Naja, wenn mit den Öffnungen die Welle innerhalb von 2 Wochen durchrauscht, hat sich das Thema danach eh erledigt.
Nach aktuellem Forschungsstand gibt eine Omikrongenesung kaum Schutz vor weiteren Corona-Infektionen. Tatsächlich wohl sogar noch weniger als eine Impfung. Gibt schon genug Fälle von Zwei- und Dreifachinfektionen. Von daher mag die Politik der Bundesregierung seit bald einem Jahr wie eine Durcheuchungstaktik anmuten, aber Durchseuchung ist schon lange keine Lösung mehr und das Thema wird sich auf diesem Wege nie erledigen.
Zumindest wenn dabei nicht zufällig neue Varianten entstehen.
Mehr Infektionen = mehr Mutationen, das ist unvermeidbar.
Wir haben ja jetzt schon, weniger als vier Monate nachdem Omikron A richtig losging, Omikron B mit vermutlich noch einmal verdoppelter Infektionswahrscheinlichkeit. Das ist ein größerer Unterschied als zwischen Wildtyp und Alpha, auch wenn man diesmal keinen neuen Buchstaben vergeben hat und mit weiter zunehmenden Infektionszahlen dürften die Abstände zwischen weiteren, stärkeren Mutationen rein statistisch noch kleiner werden.
Täler zwischen Wellen? Gibt es nicht mehr. Der einzige "Lichtblick" ist (für 2022er Verhältnisse, 2019 hätte man sowas "Dystopie" genannt), dass nur infektivitätssteigernde Mutationen massiv von den herrschenden Bedingungen profitieren, während die Gefahr einer Mutante mit schwereren Krankheitsverläufen "nur" linear mit der Anzahl der Infektionen steigt.
Die große Frage wird sein, wie viele Leute dann in ein paar Wochen LongCovid bekommen.
Die letzten Zahlen, die ich gesehen haben, rechneten 10-20% Long Covid (1-6 Monate) und davon noch einmal rund 10% Post Long Covid aus (>6 Monate). Also ungefähr 1-2% der Gesamtinfizierten, die voraussichtlich lebenslang beeinträchtigt bleiben und sich aufaddieren. Das sind aber natürlich recht unzuverlässige Zahlen, weil sich mittlerweile so extreme viele infizieren und die Mutanten in so enger Folge einschlagen, dass die Medizin keine Möglichkeit mehr hat, sich intensiver um solche Patienten zu kümmern und die Forschung keine Chance mehr, zu einem Ergebnis zu kommen, bevor die nächste Variante der Krankheit in den Mittelpunkt rückt.
Ich finde es jedenfalls weiterhin hochbedenklich. Aber ich gehöre ja auch zu denen, die seit 1,5 Jahren Bedenken wegen Post Covid haben, während der Rest der Welt sich nur um (die) "Freiheit" (andere Leute in Lebensgefahr zu bringen) kümmert. So als Rechnenbeispiel: 1% Post-Covid-Risiko pro Infektion = bei den derzeitigen Inzidenzen 0,1-0,2% Post Covid an der Gesamtbevölkerung pro Jahr. Mit den Omikron-B-Inzidenzsteigerung entsprechend 0,2-0,4%, unter FDPschen "Freedom"-Bedingungen eher 1-2%. Akkumuliert sich binnen 30-35 Jahren zu einem teilweise oder vollständigen Ausfall von 50% der Berufstätigen und einer nahezu 0% Chance für heute Geborene, ohne Covid-Schäden alt zu werden. (Vorausgesetzt natürlich, kommende Mutationen lassen überhaupt eine Chance, alt zu werden.)
Aber egal: "Wir" haben "uns" "verdient", dass die Clubs wiederaufmachen!!!!111elf