Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Glaubst du da wirklich dran?
Mit Glauben hat das nicht viel zu tun:
Als empirisch nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin nachgewiesen gilt eine Wirksamkeit in der Therapie chronischer neuropathischer Schmerzen. Weniger gut belegt ist nach diesen Regeln die Wirksamkeit bei Tumorschmerzen und bei durch Multiple Sklerose verursachter Muskelspastik. Nabilon wird bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen angewendet, andere Cannabiszubereitungen in dieser Indikation im Rahmen eines Heilversuchs. Eine durch Tumor- oder AIDS-Erkrankung verursachte Kachexie kann durch die Appetit steigernde Wirkung gelindert werden.

In der Palliativmedizin ist die Fortsetzung einer Cannabistherapie nach nachgewiesen erfolgreicher Symptomkontrolle bei neuropathischen Schmerzen, Spastik bei Multipler Sklerose oder nach Neurotraumata etabliert.

Schmerzpatienten können durch die Einnahme von pharmazeutischem Cannabis die Einnahme von Opioiden reduzieren oder gänzlich absetzen.
Quelle: Cannabis und Cannabinoide als Arzneimittel

Ich will nicht sagen das es ein "Allheilmittel" ist, aber es hat einen nachgewiesenen medizinischen Nutzen. Und kann mit bestimmten Indikationen eine gute Alternative sein. Es gibt auch noch mehr Erkrankungen wo Cannabis im Verdacht steht zu helfen. Aber das sind wohl noch keine 100% gesicherten Erkenntnisse.

Und mitlerweile müsstest du (vor allem aus dem Naturwissenschaftsthread) wissen, dass ich mich an Fakten orientiere. ;)
 
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Ein Arzneimittel ist ein Arzneimittel und kein Genussmittel. Als Erstere sind auch Morphium, Methadon, etc. zugelassen ohne dass jemand verlang sie als Letzteres freizugeben.
Das sollte man in der Diskussion strikt trennen.
 
@Olstyle : Deswegen wäre ich ja für eine Legalisierung nur unter der Bedingung das man 21 Ist.
Dann könnte man Cannabis von mir aus in Coffeeshops verkaufen und konsumieren. Wie in Holland.
Und in bestimmten Mengen besitzen.

Selber habe ich damit negative Erfahrungen gemacht aber deswegen will ich es nicht verteufeln.
Ich kenne auch welche die das konsumieren und voll klar kommen im Leben und ihren Jobs/Familie nachgehen.
Die rauchen z.B. nur 1 mal die Woche am Wochenende.
Ich kenne solche und solche.
 
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@Olstyle : Deswegen wäre ich ja für eine Legalisierung nur unter der Bedingung das man 21 Ist.
Was hat das mit meinem Argument zu tun.
Du kannst (Gott sei Dank) auch nicht einfach los gehen und dir ohne Rezept einen Schuss Morphium in der Apotheke kaufen, trotzdem hindert das kein Krankenhaus daran es einzusetzen.
Ein Stoff muss nicht "zum Spaß" freigegeben sein um Medikament zu sein.
 
Was hat das mit meinem Argument zu tun.
Du kannst (Gott sei Dank) auch nicht einfach los gehen und dir ohne Rezept einen Schuss Morphium in der Apotheke kaufen, trotzdem hindert das kein Krankenhaus daran es einzusetzen.
Ein Stoff muss nicht "zum Spaß" freigegeben sein um Medikament zu sein.
Morphium ist etwas ganz anderes weil es hochgradig abhängig machen kann. Eine ganz andere Hausnummer.

Mein Argument mit den 21 Jahren ist eben, dass es vorher zu Entwicklungsstörungen bei Heranwachsenden kommen kann. Außerdem spricht für eine Legalisierung das kein gestreckter Dreck mehr verkauft werden kann.
Der Drogen/Schwarzmarkt würde auch eingedämmt. Und der Staat könnte sogar durch Steuern dran mit verdienen.
Und warum sollte Alkohol weiter legal sein obwohl er nachweislich schädlicher ist und Cannabis nicht?
Alkohol wird in der Gesellschaft als normal angesehen und verharmlost und Cannabis ist eine böse Droge.
 
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Kannst du ja alles so finden (ich bin da voll bei "Wir haben zwei Volksdrogen. Ich brauche keine Dritte", nur weil man die anderen Beiden nicht ohne Aufstand los bekommt muss man keine Dritte hinzufügen). Aber lenk halt bitte nicht mit dem Arzneimittel Thema ab, weil es wie gesagt davon vollkommen unabhängig ist.
 
Aber lenk halt bitte nicht mit dem Arzneimittel Thema ab, weil es wie gesagt davon vollkommen unabhängig ist.
Ich lenke nicht damit ab. Ich finde nur wenn Cannabis nicht legalisiert werden sollte, dann zumindest als Arzeneimittel anerkannt. Was ja immer noch nicht ganz der Fall ist. Patienten die das gerne hätten, bekommen das nicht immer verordnet bzw von den Krankenkassen erstattet. Ein Gesetz gibt es aber wohl schon seit 2017.
 
Patienten die das gerne hätten, bekommen das nicht immer verordnet
Das liegt aber nicht am Gesetzgeber sondern an den Ärzten. Aus Sicht des Gesetzgebers sind solche Arzneimittel zulassungsfähig und es wurden auch welche zugelassen.
Wenn die (unter Umständen zu Recht, wieder Beispiel Opioide: die hätten auch mehr Patienten gerne als sie sie bekommen) nicht oft verschrieben werden ist das nicht sein Bier.

Über Entkriminalisierung von privaten Drogenmiss/gebrauch ganz allgemein sollte man imo aber nachdenken. Den Süchtigen nach was auch immer dafür im Extremfall noch wegzusperren hilft Niemandem.
 
Die Frage ist doch was der Impact der Legalisierung auf das Gesundheitssystem ist.
Ich glaube nicht dass das Gesundheitssystem dadurch mehr belastet wird.
Vielleicht wird dann auch weniger Alkohol getrunken.

Das liegt aber nicht am Gesetzgeber sondern an den Ärzten. Aus Sicht des Gesetzgebers sind solche Arzneimittel zulassungsfähig und es wurden auch welche zugelassen.
Wenn die (unter Umständen zu Recht, wieder Beispiel Opioide: die hätten auch mehr Patienten gerne als sie sie bekommen) nicht oft verschrieben werden ist das nicht sein Bier.
Ich hatte geschrieben "bzw Krankenkassen". Klar liegt es primär im Ermessen des Arztes. Aber auch die Krankenkassen haben noch nicht alle Cannabis als Medizin anerkannt. Aber Homäopathie wird teilweise übernommen. Wo gar keine Wirkung nachgewiesen ist.
Über Entkriminalisierung von privaten Drogenmiss/gebrauch ganz allgemein sollte man imo aber nachdenken. Den Süchtigen nach was auch immer dafür im Extremfall noch wegzusperren hilft Niemandem.
Ja finde ich auch.
 
Wie viele CDU Politiker müssen eigentlich noch von Rechtsextremisten erschossen werden damit Don rafft, dass es hier keinen Linksruck gibt?

Oder halt normale Bürger, wie jetzt erst wieder in Idar-Oberstein.

Tatsaechlich verhindern vermutlich gar nicht, weil Vorteilsnahme in der Natur des Menschen liegt. Aber ein den Namen verdienendes Lobbyregister - dass vor allem die CDU fuerchtet wie der Teufel das Weihwasser - koennte das Problem eindaemmen, zumindest aber dafuer sorgen, dass die Vetternwirtschaft alle vier Jahre bestraft werden koennte. Stattdessen maeandern Amthor, Guttenberg & Co. mit der ermuedenden Regelmaessigkeit einer ungeliebten Jahreszeit immer weiter durch die politische Landschaft.

Es ließe sich aber auch damit erschweren, wenn wie in anderen Berufen auch Nebentätigkeiten genehmigungspflichtig sind. Und zwar vorher.
 
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Gutes Stichwort: Man muss auch reduzieren können.
Oder man schaut sich Seitens des Gesetzgebers mal Regelungen des anderen deutschen Staates an, die schon zu einer Entlastung führen können. z.B. einmal pro Monat einen bezahlten Haushaltstag, der nicht auf Kosten des regulären Urlaub geht.

Ach ja ich bin übrigens nicht verheiratet, sehe aber immer noch die Ehe, in welcher Form auch immer, als die Keimzelle unserer Gesellschaft!
Bist du geistig wieder in den 70er Jahren der alten Bundesrepublik stehengeblieben?
 
Ich lenke nicht damit ab. Ich finde nur wenn Cannabis nicht legalisiert werden sollte, dann zumindest als Arzeneimittel anerkannt. Was ja immer noch nicht ganz der Fall ist. Patienten die das gerne hätten, bekommen das nicht immer verordnet bzw von den Krankenkassen erstattet. Ein Gesetz gibt es aber wohl schon seit 2017.
Vielleicht zur Klarstellung, da einige meiner Bekannten Ärzte sind und das Thema natürlich auch schon bequatscht wurde. Ich gebe da einfach mal das mir Übermittelte wieder:
Es gibt sehr viele anerkannte und sogar "alltägliche" Medikamente, welche Auszüge der Cannabispflanze als Hauptwirkstoff haben. Es ist in der Fachwelt völlig unstrittig, dass Wirkbestandteile der Pflanze medizinisch dosiert wertvoll sind.
Reines Cannabis z. B. als Tee- oder Rauchprodukt ist deswegen noch nicht zugelassen, weil es eben noch viel andere Wirkstoffe beinhaltet, die evtl. aus medizinischer Sicht kontraproduktiv zum Heilungsprozess sind.

Es ist weiterhin unstrittig, dass bei z. B. Krebspatienten mit großen Schmerzen die Verabreichung von reinem Cannabis als z. B. Tee stark schmerzlindernd (das ist das Hauptanliegen der Betroffenen zur Legalisierung) und mit den Wirkstoffen natürlich heilend ist.
Es ist in der Fachwelt anerkannt und auch bestätigt, dass in diesen (ich nenne es mal) Extremsituationen die Zufuhr von Cannabis der Gabe von z. B. Cortison eindeutig zu bevorzugen ist, da Letzteres unglaublich viele schädliche Nebenwirkungen hat.

Allerdings unerwünscht ist dabei aus medizinischer Sicht die Wirkung, die wir landläufig als "high" bezeichnen, sowie Nebenbestandteile, die ähnlich schädigend z. B. bei Rauchgenuss wie bei Tabak sind.

Insofern muss man stark differenzieren in "Heilmittel" und "Genussmittel".

Lange Zeit wurde Cannabis als "Einstiegsdroge" tituliert.
Tatsächlich aber ist mittlerweile in Studien belegt, dass bei allen, die weit gefährlichere Drogen konsumieren, zu über 70% Alkohol als Einstiegsdroge festgestellt wurde.

Kurz zusammengefasst:
Alkohol:
reines Genussmittel, Abhängigkeitsgefahr, Gesundheitsschädlich, keine medizinische Wirkung, Einstiegsdroge
Tabak:
reines Genussmittel, Abhängigkeitsgefahr, Gesundheitsschädlich, keine medizinische Wirkung, Einstiegsdroge
Cannabis:
Genussmittel, Abhängigkeitsgefahr, Gesundheitsschädlich, starke medizinische Wirkung, Einstiegsdroge

In Relation der Vor- und Nachteile ist witziger Weise Cannabis das einzige Produkt, dass auch Vorteile hat.

In wie weit das nun eine Basis für eine "Volkslegalisierung" wäre, sei mal dahingestellt.
Ich denke aber, dass genau obige Abwägungen in jenen Ländern Entscheidungsgrundlagen waren, das Cannabis legalisiert wurde.
Das Kernproblem bei all diesen Genussmitteln ist nicht das Produkt selbst, sondern der exzessive und somit langfristig gesundheitsschädliche Effekt Derselben.
 
Ah?
Und das möchtest du natürlich irgendwie zwangsfestlegen?
Durch wen?
Ich habe ein paar Posts weiter oben geschrieben, das in Deutschland (BGB) Vertragsfreiheit herrscht. das wilsst du ja dann offensichtlich abschaffen und Arbeit so gut wie ohne Vorleistung, Schule, Studium, Weiterbildung, etc = Qualifikation, bezahlen?!

Ich uebersetze das mal aus CDU ins Deutsche: wenn sie weniger Geld kriegt, ist sie selber schuld. Immerhin haben wir ja die Vertragsfreiheit und Frauen kleinere Gehirne.

Was ist eigentlich aus dem "alle Menschen sind gleich"-Ding geworden? Dem Verbot, Frauen zu diskriminieren und dem grundgesetzlichen Auftrag des Staates, im Gegenteil ihre Rechte zu foerdern, zu schuetzen und wo noetig durchzusetzen?

Aber huebsch, dass Du mit Maeren vom "Zwang" beim Leser ein Schaudern hervorzurufen suchst.

Und apropos Zwang. Euer Generalsekretaer hatte ja letztens den Geistesblitz, Scholz muesse seinen Wahlkampf wegen der arg theatralischen "Durchsuchung" (Botengang trifft es im Ergebnis irgendwie besser?) im Bundesfinanzministerium ruhen lassen. Da nehme ich mal an, dass Armin mit gutem Beispiel vorangehen wird? Denn immerhin hat ja seine schwarz-gelbe Landesregierung den Hambacher Forst unter konstruierten Vorwaenden raeumen lassen, wie das VG Koeln entschieden hat.

Aber ach. Ich weiss schon. Es gilt den Kommunismus zu verhindern. Da darf man nicht zimperlich sein.

Du meine Guete. Irgendwie riechts hier komisch. Hat da vielleicht irgendwer Angst, in die Opposition zu muessen?
 
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