuzuschauen - mit einigermaßen gutem Gewissen, weil auch dieser sich in den Sonnestuhl legen kann, wenn er mit der Hecke fertig ist. Zwar vielleicht nicht auf dem eigenen Anwesen, aber zumindest auf dem Balkon einer Wohnung, die er sich leisten kann.
 
Warum sollte man jemanden, der nicht einmal das Doppelte Durchschnittseinkommen noch mehr wegnehmen wollen um umzuverteilen?

Es ist völlig egal wie viel jemand mit Erwerbsarbeit verdient, problematisch sind nur jene, die ihr Geld mit dem Besitz von Produktionsmitteln und Boden verdienen ohne selber etwas zu leisten.
 
Aber auch nur wenn man die Einkommensgrenze mit nach oben verschiebt und es bis zur heutigen Grenze von 58500 unverändert lässt.

Ich finde es nicht schlecht wenn man dem Habeck Vorschlag folgt und ab 80.000 58% einkassiert. Gerne mit Reichenaufschägen ab 250.000 auf 65% und ab 1.000.000 auf 75%.
 
Die "Reichensteuer" ab 250k gibt es bereits. Im Endeffekt sagt dein Vorschlag also nur es soll noch einen Tarif zwischen 50k und 250k geben. Wobei dann 80k eine komische Schwelle ist weil das Loch darüber immernoch riesig bleibt.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück