Das hier liest sich nur so völlig anders und ist ein Artikel von Heute, ohne das ich jetzt meine, der Artikel ist der heilige Gral, ist er komplett konträr zu dem, was einige hier im Forum propagieren.
Adier die Einwohner aller genannten Länder außer Indien zusammen und du wirst sehen, dass die vermeintlich imposante Liste global betrachtet eine Lachnummer ist. Guck dir dann an, wie groß das indische Atomprogramm im Vergleich zum Strombedarf des Landes und dem Potential für erneuerbare ist und du hast deinen zweiten Lacher. Die aktuelle Regierung da macht sehr wenig für erneuerbare, aber rein vom Potential des Subkontinents wäre das selbst ökonomisch die bessere Wahl - die ganze Atomgeschichte ist eher, wie so oft, ein Abfallprodukt der Atombombenproduktion.
Und zu Macron muss man eigentlich gar nichts sagen, um einen Lachanfall auszulösen. Der geplante mini-Betrag, der nicht einmal für ein einzelnes (leeres) Reaktorgebäude reichen würde, geschweige denn für die Entwicklung eines neuen Kraftwerkstyps und den Bau mehrerer Dutzend Atomkraftwerke, ist nichts weiter als Wahlkampf und erneut Militärfinanzierung. Das SMR-Konzept ist engverknüpft mit den für U-Boote und Flugzeugträger ohnehin benötigten Reaktoren, das Geld würde also sowieso fließen, und Makron will nächstes Jahr gewählt werden. "Mehr Atomkraft als jeder andere" zu versprechen, auch wenn es faktisch nichts ist, bringt bei den derzeitigen Strompreisen mehr Stimmen, als es kostet. Nicht weil Atomkraft sinnvoll wäre. Aber wenn französische Energiepolitik auf kompetenten Wählerentscheidungen aufbauen würde, dann müssten die nicht jeden Winter mit bayrischem Solarstrom vor dem Erfrieren gerettet werden.
Im Grunde genommen ist das nächste Jahrzehnt ein Wettlauf um die bessere und für den Endverbraucher billigere System/Technologie.
Galt das für die letzten drei Jahrzehnte nicht genauso? Und während denen ist der Preis von Photvoltaik und Windkraft immer weiter gefallen, der von Atomkraftwerken immer weiter gestiegen, sodass sie heute bereits in Bau und Betrieb teurer sind, auch wenn man das komplette Risiko und die Endlagerung vergesellschaftet. Für dieses Jahrzehnt versprechen Solar und Wind mit guten Gründen eine weitere Senkung der Kosten, die Atomlobby will noch komplexere, noch teurere, aber immer noch nicht als sicher anerkannte Reaktoren teuer entwickeln. Wer wird nach dieser Entwicklung wohl billiger sein?
Wir brauchen keinen Gegner, der uns innerhalb weniger Wochen besetzen könnte. Man konnte for einigen Wochen sehen: Russland kann innerhalb von Tagen hunderttausende Truppen verlegen und zurückverlegen.
Die Russen haben wir besser als Freunde
Wer mich besetzen will und mich mit vorgehaltener Kanone erpresst, ist vieles (z.B. ein Regime), aber garantiert nicht mein Freund.
Und das Problem mit dem Endlager hat man bis heute nicht geklärt.
Aktuell wäre das pragmatiste wohl das Zeug zusammen mit Musk auf den Mars zu schießen.
Der Mond würde reichen (für beides). Aber wenn du die Transportbehälter so baust, dass sie Raketenabstürze überleben (von denen es bei den abertausenden Starts dutzende wenn nicht hunderte geben würde), ohne den Atommüll in der Athmosphäre zu verteilen, dann verbrauchen diese Raketen mehr Energie, als die Kraftwerke je produziert haben. Sinnvoller wäre die Gegenrichtung - wissenschaftliche Bohrungen sind schon bis in Bereiche vorgedrungen, in denen der Erdmantel zähflüssig wird. Die Technik weiterentwickeln und es müsste möglich sein den Müll so tief runterzuschicken, dass er aufgeschmolzen und im Erdinneren wieder so gleichmäßig verteilt wird, wie er es vor dem Abbau der Lagerstädten schon einmal war. Ein derartiges System würde dank der unbegrenzten Kapazität schon reichen, um über ein paar Jahrhunderte den bis heute angesammelten Müll zu entsorgen. Aber Entwicklung und Aufbau könnten die Billionen-Grenze sprengen und wenn es eine Konstante in der Geschichte der Kernkraft gibt, neben der militärischen Orientierung, dann die Einstellung: "Zahlen? Nicht wir, soll jemand anders machen."

Das sind keine Schornsteine, sondern Kühltürme. Da kommt ausschließlich Wasserdampf raus. Völlig harmlos. Nutzt man KKW, kann man auf die Türme verzichten. Ideal.
Auch wenn ich das vorgebrachte Argument eher für eine Ablenkung denn für entscheident halte, aber es ist nicht falsch: Atomkraftwerke haben neben den dicken (und optionalen) Kühltürmen auch Schlote, über die unter anderem unvermeidbar entstehende radioaktive Gase und verunreinigte Luft abgelassen werden. Die Strahlungsmengen sind zwar so gering, dass sie in höheren Luftschichten verteilt als unbedenklich deklariert werden, aber es gibt zahlreiche Studien, die eine auffällige Häufung von Leukämiefällen rund um AKW-Standorte belegen.
Mutige Aussage. Ich kann dir hier nicht zustimmen. Egal ob Firma oder privates Umfeld: Ein Umdenken findet gerade statt. Bei jedem so wie es sein Spielraum zulässt.
Dann muss die Menschheit noch wesentlich blöder sein, als ich bislang dachte. Es findet zwar seit 1-2 Jahrzehnten und sicherlich auch noch die nächsten 3-4 Jahrzehnte ein zaghaftes Umsteuern statt. Aber wer damit erst jetzt anfängt, weil er vorher keine Möglichkeit hatte, sich ausreichend über den Bedarf zu informieren, der muss in meinen Augen ein verdammt exotischer Vogel sein. Ich persönlich habe seit locker 20 Jahren kein "ooch. jetzt bin ich aber überrascht. warum hat nie jemand was gesagt???"-Meinung mehr zum Klimawandel gehört und kann mir seit Al Gore, Hockey-Stick, IPCC & Co auch nicht vorstellen, in was für einem Hinterwäldlertal man so etwas unschuldig komplett verpassen kann.
Was mir dagegen hundertfach über den Weg gelaufen ist: "Mir doch komplett egal" "Glaube ich aus Prinzip nicht" "Ich bin schon das Problem, die Lösung muss wer anders sein" und "Wohlstand ist wichtiger". (Natürlich jeweils anders formuliert)
Und da kann man noch soviel Aufklärung gegenschmeißen, man erreicht nicht mehr nenneswert etwas.
Kleine Netze sind nun mal die Stärke der dezentralen Stromversorgung. Vorallem wenn man betrachtet, wo die Stärken der dezentralen Stromversorgung liegen. Dezentral = kurze Wege. Dezentrale Stromversorgung ist daher ideal für kleine Netze.
Sorry, wenn das jetzt nach blaffen klingt: Aber sind das nicht einfach nur Allgemeinplätze? Natürlich kannst du nicht 20 "kleine Netze" machen, wenn du nur ein großes Kraftwerk hast und natürlich sind die Wege bei dezentraler Versorgung kürzer. Aber Wege spielen in einem Hochspannungsnetz eine untergeordnete Rolle und die Frage war nicht, ob "kleine Netze mit zentral nicht gehen", sondern die Frage war, ob "kleine Netze" überhaupt funktionieren können, insbesondere auch ökonomisch, oder ob große Netze nicht die weitaus bessere Lösung sind. Wir importieren ja auch unsere Bananen, anstatt sie in beheizten Gewächshäusern mit Kunstlicht hochzuziehen, weil ersteres einfach sinnvoller ist.
Wobei es natürlich drauf ankommt, wie man dezentrale Stromversorgung genau definiert. Und genau das meinte ich mit meiner Frage an dich nämlich.
Unter 2.2 des Artikels steht auch wie die Studie dezentrale Energieversorgung definiert:
Ich glaube, dann geht deine Frage immer noch komplett an meiner Aussage vorbei. Mir geht es, wie ich schon gesagt habe, nicht über zentral vs. dezentral, sondern über kleinräumig vernetzt vs. großräumig vernetzt. Dezentral sind erneuerbare praktisch automatisch, schließlich lassen sich die Kraftwerke nicht an einem Ort konzentrieren und die Verbraucher sind auch verteilt. Aber sie sind kleinräumig auch stark schwankend im Output und die günstigste Lösung um das zu kompensieren, ist eine kontinentweite Vernetzung. (Noch besser wäre eine interhemisphärische Vernetzung, was die saisonale Speicherung überflüssig macht. Aber davon ist die Welt politisch und wirtschaftlich weit entfernt.)
Damit war für mich klar, das man sich Nieder- und Mittelspannungssegment bewegt. Und dadurch kann man hier durchaus drauf schließen, ob es sich um große oder kleinere Netze handelt.
Nieder- und Mittelspannung sind, genau wie die Hochspannungsebene ein Teil eines internationalen Verbundnetzes. Ein "kleines Netz" dagegen wäre eine z.B. Dorf-große Insellösung.
Doch ich habe von meinen örtlichen Stadtwerken ein grünstrom Tarif:
Laut WWF Fussabdruck Rechner bin ich bei 8,8 Tonnen also 3,5 Tonnen unter dem Durchschnitt in Deutschland.
Hab mal versucht herauszufinden, was für einen Strommix die Garbsener Stadtwerke tatsächlich beziehen - und verdächtiger Weise nichts gefunden bzw. nur zu den Ökotarifen. Es wird aber zusätzlich Gewerbe-, Speicherheizungs- und andere Stromtarife für Leute angeboten, die typischerweise nur auf den Preis achten. Das würde mir als Grund für einen Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter reichen, denn vermutlich läuft es hier wie bei vielen großen Versorgern und Stadtwerken: Eingekauft wird bunt gemischer Graustrom, wie ihn der Markt gerade billig hergibt bzw. nur soviel Ökostrom, wie man von Gesetz wegen her abnehmen muss. Wer sich nicht um die Herkunft seines Stroms kümmert, dem verkauft man dann Kohle pur und der ohnehin in der Bilanz stehende erneuerbare Strom wird getrennt und mit Aufpreis als "öko" vermarktet. Am Ende machen die Stadtwerke mehr profit, aber es wird kein einziger Cent in Richtung Energiewende gelenkt. Zu allem Überfluss ist die Garbsener kWh auch noch teurer, als bei einem reinen Ökostromanbieter (z.B. Naturstrom), der sogar selbst ausbaut und solche Tricks nicht anwenden kann, weil er eben gar nicht mit dreckigem Strom handelt.
Was sie meinen - zumindest habe ich es vorhin so im Radio verstanden: Wenn Du Schulden / Kredite für etwas mit realem Gegenwert (auch Investitionen) aufnimmst, dann ist das ok und kann in puncto Verschuldung ausgeklammert werden. Wenn Du das Geld aber für Konsum ausgibst, dann ist es nicht ok.
Der Staat macht per Definition nur Anschaffungen, die für Nutzung durch den Bürger da sind, also nicht mehr einfach veräußert werden können, und beteiligt sich nicht an den von dir beschriebenen Spekulationen. Ich vermute eher, dass es um Bilanztricks geht: Die Bahn ist privatisiert (Danke Kohl), die Autobahnen sind privatisiert (Danke Merkel), eine ganze Menge anderes auch. Wenn diese Gesellschaften Kredite aufnehmen, zählt das nicht als Staatsverschuldung.
Es belastet aber natürlich die Steuerzahler mindestens genauso stark. (Tendentiell sogar stärker, weil der Bund selbst meist bessere Konditionen bekommt.)