Jeder vierte Mensch in Deutschland hat einen Migrationshintergrund.
Natürlich ist Deutschland ein Einwanderungsland.
Die Kernproblematrik bei all diesen Diskussionen ist nunmal die Tatsache, dass sehr viel Mitbürger mit Migratrionshintergrund über einen sehr lang andauernden Prozess ins Land gekommen sind und viel "Natives" erst durch die sprunghafte Entwicklung seit 2015 z. T. überfordert und verängstigt sind.
Da fehlt mir schon ein wenig das politische Narrativ, diese Überforderung abzubauen.
Das sich schon von Anfang an abzeichnende Resultat ist die Stärkung rechter Strömungen.
Zu oben und "kulturfremd":
Gerade in Bezug zu den türkischstämmigen Mitbürgern waren andere Mechanismen am Werk.
Kollektivbewußtsein existiert nun mal.
Zwei einschneidende Ereignisse waren hier für Mitteleuropa extrem prägend.
Zunächst der außerordentliche Respekt gegenüber den Osmanen, die zwei Mal vor Wien standen und die Chance, dass Europa osmanisch/muslimisch wird locker zu 50:50 stand.
Dann, dass die Türkei bzw. der Vorgänger Osmanisches Reich war schon mit der Reichsgründung 1871 mit dem damaligen Deutschen Reich freundschaftlich verbunden war und entsprechend in den damligen "News" in die Bevölkerung transportiert wurde. Der Eintritt in die Achsenmächte des I. WK an Seite des Deutschen Reiches und der K. u. K. Monarchie besiegelte im kollektiven Bewußtsein endgültig, dass die Türken "irgendwie" zu Deutschland gehören.
Als dann zu Zeiten des Wirtschaftswunders viel Türken ins Land kamen, war das Verhältnis untereinander ganz anders als heutzutage. Allem voran auch die Grundeinstellung der meisten Deutschen.
Die Türken bekamen jedoch genau "0" Intergrationsunterstützung, traten auf Grund ihrer tendenziell obrigkeitsgehorchenden Erziehung eher fast devot in der Gesellschaft auf und die ruppigen Deutschen konnten gönnerhaft den Lehrmeister spielen. Nicht lustig für die Einwanderer.
Es war ein äußerst schmerzhafter Prozess für die erste Gen. an türkischen Einwanderen, sich in dieser emotional kalten Gesellschaft zurechtzufinden und ihren Platz zu finden - ein Prozess, der Generationen andauerte und in Teilen immer noch am Laufen ist.
Was will ich damit sagen.
Die nun extrem schnell ablaufenden Prozesse in den Integrationsversuchen (ja, ich schreibe Versuche, weil perfekt ist da gar nix auf beiden Seiten) von Muslimen aus anderen Regionen der Welt haben andere Vorzeichen und vor allem kaum kulturelle Historien der Akzeptanz.
Völlig unstrittig ist, dass Deutschland seit Jahrzehnten Einwanderungsland ist.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass wir uns augenscheinlich trotz aller Diskussion gar nicht sooo schlecht dabei anstellen, Luft gibts wie immer viel nach oben:
Deutschland erlebt die höchste Zuwanderung seit 70 Jahren. Daten zeigen, wie das Land zum zweitgrößten Einwanderungsland der Welt wurde und wo die Migranten heute leben.
www.zeit.de
Für mich die interessanteste Kurve aus dem Artikel: