Schafft man keine Alternativen, kollabiert das System. Der Arbeitnehmer der zur Arbeit muss, hat dennoch den selben Fahrweg. Es ist irrelevant ob der Liter Sprit 1,50 kostet oder 5€.
Richtig, was aber daran liegt das man die Strukturen über jahrzehnte in diese Richtung hingelenkt hat und das dreht man nicht eben mit einem Fingerschnipp wieder über Nacht zurück, in etwas komplett anderes.
Wieso will niemand auf Freiwilligkeit setzen? Das ist langfristig deutlich zielführender.
Wie weit Freiwilligkeit alleine einen bringt kannst du alleine schon bei der von der FDP seit Jahren propagierten Freiwilligkeit beim Glasfaserausbau sehen.
Die lukrativsten Rosinen werden rausgepickt, die unatraktiveren Teile werden permanent hinausgezögert, bis der Staat am Ende dafür Mrd. Subventionen reinschmeißt, oder werden dann halt bis zum Sant Nimmerleinstag nicht angefasst (wenn es die Subventionen nicht gibt).
Ich sage nicht, dass über den Preis nicht gesteuert werden soll. Aber VORHER muss es Alternativen geben.
Es beadarf vorhandener Alternativen, Steuerung hin zu den Alternativen, mit einer freiwilligen Übergangsfrist und dann halt ab einen gewissen Punkt die unverrückbare Verbindlichkeit zur Nutzung der Alternative.
Gerade bei Letzterer happert es in der deutschen Politik aber immer wieder spürbar und sind soviele Schlupflöcher, Ausnahmen und Sonderfälle eingebaut dass das Ergebnis am Ende am Status Quo real höchstens in homöopathischer Dosis eine sichtbare Änderung bringt.
Warum also mit der harten Keule anfangen wenn die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs erstmal dafür sorgt, dass wieder kleinere Autos gefahren werden. Mein Vorgesetzter hat als Dienstwagen einen Skoda Kodiaq hingestellt bekommen. Warum? Wozu benötigt ein Mensch ein so unglaublich großes Fahrzeug?
Mal als Vergleich: der VW Up ist nahezu genauso groß wie der Golf 1.
Dazu müsstest du erst einmal alleine schon die Sicht eines deutschen Politikers geändert bekommen, dessen Dienstwagen üblicherweise auch eine große Limousine ist, gepart mit einflussreichen Wirtschaftsverbänden, die Mrd. schwere Lobbyarbeit leisten und sich ebenfalls gegen solche Änderungen stemmen, weil Erfolg und persönlicher Wohlstand in diesen Land halt immer noch in den Köpfen dieser Leute auch mit möglichst großen und protzigen Karren in Verbindung gebracht und gemessen wird.
Nicht daran was ein Unternehmen, oder eine Person, real leistet und geleistet hat und wie zufrieden die Kunden eines Unternehmens mit Leistungen und Produkten sind.
Man kann alles radikal wie in der DDR steuern oder man überlegt sich sozialverträgliche Strategien. Was funktioniert langfristig wirklich besser?
Beide Systeme funktionieren auf ihre Art nicht.
Die DDR-Wirtschaft weil sie neben ihrer permanenten Rohstoffknappheit grundsätzlich durch die Steuerung auf politischer Ebene viel zu unflexibel war, um auf kurzfristige Veränderungen flexibel genug reagieren zu können und die BRD-Wirtschaft West weil sie nur dann Änderungen schnell umgesetzt bekommt wenn diese lukrative Ergebnisse versprechen und ansonsten ähnlich träge reagiert wie die DDR-Wirtschaft, sobald man Kosten für Schäden und Auswirkungen aus eigener Tasche finanzieren soll, die die Wirtschaft verursacht und die eben kein Plus in der Bilanz versprechen.
Oder wie es so schön heißt, Gewinne privatisieren, Verluste auf die Gesellschaft umlegen und Unternehmen geht es nur noch um Gewinne und die so hoch wie nur irgend möglich.
Vielleicht würden sie die auch bei der Umstellung in 40 oder 60 Jahren fast genauso wie heute machen, aber du kannst eben keinem Anleger 40 bis 60 Jahre maximal minimale bis keine Renditen verkaufen.
Und die Gesellschaft hat halt, im Fall des Klimaschutzes, dummerweise (für die Unternehmen) auch keine Lust die Kosten alleine zu tragen und sich einzuschränken, während die Unternehmen sich möglichst weiter die Taschen füllen und so steckt das System genauso in einer Sackgasse wie einst die DDR, das sich viel zu wenig und viel zu langsam bewegt, für das was sich eigentlich schon längst bewegen müsste.
Während die Kosten für die Umweltschäden jedes Jahr steigen und die Gewinne auch auffressen, bis zu dem Kipppunkt, wo die Wirtschaft in weiten Teilen nur noch ein marodes Verlustgeschäft war (in der DDR).
Wie im Job. Es gibt Chefs die arbeiten mit der Keule und es gibt andere, die sorgen strategisch dafür, dass die Jungs und Mädels gut funktionieren. Welcher gefällt dir besser? Der, der nur motzt und drauf haut?
Wie immer ist nichts im Leben nur schwarz und weiß.
Niemand will sicherlich einen Chef der nur permanent rummotzt, aber es gibt halt Situationen in denen ist halt auch ein motzender Chef manchmal nötig und besser, um ein gutes Ergebnis zu erreichen (oder überhaup ein brauchbares), als der der immer nur die Samtpfote schwingt.