Dann verbrauchen die Kisten eben weniger als ich erwartet habe. Ist doch ne feine Sache. Deine Zahlen geben aber an, daß wir 3x so viel Strom brauchen wie heute, wenn wir auch mit Strom heizen wollen. Da sehe ich keinen Spielraum. Gas, Öl und Kohle fallen weg, sonst brauchen wir gar nicht erst umzustellen. Erneuerbare Energien allein sind sicher nicht der Lage, den Bedarf zu decken. Bleibt nur der Atomstrom.
Einerseits gibt es beim Wärmebedarf noch reichlich Einsparpotential, andererseits könnten erneuerbare Energien das durchaus noch decken. Wir haben noch sehr, sehr viel ungenutzte Dachfläche für Solaranlagen übrig. Ich sehe zwar genauso wenig wie du einen Weg, wie Deutschland so einen Ausbau nach rund 30 verschlafenen Jahren rechtzeitig schaffen soll, vor dem Problem steht aber auch Atomkraft. Die braucht nämlich, wie dargelegt, noch mehr Vorlauf wenn sie wenigstens mäßig sicher im Betrieb sein soll und die gesammelten Spinnereien von ""geschlossenen"" Brennstoffzyklen und Gen4- oder gar Gen5-Reaktoren haben sogar Sankt-Nimmerleins-Realisierungshorizonte fast auf Augenhöhe mit der Fusionsenergie. Von daher: Ja, wir haben ein Problem. Nein, Atomkraftwerke sind keine Lösung dafür.
Ich persönlich rechne damit, dass es auf deutlich mehr Erdgas hinauslaufen wird, unter deutlicher Verfehlung des 1,5-K-Ziels. Merklich positivere Zukunftskonzepte schrammen mittlerweile hart an der Grenze des technisch gesichert machbaren, weit jenseits des ökonomisch verträglichen, und wir haben in der Vergangenheit nicht einmal nährungsweise das ökonomisch Sinnvolle umgesetzt. Wenn RGG "keine höheren Abgaben" in den Koalitionsvertrag reinschreiben, wird auch die nächsten vier Jahre kein radikaler Kurswechsel möglich sein. Im Prinzip befinden wir uns aktuell auf dem zahmen Kurs, der vermutlich ausgereicht hätte, wenn man ihn ab 1990, eher sogar ab 1980 konsequent beschritten hätte. Hat man aber nicht, weswegen wir ausgehend von heute zwei bis dreimal so viel in der Hälfte bis einem Drittel der Zeit erreichen müssten, was aufgrund sich potenzierender Faktoren die 10- bis 20-fache Anstrengung erfordern würde.
Mein Beileid an die Bewohner von 90% der Küsten-, Trocken- und Überschemmungsgebiete dieses Planeten. Zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, dass nur einmal in dieser Zeit von mir gewählte Parteien das sagen hatten (und die haben da u.a. EEG, Ökosteuer und Biolandwirtschaftsreform auf den Weg gebracht).
Wieso? Auch ohne jede andere Maßnahmen (wie Verteuerung von Treibstoff, Citymaut, Tempo 30, Ausbau des Bahnverkehrs und höheren Bußgeldern für Verkehrssündern) hilft das Tempolimit der Sicherheit und der Umwelt und hat keine Nachteile. Tempo 100 muss kommen!
"deutlich eingeschränkte Reisemöglichkeiten" und "erhöhter Zeitaufwand für Mobilität" sind für mich nicht "kein Nachteil".
Wir werden jeden Freitag dafür kämpfen!
Ist dass diese "maskuline Aggressivität", von der ich soviel lesen muss?