Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
[Robert Habeck war gestern Abend bei Maischberger. Und hat quasi eingestanden, dass bestimmte Branchen mit dem Entlastungspaket nicht vollständig abgedeckt werden. Und z.B. Bäckereibetriebe pleite gehen wenn sich nichts ändert. Ab 19.40min.
Ja, in Krisen gehen Untermehmen unter, die nicht krisenfest sind. Große Überraschung!

Gerade das Bäckerhandwerk wurde allerdings schon die letzten Jahrzehnte kaputt gemacht, indem Industriebäckereien begünstigt wurden. Diese haben kleine Mitbewerbervom Markt gefegt, weil sie dasselbe Produkt knapp über Selbstkostenpreis angeboten und ihren Gewinne über die Masse gemacht haben.

Massenproduktion ist allerdings auch sehr energieaufwändig, was kein Problem ist, so lange Energie billig ist - oder richtiger, so lange sie für Industrie und Gewerbe künstlich billig gehalten wird. Selbst als sie allmählich teurer wurde und weitere Erzeuger her mussten, waren Unternehmen von der Energieumlage befreit und das entstehende Defizit durfte der Privatkunde mittragen.

Nun kommen auch auf Unternehmen nach und nach die realen Kosten zu und das Wehklagen ist natürlich groß.
Und um nur einmal bei den Bäckerbetrieben zu bleiben: Die Falle ist selbstgebaut. Denn eine Verteuerung der biligen Brötchen, mit denen man die Konkurrenz ausgestochen hat, an die ungefilterten Produktionskosten sind dem Kunden nur schwer vermittelbar.

Ich darf das so offen sagen.
Würde Habeck das tun, gäbe das einen Shitstorm der Kategorie 5, denn die unbequeme Wahrheit auszusprechen ist ein Luxus, den Regierende nicht haben.
 
Und trotzdem ging es, daher hat Habeck Recht.
Was ich nicht grundsätzlich bestritten habe, ich habe lediglich die Methodik ergänzt, die in der covid-mist-zeit viele Unternehmen vor der Pleite gerettet hat.

Die Situation ist aber nun eine Differenzierte.
Hatte man bei covid das Thema, wer bezahlt die Arbeiter/Angestellte, die unproduktiv zu Hause im Lockdown sitzen müssen - also ein mehr oder weniger überschaubarer Zeitraum,
hat man nun die Situation, dass die Energieversorgung (wohl dauerhaft) teurer wird und in Bezug auf einen von mir angenommenen Zeitraum von vielleicht 5 Jahren auch teuer bleibt.

Heimische Industrie wir international teurer und somit weniger kaufattraktiv, im innländischen Handel wir der eine oder andere Verbraucher schlichtweg kein Geld mehr haben, um sich das Produkt auch leisten zu können (ebenso Belastung Energie + Inflation).

Die Konsequenz wird sein, dass insbesondere energieintensive Betriebe schlichtweg nicht mehr (Welt-) marktpreise darstellen können und über kurz oder lang Insolvenz anmelden müssen.
Es dürfte klar sein, dass es die z. B. heimische Glas- und Porzellanindustrie erbarmungslos wegbeamen wird.

Für diesen wirtschaftlichen Wandel kann die Bundesregierung gar keinen langfristigen Rettungsschirm ausspannen.

Die resultierende Folge wird aber sein, dass mehr Arbeitslose auf der Strasse stehen.

In dem Habeckschen Konzept fehlt mir im Moment die Zukunftsperspektive, die m. E. jetzt schon initiiert werden müsste.
Meinethalben Schlüsselindustrien raus aus dem Outsourcing und Schaffung von neuen inländischen Arbeitsplätzen (z. B. Medikamentenherstellung, Chipproduktion, PV-Produktion whatever, was sinnig und zukunftsträchtig ist)

Edit, Zitate Habecks aus "Maischberger":
Der Bundeswirtschaftsminister erklärte: „Läden, die darauf angewiesen sind, dass die Menschen Geld ausgeben, Blumenläden, Bioläden, Bäckereien gehören dazu – dass die wirkliche Probleme haben, weil es eine Kaufzurückhaltung gibt. Und dann sind die nicht insolvent, automatisch, aber sie hören vielleicht auf, zu verkaufen.“
Die Moderatorin wirkte irritiert und fragte nach: „Wenn ich aufhöre zu verkaufen, verdiene ich kein Geld mehr. Dann muss ich die Insolvenz anmelden. Nach zwei Monaten, wenn ich es nicht getan habe, habe ich Insolvenz verschleppt.“

Maischberger: „Also ich habe es nicht verstanden.“
Laut Habeck würde ein Unternehmen „dann insolvent werden, wenn man mit der Arbeit immer größeres Minus macht.“ Maischberger entgegnete: „Aber wie wollen Sie denn kein großes Minus machen, wenn Sie Leute bezahlen, aber nichts mehr verkaufen? Also… Wie soll man… Also ich habe es nicht verstanden.“
Der Wirtschaftsminister ergänzte, „es kann sein, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr rentieren und die dann eingestellt werden.“ Das sei keine klassische Insolvenz, so Habeck. Deshalb wolle er auch nicht von einer drohenden Insolvenzwelle sprechen.


Yo, Mei, diese Aussagen helfen halt all jenen nicht viel, die mit erhöhten Preisen kämpfen und Angst um den Arbeitsplatz haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Habeck hätte ja auch einfach mal die Wahrheit sagen und etwas freundeausstrahlender sein können. Dieses rumgehampel und falsche gejammer ist echt schrecklich.

"Wir findens geil, das alles teurer wird, und Putin ist schuld...nicht wir" .:D
 
Stichwort hier wäre das Kurzarbeitergeld.
Ohne diese Hilfe hätte es schlecht ausgesehen.
Mhh, VW hat z.B. seinen Mitarbeitern das Kurzarbeitergeld auf 100% aufgestockt und es wurden denen am Ende des Jahres ein Rekordbonus gezahlt, weil Rekordgewinne erzielt wurden.
Und das ist kein Einzelfall bei Großunternehmen.
Ohne Kurzarbeitergeld hätten die zwar schlechter dagestanden, aber sicher weit entfernt von schlecht.
 
Geil findet das keiner von denen. Und die wären froh darüber wenn es diese Sch**ss Krise nicht gäbe.
Wir haben noch genug andere Probleme.
Die Grünen wollten doch den Konsum durch höhere Preise einschränken.
Und was haben wir nun? Alle Preise sind explodiert...aber nicht wegen den Grünen sondern wegen Putin.
Eigentlich ist das sogar der Optimalfall, es ist das und auch noch extrem viel schneller eingetreten was sie wollte und jemand anderes ist der Buhmann.
 
Dein Grünen-Bashing ist total haltlos und unangebracht.
Hätte man auf die Grünen viel eher gehört, dann hätten wir das Energie-Problem gar nicht.
 
Dein Grünen-Bashing ist total haltlos und unangebracht.
Wieso Bashing? Teilweise bin ich einer Meinung mit den Grünen. Das ist kein Bashing, sondern einfach nur das, was sie wollten in schneller und unschuldiger. :daumen:

Ich wusste z.B. nicht, das Duschen erwähnenswert ist, wo ich schon immer nen poppligen Waschlappen dazu nehme und so ca. 5-6 Liter benötige...alles andere ist Verschwendung.
Im Winter heizen, um im Shirt rumzulaufen ist verschwendung...18°C reichen vollkommen. Ich hab z.B. schon seit Jahren die Heizung nicht mehr angehabt.
Reklame und teilweise auch Straßenbeleuchtung ist auch vollkommen unnötig.
Hätte man auf die Grünen viel eher gehört, dann hätten wir das Energie-Problem gar nicht.
Das hab ich ja nie verneint...die CDU hats grundsätzlich verkackt.
Sinnloses Konsum muss eingeschränkt werden.
Welcher Konsum ist denn nicht sinnlos?^^
Der Mensch war Jäger und Sammler...selbst Fresserei kaufen kann man als Sinnlos sehen...Wasser gibts ausn Fluss, Wärme von der Sonne usw.
 
Welcher Konsum ist denn nicht sinnlos?^^
Der Mensch war Jäger und Sammler...selbst Fresserei kaufen kann man als Sinnlos sehen...Wasser gibts ausn Fluss, Wärme von der Sonne usw.
Alles, was über den lebenserhalt hinaus geht müsste verteuert werden.
Keine Mehrwertsteuern auf Lebensmittel, Energie, Wohnraum.
Hohe Mehrwertsteuer auf Dinge, die nicht lebenswichtig sind.
 
Alles, was über den lebenserhalt hinaus geht müsste verteuert werden.
Keine Mehrwertsteuern auf Lebensmittel, Energie, Wohnraum.
Hohe Mehrwertsteuer auf Dinge, die nicht lebenswichtig sind.
Steigt der eine Preis, steigt der andere Preis...oder denkst du, das z.B. der Bäcker Dir nen Brot günstig verkauft, nur um sich nix leisten zu können?!^^
Die Lebensmittel im Supermarkt wachsen dort auch nicht, sondern werden irgendwo hergestellt und dahin transportiert, was dann auch wieder höhere Kosten verursacht und auf den Preis aufgeschlagen wird...was ja auch logisch ist.
 
Steigt der eine Preis, steigt der andere Preis...oder denkst du, das z.B. der Bäcker Dir nen Brot günstig verkauft, nur um sich nix leisten zu können?!^^
"Der Bäcker" beschäftigt inzwischen allerdings auch deutlich weniger Mitarbeiter, um eine viel größere Menge Brot zu backen. Und die Leute, die nicht beschäftigt sind, fehlt das Einkommen - womöglich sogar fürs Brot, sofern dieses nun teurer produziert und verkauft werden muss.

Sprich, wir brauchen grundsätzlich Alternativen, um den geringeren Bedarf menschlicher Arbeitskraft in der Wertschöpfung auszugleichen. Die jetzige (Energie-) Krise ist ja auch nur die Krise nach der letzten (Corona-) Krise, und jedes Mal werden mit Ach und Krach lediglich die Symptome kuriert.
 
Sprich, wir brauchen grundsätzlich Alternativen, um den geringeren Bedarf menschlicher Arbeitskraft in der Wertschöpfung auszugleichen. Die jetzige (Energie-) Krise ist ja auch nur die Krise nach der letzten (Corona-) Krise, und jedes Mal werden mit Ach und Krach lediglich die Symptome kuriert.
In den Pflegeberufen hat sich auch noch nichts getan.
 
"Der Bäcker" beschäftigt inzwischen allerdings auch deutlich weniger Mitarbeiter, um eine viel größere Menge Brot zu backen. Und die Leute, die nicht beschäftigt sind, fehlt das Einkommen - womöglich sogar fürs Brot, sofern dieses nun teurer produziert und verkauft werden muss.

Sprich, wir brauchen grundsätzlich Alternativen, um den geringeren Bedarf menschlicher Arbeitskraft in der Wertschöpfung auszugleichen. Die jetzige (Energie-) Krise ist ja auch nur die Krise nach der letzten (Corona-) Krise, und jedes Mal werden mit Ach und Krach lediglich die Symptome kuriert.
Geringeren Bedarf an menschlichen Arbeitskräften?^^
ÜBERALL werden Arbeitskräfte/Lehrlinge/Leute, die das Geschäft übernehmen usw. gesucht...und du scheibst von geringeren Bedarf? :ugly:
 
Geringeren Bedarf an menschlichen Arbeitskräften?^^
ÜBERALL werden Arbeitskräfte/Lehrlinge/Leute, die das Geschäft übernehmen usw. gesucht...und du scheibst von geringeren Bedarf? :ugly:
Das Problem, Personal zu finden, liegt nicht daran, dass es gegenüber früher einen höheren Personalbedarf gäbe, sonder eher an sinkenden Geburtenraten und einem Bildungssystem, welches nicht genug Schüler in die Bereiche führt, wo sie eigentlich gebraucht würden.

Und natürlich an den oftmals eher unattraktiven, nicht mehr zeitgemäßen Konditionen. Man bekommt, was man zu bezahlen bereit ist.
 
Die haben gesagt im Handwerk gibt es so wenig Nachwuchs weil die jungen Menschen keine Lust darauf haben und lieber studieren oder was anderes machen.
In der Kranken - und Altenpflege das will auch kaum einer machen. Obwohl die gar nicht so schlecht bezahlt werden.
Deswegen wird man langfristig aus dem Ausland Arbeitskräfte holen müssen.
 
Abgesehen, dass das absolut nichts für mich war hätte ich nicht zu den Bedingungen arbeiten wollen.
Als man die Azubi Gehälter gesehen hat musste man ja weinen. Ich hab für 9h pro Woche bei Obi gejobbt (neben dem Fachabi) und genau so viel Geld bekommen wie nen Kumpel in seiner Ausbildung zum Schreiner.
Rat mal wer mehr geleistet hat, ich jedenfalls nicht.
Bei Aldi hat man zur selben Zeit mehr als das doppelte als Azubi bekommen, also auch alle die nicht studieren konnten/wollten konnten deutlich besser verdienen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück