Und was erreichst Du damit? Mit genug Geld fahre ich mit dem Zug dann eben nach Paris, Amsterdam, Warschau oder Wien und fliege von da. Für Besserverdiener kein Problem
Wem ein paar 100 € egal sind, der wir vermutlich schon allein wegen der zusätzlichen Fahrtzeit umdenken und mal so eine ganz blöde Frage: Wenn er mit dem Zug nach Paris gefahren ist, wieso sollte er sich dann da in ein Flugzeug mit Ziel Charles de Gaule setzen? Dann hat die Maßnahme die gewünschte Wirkung doch schon voll entfaltet.
, für die Familie mit mittlerem Einkommen kaum noch zu bezahlen
Eine vierköpfige Familie richtet den gleichen Klimaschaden an wie ein viermal fliegender Besserverdiener. Du wirst beim Klimaschutz nicht weit kommen, wenn du alle weitermachen lässt als bisher. Reiche haben zwar
pro Kopf einen hohen Ausstoß, aber da es bekanntermaßen so wenige davon gibt, sind sie immer noch ein zwar ansehnlicher, aber nicht sonderlich großer Teil der Gesamtemissionen. Selbst wenn du die auf 0 runterschraubst, hast du noch nicht annähernd genug erreicht. Auch die Familie muss wesentlich seltener fliegen als bisher. Und wenn sie sich das bisher jährlich leisten konnte, dann sie künftig auch alle drei Jahre den Zug zum Flug von den beiden entfallenen Reisen finanzieren.
und für alle die bei Fluggesellschaften und Flughäfen in Deutschland arbeiten der sichere Weg ins Bürgergeld.
Wer in einer Branche arbeitet, von der seit 30 Jahren bekannt ist, dass einen Teil ihres Betriebes wird einstellen müssen, sollte einen Plan B griffbereit haben. Mitarbeiter von Fluggesellschaften haben in einer umweltfreundlichen Zukunft genausowenig einen Platz wie Kohlekumpel und Pandajäger.
Die Idee die Klimafrage zu nutzen um die soziale Frage zu lösen funktioniert nicht. Einfach weil mehr Geld es erlaubt viel flexibler auf Änderungen zu reagieren.
Diesseits einer Revolution wird nicht die soziale Frage "Lösen". Aber richtig organisierter Klimaschutz kann zur Lösung beitragen. Wie gesagt: Der Lebensstil reicher Leute umfasst wesentlich mehr CO2-intensive Dinge. Natürlich sind die immer noch reich, wenn man CO2 teurer macht, und können sich somit immer noch mehr leisten als andere. Aber wo es heute 10 extras sind, wären es in Zukunft vielleicht nur noch 5 extras und der Lebensstandard würde sich angleichen.
CO2 wird eine quasi Währung neben dem eigentlichen Geld.
Mit dem entscheidenden Unterschied, dass man Geld haben will und es relativ leicht ist festzustellen, ob jemand Geld hat. CO2 dagegen soll man vermeiden und um festzustellen, ob es wirkich vermieden wurde, müsstest du jede einzelne Handlung überwachen und bürokratisch auswerten.
Dieser Wert sollte aber gerade nicht in den Kaufpreis eines Produktes einfließen sondern später erhoben werden wenn man tatsächlich über die für das Jahr geltenden Zielmarken heraus ist.
Was nur dazu führen würde, dass die Politik jedes Jahr die Zielmarken ein weiteres Stück zu hoch ansetzt und sonst null Vorteile bringt. So ein Quotensystem haben wir, mit genau dem gleichen überbordenden Bürokratieaufwand, der gleichen politischen Manipulation und der vollkommen unzureichenden Wirkung für die Umwelt, schon beim Fischfang.
Wer z.b. 10t in diesem Jahr verbraucht hat zahlt nichts für das CO2. Wer darüber ist hat zu zahlen. Und zwar nicht nur ein wenig sondern sehr ordentlich. Um so mehr je weiter er von der Zielmarke ist.
Gerade das umlegen der CO2 Abgabe auf den Kaufpreis macht es unsozial. Da auch gezahlt werden muss auch wenn man persönlich unter der Vorgabe bleibt.
Es ist ein völlig anderes System als bisher mit dem Aufpreisen des CO2 im Kaufpreis.
Wo bitte schön liegt der Unterschied zwischen
"du darfst 500 kg CO2 umsonst verursachen, danach zahlst du 1 € pro kg" und
"hier hast du 500 €. Pro kg CO2 zahlst du ab sofort 1 €"???
In beiden Fällen kann man 500 kg "umsonst" ausstoßen. Im ersteren Fall wird man sogar noch belohnt, wenn man unter den Vorgabewerten bleibt, während dein System (ohne den von Neuer_User vorgeschlagenen Handel) nur dazu erzieht, das Limit jedes Jahr maximal auszureizen. Und in beiden Fällen zahlt man, sobald man drüber liegt.
Dann wird sogar Arbeiten richtig teuer...musst ja hin fahren und zurück, aufn Dorf haste auch viel weitere Wege als in der Stadt...
Nein, nicht arbeiten wird teuer. Nur "auf dem Dorf leben und in der Stadt arbeiten" wird endlich für den teuer, der es praktiziert. Bislang werden die Kosten dagegen auf die Allgemeinheit umgelegt.
Wird er das? SAF (sustainable Aviation Fuel) Produktion läuft an und bei den Kosten eines Privatjets und der üblichen Nutzungsintensität, ist das heute schon finanziell darstellbar.
Die Kosten für E- und Biofuels liegen deutlich über denen von fossilen Brennstoffen (glaube bei Flugzeugen war es Faktor 10, weil die ja schon heute keine Steuern zahlen, deren Entfall den Preisunterschied zwischen z.B. herkömmlichen und synthetischen Benzin abmildert). Was ich so auf die schnelle gefunden habe, machen Treibstoffkosten schon bei den heutigen Preisen 25% des Unterhalts einer in Deutschland fliegenden Linienmaschine aus und das dürfte bei kleinen Jets mit ihrem höheren Spritverbrauch pro Personenkilometer noch weitaus schwerer ins Gewicht fallen. Da reden wir dann bei einer Vervielfachung der Gesamtkosten, wenn das Ding regelmäßig fliegt. (Und das sollen erstaunlich viele der Business-Jets machen, da sie auch weiter verleast werden. Stünden die Dinger nur im Hangar, wären sie ja auch kein Klimafaktor.)
So wie damals? Als die NSDAP absolute Mehrheit bekommen hat?
In der letzten Wahl der Weimarer Republik, in der das Volk noch einigermaßen frei entscheiden konnte (auch wenn bei rund 100 Toten im Zuge des Wahlkampfs schon nicht mehr davon die Rede sein konnte, dass diese Entscheidung auf einer neutralen Selbstpräsentation der Parteien fußte), erzielte die NSDAP 33% der Stimmen. Das ist weniger als die AFD schon heute in einigen Kreisen hat, ja, aber stattdessen einen von dir suggerierten "man" darüber entscheiden zu lassen, wer regiert und wer nicht, wäre das sofortige Ende der Demokratie.
Ich glaube aber immer noch, dass die meisten AfD Wähler Protestwähler sind.
Was natürlich keine Rechtfertigung oder Entschuldigung sein soll.
Viele sind sich gar nicht bewusst, was so eine Partei anrichten könnte, wäre sie (alleine) in der Regierung.
Wenn sich die Wähler nicht mehr bewusst sind, was eine Wahl bewirkt, dann ist die Demokratie verloren.
Nö, wenn die Weltbevölkerung, wie aktuell, weiterwächst werden wir bis spätestens 2057 die 10 Mrd. Menschen erreicht haben.
Heißt, wenn du die 1,5t CO2 pro Nase und Jahr nicht anpasst sind das 2 Mrd. Menschen mehr, die zusammen 3 Mrd. Tonnen CO2, pro Jahr, zusätzlich produzieren.
Also eigentlich müsste dann die erlaubte Menge CO2 pro Kopf entsprechend gesenkt werden, was völlig illusorisch ist und die Kosten entsprechend explodieren lassen würde.
Schon die 1,5 t sind eine politische Festlegung, die kann man unabhängig von der Weltbevölkerung immer wieder proklamieren. Objektiv gesagt haben wir schon jetzt mehr CO2 in der Athmosphäre, als uns gut tut. Jede weitere Emission trägt also zu einer Verschlimmerung bei, der natürliche Freibetrag pro Kopf liegt bei Null.
Brauch man nicht, denn es dauert nicht mehr lange, und der Peak ist erreicht.
Die jüngsten Zahlen, die ich
auf die Schnelle finden konnte erwartet den Peak im Median erst 2085 bei 10,5 Milliarden. Selbst wenn die Geburtenrate ab morgen um 0,5 Kinder unter die Erwartungen fällt, wären es 2080 immer noch 8 Milliarden Menschen und das ist schon beim heutigen durchschnittlichen Lebensstandard zuwenig. Wenn man den heutigen deutschen Lebensstandard als Mittel zugrunde legt, also 2 Milliarden Menschen als Zielmarke anpeilt, dann wäre diese Grenze selbst bei besagter, deutlicher Reduktion nicht vor 2150-2200 zu erwarten. Und zumindest hier bei uns gilt es schon als Katastrophe, wenn jemand nur den deutschen Lebensstandard von vor 30 Jahren hat (als Flugreisen für viele noch eine seltene Ausnahme waren, Autos 1 t oder weniger wogen, mobile Kommunikation etwas für besserverdienende Angeber, PCs etwas für Nerds und gute Fernseher 50 ZENTIMETER Diagonale hatten). Wir müssen also noch VIEL weiter runter und wenn das irgendwas zum heutigen Klimaschutzproblem beitragen soll, dann auch noch viel schneller so weit runter. Das wird nicht von sich aus geschehen. Da gehören viel Aufklärung und viel Entwicklungspolitik (OHNE Beteiligung der Kirchen) dazu.