Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Bildung muss daher auch vielmehr neugedacht, oder besser zu seinen Ursprüngen zurück. Pestalozzi sprach schon vor langer Zeit darüber, dass es bei der Pädagogik in erster Linie um Bildung von Charakter gehen sollte.
Wie willst du den Charakter in der Schule bilden?
Das Elternhaus prägt den Charakter bereits die ersten 6 bis 7 Lebensjahre vor, bevor ein Kind überhaupt in die Schule kommt.

Aber selbst wenn es dann in der Schule ist kannst du den Charakter mindestens die nächsten 3 bis 4 Jahre nicht nennenswert bilden, weil dazu erst einmal die Grundkentnisse sitzen müssen (allen vorran lesen, schreiben und rechnen), die erst einmal sicher erlernt sein wollen.

Erst danach kannst du den Charakter eines Kindes von außen stärker "beeinflussen" und bis dahin haben sich gewisse Einstellungen und Ansichten bei Kindern, durch das Elternhaus, schon lange herrausgebildet, die du meist nur schwer in den für die meisten restlichen grob 6 Schuljahren erfolgreich erkennst und dann auch noch in irgend einer Form beeinflussen könntest.

Somal im Schnitt überhaupt auch nur 4h bis 6h an 5 Tagen die Woche auf die Schule entfallen und du nicht in jeden einzelnen Fach dazu die Möglichkeiten hast, außer du sagst du willlst auf die restliche Wissensvermittlung salop ausgedrückt "kacken", so das die effektive Zeit dafür nochmal deutlich sinkt.

Die meiste Zeit, für die Charakterbildung, wird also am Ende so und so immer auf das Elternhaus entfallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Nightslaver

Das "einzige" was vielleicht helfen würde ist ein verpflichtendes "Freizeitprogram" ab der 1. Klasse, aber eben individual "aussuchbar", also eben nicht die Schiene der klassischen verwerflichen politischen Jugendorganisationen, sondern ein Angebot aus Sport, Kunst, Musi etc. allerdings als gemeinsammes Erlebnis.
Jetzt werden alle sagen das gibt es doch, ja schon aber es wird m.A. nach zu unterdurchschnittlich wahrgenommen, ob es wahrgenommen wird liegt fast zu 100% an den Eltern, auch eher was wahrgenommen wird.
So könnten m.A. nach Vorurteile von Kindesbeinen abgebaut werden. Aber das dürfte insgesamt zu teuer sein und würde auch "rechtlich" einen erheblichen Einschnitt bedeuten, wo ich nicht weiss, ob Gerichte dem Folgen würden.
 
Wie willst du den Charakter in der Schule bilden?
Das Elternhaus prägt den Charakter bereits die ersten 6 bis 7 Lebensjahre vor, bevor ein Kind überhaupt in die Schule kommt.
Vielleicht muss eine postmoderne Gesellschaft das Konzept neu denken und potenziell werdende Eltern schon früher in die Pflicht nehmen, sich zu bilden und nicht einfach nur Kinder in die Welt zu setzen und sich dabei selbst überlassen, oder noch schlimmer die Erziehung an TikTok übergeben.
Aber selbst wenn es dann in der Schule ist kannst du den Charakter mindestens die nächsten 3 bis 4 Jahre nicht nennenswert bilden, weil dazu erst einmal die Grundkentnisse sitzen müssen (allen vorran lesen, schreiben und rechnen), die erst einmal sicher erlernt sein wollen.
Halte ich für einen falschen Gedankengang, da es "entweder, oder" heißt. Vielmehr muss kognitive, als auch emotionale Bildung ab Beginn Hand in Hand gehen.
 
Vielleicht muss eine postmoderne Gesellschaft das Konzept neu denken und potenziell werdende Eltern schon früher in die Pflicht nehmen, sich zu bilden und nicht einfach nur Kinder in die Welt zu setzen und sich dabei selbst überlassen, oder noch schlimmer die Erziehung an TikTok übergeben.
Und wie willst du das praktikabel kontrollieren und vor allen sachlich unvoreingenommen bewerten, das die Ansichten und das Bildungslevel angemessen sind?

Nehmen wir nur einmal, als plakatives Beispiel, denn Israel-Thread.
Bei manchen Dingen die du da so schreibst kann ich im Grunde nur mit dem Kopf schütteln, soll man dir da dann jetzt eine ausreichend vorhandene Bildung und ausreichend breite Meinungsbildung absprechen und somit das Recht eigene Kinder haben / erziehen zu dürfen?

Kurz um, deine Forderungen sind ja auf dem Papier schön und gut, aber praktisch gesehen völlig unrealistisch sachlich / fair bewertbar, weil es nichts und niemanden gibt der Dinge absolut, in irgend einer Form, neutral und ohne irgend eine Form von perspektivischen Standpunkt betachtet, der immer auch von jeder Form von persönlicher Prägung und Lebenserfahrung geprägt und beeinflusst ist.

Halte ich für einen falschen Gedankengang, da es "entweder, oder heißt". Vielmehr muss kognitive, als auch emotionale Bildung ab Beginn Hand in Hand gehen.
Was ist / fällt für dich unter emotionale Bildung, bitte mal ausführen, damit mit man sich dadrunter etwas konkretes vorstellen kann.
 
Das "einzige" was vielleicht helfen würde ist ein verpflichtendes "Freizeitprogram" ab der 1. Klasse, aber eben individual "aussuchbar", also eben nicht die Schiene der klassischen verwerflichen politischen Jugendorganisationen, sondern ein Angebot aus Sport, Kunst, Musi etc. allerdings als gemeinsammes Erlebnis.
Also eine verpflichtende Mitgliedschaft in einem Verein, egal ob jetzt Sport, kunst oder Literatur?
Wird vermutlich am Geld scheitern.
 
Wie willst du den Charakter bilden?
Das Elternhaus prägt den Charakter bereits die ersten 6 bis 7 Lebensjahre vor, bevor ein Kind überhaupt in die Schule kommt.

Aber selbst wenn es dann in der Schule ist kannst du den Charakter mindestens die nächsten 3 bis 4 Jahre nicht nennenswert bilden, weil dazu erst einmal die Grundkentnisse sitzen müssen (allen vorran lesen, schreiben und rechnen), die erst einmal sicher erlernt sein wollen.

Erst danach kannst du den Charakter eines Kindes von außen stärker "beeinflussen" und bis dahin haben sich gewisse Einstellungen und Ansichten bei Kindern, durch das Elternhaus schon lange herrausgebildet, die du meist nur schwer in den für die meisten restlichen grob 6 Schuljahren erfolgreich erkennst und dann auch noch in irgend einer Form beeinflussen könntest.

Somal im Schnitt überhaupt auch nur 6h an 5 Tagen die Woche auf die Schule entfallen und du nicht in jeden einzelnen Fach dazu die Möglichkeiten hast, außer du sagst du willlst auf die restliche Wissensvermittlung salop ausgedrückt "kacken".

Ich würde - zumindest in grundlegender Form - den Aspekt der charakterlichen Bildung etwas anders fassen.
In Kita und Schule lernen kleine Kinder im besten Falle einen angemessenen Umgang mit der Situation, dass sie nicht - wie im Familienkreis - ständig eine Sonderrolle haben. Sondern dass sie eben nur eines von vielen Kindern (alle natürlich wertvoll!) und ihre eigenen Bedürfnisse nicht wichtiger als die Anderer sind. (frei nach G. H. Meads Theorie von "Play and Game") Das ist schon ein extrem wichtiger Schritt der Persönlichkeits-/Identitätsentwicklung. Und irgendwie etwas, was schon in vergangenen Generationen häufig schiefgelaufen sein muss. Anders kann ich mir den "autoritären Liberalismus" nicht erklären, der meiner Meinung nach hinter vielen "Wutbürger-Phänomenen" steckt. Von Windkraft-NIMBYs über Anti-Corona-Maßnahmen-Protestler bis hin zu den blaunen Geschwulsten am AfDer. Aggressive "Ichlinge", die gerne alles dürfen wollen und sich einbilden, dafür auf die Interessen anderer defäkieren zu können. Klar ist, wenn das im Elternhaus vorgelebt wird, oder in der Adoleszenz innerhalb der "Peer Group" - die dann oft die wichtigste Orientierung darstellt - dann kann in Kita und Schule noch so viel auf Empathie, in Andere hineinversetzen, Reflektion eigener Bedürfnisse, eigenen Handelns etc. gesetzt werden - manche Leute sind dann einfach verloren.
Die AfD bespielt diese Charaktermacke sehr geschickt und treibt die Leute mit entsprechender medial-emotionaler Aufheizung immer mehr rein in die "Bubble", wo sich die Betreffenden dann gegenseitig radikalisieren.

Das ist m.M.n. zumindest ein Teil der Erklärung des Zulaufs für die AfD.
 
Also eine verpflichtende Mitgliedschaft in einem Verein, egal ob jetzt Sport, kunst oder Literatur?
Wird vermutlich am Geld scheitern.
Nur prägt Sport schon wieder auf eine ganz andere Art als Literatur und Kunst anders als Sport und Literatur.
Im Sport lerne ich vor allen Teamgeist, in der Literatur ggf. analytische Fertigkeiten, in der Kunst Abstraktion und Kreativität.
 
Was ist für dich bitte emotionale Bildung, bitte mal ausführen, damit mit man sich dadrunter etwas konkretes vorstellen kann.
Ich kann mir schon vorstellen was er da meint und darauf zielt ja auch mein Vorschlag ab, wenn du von der Grundschule oder dem Kindergarten an, positive Erlebnisse mit Mitmenschen hast, sei es durch Sport gemeinsammes musizieren etc. etc. ist es wesentlich schwieriger Vorurteile oder Hass aufzubauen, auch die Vermittlung von unversellen Werten und Verhalten ist wesentlich einfacher.

Also eine verpflichtende Mitgliedschaft in einem Verein, egal ob jetzt Sport, kunst oder Literatur?
Wird vermutlich am Geld scheitern.
So in etwa, aber staatlich kontrolliert und eben auch die mehrmalige Teilnahme in der Woche.
Nur prägt Sport schon wieder auf eine ganz andere Art als Literatur und Kunst anders als Sport.
Im Sport lerne ich vor allen Teamgeist, in der Literatur ggf. analytische Fertigkeiten, in der Kunst Abstraktion und Kreativität.
JA deshalb soll ja alles zur Verfügung stehen, jedes Kind ist ja nun auch anders, es gibt halt Kinder die mit musizieren oder Kunst nichts anfangen können, dafür aber mit Sport und dem Matheclub als Beispiel.
Ist halt schwierig.
 
Klar ist, wenn das im Elternhaus vorgelebt wird, oder in der Adoleszenz innerhalb der "Peer Group" - die dann oft die wichtigste Orientierung darstellt - dann kann in Kita und Schule noch so viel auf Empathie, in Andere hineinversetzen, Reflektion eigener Bedürfnisse, eigenen Handelns etc. gesetzt werden - manche Leute sind dann einfach verloren.
Seit 2015 hat das meines Erachtens zugenommen und die sind für die Demokratie verloren.
 
Ich kann mir schon vorstellen was er da meint...
Ich nicht, weil ich dabei vor allen Konzepte aus der Psychologie denken muss und die passen gerade nicht in das Konzept dieses Themas. Von daher hätte ich das gerne von ihm einmal ausgeführt, was er damit konkret meint. ;)
...und darauf zielt ja auch mein Vorschlag ab, wenn du von der Grundschule oder dem Kindergarten an, positive Erlebnisse mit Mitmenschen hast, sei es durch Sport gemeinsammes musizieren etc. etc. ist es wesentlich schwieriger Vorurteile oder Hass aufzubauen, auch die Vermittlung von unversellen Werten und Verhalten ist wesentlich einfacher.
Und was machst du wenn diese Vorurteile schon aus dem Elternhaus lange da / verfestigt sind?
Wir hatten in der Schule Serben und Albaner, die haben zusammen Sport und Musik gehabt und mussten da auch zusammen im selben Team spielen, zusammen musizieren. Hat sie aber auch nicht davon abgehalten sich dann auf dem Pausenhof gegenseitig anzufeinden, bis hin sich zu prügeln.
 
So in etwa, aber staatlich kontrolliert und eben auch die mehrmalige Teilnahme in der Woche.
Ich kann jetzt schon den Aufschrei hören.
Der Staat mischt sich ein und Co. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas umsetzbar ist.
Und wie sollte die konkret aussehen?
Das lehren, was für das Leben sinnvoll ist und nicht für irgendeine Statistik.
 
Und was machst du wenn diese Vorurteile schon aus dem Elternhaus lange da / verfestigt sind?
Wir hatten in der Schule Serben und Albaner, die haben zusammen Sport und Musik gehabt und mussten da auch zusammen im selben Team spielen, zusammen musizieren. Hat sie aber auch nicht davon abgehalten sich dann auf dem Pausenhof gegenseitig anzufeinden, bis hin sich zu prügeln.
Grundschule?
Ich habe da andere Erfahrungen gemacht, gerade im Grundschulalter und kann da HenneHuhn und seinen Ausführungen nur zustimmen. Einmal das erlernen wie man in einer größeren Gruppe sich zu verhalten/einzuordnen hat,, ohne das man eine Extrawurst gebraten bekommt, gegenseitiger Respekt etc.
Wir hatten in unserer damaligen Fussballmanschaft (3 u. 4. Klasse) ebenfalls türkische Migranten, als auch itelienische Migranten, auch da gab es auf dem Schulhof oder in der Freizeit Idioten die meinten dumme Sprüche zu machen, aber wenn dann plötzlich 6-10 Mann vor ihnen standen, haben sie wesentlich kleinere Brötchen gebacken, wir haben halt zusammengehalten und jeder war gleich viel "Wert".
 
Grundschule?
Ich habe da andere Erfahrungen gemacht, gerade im Grundschulalter und kann da HenneHuhn und seinen Ausführungen nur zustimmen. Einmal das erlernen wie man in einer größeren Gruppe sich zu verhalten/einzuordnen hat,, ohne das man eine Extrawurst gebraten bekommt, gegenseitiger Respekt etc.
Wir hatten in unserer damaligen Fussballmanschaft (3 u. 4. Klasse) ebenfalls türkische Migranten, als auch itelienische Migranten, auch da gab es auf dem Schulhof oder in der Freizeit Idioten die meinten dumme Sprüche zu machen, aber wenn dann plötzlich 6-10 Mann vor ihnen standen, haben sie wesentlich kleinere Brötchen gebacken, wir haben halt zusammengehalten und jeder war gleich viel "Wert".
War bei mir ähnlich. Die meisten Kinder kennen noch keine Vorurteile.

Und Vorschulkinder erst Recht noch nicht.


Das lehren, was für das Leben sinnvoll ist und nicht für irgendeine Statistik.
Und was hälst du für das Leben sinnvoll?
 
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