Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Tja, ich denke halt, dass sich die Politik eines Helmut Schmidts und dann auch Gerhard Schröders nicht wirklich von der Politik der Union großartig unterschieden hat, deshalb haben sie auch Wahlen gewonnen und sind wiedergewählt worden.
Naja, Schröders Politik (besonders die Agenda 2010) war ein großer Fehler und wird vom Wähler noch bis heute abgestraft. Sonst hätte die SPD jetzt nicht 20 sondern ~ 40%.
 
Naja, Schröders Politik (besonders die Agenda 2010) war ein großer Fehler und wird vom Wähler noch bis heute abgestraft. Sonst hätte die SPD jetzt nicht 20 sondern ~ 40%.
Ja, deshalb steht ja auch Scholz, als klarer Agenda Befürworter, als Kanzlerkandidat zur Wahl, während die linken Schwätzer und Gegner der Agendapolitik, sich lieber im Hintergrund halten, weil die SPD sonst gar keine Stimmen bekommen würde.
Hättest du mit deiner Meinung recht, müsste die Linke ja seit 2005 in Wählerstimmen schwimmen.
 
Ja, deshalb steht ja auch Scholz, als klarer Agenda Befürworter, als Kanzlerkandidat zur Wahl, während die linken Schwätzer und Gegner der Agendapolitik, sich lieber im Hintergrund halten, weil die SPD sonst gar keine Stimmen bekommen würde.
Ich glaube Scholz denkt heute auch anders darüber und räumt Fehler ein.
Hättest du mit deiner Meinung recht, müsste die Linke ja seit 2005 in Wählerstimmen schwimmen.
Die Linken hatten doch zuerst mehr Wählerstimmen welche über die Jahre weniger wurden.
 
Schröder hat notwendige Reformen durchführen müssen, die seit den Kohl-Zeiten anstanden. Sagen wir mal so, es ging den Leuten zu gut in den 60ern, 70ern. Die Gesetzesgebung, das Lohnniveau etc. haben das gespiegelt. Zu Schröders Zeiten war das Ganze nicht mehr haltbar. Er hat alles richtig gemacht. Die SPD wurde im Nachhinein dermaßen abgestraft, dass sie nicht mehr zur alten Stärke wiederfand. Was viele nicht wissen, die Reform bestand aus zwei Teilen nach dem Prinzip "fördern und fordern". Man hat nur den "fordern"-Teil umgesetzt. Bis heute sind Arbeitsagenturen keine richtigen Anlaufstellen für Arbeitsbeschaffung, wo man gerne hingeht oder sich beraten/vermitteln (wie z.B. in England, Schweden etc.) lässt, sondern ein Schickanierverein, der einen zwingt bei einer Zeitarbeitsfirma anzufangen. Man soll sich gefälligst selbst um eine Vermittlung bemühen. Somit bleibt vom Namen "Agentur" nicht viel übrig.

Frankreich, Spanien und Italien haben die Reformen bis heute nicht umgesetzt. Ihre Arbeitslosenquote bei jungen Erwachsenen ist sehr hoch (höher als 20%).
Der muss weg, am besten sofort und durch Söder ersetz werden, mit Luschet geht die Union mit wehenden Fahnen auf die 20% -zu!
Ich bin auf die Reaktion der CDU-Bundestagsfraktion gespannt. Irgendwann werden sie medial wirksam ausflippen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schröder hat zwar die Arbeitlosigkeit gut gesenkt. Aber dafür auch einen hohen Preis bezahlt.
Erschaffung des Niedriglohnsektors und soziale Ungerechtigkeiten.
Das er sich danach noch eine Manager-Position bei Gazprom geangelt hat, hat dem Ganzen noch einen draufgesetzt.
Genau deswegen habe sich viele von der SPD verraten und verarscht gefühlt.

Jetzt mit dem neuen Wahlprogramm kehrt die SPD zu ihren Wurzeln zurück.
 
Was sind denn die Wurzeln? Die SPD war in der Bundesrepublik und selbst davor nie eine sehr linke Partei, sondern tendenziell immer staatstragend. Sie war eine Partei, die für Chancengleichheit und nicht Versorgungsgleicheit kämpfte. Eine Partei, die gegen finanzielle Hürden auf dem Weg zu akademischer Bildung war, aber nicht für Quoten. Es war keine moralisierende Partei, sondern eine Partei, die tat was getan werden mute. Die heutigen Vorsitzenden sind das 100% Gegenteil von den Wurzeln der SPD.
 
@seahawk : Das hatte ich schon paarmal erklärt. Ich meine die Vor-Schröder-Ära. Quasi im letzten Jahrhundert. Nach dem Krieg bis zur Schröder Zeit. Extrem links durften sie auch nie sein, da sie den Anspruch "Volkspartei" vertreten haben. Und damals auch erfüllt haben. Sei es vom breit aufgestellten Programm als auch von den Wahlergebnissen.
 
Aber Schröder tat was eine Volkspartei tun musste. Die Schulden wuchsen und die Arbeitslosigkeit stieg. Die Handlungsoptionen für die Zukunft schwanden. Und selbst davor hat die SPD oft genug unlinke Politik gemacht. Ich sage nur Nato-Doppelbeschluss.
 
War sie perfekt umgesetzt? Auf gar keinen Fall! War sie nötig? Auf jeden Fall!
Ist das Schockierende nicht eigentlich dass aus 16 Jahren Kohl, 7 Jahren Schröder und 16 Jahren Merkel nur aus denen mit SPD Kanzler (=denen mit grüner Regierungsbeteiligung) überhaupt ein paar Versuche etwas am Status Quo zu verbessern in Erinnerung geblieben sind?
 
Aber Schröder tat was eine Volkspartei tun musste. Die Schulden wuchsen und die Arbeitslosigkeit stieg. Die Handlungsoptionen für die Zukunft schwanden. Und selbst davor hat die SPD oft genug unlinke Politik gemacht. Ich sage nur Nato-Doppelbeschluss.
Ich bin ja mit vielem was du sagst erstaunlich d'accord, aber hier trügt dich die Erinnerung, die Mehrheit der SPD verweigerte den Nato-Doppelbeschluss, obwohl in Schmidt unbedingt wollte und somit kam es zum Bruch der sozialliberalen Koalition (Schmidt-Genscher), dem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt und schlussendlich zur Wahl Helmut Kohls mit den Stimmen der Union und der Mehrheit der FDP, die hinter Genscher und dem Nato-Doppelbeschluss standen.
 
Naja, sagen wir dass die SPD ein unglaubliches Talent hat ihre Kanzler selber zu beschädigen. Und wer glaubt, dass Scholz frei regieren kann, wenn Eskens, Walter-Borjans und Kühnert im Hintergrund werkeln, träumt imho.
 
Wie ich ja bereits schrieb: Das Hauptproblem der SPD besteht darin, dass sie weder bei ihren Absichten noch bei ihren Möglichkeiten mehr anbieten kann als andere.

Sie profitiert derzeit - ich überspitze mal ein wenig - von der Verwirrung der politisch eher mittig orientierten Teutonen, die vor lauter Verzweiflung über die Skandale und Skandälchen der Union nach einem Kreuzchenempfänger sucht, der nicht zu links, nicht zu rechts und vorzugsweise auch nicht zu grün ist. Und da landen natürlich etliche bei der SPD, zumindest historisch immer noch "die andere große Volkspartei", die Sicherheit und Orientierung verspricht und zuletzt nichts falsch gemacht hat, weil sie gar nichts gemacht hat, außer irgendwie Koalitionspartner zu sein.

Und dann hat die SPD auch noch einen Kanzlerkandidaten, der massiv vom kurzen öffentlichen Gedächtnis profitiert. Frühere Verstrickungen sind komplett vergessen, denn immerhin hat er kein Buch geschrieben und dabei falsch zitiert, kein Weihnachtsgeld vergessen anzugeben und auch nicht im Krisengebiet gelacht. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte und wenn Dreck geworfen wird, gilt man schon dann als Saubermann, wenn man dabei einen Schritt zurück getreten ist, damit die Schuhe sauber bleiben und andeutungsweise die Ärmel hochgekrempelt hat, als würde man anschließend putzen wollen (was man dann allerdings nicht macht, aber das sieht der Wähler ja nicht mehr).

So traurig es auch ist, im Moment sehe ich den politischen Wert der SPD allein darin, in Koalition mit den Grünen und getragen vom Nimbus vergangener Tage ein paar Wähler anzusprechen, denen die Grünen alleine noch zu experimentell sind. Damit könnte ich sogar leben, wenn ich sicher wäre, dass die SPD sich mit zunehmend besseren Umfragewerten nicht vielleicht doch noch auf eine weitere schwarz-rote Sadomaso-Session einlässt, "weil der Wähler das ja so wünscht".
 
Was sind denn die Wurzeln? Die SPD war in der Bundesrepublik und selbst davor nie eine sehr linke Partei, sondern tendenziell immer staatstragend. Sie war eine Partei, die für Chancengleichheit und nicht Versorgungsgleicheit kämpfte. Eine Partei, die gegen finanzielle Hürden auf dem Weg zu akademischer Bildung war, aber nicht für Quoten. Es war keine moralisierende Partei, sondern eine Partei, die tat was getan werden mute. Die heutigen Vorsitzenden sind das 100% Gegenteil von den Wurzeln der SPD.
Alles was du sagst ist soweit richtig, aber das eben nicht, die SPD war bis sich die Reformisten um Friedrich Ebert ab ~ 1910 durchsetzten eher eine sehr linke Partei und am Marxismus auch durch Liebknecht und Bebel orientiert.
Erst durch den WWI, den Burgfrieden und die "Übernahme" durch die Reformisten wurde die SPD die Staatstragende Partei die du beschreibst und natürlich nach dem Krieg und während der Weimarer Republik.
Wären Ebert und Stresemann nicht so früh gestorben , wäre uns der ganze braune Scheiss erspart geblieben, denn durch Eberts Tod (1925), brachen die Flügelkämpfe wieder massiv aus und Hindenburg wäre nie Reichspräsident geworden.
 
Sie profitiert derzeit - ich überspitze mal ein wenig - von der Verwirrung der politisch eher mittig orientierten Teutonen, die vor lauter Verzweiflung über die Skandale und Skandälchen der Union nach einem Kreuzchenempfänger sucht, der nicht zu links, nicht zu rechts und vorzugsweise auch nicht zu grün ist. Und da landen natürlich etliche bei der SPD, zumindest historisch immer noch "die andere große Volkspartei", die Sicherheit und Orientierung verspricht und zuletzt nichts falsch gemacht hat, weil sie gar nichts gemacht hat, außer irgendwie Koalitionspartner zu sein.
Naja, sie hat immerhin den Mindestlohn durchgesetzt.
Und dann hat die SPD auch noch einen Kanzlerkandidaten, der massiv vom kurzen öffentlichen Gedächtnis profitiert. Frühere Verstrickungen sind komplett vergessen, denn immerhin hat er kein Buch geschrieben und dabei falsch zitiert, kein Weihnachtsgeld vergessen anzugeben und auch nicht im Krisengebiet gelacht. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte und wenn Dreck geworfen wird, gilt man schon dann als Saubermann, wenn man dabei einen Schritt zurück getreten ist, damit die Schuhe sauber bleiben und andeutungsweise die Ärmel hochgekrempelt hat, als würde man anschließend putzen wollen (was man dann allerdings nicht macht, aber das sieht der Wähler ja nicht mehr).
Naja, die CDU hat letztendlich davon, 16 Jahre lang profitiert, dass Schröder damals eine unpopuläre Politik machen musste. Nämlich weil der SPD vor allem deswegen die Wähler abgehauen sind.
So traurig es auch ist, im Moment sehe ich den politischen Wert der SPD allein darin, in Koalition mit den Grünen und getragen vom Nimbus vergangener Tage ein paar Wähler anzusprechen, denen die Grünen alleine noch zu experimentell sind. Damit könnte ich sogar leben, wenn ich sicher wäre, dass die SPD sich mit zunehmend besseren Umfragewerten nicht vielleicht doch noch auf eine weitere schwarz-rote Sadomaso-Session einlässt, "weil der Wähler das ja so wünscht".
Nochmal schwarz-rot wird die SPD nicht mitmachen. Dann geht sie eher in die Opposition.
 
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Naja, die CDU hat letztendlich davon, 16 Jahre lang profitiert, dass Schröder damals eine unpopuläre Politik machen musste. Nämlich weil der SPD vor allem deswegen die Wähler abgehauen sind.
Irgendwie habt ihr glaube ich das Ergebnis von 2005 alle nicht mehr wirklich richtig in Erinnerung!

CDU = 35,2%
SPD = 34,2%

Ich glaube eher, das danach halt Merkel überzeugt hat, denn trotz der Agenda Politik hat die SPD ein Ergebnis eingefahren, wovon sie danach nur Träumen konnte!
Faktisch an Hand der Zahlen sind diese Behauptungen falsch.
 
Auf der anderen Seite ist nun mal Deutschland durch seine geographische Lage und als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, das Hauptbollwerk der Europäer gegen ein eventuell unfreundliches Russland.
Wenn Russland auf Dauer unfreundlich bleibt.
Wirtschaftlich zwischen China und EU, nur noch militärisch eine Großmacht muss es sich
irgendwann entscheiden oder wird zerrieben.
nachdem Ebert als klarer Reformer übernommen hatte, sogar die Teilung in MSPD und USPD
Eher wegen dem Kurs der Partei im Krieg...
Wobei Liebknecht und Ebert voll der Richtung der USPD zuzurechnen sind.
Ebert jetzt doch USPD?
Schon Helmut Schmidt war ein absolutes Kontrastprogram zu Willie Brandt, knallharter Realpolitiker, Pragmatiker und wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.
Und trotzdem war er Links, denn Links ist immer relativ zu sehen und nicht absolut. Was war er denn im Gegensatz zu FJS?
Die "Linken", wie z.B. ein Lafontaine haben nie eine Wahl auf Bundesebene gewinnen können!
Also war Brandt deiner Meinung nach zwar ein Kontrast zu Schmidt aber kein Linker?
 
Alles was du sagst ist soweit richtig, aber das eben nicht, die SPD war bis sich die Reformisten um Friedrich Ebert ab ~ 1910 durchsetzten eher eine sehr linke Partei und am Marxismus auch durch Liebknecht und Bebel orientiert.
Erst durch den WWI, den Burgfrieden und die "Übernahme" durch die Reformisten wurde die SPD die Staatstragende Partei die du beschreibst und natürlich nach dem Krieg und während der Weimarer Republik.
Wären Ebert und Stresemann nicht so früh gestorben , wäre uns der ganze braune Scheiss erspart geblieben, denn durch Eberts Tod (1925), brachen die Flügelkämpfe wieder massiv aus und Hindenburg wäre nie Reichspräsident geworden.
Man muss es aber im historischen Kontext sehen. Die gesamte Gesellschaft war deutlich konservativer und von den linken Parteien in Europa war die SPD immer noch weniger revolutionär und mehr gewerkschaftsnah
 
Ich glaube eher, das danach halt Merkel überzeugt hat, denn trotz der Agenda Politik hat die SPD ein Ergebnis eingefahren, wovon sie danach nur Träumen konnte!
Dann wurden die Folgen der Agenda Politik da vielleicht noch nicht richtig realisiert.
Fakt ist das es danach immer weniger Wählerstimmen wurden.
Und quasi alle (ehemaligen) SPD Wähler haben ausgesagt, dass sie sich von der Schröder Politik verraten und verkauft gefühlt haben. Also gibt es da einen deutlichen und offensichtlichen Zusammenhang.
Dazu kam außerdem das die GroKo der SPD zusätzlich geschadet hat. Merkel hat sich profiliert.
Die Parteien haben sich nicht mehr besonders abgegrenzt. Was der SPD noch mehr Wählerstimmen gekostet hat.
 
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