Du verwechselst konservativ und reaktionär.
Progressiv: Neuen Stand herbeiführen
Konservativ: Bestehenden Stand erhalten
Reaktionär: Alten Stand wieder herzustellen
Regierung Merkel hat ausgehend von "es gibt keine Ehe für alle" den Zustand "es gibt eine Ehe für alle" herbeigeführt. Wenn man es auf ein so simple Einteilung runterbrechen möchte, war sie also progressiv. Wenn sie die Änderung verhindert hätte, wäre sie konervativ gewesen. Das hat sie aber nicht einmal versucht. Reaktionär wäre es gewesen, z.B. zur rein kirchlichen Ehe nur für Christen ohne Scheidungsmöglichkeit zurückzukehren. Das hat sie definitiv nicht.
Was hat das mit "Loch" zu tun? Zu der AfD kann man stehen wie man will, aber es ist trotzdem jedermanns gutes Recht, das Kreuz dort zu machen, wo man möchte. Oder habe ich etwas verpasst und die AfD wurde zwischenzeitlich verboten und steht nicht mehr zur Wahl?
Habe ich etwas verpasst und es ist verboten, in einem "Loch" zu wohnen? Weil wenn nicht, dann hat hier auch niemand niemandem etwas verbotenes vorgeworfen.
Es wurde nur darauf hingewiesen, dass ein Umfeld, in dem 20 mal weniger Leute Parteien wählen, die Menschenrechte achten, die wissenschaftliche Erkenntnisse anerkennen und die etwas von Politik verstehen, kein normales, sondern ein ungewöhnliches Umfeld ist. Und garantiert kein ungewohnt intellektuelles.
Jain. Ich glaube nicht, dass man AfD Wähler noch irgendwie abholen kann. Und nein, Sie mundtot machen ist, solange die Partei nicht verboten wurde, nicht in Ordnung, nur gibts eben auch kein Anrecht darauf, dass Ihnen jemand zuhört.
Rein statistisch sollte über die gemäßigtere Hälfte der jetzigen AFD-Wähler noch "zu retten" sein, wenn man das so ausdrücken möchte. Aber rein statistisch geben die mehr-oder-minder-geämßigten vier Fünftel der AFD-Wähler überhaupt nicht zu, AFD zu wählen. Mir sind jedenfalls noch in keiner halbwegs offenen, egal wie zufällig zusammengestellten Gruppe 10% bekennende AFD-Wähler begegnet geschweige denn 15%+, wie wir sie eine Zeit lang hatten.
Offen bekennender AFD-Wähler ist vielleicht einer von 100 Wählern und bei denen, die mit "ich wähl AFD und bin stolz drauf" durch die Gegend laufen, ist dann wirklich Hopfen und Malz verloren. Entweder weil sie moralische Vorstellungen haben, über die man nicht weiter zu reden braucht, oder weil sie zu blöd sind, die Welt zu verstehen und unwillens, sich mit Erklärungsversuchen auch nur zu beschäftigen.
Danach folgen "ich bin ja kein Nazi, aber ..."-hart Rechte, die außerhalb der Szene nichts zu ihrer Wahlentscheidung sagen, sich aber ebenfalls jeglicher Argumentation versperren und nur ""Informationen"" akzeptieren, die nicht von der AFD oder weiter rechts verbreitet werden. Auch hier: Diskussion zweckslos, man wird nur beschimpft, weil man sich von der "linksgrün versifften Lügenpresse hat manipulieren lassen"
Und dann kommen diejenigen, die nie zugeben würden, AFD zu wählen, es aber trotzdem machen, und einzelne AFD-Positionen öffentlich verteidigen. Mit einem Teil dieser ""nicht AFD-Wähler"" kann man reden. Aber die Erfolgsquote ist ehrlich gesagt so gering, dass ich es mittlerweile nur noch sehr selten einsehe, meine Zeit darauf zu verschwenden. Richtigstellung hinrotzen, damit andere den Märchenonkels nicht auf dem Leim gehen und fertig.
Im realen Leben oder für Leute, die ihre Online-Identität nicht sauber von ihrer privaten trennen, kommt mittlerweile auch noch eine nenneswerte reale Gefahr für Leib und Leben, zumindest aber für Lebensumstände und Vermögen hinzu, wenn sie sich auf einen Streit mit den falschen ("nicht"-)AFD-Wählern einlassen. Finger weg von Extremismus, wenn man nicht für ihn sterben will...