Sind es nicht schon 20 bis 30 Mrd. €/Jahr wenn die Reichen normal ihre Steuern zahlen würden?
Wir brauchen keine 75%, es braucht nur eine gerechte Versteuerung von Vermögen. Immerhin zahlen Superreiche teilweise nur unter 1% Steuern.
Es ist klar, dass ich (wie wohl keiner hier) dezidiert beantworten kann.
Die 20-30 Mrd. an mehr hatte vor 1-2 Jahren "Die Linke" veröffentlicht (Quelle finde ich gerade nicht).
Ausgangsbasis war, dass der Spitzensteuersatz tatsächlich dann auf 75% angehoben werden müsste.
Das ab Haushalts-Einkommen oberhalb von 100.000 €/brutto/anno =50% und dann nach oben gestalffelt ab, glaube ich, 250.000 € dann die 75%.
Da ich definitiv nichtzu den Superreichen gehöre, weiss ich nicht, wie und ob Spitzenverdiener/Superreiche nur 1% an Steuern zahlen.
Da aber alle ab einer bestimmten Einkommensgrenze eine verpflichtende Steuererklärung abgeben müssen, glaub ich nicht wirklich an so was. Viele, die Firmen haben, können sicherlich was abschreiben. Aber etwas abzuschreiben bedeutet auch, dass er was investiert haben muss.
Durch den Ausfall der Vermögenssteuer hat der Staat seit 1997 auch auf mehrere Hundert Milliarden € verzichtet.
Das ist richtig.
Z. B. Oxfoam beziffert die Summe seit 1997 tagesaktuell auf:
Die meisten wollen die Vermögenssteuer wieder einführen – viele befürchten aber, dass Superreiche dann ihre Vermögen ins Ausland schaffen. Doch die Sorge ist unbegründet: Inzwischen können wir Steuerflucht wirksam verhindern.
www.oxfam.de
416,5 Mrd. €.
Auf die 27 Jahre heruntergebrochen bedeutet dies 15,4 Mrd. /Anno.
Dann ist es immer noch für uns viel Geld, absolut in Realtion zum Bundeshaushalt dann doch eher wenig.
In Europa erheben aktuell Frankreich, Luxemburg, Spanien, Norwegen. Lichtenstein, Island, Finnland und die Schweiz eine, alle anderen nicht. Österreich gleicht das in Form von einer Art Grundsteuer aus.
Weiter weg ist mir nur Indien bekannt, alle anderen Länder haben m. W. keine.
So weit zur Faktenlage.
Vermutlich ließe sich solch eine Steuer problemlos einrichten, in wie weit sie den Wirtschaftsstandort negativ beeinflussen würde, kann ich kaum einschätzen.
Aktuell würde ich das als kontraproduktiv bezeichnen, wenn wieder brummt, schon eher.
Hinzu kommt, dass Arbeitseinkommen mit bis zu 47,7% höher versteuert wird als Vermögenseinkommen mit 28 bzw. 26%.
Das ist sicherlich ein guter Punkt.
Bedenke aber, dass dies auch jene betrifft, die über Vermögensaufbau im Alter ihre Rente aufstocken wollen.
Würde also quasi jeden treffen, der für später (Wohneigentum anschaffen/Konsumgütersparen/Rente) spart.
Dafür verursacht das reichste Prozent der Menschen so viel CO2 wie 2/3 Weltbevölkerung. Klingt jetzt nicht gerecht, oder?
Prinzipiell nicht.
Aber um sich an die eigene Nase fassen zu können, wäre ein Vergleich der jeweiligen Superreichen zum Rest der eigenen Bevölkerung zielführender und erleuchtender.
Dass der CO2 Verbrauch eines Bewohners im tiefsten Afrika deutlich geringer ist, ist sonnenklar.
Ich habe vor Kurzem gelesen, dass die 250 Reichsten in Deutschland im Schnitt 22 to CO2 verursachen würden, während der Normalbürger bei 8-10 to herumkrebst.
Da der russische Oligarch oder der Milliardär in China oder auch USA sich herzlich wenig um die deutsche Gesetzgebung scheren wird, müsste da eine weltweite CO2 Bepreisung für Konsum und für alle her - könnte schwierig werden.