Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Dann sollten aber im gleichen Atemzug die Zumutbarkeitskritierien bzgl. Arbeitsaufnahme im SGB II und SGB III entsprechend angepasst werden.
Ja, natürlich. Habe ich etwas anderes suggeriert?
Was bringt es auch wenn alle in die Ballungsgebiete ziehen ? Ist das nachhaltig, ökologisch ?[...]
Ja, das halte ich tatsächlich für ökologischer als der Flächenverbrauch + individueller Transport von/aus dem "Häuschen im Grünen". In die Stadt zu ziehen ist übrigens genau das Gegenteil von Zersiedelung.
Allerdings beinhaltet mein Post ja auch andere Möglichkeiten der Lösung. Aber wenn du auf die eingegangen wärst hätte der Whatabouitism (oder als wie soll ich das nennen wenn auf den Aufruf weniger zu fahren mit Biodiesel ist umweltschädlich geantwortet wird?) danach ja nicht so toll gepasst ;) .
Am Ende muss in unserem System der finanzielle Anreiz stimmen damit das Gewünschte passiert. Und der Wunsch ist nicht "zieht in die Stadt" sondern "reduziert euren ökologischen Fußabdruck". Die Anreize entsprechend zu setzen zäumt das Pferd daher vollkommen korrekt und zügig auf. Die Lösungen direkt zu erzwingen ist das was meist in die Binsen geht (siehe Nachteile von Planwirtschaft und berechtigte Kritik an der E-Auto Förderung).

Man kann sich auch mal ansehen was alle Industrieunternehmen bis in die 60er hinein gemacht haben als individuelle Mobilität noch nicht so billig war. Da waren Wohnmöglichkeiten finanziert durch den Arbeitgeber und Firmenbusse die aus den Nachbarstädten passend zu Schicht-Anfang/Ende fahren vollkommen normal.
 
Dann sollten aber im gleichen Atemzug die Zumutbarkeitskritierien bzgl. Arbeitsaufnahme im SGB II und SGB III entsprechend angepasst werden. Denn bislang gelten 2,5h tägliche Pendelzeit als zumutbar und je nach Region und Wohnort sogar mehr. Ebenso die Vermittlung im gesamten Bundesgebiet, inkl. Städte wie Berlin, Hamburg, München, wo die Lage am Wohnungsmarkt ohnehin schon katastrophal ist.

Ich hatte mal früher ein Jobangebot als "Rohrschlosser" in der Schweiz zugeschickt bekommen.
Da konnten mich die 20 Euro Stundenlohn auch nicht hin locken. :ugly:
 
Gerechtigkeit jeglicher Art und Kapitalismus schließen sich tatsächlich gegenseitig aus. Aber Ressourcengerechtigkeit ist für Klimaschutz auch nicht nötig. Genau genommen ist sie, wenn man jegliche Moral außen vorlässt (und weder "Klimaschutz" und schon gar nicht "Kapitalismus" haben eine innhärente Moral) sogar störend: Der CO2-Ausstoß einer Region steigt vor allem in der Wohlstandsphase an, die viele Schwellenländer gerade haben.

Massenmotorisierung, Elektrifizierung aller Haushalte, Industrialisierung - das verbraucht Energie ohne Ende und anfangs meist in ihrer dreckigsten Form. Gleichzeitig wirkt sich dieser mäßige Wohlstand aber nur mäßig auf die Geburtenraten aus, dafür steigert die parallel stattfindende Verbesserung der medizinischen Versorgung die Lebenserwartung drastisch. Ergibt unterm Strich eine Explosion der Bevölkerung und des Verbrauchs pro Kopf.

Entwicklungsländer mit miserablen Lebensbedingungen und Substistenzwirtschaft emittieren dagegen kaum Klimagase (insbesondere nachdem die Naturlandschaften restlos verwüstet/deren Kohlenstoffspeicher freigesetzt wurden), weil die zahlreichen Menschen und ärmlichsten Bedingungen hausen und neben einer sogar oft auf regenerative Quellen zurückgehenden Kochgelegenheiten keinen Energieverbrauch abseits von Muskelkraft haben. Reiche Länder wiederum haben zwar einen noch einmal etwas höheren Pro-Kopf-Verbrauch als Schwellenländer, dieser steigt aber nicht annähernd so stark wie der Wohlstand weil der Rohstoff "Wissen" für moderen High-Tech-Industrien eben energieneutral ist. Und solche Ländern haben durch die Bank mit schrumpfenden, überalteten Bevölkerungen zu tun, was den Absolutverbrauch begrenzt.

Eine Welt mit ein paar Reichen auf mitteleuropäischem Niveau und vielen hungernden auf dem Level von Zentralafrika wäre das genaue Gegenteil von gerecht. Aber wesentlich klimafreundlicher als eine nivellierte, gerechte Welt, in der alle den Lebensstandard der indischen Mittelschicht haben.
KIlamschutz auf Kosten der Schwachen ist für mich nicht aktzeptabel und eine direkte Fortsetzung der imperialistischen Ausbeutung in der Kolonialzeit. Jeder Mensch verdient den gleichen Zugang zu Ressourcen. Im Gegenteil ich bin, vor dem Hintergrund der historischen Schuld, sehr dafür gerade dem globalen Norden und den dortigen dominant weißen Gesellschaften den Zugang zu Ressourcen zu erschweren. Der Reichtum der reichen Ländern wurden den anderen gestohlen.
 
sondern "reduziert euren ökologischen Fußabdruck".
Dann soll man die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung angehen und zwar direkt: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2020-09/klimawandel-co2-ausstoss-wohlhabende-menschen-oxfam-studie
In Deutschland sind laut Oxfam die reichsten zehn Prozent oder 8,3 Millionen Menschen für 26 Prozent der deutschen CO2-Emissionen im untersuchten Zeitraum verantwortlich. Die mit 41,5 Millionen Menschen fünfmal größere, ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung habe mit 29 Prozent nur etwas mehr verbraucht. Ein Hebel im Kampf gegen den Klimawandel sei der Verkehr, insbesondere der Flugverkehr. Besonders kritisch sieht Oxfam die Stadtgeländewagen (SUV), die zwischen 2010 und 2018 die zweitgrößten Emissionstreiber gewesen seien.
Aber wie so oft, macht man vor den Kapitaleignern und der besitzenden und privilegierten Klasse den ganz großen Kotau, statt eine Politik der Armutsbekämpfung zu fahren, die sich insgesamt auch positiv auf den CO2 Austoß auswirkt.
Man ist mal wieder an dem Punkt angelangt, was ich schon vor ein paar Seiten geschrieben habe: Wer Umverteilung will, muss an die Einkommen, Schenkungen, Erbschaften und Vermögen ran. Steuern auf den Verbrauch sind mit das Unsozialste was es gibt. Diejenigen die ohnehin viel haben, die stört es wenig und diejenigen die kaum Einkommen oder gar komplett auf Transferleistungen angewiesen sind, werden dadurch überproportional stark belastet.
Ebenso werden Personen mit keinem oder nur geringen Einkommen, gar nicht oder so gut wie gar nicht durch Einkommenssteuern belastet. Daher ist eine Entlastung in dem Bereich vorallem eine Entlastung für die Lindner und Merze der Republik.

Was wurde stattdessen die vergangenen Jahrzehnte gemacht:
Steuer- und Abgabenreformen seit 1998 haben nur die Reichsten 30 % entlastet
https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-soli-nicht-ersatzlos-streichen-3868.htm
Alle Steuerreformen seit 1998 zusammen genommen brachten dem reichsten Hundertstel eine Entlastung, die 4,8 Prozent des Bruttoeinkommens entsprach. Das ärmste Zehntel zahlt hingegen 5,4 Prozent mehr, was etwa an gestiegener Energie- und Mehrwertsteuer liegt.
Und dann wundert man sich, warum die Wahlbeteiligung der unteren und untersten sozialen Schichten so gering ist. Vorallem im Vergleich zu Zeiten eines Willy Brandt, wo im großen Umfang etwas für eben diese Schichten nicht nur wohlfeil angekündigt, sondern auch umgesetzt wurde. Unter entsprechendem Gekeife der Union, Springer und der besitzenden Klasse.
 
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Höhö
Da gibt es genauso Nachbarschaftsstreitigkeiten, wenn auch nicht mehr übers Rauchen.
Das stimmt natürlich, aber du hast potentiell keine Leute die extrem reagieren wenn man um etwas bittet. Diese Leute haben nämlich im ihrem Leben nichts mehr zu verlieren, denen ist schon alles egal um sie herum. Und mit so jemand willst du nicht zu tun haben. Da ziehst du immer der Kürzeren.
 
Das stimmt natürlich, aber du hast potentiell keine Leute die extrem reagieren wenn man um etwas bittet.
Woher kommt dieser unerschütterliche Glaube, dass im Eigenheim alles besser sei und die Nachbarn im Zweifel auch weniger schlimm sind? Das ist genauso daneben wie die bei einigen herrschende Vorstellung, dass im ländlichen Raum nur reiche Säcke wohnen, die selbstgefällig in ihren Ohrensessel knattern und den Schlaf der Selbstgerechten schlafen.
 
Fakenews, Verschwörungstheorien und Volksverhetzung sind keine Meinung.
Wer entscheidet darüber?
Bild Zeitung nimmt doch auch kaum einer ernst und sie sudelt immer fleißig weiter. Man sollte den Menschen schon einiges zutrauen. Das ist eine Grundsätzliche Entscheidung, denn wer entscheidet wann, was "Verschwörungstheorien" sind?

Einige davon wurden von der Wahrheit eingeholt.
 
Was bringt es auch wenn alle in die Ballungsgebiete ziehen ? Ist das nachhaltig, ökologisch ?
Zersiedlung der Landschaft, Versiegelung, Landflucht und immer höherer Wohnungsbedarf in Zentren, während anderswo die Häuser verfallen und leerstehen.

Bestehende Infrastruktur ungenutzt zu lassen muss natürlich gut überlegt sein, aber den Beschwerden aus dem ländlichen Raum nach zu urteilen, ist es da mit der vorhandenen Infrastuktur gar nicht mal soweit her und die aufgegebenen Häuser sind oftmals in einem Zustand, in dem man sie nicht einmal mehr verschenkt bekommt, weil man für den Preis einer Sanierung einen insgesamt besseren Neubau bekommt. Erst recht wenn besagter Neubau Synergieeffekte nutzt: Wohnen in Ballungsräumen bedeutet viel weniger Zersiedelung, viel weniger Versiegelung, viel weniger Energiebedarf, etc.. Für die Umwelt ein ganz klarer Gewinn. Dorfleben ist ein Luxus, bei dem sich die Allgemeinheit gut überlegen sollte, wieviel Geld sie da für wen drin versenken soll.


Woher kommt dieser unerschütterliche Glaube, dass im Eigenheim alles besser sei und die Nachbarn im Zweifel auch weniger schlimm sind?

Der Nachbar mag im Schnitt nicht besser sein, aber er ist definitiv weiter weg. Da machen schon wenige Meter und eine zweite Mauer sehr viel aus. (Reihenhäuser und insbesondere Eigentumswohnungen haben für mich Wohnungstechnisch dagegen nie einen Sinn ergeben, auch wenn sie sich natürlich teilweise finanziell rechnen.)
 
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Bild Zeitung nimmt doch auch kaum einer ernst und sie sudelt immer fleißig weiter. Man sollte den Menschen schon einiges zutrauen. Das ist eine Grundsätzliche Entscheidung, denn wer entscheidet wann, was "Verschwörungstheorien" sind?
Springer, Mohn und Konsorten lenken die öffentliche Meinung. Die Presse in Deutschland ist in der Hand weniger, reicher Familien, die alles tun, damit alles so bleibt.
 
Fordere zumindest ich seit langem. 45 Minuten eine Strecke mit ÖPNV als Oberlimit.
Realistisch betrachtet scheitert sowas in der von mir bewertbaren Stichprobe München völlig, da man bei 45 min. Pendlerzeit im blödsten Falle nicht mal von der Fußgängerzone in die Hochpreiswohngebiete kommt, geschweige denn in die Nähe zu leistbaren Wohnraum.

Denke strukturell muss es in Zukunft mehr Wohnmodelle geben, die gesamtheitliche Wohn- und Arbeitsquartiere umfasst.
Aber - Nicht jeder Beruf ist ein Büroberuf, nicht jeder Büroberuf lässt sich ins Homeoffice umwandeln.
Schwerindustrie mit Wohngebieten zu verbinden dürfte bzgl. Lebensqualität und Gesundheit auch nicht der Burner sein.
Komplex - ein uniformierte Antwort/Lösung wäre die Falsche.

Wir haben das als Firma so gelöst:
 
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Ein Importstopp von russischen Gas, könnte wohl in der Stahlindustrie als auch in der Chemieindustrie, zu Verlusten von Arbeitsplätzen führen:

Stahlindustrie fürchtet Ausstieg aus russischen Gaslieferungen

Weniger Gas aus Russland: Müsste BASF Produktion stoppen?

Einige Wirtschaftswissenschaftler meinen der Staat müsse dann Kurzarbeit unterstützen. Falls man auf russisches Gas verzichtet. Oder der Gashahn zugedreht wird.

Kurzarbeit? Wie lange ?
Das wäre der Supergau. Am Anfang sicher zu händeln, aber wenn es länger geht?
Wir werden das kaum in einem Jahr kompensieren können .
Selbst wenn es in Russland Probleme gibt, kann ich mir nicht vorstellen das unsere Leidenfähigkeit größer ist, als in Russland.
Unsere Bundesregierung sollte vielleicht vermitteln und nicht unrealistisch Garantieversprechen für die Ukraine abgeben.
 
Ist vielleicht ganz interessant.

Es geht ja erst mal darum den Krieg zu beenden.
Wenn das erledigt ist, wird man mit Russland garantiert wieder gute Geschäfte machen.

Ich sehe die Rückkehr " guter Geschäfte" sehr weit weg.
 
Warte ab. ;)
Sobald etwas Gras gewachsen ist, ist alles wieder bestens.

Nee, Gas scheint zu versiegen und jetzt beginnt der richtige Wirtschaftskrieg .
Es geht darum den Dollar als Zahlungsmittel völlig auszuschließen.
Die Frage wird sein, wie lange wir ohne Gas auskommen und Gas ist erst der Anfang.
Das wird für Öl, Palladium, Titan, Düngemittel, Weizen auch alles kommen.
Würde mich nicht wundern, wenn das Patentrecht ignoriert wird. Könnte ein weiterer Schritt sein,
der uns stark schädigt.
Fabriken können verstaatlicht werden, wenn Eigentümer die Existenz der Belegschaft gefährden.


Unsere Politiker haben eine ganz schlechte Show abgeliefert und moralische Zeigefinger heben, machen keine warme Wohnung und den Kühlschrank voll.
Nach Corona, ist das jetzt das letzte was wir brauchen .
Scholz sollte als " Friedensengel" unterwegs sein .
Ich hoffe echt das sie eine Lösung finden. Sollen sie in Rupien, oder chinesische Währung bezahlen.
Ein gutes Gefühl hat man nicht.
 
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